Erstmal finde ich es toll, wie viele Mk-ler zum einen so viele verschiedene Sprachen beherrschen und zum anderen ihre Kenntnisse und ihre Zeit auch freiwillig zur Verfügung stellen!
Ich bin auch der Meinung, dass Muttersprachler mit Fachwissen eine solche Seite besser übersetzen können als ein Übersetzungsbüro. Diese Erfahrung habe ich schon häufig als Nutzer verschiedener Geräte beim Lesen der Anleitung in verschiedenen Sprachen (wie ja bereits geschrieben wurde) aber auch beim Suchen nach Übersetzern von Fachliteratur für unseren (kleinen) Betrieb gemacht.
Zudem sagt Hendrik ja selbst, dass die Übersetzungen kein "Must Have" sind, da sie eben nicht die entstehenden Kosten erwirtschaften würden, sondern ein "Nice To Have", weil eben einfach cool. Und da kann ich nur voll zustimmen.
Die Denkweise kann ich absolut nachvollziehen und es ist völlig legitim, ehrenamtliche (wie es bis vor kurzem hieß) Helfer dafür zu suchen.
Zum einen ist in meinen Augen (und meiner Erfahrung nach) solch eine Community mit einen Verein oder Verband (ob im Sport oder einer anderen Sparte) vergleichbar:
die Mitglieder bezahlen einen kleinen Beitrag (der lange nicht die anfallenden Kosten deckt), die Funktionäre arbeiten ehrenamtlich/ freiwillig - auch bis in die höchsten Ebenen, was sehr viel Zeit und auch Kosten, die lange nicht alle über Aufwandsentschädigungen erstattet werden, in Anspruch nimmt, in Sportvereinen z.B. auch die Trainer (außer bei wenigen Sportarten), die zwar meist eine Vergütung bekommen, die aber i.a. bei weitem nicht den Aufwand wirklich deckt. Je nach Größe haben aber Vereine und Verbände auch einen oder sogar mehrere (in Größenordnung der MK wären das mehrere) hauptamtliche Mitarbeiter, die mit der Arbeit ihr Geld verdienen - bei Vereinen sind das z.B. die Geschäftsführer und die Mitarbeiter der Geschäftsstellen.
Übersetzt man das nun grob für die MK, könnte das so aussehen:
- Geschäftsführer/ hauptamtliche Mitarbeiter: Hendrik und Jan
- Funktionäre: alle Moderatoren
- Trainer: Anbieter von Workshops u.ä.
- Mitglieder: alle User der MK
- Sponsoren (ohne diese können große Vereine und Verbände gar nicht überleben): Onlinewerbung
So, und nun nennt mir einen Verein oder Verband mit fast 70 000 Mitgliedern, der mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern zurechtkommt und bei denen ein Großteil der Mitglieder NICHTS bezahlt!!!!!
Ich bin selbst ehrenamtlich in Verein und Verband tätig (große) und weiß daher, wovon ich rede! Übrigens ist es in vielen (sicher fast allen im Sport) Vereinen üblich (Verbände können gar nicht darauf verzichten), dass die Mitglieder (die ihren Vereinsbeitrag, von dem ein Teil an den Verband geht, bezahlen!) eine gewisse Anzahl an Arbeitsstunden einbringen, vor allem bei Festen und Veranstaltungen, aber auch beim Erhalt des Vereinsgeländes, Fahrdiensten zu Spielen und Turnieren, usw.
Auch hier werden immer wieder Mitglieder gesucht, die Erfahrung in bestimmten Bereichen haben, um den Verein/ Verband zu unterstützen, bei Vereinen z.B auch zur Renovierung und für Reparaturen des Vereinsgebäudes o.ä., für geringes Honorar oder Materialkostenerstattung, die sich zum Glück auch oft finden!
Aber auch da höre ich immer wieder ähnliche Argumente:
- warum sollen wir etwas unentgeltlich tun, uns engagieren, wenn wir doch unseren Vereinsbeitrag bezahlen?
- was bringt es uns, wenn wir etwas tun?
