Merkwürdig gestellte Frage...
Natürlich gibt es analoge Fotografie in der "Auftragsfotografie". In recht vielen Bereichen, wenngleich meist auch nur in kleinen Anteilen. Im Zoo Magazine zum Beispiel sind immer noch nicht wenige Modestrecken zu finden, die auf analogen Equipment fotografiert wurden, ich erinnere mich desweiteren an die Stadtwerke irgendeines Ruhrpottortes, deren Image Kampagne teilweise mit der PinHole fotografiert wurde, etc.
Welche Vorteile analoge Fotografie in dieser Beziehung allerdings hat, darüber kann (und wird man sich hier wahrscheinlich) trefflich streiten.
Hat die digitalte Musikerzeugung akkustische Instrumente verdrängt?
Welche Vorteile bringt ein akkustisches Instrument in der heutigen Musik?
Wohl den eines Klangverhaltens oder "Feels" das auf digitalem Wege nicht erzeugt werden kann.
Das für sich ist allerdings logischerweise weder Vor- noch Nachteil, ja nichtmal "objektiver" Fakt, sondern subjektiver Eundruck. Allerdings fällt es mir schwer, mir Stevie Ray Vaugahns Gitarrensound digital emuliert vorzustellen. Oder The Prodigy auf akkustischen Instrumenten.
Hängt also wohl von den Umständen ab - von dem, was erzeugt werden soll und welche Faktoren (Kosten?) dabei von den Teilnehmern als wichtig erachtet werden. Pauschalisierungen machen (für mich zumindest) hier keinen Sinn.
Und Gemeinplätze wie das "konzentriertere Arbeiten" mit analogem Material, weil es selten in rauhen Mengen vorliegt, oder die Vorteile der digitalen Manipulation und der dort geringen Einzelbildkosten... Geschenkt.
Ich habe kürzlich einen Vortrag einer amerikanischen Portrait- und Modefotografin gehört, die selber hauptsächlich analog arbeitet. Sie sagte an einem Punkt, dass viele Auftraggeber zwar über ihr Portfolio angesprochen wurden (viel Alternative Process Großformat Zeug), aber für den Auftrag dann digitale Fotos wollten: Volles Programm, einer sitzt daneben und checkt auf dem Monitor, wie die Ergebnisse ausfallen.
Die Profilierung am Markt mag also eine Rolle spielen, wenn gewisse Eigenschaften der analogen Prozesse in deiner Arbeit zum Tragen kommen. Wenn deine Arbeit allerdings aus analogem Material nichts mediumspezifisch besonderes rausholt, warum dann überhaupt analog fotografieren?
Und so weiter.
Was ist "Auftragfotografie"? Viele Leute werden für ihre Arbeit bezahlt. Passfotos, Autokamapgnen, Modeshoots, Reisefotografie, Musikerportraits, Food/Produkt Fotografie, das kleine Hochzeit/Schwanger/Akt/Bewerbung/Portrait-Studio an der Ecke?
So wird die Diskussion wohl auf eine Anekdotensammlung aus allen möglichen Bereichen und Situationen herauslaufen.
1 Mal geändert, zuletzt von Tore am 11.02.2012 um 12:19 Uhr.