Fotobücher: Wenige High- und viele Lowlights? Warum? 94
4 days ago
#62Report
4 days ago
PetersPhotos
Fast allesamt mehr oder weniger Fotobücher, die Street Fotografie enthalten. Ich finde im Grunde alle vorgestellten Bücher mehr oder weniger ansprechend. Das ist neben dem was wir hier in der MK zeigen klar meine Welt und ich wünschte es wäre hierzulande einfacher. Das sind auf jeden Fall keine belanglosen Fotos, bei denen ich mich frage, warum sie unbedingt mit ins Buch mussten.
U. a. die Briten profitieren klar von fotografenfreundlicherer Gesetzgebung im öffentlichen Raum sobald Menschen mit im Bild sind (auch in NL ist das so). Hierzulande ist vergleichbares so leider nicht oder nur unter rechtlichen Risiken noch publizierbar. Vielleicht auch ein Grund für weniger gute Fotobücher hierzulande? Dem deutschen Law Enforcer gilt man mit einer richtigen Kamera (das ist eben durch Smartphoneknipserei seltener und auffälliger geworden, früher stand man mit Kamera knipsend höchstens im Verdacht ein Touri zu sein) im öffentlichen Raum auch sowieso schon bei der Fotoentstehung zunehmend verdächtig. Kurios ist, dass junge Leute mit dem Handy währenddessen unbehelligt auf alles und jeden filmend und streamend drauf halten. Mal sehen, ob der heutige Zeitgeist in Deutschland eines Tages noch in Fotobüchern rückblickend genossen werden kann. Das Straßenfotografie-Genre wird in Deutschland jedenfalls nicht einfacher und war gegenüber dem angelsächsischen Raum - aus dem wohl die meisten auch hier gern erworbenen Street Photography Klassiker von Alan Schaller, Ralph Gibson & Co stammen - so schon immer im Nachteil. Die ganze Recht am eigenen Bild-Thematik liegt dort ganz anders und der Straßenfotografie zuträglicher. Hier verpixeln wir Häuser... und sogar hier unter Fotografen wird es vermutlich ein paar starke Fürsprecher dieses weltweit einmaligen Verhaltens geben. ;-)
Noch gibt es allerdings tatsächlich ganz ähnliche Fotos und Fotobücher wie in This was then von Mike Abrahams aus der jüngeren Vergangenheit, z. B. aus dem Ruhrgebiet der 80er Jahre (u. a. von Reinhard Krause, auch im Buch publiziert in Woanders is auch scheiße! und im Netz https://www.pixelprojekt-ruhrgebiet.de/serie/die-80iger-fotos-aus-dem-ruhrgebiet), mit seinem ganz eigenen Charme, an den mich die Fotos aus Belfast auch ein wenig erinnern. Niemand dürfte durch die Abbildung in dieser Form wohl zu Schaden gekommen sein (naja, die Bierstand-Schlägerei hätte man zur Vermeidung von Rufschädigung vielleicht weglassen können... - und das wäre sogar in den fotofreundlicheren Ländern heute ein rechtlicher Grund gegen die Veröffentlichung vorzugehen).
Erst gestern erlebte ich selbst wieder eine fotografische Gefährderansprache, als ich mein gerade frisch erworbenes RF 28-70 F2.8 Objektiv nach dem Kauf in der Düsseldorfer City testete. Ich nahm mir für meinen Geschmack sehr harmlos eine ansprechende Häuser-/Schaufensterfassade in interessantem Licht-/Schattenspiel vor und belichtete natürlich gleich mal etwas länger, um Passanten in Unschärfe zu tauchen. So wie man es hierzulande eben u. a. am besten macht, um dem lieben Datenschutzthema direkt möglichst gerecht zu werden. Ich hatte auch schnell Glück und die Passanten schauten beim Vorbeigehen brav ins Schaufenster, so dass auch keine Gefahr bestand erkennbare Gesichter abzubilden und die Personen blieben so möglichst austauschbar sowie klein genug neben dem eigentlich Straßenmotiv, um klar als Beiwerk nach deutschem Recht durchzugehen. Da ich das so sorgfältig gesetzeskonform machen wollte und aus gleichem Grund auch kein Kind mit im Bild haben wollte, dauerte es natürlich ein klein wenig länger. Ausgerechnet deshalb machte ich mich vermutlich natürlich verdächtig. So kam eine ältere, schon in ihrer optischen Erscheinung sehr streng wirkende Dame schräg von der Seite und herrschte mich in Gestapo-Manier an, ich würde da verbotene Fotos von Leuten machen und käme ihr komisch vor... Zu Wort kommen lassen wollte sie mich erst mal gar nicht, was aber auch nicht weiter schlimm war, denn mit derart auftretenden Menschen kann man eh kaum noch vernünftig reden.
