Zusammenarbeit mit Fotografen erwünscht :-) 19

5 months ago
Hallo Zusammen,
ich hatte mittlerweile schon einige Fotoshooting gemacht und organisiert, trotzdem würde mich mal gerne interessieren wie andere Fotografen ein Fotoshooting handhaben.
Geht es Euch auch so ? Seid ihr neugierig wie andere es machen und denkt so wie ich, dass man dabei was lernen könnte?

Wer von Euch hätte Interesse an einer Zusammenarbeit ? Vllt ein Modelharing usw.

Schönen Gruß aus Oberfranken,
Paul
5 months ago
Mich interessiert es nicht, wie andere fotograf'innen ihre fotosessions organisieren.
Aus den texten zu den fotosessions der unterschiedlichen fotograf'innen zeigt sich, daß es ganz unterschiedlich sein kann, von: "keine langen vorgespräche - laß und loslegen" bis zu meiner präferenz, daß ich ein neues modell normalerweise erstmal ohne kamera treffe, damit beide einen kleinen 3-d eindruck voneinander bekommen können. Dabei erfahre ich etwas aus dem leben und den vorlieben meines modells und zeige auch etwas aus meinem leben.
Es entsteht eine kleine persönliche verbindung, die ich für eine zusammenarbeit schätze.
Die fotosession selber wird vermutlich auch sehr unterschiedlich ablaufen, von genauen, milimetergenauen vorgaben für das posing bis zu relativer freilassung, je nachdem, was der/die fotograf'in möchte und ob es allein sein/ihr "werk' ist oder eine gemeinschaftsarbeit. Und vermutlich ist auch noch von bedeutung, ob es eine pay- oder tfp fotosession ist.
Ist es das was du dich interessiert - oder willst du den genauen ablauf einer fotosession wissen?
5 months ago
Grundsätzlich ist ein Workshop oder Modelsharing eine gute Idee. Ob und was man dabei lernen kann, hängt auch sehr von den Beteiligten ab, je nachdem wie die Arbeitsweisen sich unterscheiden ... so wie martha-ka es gerade ausführlicher beschrieb. Das wäre in etwa auch mein neuer Weg - im Gegensatz zu meiner bisherigen Vorgehensweise.
Viel Erfolg und schöne Grüße aus Oberbayern !
#4
5 months ago
Mir geht es nicht darum Leute mit gleichen Hobby zu finden und mich über Fotografie zu unterhalten, eher darum andere Fotografen "live in action" zu sehen und es zu sehen wie die das in "Echtbetrieb" machen, egal ob TfP oder

Zum Beispiel wenn ich auf einer Hochzeit eingeladen bin, da beobachte ich sehr oft den Fotografen und schaue ihm bei der Arbeit zu. Da habe ich mir sehr oft (natürlich nicht immer) was "abgeschaut" oder was gelernt (Gestik, Art der Kommunikation, flotte lustige Sprüche, manchmal lustige Zeichen). Das hat immer eine andere Wirkung als in irgendeine Forum zu fragen "Wie macht ihr das", denn da kommen immer wieder die gleichen Antworten und Coach-Sprüche aus den YouTube Videos, von Leuten die alles besser wissen.

Sehr oft berichten auch die Models, dass besondere Shootings in Erinnerung geblieben sind und bei anderen sich nicht wohl gefühlt haben - das ist aber schwer zu beschreiben warum und wieso.
loerning by doing, nicht abkupfern
5 months ago
@ PaulPicX
... egal ob tfp oder pay :
Wenn pro Minute ein € meinen Geldbeutel verläßt, shoote ich schon mal anders als wenn das 15 oder 20 Cent wären, weil Ersteres summiert sich bei einem dreistündigen Shooting auf 180 € und Zweiteres auf 27 bzw. 36 €. Gibt man also insgesamt 200-250 € aus der Hand oder eben 40 oder 50 € ? Während das Eine ein sorgfältiges und ruhiges Arbeiten sichert, provoziert das Andere geradezu , pro € auch mindestens eine Auslösung zu erzielen oder vielleicht sogar 2 oder 3.
... Wohlfühlen und besondere Shootings :
Klar, das ist sehr unterschiedlich, vielleicht war das Eine sogar langweilig, weil nicht herausfordernd genug, das Andere aber zu anstrengend. Warum und wieso ... lassen hier zu viele Möglichkeiten offen.
5 months ago
@Hans Lastin u. Ljuba Miller ( Ljuba Chefin ).
Ich kapiere nicht, warum Du hier das negativ belegte "Abkupfern" in's Spiel bringst. War deine Chefin bei dieser Meinungsbildung anwesend?
Learning by doing ist sicherlich okay, aber Erfahrungen durch Beobachten zu sammeln hat bestimmt auch seine positiven Seiten. Setzt Du dich dann mit dem kritisch auseinander, was du beobachtet hast, dann bist du kreativ. Dass sind allgemeine vernünftige Praktiken. Zumindest, wenn du persönlich akzeptierst, noch etwas dazulernen zu können. Als reinrassiges Alphatierchen wäre diese Worte aber vergleichbar mit den berühmten Perlen ... Ich wette, dass du zumindest in deinen Anfangsjahren auch einiges Nützliches von deinen Eltern "abgekupfert" hast.

