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Olaf Schmidt |
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| Geschrieben am 11.01.2012 um 21:18 Uhr |  |
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Neuer Fall von Verwahrlosung
"Was sind das für Frauen, die zu so etwas fähig sind", fragt man sich unwillkürlich angesichts des
neuesten Falles von gefährlicher Vernachlässigung, der sich letztes Wochenende in Hannover
ereignete.
Wie erst jetzt bekannt wurde, befreite die Polizei am Sonntag gegen Mittag im Sahlkamp aus einer
Hochparterrewohnung einen kurz vor dem Verdursten stehenden, schlecht ernährten 37-jährigen
Mann. Nachbarn hatten die Ordnungshüter alarmiert. Die Lebensgefährtin des Mannes, war am
Morgen für ein paar Stunden mit den Kindern zu den Großeltern gefahren.
In der Wohnung fanden die Mitarbeiter der Polizei keinerlei altersgerechten Getränke. "Nur
Wasser, Tee und Säfte, so was habe ich noch nie gesehen", so der noch sichtlich mitgenommene
Polizeibeamte. Er und seine Kollegen erleben so einiges, aber in jener Wohnung fanden sie nicht
einmal genügend Nahrung für eine einzige Männermahlzeit. Nur Müsli, Milchprodukte und
Rohstoffe wie Kartoffeln, Reis oder Eier, die vor dem Verzehr erst noch verarbeitet werden
müssten, befanden sich in der Küche. Die Regale der Wohnung quollen über von
kulturwissenschaftlicher Fachliteratur. Aber es fand sich keine einzige Männer-, Auto- oder
Fußballzeitschrift. Auch kein Fernseher.
Die Beamten brachten den Mann in eine Kriseneinrichtung der gastronomischen Hilfe, dem
"Klein´s Brauhaus" in der Bahnhofstraße. Der Leiter der Einrichtung päppelte den Mann persönlich
mühsam über Stunden mit Bier und Korn wieder auf. Mitarbeiter des zuständigen Pizzaservice
verteilten Notrufnummern in der Nachbarschaft. "Warum erst jetzt!?" fragten einige?
Oftmals sind Männer, die Opfer dieser Form von Vernachlässigung geworden sind, schlicht und
einfach nicht in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten.
Seit sich schnurlose Telefone in den Haushalten allgemein durchgesetzt haben, wissen oft nur
noch die Frauen, wo in der Wohnung sich diese Telefone befinden. Junge Frauen seien mit der
Haltung und Pflege eines Mannes häufig überfordert. Der zuerst possierlich wirkende Mann werde
schnell zu einer Belastung, wenn er nach der Balz seine typischen Verhaltensweisen der
Sesshaftigkeit ausbilde. Spätestens wenn die ersten Kinder da seien, bleibe den Frauen neben
ihrer Berufstätigkeit kaum noch Zeit für den Mann. Böse Absicht sei es eigentlich so gut wie nie,
die Frauen dazu bewege, ihren Mann alleine zu Hause zu lassen. Aber Fälle wie dieser
erschüttern auch die Einsatzkräfte. "Der Ärmste hat bloß noch 90 Kilo gewogen." Fassungsloses
Kopfschütteln.
Dem Mann geht es glücklicherweise wieder den Umständen entsprechend gut. Aber das
Entsetzen bleibt. Nachbarn und Anwohner stellten Flachmänner und Sixpacks unter dem Balkon
des Opfers auf und entzündeten Kerzen. Auf einem handgeschriebenen Zettel steht die Frage:
"Warum?" Sie bewegt hier alle. |
 | das Leben ist eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Krankheit die immer tödlich endet |
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