Sowas passiert ja ein Glück bei weitem nicht jedes mal beim Fotografieren in der Stadt aber es kommt heute m. E. doch deutlich öfter vor als früher. Entweder von dieser besorgte-Bürger-und-ich-glaub-ich-weiß-da-irgendwie-was-über-DSGVO-Klientel oder von einer Klientel, die in ranzigeren Ecken deutscher Großstädte (wo der Verfall und Siff im Kontrast zu anderem im Umfeld auch manchmal seinen fotografischen Charme hat) nicht beim Ausüben seiner erlaubnisfreien Tätigkeiten im BTM-Vertrieb fotografiert werden möchte. Vor 20 Jahren konnte man das in Duisburg oder Düsseldorf noch machen. Heute kann das lebensgefährlich mit Messerakrobatik oder dem herbeigeführten Sturz auf den Hinterkopf enden. Schade, dass man sich mit sowas rumschlagen muss, wenn man einfach nur ein paar entspannte Fotos machen will und schon recht genau weiß was man da (natürlich nicht verbotenes) tut. Aber wer weiß, vielleicht ist diese ganze zunehmende Enge beim Ausüben der Straßenfotografie hierzulande ja tatsächlich auch mit ein Grund, warum gute Fotobücher in/aus Deutschland seltener geworden sind. Straßenfotografie ist ja sonst wirklich keine so wenig publizierte Sparte. Aber wer wird es in Deutschland schon schaffen oder auch nur ernsthaft angehen wollen, mit jeder vielleicht etwas präsenter ins Bild gelaufenen Person auf einem Stadtfoto ein Model Release zu unterschreiben, nur um dann doch relativ wenige davon vielleicht einmal in einem Buch zu veröffentlichen.
und hier mal wieder ein bisschen Fotobuch-Praxis:
https://www.youtube.com/watch?v=s4CMM9ltqjM
Fast allesamt mehr oder weniger Fotobücher, die Street Fotografie enthalten. Ich finde im Grunde alle vorgestellten Bücher mehr oder weniger ansprechend. Das ist neben dem was wir hier in der MK zeigen klar meine Welt und ich wünschte es wäre hierzulande einfacher. Das sind auf jeden Fall keine belanglosen Fotos, bei denen ich mich frage, warum sie unbedingt mit ins Buch mussten.
U. a. die Briten profitieren klar von fotografenfreundlicherer Gesetzgebung im öffentlichen Raum sobald Menschen mit im Bild sind (auch in NL ist das so). Hierzulande ist vergleichbares so leider nicht oder nur unter rechtlichen Risiken noch publizierbar. Vielleicht auch ein Grund für weniger gute Fotobücher hierzulande? Dem deutschen Law Enforcer gilt man mit einer richtigen Kamera (das ist eben durch Smartphoneknipserei seltener und auffälliger geworden, früher stand man mit Kamera knipsend höchstens im Verdacht ein Touri zu sein) im öffentlichen Raum auch sowieso schon bei der Fotoentstehung zunehmend verdächtig. Kurios ist, dass junge Leute mit dem Handy währenddessen unbehelligt auf alles und jeden filmend und streamend drauf halten. Mal sehen, ob der heutige Zeitgeist in Deutschland eines Tages noch in Fotobüchern rückblickend genossen werden kann. Das Straßenfotografie-Genre wird in Deutschland jedenfalls nicht einfacher und war gegenüber dem angelsächsischen Raum - aus dem wohl die meisten auch hier gern erworbenen Street Photography Klassiker von Alan Schaller, Ralph Gibson & Co stammen - so schon immer im Nachteil. Die ganze Recht am eigenen Bild-Thematik liegt dort ganz anders und der Straßenfotografie zuträglicher. Hier verpixeln wir Häuser... und sogar hier unter Fotografen wird es vermutlich ein paar starke Fürsprecher dieses weltweit einmaligen Verhaltens geben. ;-)
Noch gibt es allerdings tatsächlich ganz ähnliche Fotos und Fotobücher wie in This was then von Mike Abrahams aus der jüngeren Vergangenheit, z. B. aus dem Ruhrgebiet der 80er Jahre (u. a. von Reinhard Krause, auch im Buch publiziert in Woanders is auch scheiße! und im Netz https://www.pixelprojekt-ruhrgebiet.de/serie/die-80iger-fotos-aus-dem-ruhrgebiet), mit seinem ganz eigenen Charme, an den mich die Fotos aus Belfast auch ein wenig erinnern. Niemand dürfte durch die Abbildung in dieser Form wohl zu Schaden gekommen sein (naja, die Bierstand-Schlägerei hätte man zur Vermeidung von Rufschädigung vielleicht weglassen können... - und das wäre sogar in den fotofreundlicheren Ländern heute ein rechtlicher Grund gegen die Veröffentlichung vorzugehen).
Erst gestern erlebte ich selbst wieder eine fotografische Gefährderansprache, als ich mein gerade frisch erworbenes RF 28-70 F2.8 Objektiv nach dem Kauf in der Düsseldorfer City testete. Ich nahm mir für meinen Geschmack sehr harmlos eine ansprechende Häuser-/Schaufensterfassade in interessantem Licht-/Schattenspiel vor und belichtete natürlich gleich mal etwas länger, um Passanten in Unschärfe zu tauchen. So wie man es hierzulande eben u. a. am besten macht, um dem lieben Datenschutzthema direkt möglichst gerecht zu werden. Ich hatte auch schnell Glück und die Passanten schauten beim Vorbeigehen brav ins Schaufenster, so dass auch keine Gefahr bestand erkennbare Gesichter abzubilden und die Personen blieben so möglichst austauschbar sowie klein genug neben dem eigentlich Straßenmotiv, um klar als Beiwerk nach deutschem Recht durchzugehen. Da ich das so sorgfältig gesetzeskonform machen wollte und aus gleichem Grund auch kein Kind mit im Bild haben wollte, dauerte es natürlich ein klein wenig länger. Ausgerechnet deshalb machte ich mich vermutlich natürlich verdächtig. So kam eine ältere, schon in ihrer optischen Erscheinung sehr streng wirkende Dame schräg von der Seite und herrschte mich in Gestapo-Manier an, ich würde da verbotene Fotos von Leuten machen und käme ihr komisch vor... Zu Wort kommen lassen wollte sie mich erst mal gar nicht, was aber auch nicht weiter schlimm war, denn mit derart auftretenden Menschen kann man eh kaum noch vernünftig reden.