Persönlich halte ich es eher so wie martha-ka. Früher ein Treffen vorm Shoottermin in einem Kaffee. Nachdem das geschlossen wurde gibts den Kaffee oder Tee bei mir.
Jeder Fotograf hat seinen eigenen Workflow und jeder Mensch ist anders.
Oder anders formuliert, was nützt es dir, wenn du weißt wie ein anderer Fotograf arbeitet, aber das Model mit der Arbeitsweise bzw. Denke nicht klar kommt.
Du musst dich immer auf die aktuelle Situation einstellen können, sei es der Mensch, das Wetter, der Umstand an sich, ob du dafür Geld bekommst, Geld bezahlst oder es einfach aus Spaß an der Freude machst.
learning by doing, aber manche lernts nie
5 months ago
Sehe ich auch so! Seid wie Ihr seid und versucht nicht wie andere zu sein. Das beste ist, man ist authentisch. Gilt für die meisten Bereiche im Leben.
Beobachten ist trotzdem immer gut und sicher kann man auch etwas für sich aus diesen Beobachtungen lernen. Ich würde dann aber nicht andere Fotoshootings empfehlen. Seht Euch im Alltag um! Wer bringt warum Menschen zum Lachen, Weinen oder zu anderen Emotionen.
Gute Schauspieler lernen nicht vom ansehen fremder Theaterstücke, sondern vom beobachten der Dinge im Alltag.
Beste Grüße und ein schönes Wochenende
#12
5 months ago
Such Dir doch einfach jemanden, dessen Arbeiten Du gut findest und frag' einfach, ob Du mal bei einem Shooting assistieren kannst.
5 months ago
Ich veranstalte ja recht häufig Modelsharings in Oberfranken ... ;)
...
Gute Schauspieler lernen nicht vom ansehen fremder Theaterstücke, sondern vom beobachten der Dinge im Alltag.
...

Gute Schauspieler lernen vor allem im Zusammenspiel mit noch besseren Schauspielern. ;)

Auch denke ich nicht, dass man bei einem Workshop genau das lernt, was der TO möchte, denn dies ist dann keine übliche Shootingsituation (es sei denn, es handelt sich um ein Einzelcoaching).
Auch das (durchaus negativ gemeinte) angesprochene "Abkupfern" ist in der Kunst durchaus üblich. Selbst Picasso kopierte andere Meister, bevor er selbst zu einem wurde.

Wieauchimmer: Persönlich scheue ich andere Fotografen (gerade hier in der MK) wie der Teufel das Weihwasser. :)
In der Hauptsache liegt dies daran, dass ich andere Fotografen als Divenhafter kennengelernt habe, als es Models nachgesagt wird. Diese Alleskönner und Immereinmischer glaubten auch immer erläutern zu müssen, warum man so arbeiten MUSS und alles andere ja völlig Amateurhaft ist.

Dies mag durchaus sein, aber meine Bilder funktionieren für mich (und auch andere wie es scheint) und da ich mich kaum als Profi etablieren will, kann ich gelassen meine eigenen Bilder und Shootings analysieren und im Zweifel ändern, wenn mir etwas missfallen hat.

Fotografen, welchen ich folge (Werdegang, Arbeitsweise, etc.) sind leise und allesamt nicht in der MK. Allerdings verfolge ich diese Fotografen aufmerksam und interessiert.

tl:dr
Ich fasse lieber selbst mal auf die Herdplatte, um zu sehen ob sie heiss ist. Manche Fehler muss ich einfach selbst machen, um sie wirkungsvoll auszumerzen. Das o.a. "Leraning by doing" halte ich also für den wirklich besten Rat.

