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Hallo und
...so weiter. Die üblichen Begrüßungs-Floskeln wollt Ihr ja doch nicht zum x-ten Mal lesen. Und den langen Text, der hier früher stand, auch nicht. Deshalb ist der weg und es geht ohne Umweg zu meinen
10 Goldenen Shooting-Regeln:
1. Vertrag
Ich mache grundsätzlich kein Shooting ohne schriftlichen Vertrag. Vorsorgen ist besser als Heilen. Und das gilt für alle Beteiligten.
2. Newbie / Semiprofi / Top-Model
Mit diesen Schubladen kann ich nichts anfangen. Wer oder was ist ein semiprofessionelles Model? Das ist so wie halb schwanger. Ob Du Anfänger oder Profi bist, oder Dich selbst so siehst, ist mir gleich. Ich verlange von Dir nur, dass Du genau so aufmerksam, konzentriert und engagiert bei der Sache bist, wie ich. Shooting soll Spaß machen, ja. Aber wenn etwas Zählbares dabei heraus kommen soll, es ist auch Arbeit. Alles andere wäre Zeitverschwendung.
3. Begleitperson / Aufpasser
Für mich kein Problem. Ich freue mich, wenn Du nicht selbst zum Shooting fahren musst, sondern ganz entspannt von Freund / Freundin / Bruder / Schwester / Papa / Fitnesstrainer /
am Treffpunkt abgeliefert wirst. Gern spendiere ich für diesen wertvollen Beitrag zum Gelingen des Shootings auch einen Kaffee. Danach ist Schluss mit Begleiten und Deine BegleitPerson kann sich ein paar schöne Stunden machen, nach Herzenslust shoppen / spazieren / schwimmen oder zum Frisör gehen. Denn beim Shooting selbst hat niemand außer Dir, eventuell anderen Models und einer Assi etwas zu suchen. OK, ich werde auch noch dabei sein. Keine Kompromisse einzige Ausnahme s. Pkt. 4. Die Begleitperson kann Dich nach dem Shooting vielleicht müde, aber körperlich und seelisch absolut unversehrt wieder abholen. Empfangsbereites Handy (nach dem letzten Shot!) wäre also sinnvoll. Übrigens: Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Heidi Klum ohne Seal zum Shooting kommt!
4. Model jünger als 18
Auch kein Problem. Aber nur, wenn Deine beiden Erziehungsberechtigten den Vertrag gegenzeichnen oder mindestens einer beim Shooting dabei ist. Und damit meine ich nicht Deinen großen Bruder! Sonst geht gar nichts auch nicht, wenn Du schon übermorgen Deinen 18. Geburtstag feierst. Diskussion zwecklos.
5. Shooting-Vorbereitung
Ich komme nicht wie ein Frisör zum Shooting. Gleiches erwarte ich auch von Dir. Da wir alles Wichtige vorher klären, kann gibt es keine Überraschungen geben. "Ups, Fummel nicht dabei" darf nicht passieren. Mir fällt am Set auch nicht ein, dass ich die Kamera vergessen habe. Ein wenig hineinzudenken ins Thema, Posen vorzubereiten usw. kann auch nicht schaden. Wenn Du das dann zum Shooting auch noch abrufen kannst wunderbar! Das heißt nicht, dass ich etwas gegen spontane Ideen habe. Aber spontan ist nicht dasselbe wie unvorbereitet! Ach ja, und gute Laune obendrauf macht alles unendlich viel einfacher.
6. Start / Dauer
Ich habe noch kein Shooting unter drei Stunden (incl. Pausen) erlebt. Je nach Thema oder Location kann es auch länger dauern. Wenn Du diese Zeit nicht investieren willst, solltest Du Dich lieber in einen Passbild-Automaten setzen. Termindruck und Hektik sind echte Shooting-Killer. Bitte nimm Dir also die Zeit. Ich nehme sie mir auch. Und ganz am Rande: 14.00 Uhr heißt nachmittags um zwei, nicht 10 vor drei! Ich warte 15 Minuten, dann packe ich ein.
7. Absagen / nicht Erscheinen
Eine Stunde vor einem vereinbarten Shooting per SMS abzusagen, oder einfach kommentarlos weg zu bleiben, ist ein absolutes No-go. Abiprüfungen, Aschewolken, Beziehungskrisen, Monatsbeschwerden, Reifenpannen, Todesfälle, Zahnarzttermine können immer passieren. Nur nicht genau zum Shooting. In dem Punkt bin ich intolerant. Daher beinhalten meine Verträge eine Klausel, die Dich bei derartigen Absagen zu einer Aufwandsentschädigung verpflichtet. Und weil ich fair bin, im umgekehrten Fall mich auch. Warum so hart? Weil ich meine Zeit nicht im Lotto gewonnen habe. Ich bereite jedes Shooting akribisch vor, halte mir mindestens einen halben Tag frei, stelle mich mental darauf ein, habe finanzielle Auslagen und ganz nebenbei freue ich mich auch noch darauf. Wenn Du nicht 100%ig sicher bist, Lust auf das Shooting zu haben, sage lieber gar nicht erst zu.
8. Bezahlung / TfP
Ich bin nicht Helmut Newton und Du nicht Heidi Klum (oder Brad Pitt). Aber ich bin "käuflich" und Du auch sonst wären wir nicht hier. Grundsätzlich: Wenn ich etwas will, bezahle ich dafür, wenn Du etwas willst, auch. Alles andere ist eine Frage des Preises, wobei der nicht immer aus Barem bestehen muss. Natürlich entscheidest Du, ob Du TfP machst, die Fahrkarte bezahlt haben willst oder welchen Stunden-/Tagessatz Du verlangst. Genau so habe ich eine Vorstellung davon, welche Gegenleistungen eine bestimmte Investition rechtfertigen und was meine Zeit wert ist. Am Ende einigen wir uns. Und wenn nicht, geht davon die Welt nicht unter.
9. Themen / Aufnahmebereiche
Wenn unter Deinen Aufnahmebereichen bei "Akt" ein grüner Punkt ist, kannst Du nicht beim Shooting erklären, dass Du das nicht so gerne machst. Niemand zwingt Dich, die Hüllen fallen zu lassen. Aber dann gehört dort ein roter Punkt hin. Alles andere ist unehrlich. Ich packe ja auch nicht zum Termin einen Skizzenblock aus und gestehe, dass ich lieber Bleistift-Zeichnungen mache. Außerdem habe ich absolut keine Lust, beim Shooting eine akademische Diskussion darüber anzufangen, ob "Portrait" bis zur Brust geht oder bis zum Bauchnabel und ob String noch "Dessous" oder schon "Halbakt" ist.
10. Ernst / Spaß
Ich fotografiere nicht, weil ich muss. Sondern weil ich Spaß daran habe. Aber gerade weil das so ist, will ich mir den nicht verderben lassen. Das hat bisher (meistens) geklappt. Wenn Du also meinst, ich sehe das alles viel zu ernst und Du willst lieber mehr Fun, dann spar Dir die PN!
Res severa verum gaudium!
Wenn Du damit leben kannst, sind das schon mal keine schlechten Voraussetzungen ;-)
Vielleicht bis bald!
Steve |
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