Sowas passiert ja ein Glück bei weitem nicht jedes mal beim Fotografieren in der Stadt aber es kommt heute m. E. doch deutlich öfter vor als früher. Entweder von dieser besorgte-Bürger-und-ich-glaub-ich-weiß-da-irgendwie-was-über-DSGVO-Klientel oder von einer Klientel, die in ranzigeren Ecken deutscher Großstädte (wo der Verfall und Siff im Kontrast zu anderem im Umfeld auch manchmal seinen fotografischen Charme hat) nicht beim Ausüben seiner erlaubnisfreien Tätigkeiten im BTM-Vertrieb fotografiert werden möchte. Vor 20 Jahren konnte man das in Duisburg oder Düsseldorf noch machen. Heute kann das lebensgefährlich mit Messerakrobatik oder dem herbeigeführten Sturz auf den Hinterkopf enden. Schade, dass man sich mit sowas rumschlagen muss, wenn man einfach nur ein paar entspannte Fotos machen will und schon recht genau weiß was man da (natürlich nicht verbotenes) tut. Aber wer weiß, vielleicht ist diese ganze zunehmende Enge beim Ausüben der Straßenfotografie hierzulande ja tatsächlich auch mit ein Grund, warum gute Fotobücher in/aus Deutschland seltener geworden sind. Straßenfotografie ist ja sonst wirklich keine so wenig publizierte Sparte. Aber wer wird es in Deutschland schon schaffen oder auch nur ernsthaft angehen wollen, mit jeder vielleicht etwas präsenter ins Bild gelaufenen Person auf einem Stadtfoto ein Model Release zu unterschreiben, nur um dann doch relativ wenige davon vielleicht einmal in einem Buch zu veröffentlichen.
#63Report
4 days ago
Ok, jetzt wird es mir wieder klar (was ich "verdrängt" hatte): Viele weiße Flächen entstehen dadurch, dass man nur eine Seite des Papiers bedruckt, um ein Bild betrachten zu können - ohne dass Gefahr besteht, dass das Bild auf der Rückseite irgendwie "durchscheint". Ferner passt das Buchformat oft nicht zum Bildformat. Also entstehen weitere weiße Flächen. Die restlichen weißen Flächen erklären sich wohl so, dass einzelne Künstler entweder Angst vor Bilderklau haben oder den Betrachtern die Werke nicht in maximal möglicher Größe zumuten wollen. Das ist berechtigt - sage ich als jemand, der zu seinem Banausentum steht.
Nebenbei überlege ich noch, ob die Präsentation von Fotobüchern per youtube-Video genial oder absurd ist.
Nebenbei überlege ich noch, ob die Präsentation von Fotobüchern per youtube-Video genial oder absurd ist.
#64Report
4 days ago
- schlaft ihr eigentlich nie ? jetzt ist 6:30 Uhr. der letzte Post war vor 4 Std, also ca 2:30 morgens ??
es ist ja schon ein interessantes Thema, was man da alles rausholen kann, erstaunlich
es ist ja schon ein interessantes Thema, was man da alles rausholen kann, erstaunlich
#65Report
4 days ago
eckisfotos. Während Ecki noch überlegt – hier schon wieder ein Link:
https://www.youtube.com/watch?v=lyuu73gmFPU
Eigentlich wollte ich auf seine Strohmänner nicht mehr reagieren... aber, hey:
'Absurd' ist es doch nur, NIE einer dieser Empfehlungen zu folgen und sich kein einziges der vorgestellten Bücher auch zu kaufen. Ach, ich glaub, ich gönn mir gleich noch eins! Bestell ich in meiner Lieblingsbuchhandlung.
Nur Ignoranten kaufen bei Amazon. (Die abgelegene Provinz schließ ich natürlich aus! ;-)
P.S.: Das 'Zu-viele-Weißflächen'-'Problem' erkenne ich bei den empfohlenen Titeln eher nicht, Martin.
Aber deine endlosen Textmonologe sehe ich inzwischen – so sorry – als Graufläche.
https://www.youtube.com/watch?v=lyuu73gmFPU
Eigentlich wollte ich auf seine Strohmänner nicht mehr reagieren... aber, hey:
'Absurd' ist es doch nur, NIE einer dieser Empfehlungen zu folgen und sich kein einziges der vorgestellten Bücher auch zu kaufen. Ach, ich glaub, ich gönn mir gleich noch eins! Bestell ich in meiner Lieblingsbuchhandlung.
Nur Ignoranten kaufen bei Amazon. (Die abgelegene Provinz schließ ich natürlich aus! ;-)
P.S.: Das 'Zu-viele-Weißflächen'-'Problem' erkenne ich bei den empfohlenen Titeln eher nicht, Martin.
Aber deine endlosen Textmonologe sehe ich inzwischen – so sorry – als Graufläche.