Wenn man mal aufrechnen würde, wie teuer ein Vereinsbeitrag oder ein Beitrag in der MK auch für die einfachste Mitgliedschaft eigentlich (ich weiß, Nico, das Wort ist überflüssig, aber hier vielleicht doch angebracht???) kosten würde - ohne Sponsoren und ehrenamtlichem Engagement, würden viele Menschen mit den Ohren schlackern und gar nicht mehr damit aufhören!!!
Zum anderen gibt es auch kleine Betriebe, die auf Freiwilligenarbeit für kleine Entschädigung setzen, wenn sie von der Leistung keinen oder geringen finanziellen Mehrwert erwarten.
Wir haben auch zu Beginn unseres Unternehmens (damals freiberufliches Ingenieursbüro) Schüler und Studenten zum Löten und zum Programmieren einer "Buchhaltungs"software eingesetzt, da wir uns feste Angestellte und ein teures fertiges Programm, das für unsere Verhältnisse viel zu viele Funktionen hatte, nicht leisten konnten, wir zeitlich aber nicht alles selbst erledigen konnten und die billigen Programme zu wenig konnten...
Meine Mutter und ihre Freundin sowie ein Kommilitone halfen am Anfang, Informationsmaterial zu verschicken, den Telefondienst zu erledigen und Bausätze zu packen - unentgeltich, weil sie hinter uns und der Sache standen! Die Schüler und Studenten haben bei der Arbeit auch viel für ihre Ausbildung gelernt und waren über ein Taschengeld und Pluspunkten bei Ihren Lehrern und Dozenten, mit denen wir in Kontakt waren, froh!
Im Übrigen greifen auch viele große Unternehmen auf Studenten, Praktikanten und Minijobber zurück, um Geld zu sparen!
Zur ursprünglichen Anfrage:
ich würde meine Sprachkenntnisse auch gerne zur Verfügung stellen, aber sowohl aus zeitlichen (weil ich eben viel ehrenamtlich mache) Gründen und weil ich muttersprachlich außer Deutsch und vielleicht Badisch nichts im Angebot habe, könnte dies bei Bedarf eher zum Gegenlesen in Englisch, Französisch und Italienisch sein - ggf. auch zusammen mit Muttersprachlern in den entsprechenden Sprachen aus meinem Freundeskreis.
Meine Kenntnisse:
- englisch: Schule, 4-wöchiger Ferienkurs in England in einer Familie, technisches Englisch in der Uni und Praxis bei internationalen Sportveranstaltungen/ -sitzungen
- französisch: Leistungskurs, mehrere Aufenthalte in der Familie meiner französichen Freundin mit Besuch von Schule und später Uni (ist aber schon ein paar Jahre her)
- italienisch: AG in der Schule (super Lehrer und kleine gute Lerngruppe), Konversationskurse in der Uni (Studium generale), Schüleraustausche mit italienischen Schülern inkl. Schulbesuchen
in alle Sprachen habe ich auch schon Texte für Veranstaltungen übersetzt.
Und das Geschriebene ist alles kein Geschleime oder A-Kriecherei, sondern kommt aus vollster Überzeugung und Erfahrung!
In meinen Augen sind nicht die Vereine - bzw. hier Hendrik - diejenigen, die andere ausnützen, sondern die, die umsonst oder für wenig Geld die Organisationen und Communities nutzen, ständig Forderungen an erweiterte Angebote und Funktionen stellen und selbst nicht bereit sind, sich auch mal unentgeltlich zur Verfügung zu stellen!
Bevor sich jetzt einige beleidigt in die Ecke zurückziehen oder widersprechen:
überlegt Euch doch mal, ob es nicht so ist und ob Ihr überhaupt mal nachgedacht und nachgerechnet habt, was hinter einer solchen Organisation alles wirklich steckt! Das soll auch gar kein Vorwurf sein, denn ich bin mir sicher, dass viele dies einfach nicht wissen!
Und noch was: Fotografen und Models (gilt für Visas usw. ebenso), die ganz oder teilweise Ihr Geld mit der Fotografie verdienen, gleichzeitig aber Shootings für ihre Projekte auf tfp- Basis suchen, sollten die Vorgehensweise von Hendrik da absolut unterstützen, denn die machen ja nichts anderes, oder????
So, und nun vertragt Euch alle ;-)
lg Ute |