#66Report
4 days ago
Ja, es ist vielleicht gut, dass eckisfotos die Sache mit dem Layout und den weißen Flächen noch mal ins Gespräch bringt. Ich finde das jedenfalls interessant und habe mich auch viel mit dem Thema praktisch herumgeschlagen, auch Kunstkataloge/bücher betreffend.
Vorteil und Problem gleichzeitig ist, dass das ein Designer macht. Der Vorteil ist, dass der Profi spezifisch vertraut ist mit raumgreifender Bildaura, Bilderkonkurrenz, Bilderanalogien, Wahrnehmungspsychologie, Ordnungssystematiken, Buchproblematiken etc.pp. Er arbeitet am liebsten unökonomisch und probiert viele Möglichkeiten durch. Ökonomie am ehesten durch Weglassen als durch Komprimieren des Vielen.
Das Problem ist, dass dabei gelegentlich die Vernunft ausgespart wird und dass es Designermoden gibt. Und der Designer auch noch einen eigenen Stil beansprucht. Dass er sich gegenüber dem Künstler durchsetzen will. Und auch manches übertrieben als Designstil daher kommt bis hin zum ''realitätsfremden''. Das alles kann es problematisch machen - und der Konsument kann auch vieles nicht nachvollziehen.
Wenn man diese Arbeit einmal selbst gemacht hat, hat man viel Zugang zu den Problemen bekommen aber noch längst nicht die allgemeine Kompetenz der Aufgabenlösung erfahren.
Vorteil und Problem gleichzeitig ist, dass das ein Designer macht. Der Vorteil ist, dass der Profi spezifisch vertraut ist mit raumgreifender Bildaura, Bilderkonkurrenz, Bilderanalogien, Wahrnehmungspsychologie, Ordnungssystematiken, Buchproblematiken etc.pp. Er arbeitet am liebsten unökonomisch und probiert viele Möglichkeiten durch. Ökonomie am ehesten durch Weglassen als durch Komprimieren des Vielen.
Das Problem ist, dass dabei gelegentlich die Vernunft ausgespart wird und dass es Designermoden gibt. Und der Designer auch noch einen eigenen Stil beansprucht. Dass er sich gegenüber dem Künstler durchsetzen will. Und auch manches übertrieben als Designstil daher kommt bis hin zum ''realitätsfremden''. Das alles kann es problematisch machen - und der Konsument kann auch vieles nicht nachvollziehen.
Wenn man diese Arbeit einmal selbst gemacht hat, hat man viel Zugang zu den Problemen bekommen aber noch längst nicht die allgemeine Kompetenz der Aufgabenlösung erfahren.
#67Report
4 days ago
PetersPhotos
Man muss den Dissens offenbar manchmal auch einfach wollen... Sonst bleibt man noch auf seiner Langeweile sitzen.
Erster Absatz, Satz 2 (war vermutlich schon zu lang): "Ich finde im Grunde alle vorgestellten Bücher mehr oder weniger ansprechend. Das ist neben dem was wir hier in der MK zeigen klar meine Welt"
Das 'Zu-viele-Weißflächen'-'Problem' erkenne ich bei den empfohlenen Titeln eher nicht, Martin.
Aber deine endlosen Textmonologe sehe ich inzwischen – so sorry – als Graufläche.
Man muss den Dissens offenbar manchmal auch einfach wollen... Sonst bleibt man noch auf seiner Langeweile sitzen.
Erster Absatz, Satz 2 (war vermutlich schon zu lang): "Ich finde im Grunde alle vorgestellten Bücher mehr oder weniger ansprechend. Das ist neben dem was wir hier in der MK zeigen klar meine Welt"
#68Report
4 days ago
#67 die Designer-Perspektive ist interessant. Aber am Ende darf das Design nicht die Ursache sein, das Buch nicht zu kaufen. Ein 30x30 Buch mit einer 10x10 Abbildung pro Doppelseite ist wahrscheinlich genauso grenzwertig wie 20 Collagenbilder ....Ein Stück weit isst das Auge immer mit. Persönlich finde ich es am Besten, wenn das Design sich einfach zurück nimmt und man es gar nicht wahrnimmt, damit die Bilder für sich alleine sprechen.
Spannend finde ich aber in dem Zusammenhang doch die Größe. Wer schonmal Passfotos in 2m Höhe gesehen hat, muß zugeben, das selbst diese eine Wirkung auf einen haben. Das führt schon zu meiner These, dass nahezu Alles in sehr großem Format auf den Betrachter wirkt. Im Gegensatz dazu, wirken sehr kleine Formate lange nicht so ausgeprägt.
Spannend finde ich aber in dem Zusammenhang doch die Größe. Wer schonmal Passfotos in 2m Höhe gesehen hat, muß zugeben, das selbst diese eine Wirkung auf einen haben. Das führt schon zu meiner These, dass nahezu Alles in sehr großem Format auf den Betrachter wirkt. Im Gegensatz dazu, wirken sehr kleine Formate lange nicht so ausgeprägt.
#69Report
4 days ago
#069: ''Persönlich finde ich es am Besten, wenn das Design sich einfach zurück nimmt und man es gar nicht wahrnimmt, damit die Bilder für sich alleine sprechen.''
Klaro, das Ist das Ideal des souveränen Konsumenten. Und gilt auch mit Blick auf Ausstellungskuratoren, Designer von Alltagsgegenständen, Mode- und Webdesigner und viele andere verwandte Berufe. Aber es will eben jeder sich mit seiner Gestalterpersönlichkeit hervortun. Und außerdem spielt dann wieder Geld eine Rolle, die Unauffälligen kriegen eher weniger Aufträge, obwohl sie womöglich die angemessensten bzw. zurückhaltend elegante Lösungen realisieren. Die auffällige Optik des Designs ist eben auch Teil des konkurrierenden, innovativen Chic geworden.
Klaro, das Ist das Ideal des souveränen Konsumenten. Und gilt auch mit Blick auf Ausstellungskuratoren, Designer von Alltagsgegenständen, Mode- und Webdesigner und viele andere verwandte Berufe. Aber es will eben jeder sich mit seiner Gestalterpersönlichkeit hervortun. Und außerdem spielt dann wieder Geld eine Rolle, die Unauffälligen kriegen eher weniger Aufträge, obwohl sie womöglich die angemessensten bzw. zurückhaltend elegante Lösungen realisieren. Die auffällige Optik des Designs ist eben auch Teil des konkurrierenden, innovativen Chic geworden.
#70Report
4 days ago
Marcello Rubini
"Aber es will eben jeder sich mit seiner Gestalterpersönlichkeit hervortun."
Jein, nicht unbedingt. Es gibt in allen Branchen Menschen, die zu einem Ergebnis stets nur ihren Beitrag leisten sollten. Der bessere Fußballtrainer ist nicht der, welcher sich nach einem Sieg über den Rasen tragen, sondern derjenige, dessen Arbeit sich im anschließenden Erfolg messen lässt. Als eben der neben der Mannschaft wichtigste Faktor des Ganzen.
So nach Möglichkeit ebenso der Designer eines Bildbandes. Auch hier spricht nun mal einiges dafür, sich in seiner Arbeit etwas zurück zu nehmen, einfach Bestandteil des Ganzen zu sein. Das Foto ist schließlich von primärer Wichtigkeit. Daneben in aller erster Linie nur der Fotograf.
"Aber es will eben jeder sich mit seiner Gestalterpersönlichkeit hervortun."
Jein, nicht unbedingt. Es gibt in allen Branchen Menschen, die zu einem Ergebnis stets nur ihren Beitrag leisten sollten. Der bessere Fußballtrainer ist nicht der, welcher sich nach einem Sieg über den Rasen tragen, sondern derjenige, dessen Arbeit sich im anschließenden Erfolg messen lässt. Als eben der neben der Mannschaft wichtigste Faktor des Ganzen.
So nach Möglichkeit ebenso der Designer eines Bildbandes. Auch hier spricht nun mal einiges dafür, sich in seiner Arbeit etwas zurück zu nehmen, einfach Bestandteil des Ganzen zu sein. Das Foto ist schließlich von primärer Wichtigkeit. Daneben in aller erster Linie nur der Fotograf.
#71Report
4 days ago
Norbert Hess
In der Architektur oder im Produktdesign spricht man da ja gerne von "Form follows function". Man kann sich an Deinen Fotobüchern auf jeden Fall ein gutes Beispiel nehmen. Fast keine leeren Seiten und die Fotos nehmen 70-100% der einzelnen Seiten ein. Also genau das, wofür man ein Fotobuch kauft, macht den Großteil des Produktes aus das man in den Händen hält. So sollte es doch sein.
Es gibt nur sehr wenige Bücher, die über sehr ausgefallene, originelle Designs und Designelemente einen Mehrwert hinzufügen. Aber es gibt sie. Wenn das Design so einen außergewöhnlichen Rahmen schafft, dass der Genuss der Fotos sogar mehr Spaß macht und einen schöneren Rahmen erhält als ohne, hat es für mich auch wieder seine Berechtigung und dann hat auch jemand mit Fokus auf das Design sich Gedanken gemacht und sich Mühe dabei gegeben die schöne Präsentation der Fotos zu unterstützen.
eckisfotos
Die Angst vor "Bilderklau" als Grund für kleine Fotos kann ich als Gedankengang sogar nachvollziehen. Wäre es dann aber nicht konsequenter und ehrlicher, das mit den Fotobüchern dann vielleicht einfach ganz zu lassen, statt unbedarften Käufern mit einem optisch schön großen Buch und einem sehr ansprechenden Cover für Briefmarkenfotos im inneren viel Geld aus der Tasche ziehen zu wollen?
Vielleicht ist es aber auch als Qualitätsmerkmal gedacht. Wenn man an die ganz gehobene Küche denkt, kann der von einer möglichst ausgefallenen Speise bedeckte Teil eines riesigen, weissen Tellers auch nicht klein genug sein.... ;-)
So nach Möglichkeit ebenso der Designer eines Bildbandes. Auch hier spricht nun mal einiges dafür, sich in seiner Arbeit etwas zurück zu nehmen, einfach Bestandteil des Ganzen zu sein. Das Foto ist schließlich von primärer Wichtigkeit. Daneben in aller erster Linie nur der Fotograf.
In der Architektur oder im Produktdesign spricht man da ja gerne von "Form follows function". Man kann sich an Deinen Fotobüchern auf jeden Fall ein gutes Beispiel nehmen. Fast keine leeren Seiten und die Fotos nehmen 70-100% der einzelnen Seiten ein. Also genau das, wofür man ein Fotobuch kauft, macht den Großteil des Produktes aus das man in den Händen hält. So sollte es doch sein.
Es gibt nur sehr wenige Bücher, die über sehr ausgefallene, originelle Designs und Designelemente einen Mehrwert hinzufügen. Aber es gibt sie. Wenn das Design so einen außergewöhnlichen Rahmen schafft, dass der Genuss der Fotos sogar mehr Spaß macht und einen schöneren Rahmen erhält als ohne, hat es für mich auch wieder seine Berechtigung und dann hat auch jemand mit Fokus auf das Design sich Gedanken gemacht und sich Mühe dabei gegeben die schöne Präsentation der Fotos zu unterstützen.
eckisfotos
Die restlichen weißen Flächen erklären sich wohl so, dass einzelne Künstler entweder Angst vor Bilderklau haben oder den Betrachtern die Werke nicht in maximal möglicher Größe zumuten wollen. Das ist berechtigt - sage ich als jemand, der zu seinem Banausentum steht.
Die Angst vor "Bilderklau" als Grund für kleine Fotos kann ich als Gedankengang sogar nachvollziehen. Wäre es dann aber nicht konsequenter und ehrlicher, das mit den Fotobüchern dann vielleicht einfach ganz zu lassen, statt unbedarften Käufern mit einem optisch schön großen Buch und einem sehr ansprechenden Cover für Briefmarkenfotos im inneren viel Geld aus der Tasche ziehen zu wollen?
Vielleicht ist es aber auch als Qualitätsmerkmal gedacht. Wenn man an die ganz gehobene Küche denkt, kann der von einer möglichst ausgefallenen Speise bedeckte Teil eines riesigen, weissen Tellers auch nicht klein genug sein.... ;-)
#72Report
3 days ago
Erst einmal: Ich bin gerührt, dass es hier Menschen gibt, die sich Gedanken machen, wann ich antworte/schreibe. Danke an PanTau88 und PetersPhotos
Auch wenn es vielleicht (??) ein wenig off topic ist: Die Frage, wer denn eventuell für "schlechte" Gestaltung verantwortlich ist, die finde ich interessant. Besonders falls Fotobücher mit Werken verschiedener Künstler zusammengestellt werden - aber auch wenn es um das Werk nur eines Künstlers geht, muss man vielleicht auch zusätzlich die Frage stellen, wer denn die Bilder überhaupt auswählt und nach welchen Gesichtspunkten. Beim Design selbst stellt sich die Frage nach den Gesichtspunkten ebenfalls. Ist es konsumentenfreundlich, wie es Marcello Rubini vermutet oder erhofft oder mehr im Sinne des Fotografen?
Hierzu etwas, was mir passiert ist mit einem Foto aus dem Themengebiet "populäre Wissenschaft":
Ein entsprechender Artikel in einem Heftchen sollte mit einem Foto von mir "dekoriert" werden. Ich stellte das Foto kostenlos (da für guten Zweck) zur Verfügung. Da ich etwas Erfahrung im Umgang mit Journalisten und Grafikern habe, stellte ich ausdrücklich die Bedingung, dass das Foto NUR in direktem Zusammenhang mit dem Artikel verwendet werden dürfe und nicht beschnitten werden dürfe. Ihr ahnt es sicher bereits: Das Foto wurde arg beschnitten und - weil es offenbar sehr gut gefiel - als Titelblatt des kleinen Heftchens verwendet (selbstverständlich OHNE Bezug auf den Artikel im Heft). Das gab Ärger, Ihr kennt mich ...
Auch die Organisation, der ich helfen wollte war sauer - auf mich. Ein Jahr später wollten sie allerdings das Foto noch einmal verwenden. Da habe ich dann einfach abgelehnt.
Warum "erzähle" ich das?
Weil die Frage, warum viele Fotobücher "schlecht" sind, vielleicht noch viel tiefer beleuchtet werden muss und die Schuldfrage viele Facetten haben kann.
Auch wenn es vielleicht (??) ein wenig off topic ist: Die Frage, wer denn eventuell für "schlechte" Gestaltung verantwortlich ist, die finde ich interessant. Besonders falls Fotobücher mit Werken verschiedener Künstler zusammengestellt werden - aber auch wenn es um das Werk nur eines Künstlers geht, muss man vielleicht auch zusätzlich die Frage stellen, wer denn die Bilder überhaupt auswählt und nach welchen Gesichtspunkten. Beim Design selbst stellt sich die Frage nach den Gesichtspunkten ebenfalls. Ist es konsumentenfreundlich, wie es Marcello Rubini vermutet oder erhofft oder mehr im Sinne des Fotografen?
Hierzu etwas, was mir passiert ist mit einem Foto aus dem Themengebiet "populäre Wissenschaft":
Ein entsprechender Artikel in einem Heftchen sollte mit einem Foto von mir "dekoriert" werden. Ich stellte das Foto kostenlos (da für guten Zweck) zur Verfügung. Da ich etwas Erfahrung im Umgang mit Journalisten und Grafikern habe, stellte ich ausdrücklich die Bedingung, dass das Foto NUR in direktem Zusammenhang mit dem Artikel verwendet werden dürfe und nicht beschnitten werden dürfe. Ihr ahnt es sicher bereits: Das Foto wurde arg beschnitten und - weil es offenbar sehr gut gefiel - als Titelblatt des kleinen Heftchens verwendet (selbstverständlich OHNE Bezug auf den Artikel im Heft). Das gab Ärger, Ihr kennt mich ...
Auch die Organisation, der ich helfen wollte war sauer - auf mich. Ein Jahr später wollten sie allerdings das Foto noch einmal verwenden. Da habe ich dann einfach abgelehnt.
Warum "erzähle" ich das?
Weil die Frage, warum viele Fotobücher "schlecht" sind, vielleicht noch viel tiefer beleuchtet werden muss und die Schuldfrage viele Facetten haben kann.
#73Report
3 days ago
zu #73, am Rande: ich habe hier nicht vermutet, dass Designer konsumentenfreundlich arbeiten. Sondern geschrieben, dass sie sich in der Regel sachlich bemühen und Profierfahrung haben. Und auch dargelegt, dass sie mit ihrer Arbeit AUCH gestalterische Eigeninteressen haben können.
Faule Typen, Selfmade-Layouter und vor allem den wichtigen Entscheiderkontext habe ich gar nicht thematisiert.
Und dass schlecht bezahlte Leute oft entsprechend schlechte Arbeit machen, ist auch zu diesem Thema ein Allgemeinplatz, an dem ich nicht zweifele.
Faule Typen, Selfmade-Layouter und vor allem den wichtigen Entscheiderkontext habe ich gar nicht thematisiert.
Und dass schlecht bezahlte Leute oft entsprechend schlechte Arbeit machen, ist auch zu diesem Thema ein Allgemeinplatz, an dem ich nicht zweifele.
#74Report
3 days ago
Marcello Rubini. In der Regel sollte der Fotograf sich für ein paar Musterseiten direkt neben den Graphikdesigner setzen. Oder neben die Grafikerin ... Die haben die Wünsche des Künstlers einfach zu realisieren, sonst gar nichts!
Ich hab ja lange in der Werbung gearbeitet. Mit sehr gemischten Erfahrungen. Böses Fazit: in der Regel (klar gibt's Ausnahmen!) wird man nicht Graphiker, weil man so wahnsinnig viel in der Birne hat. Früher konnten die Leute wenigstens noch ordentlich scribbeln. Kann man heute suchen!
Leider können die meisten GAR NICHTS in Sachen Input: weder gut zeichnen noch fotografieren noch mal ne Headline texten. Sogar lesen ist für manche ein Problem. Sie sehen nur Grauflächen. Entsprechend werden völlig absurde Trennungen gesetzt.
Manche sind in der Lage, das angelieferte Material ganz ansprechend auf dem Bildschirm zusammenschieben. Aber frag sie bitte nicht, wer die Futura geschnitten hat! Willy Fleckhaus? Nie gehört. usw.
Ich hab ja lange in der Werbung gearbeitet. Mit sehr gemischten Erfahrungen. Böses Fazit: in der Regel (klar gibt's Ausnahmen!) wird man nicht Graphiker, weil man so wahnsinnig viel in der Birne hat. Früher konnten die Leute wenigstens noch ordentlich scribbeln. Kann man heute suchen!
Leider können die meisten GAR NICHTS in Sachen Input: weder gut zeichnen noch fotografieren noch mal ne Headline texten. Sogar lesen ist für manche ein Problem. Sie sehen nur Grauflächen. Entsprechend werden völlig absurde Trennungen gesetzt.
Manche sind in der Lage, das angelieferte Material ganz ansprechend auf dem Bildschirm zusammenschieben. Aber frag sie bitte nicht, wer die Futura geschnitten hat! Willy Fleckhaus? Nie gehört. usw.
#75Report
3 days ago
Ich halte es für wenig konstruktiv, wieder einen ganzen Berufsstand für inkompetent zu erklären und runterzumachen.
Problematischer finde ich in diesem Bereich die vielen Selfmade-Designer, die hinzugekommen sind, seit PC-Programme das Tun für alle möglich machen. Deren Arbeiten liegen zwar eher wenig in den Buchhandlungen, sind aber schon allgemein sichtbar. Und bei ''Selbstverlagen'' häufiger vertreten. Und die widerum werden oft vom Künstler (eben auch Fotografen) selbst betrieben, incl. Grafik-Design. Da sitzt der Fotograf dann nicht daneben sondern ist es sogar selber.
Problematischer finde ich in diesem Bereich die vielen Selfmade-Designer, die hinzugekommen sind, seit PC-Programme das Tun für alle möglich machen. Deren Arbeiten liegen zwar eher wenig in den Buchhandlungen, sind aber schon allgemein sichtbar. Und bei ''Selbstverlagen'' häufiger vertreten. Und die widerum werden oft vom Künstler (eben auch Fotografen) selbst betrieben, incl. Grafik-Design. Da sitzt der Fotograf dann nicht daneben sondern ist es sogar selber.
#76Report
3 days ago
Für mich ist es keine Frage der Kompetenz, sondern das Problem der Eigenwilligkeit und Abgehobenheit. Ich habe ja auch schon Fotobücher gemacht - für mich selbst mit der Auflage 1, um (z.B. potentiellen Modellen) Bilder ohne PC o.ä. zeigen zu können (also als Art Fotomappe). Für einen solchen Zweck ist es gut, wenn so etwas die Fotos möglichst formatfüllend zeigt. Das läuft letztlich auf "designfrei" hinaus. Das ist ähnlich wie bei Fotokalendern, die ja auch gern vertrieben werden. Das "Design" ist da auch vorgegeben (und auch die Reihenfolge der Monate).
Selfmade-Designer als "problematisch" hinzustellen finde ich auch nicht besonders prickelnd. Ebenso wenig übrigens auch die Behauptung, dass es für jeden Fotografen unbedingt erforderlich wäre, Fotobücher zu konsumieren.
Selfmade-Designer als "problematisch" hinzustellen finde ich auch nicht besonders prickelnd. Ebenso wenig übrigens auch die Behauptung, dass es für jeden Fotografen unbedingt erforderlich wäre, Fotobücher zu konsumieren.
#77Report
3 days ago
#77: Das Problematische des Selfmade-Designs fängt nicht mit dem Hausgebrauch-Design an sondern da, wo es als marktreif eingeschätzt wird. Auflage 1 maßt sich das sicher nicht an.
#78Report
3 days ago
Zitat von PetersPhotos :
Da dies nun schon seit über 20 Jahren am PC stattfindet, verstehe ich die Kompetenz und auch das Engagement, dies so auch in der elektronischen Bildbearbeitung umzusetzen. Wenn man den Umgang mit Grafikprogrammen schon beruflich gewohnt ist und Freude daran hat - klar, daß dies dann auch auf die mittels Kamera erzeugten eigenen Aufnahmen angewandt wird !
Gestern im Klappschrank gefunden zwischen Papieren und Heften von 2009 : Corel Photo Paint 8 .. bringts das noch ?
Ich hab ja lange in der Werbung gearbeitet. Mit sehr gemischten Erfahrungen. Böses Fazit: in der Regel (klar gibt's Ausnahmen!) wird man nicht Graphiker, weil man so wahnsinnig viel in der Birne hat.
Da dies nun schon seit über 20 Jahren am PC stattfindet, verstehe ich die Kompetenz und auch das Engagement, dies so auch in der elektronischen Bildbearbeitung umzusetzen. Wenn man den Umgang mit Grafikprogrammen schon beruflich gewohnt ist und Freude daran hat - klar, daß dies dann auch auf die mittels Kamera erzeugten eigenen Aufnahmen angewandt wird !
Gestern im Klappschrank gefunden zwischen Papieren und Heften von 2009 : Corel Photo Paint 8 .. bringts das noch ?
#79Report
3 days ago
Marcello Rubini. Während ich ganz konkrete Beispiele brachte, warum ich viele – beileibe nicht ALLE! – Grafiker kritisiere, kommst du wieder mit simplen Allgemeinplätzen.
Lass uns doch mal tauschen, Marcel – und DU suchst nach konkreten Beispielen. Vielleicht hab ich ja eine Menge übersehen? Oder magst du alles, was GrafikerInnen produzieren?
Lass uns doch mal tauschen, Marcel – und DU suchst nach konkreten Beispielen. Vielleicht hab ich ja eine Menge übersehen? Oder magst du alles, was GrafikerInnen produzieren?
#80Report
Topic has been closed










Das stimmt wohl. So wie in viel zu leeren Fotobüchern, kommt diese Gestaltung auch in Ausstellungen vor, weshalb ich in entsprechenden Fotobüchern auch genau die Nachahmung eines solchen Galerie-Looks annehme.
Die geringe Inanspruchnahme der Ausstellungsräume durch die Exponate mutet manchmal wie absurde Platzverschwendung an. Riesige Räume, weiss gestrichen, nur ein Foto in 30x40cm an jeder Wand und daneben ein kleiner Text in Arial 12. Im üblichen Betrachtungsabstand alles ungefähr so groß, als würde man einen Ausstellungskatalog in A5 oder A6 anschauen. Die meisten Ausstellungen dieser Art werden im Computermodell oder auch im kleinen Maßstab als Pappmodel bewusst vorher genau so konzipiert.
Vermutlich bin auch ich da zu sehr Kunstbanause und zu sehr Laie, um die starke Wirkung sehr kleiner Bilder in sehr großen Räumen erkennen und wertschätzen zu können, zumal wenn man aufgrund anderer Ausstellungsbesucher auch nicht alleine davor stehen kann. Aber ich finde das dann auch ganz ok so und möchte den intellektuellen Zugang, der dieses Vorgehen richtig und logisch erscheinen lässt, vielleicht auch lieber gar nicht haben. Da bin ich ganz gern Banause und denke mir über die Damen und Herren meinen Teil, die mit dem Sektchen in der Hand und dem wehenden Schal über der Schulter wichtig durch die 99prozentige Leere ihrer minimalistischen Ausstellung schweben...
Für mich können die Fotos in einer Ausstellung gar nicht groß genug sein. Dafür gehe ich schließlich hin, so wie man früher für die ganz große Leinwand ins Kino ging. Aber vielleicht ist das auch ein Grund für die kleinen Fotos in manchen Fotobüchern. Weist das Exponat in der Ausstellung schon nur A3- oder A4-Format auf, muss es im Katalog natürlich auf einer weitgehend weissen Seite A6 sein, sonst bräuchte man ja gar nicht mehr in die Ausstellung zu gehen..... Aber ein Glück ist das in meinen Stamm-Fotomuseen nicht sehr häufig so, dass man nur Minifotos zeigt und die entsprechenden Begleitbücher sind i.d.R. auch so, wie man es sich vorstellt.