P.S.: Ich halte es auch bei mir für schwierig "mein" Aktmodel zu fragen: "Darf der zugucken, der tut auch nix." (sofern überhaupt jemand erwägen würde nach meiner Arbeitsmethode zu fragen).
5 months ago
Ich shoote gerne mit anderen Fotografen zusammen. Ich finde den Arbeitsmodus sehr entspannt "einer fotografiert, einer assistiert" und dann wird abgewechselt.
Ich finde auch andere Arbeitsteilungen praktisch: Einer organisiert das Modell, einer die Location. Hier im MK-Forum habe ich jemanden kennengelernt, mit dem das in der Vergangenheit gut geklappt hat.
Am Montag habe ich wieder so ein Doppelshoot mit Luftakrobatik und Pyrotechnik, auf das ich mich sehr freue.

Das größte Problem bei der Zusammenarbeit finde ich, einen gemeinsamen Termin zu finden und die Orga auf die Reihe zu bekommen. Das zweitgrößte ist dann das Modell dazu zu bewegen.

Sollte tatsächlich jemand Bock haben: Ich suche manchmal relativ spontan Mitstreiter zum Reflektorhalten, meistens in der Nähe von Frankfurt.
5 months ago
Ich sehe 2 Möglichkeiten dafür:
- Assistenz
- Einzel-"Coaching" (wobei das bei mir zielgerichteter ist und deshalb Teaching heißt). Da hatte ich erst neulich jemandem, dem es (auch) zentral darum ging, zu sehen wie ich mit dem Model arbeite. Das alleine ist allerdings nicht so hilfreich, wenn es nicht mit einem konkreten individuellen Lernziel kombiniert wird - denn es muß wie erwähnt auch zum eigenen Stil passen.
5 months ago
Danke für die rege Beteiligung und die vielen Antworten.

Ich dachte auch an ein Einzelcouching, allerdings ist mittlerweile nicht mehr so einfach den richtigen Coach zu finden. In den heutigen Zeiten fühlen sich viele zum Coaching berufen, bin in der Hinsicht eher konservativ und habe einen hohen Anspruch an einem Coach :-)
Werde demnächst einen Fotoworkshop machen, schauen wir mal wie das wird.

Hier wurde des Öfteren erwähnt, dass man seinen eigenen Weg gehen sollte und sich nichts bei anderen abschauen : das sehe ich auch so. Aber beim Assistieren und beobachten fällt einem positive Sachen und auch negative Sachen - deswegen ist meiner Meinung der schnellste Weg was zu lernen :-)
5 months ago
Es gibt auch sehr viele Videotutorials zum Thema Studioworkflow, ich habe eines von Krolop & Gerst gesehen. Da fing es an bei der schriftlichen Planung der einzelnen Sets bis zur Durchführung und Umgang mit dem Model. Eine Forderung z.B. lautete, dass das jeweilige Lichtsetup schon eingemessen sein sollte, bevor das Model aus dem Schminkraum kommt ... dann ist es auch eine Kunst, klar und deutlich zu formulieren, was man gerne an Mimik und Posing hätte, am besten hat man ein Mood Board auf einem Tablet zur Hand.

Wenn ich allerdings mit anderen Bildbearbeitern mit Kamera zusammenarbeite (was ich ständig tue), also Leuten, die vom Shoot nur wenige Bilder, dafür aufwändig bearbeiten, dann fällt mir auf, wie wenig nach Textbook das abläuft. Da ist es egal, ob die Belichtung eine halbe Blende variiert oder ob ein Streiflicht etwas dunkler als das andere ist. Man entwickelt ein Posing mit dem Model nach ihren/seinen Fähigkeiten und was zu ihr/ihm passt. Wenn das geschafft ist, macht man dann 5-10 Bilder und wendet sich der nächsten Idee zu.

Also muss man sich bei der Auswahl eines Coaches vorher klar werden, was man von ihm erwartet. Technik oder Künstlerisches. Früher zu Analogzeiten musste man sorgfältig vorgehen und alle Blitze einmessen, bevor man loslegte. Heute kann man experimentieren. Mein Belichtungsmesser staubt irgendwo in einer Ecke vor sich hin ...

Im Idealfall lernt man nicht, wie der Coach fotografiert, sondern findet heraus, wie man selber tickt. Ich habe z.B. lange gebraucht bis ich mich daran gewöhnt habe, jemanden verbal anzuleiten, lange Korrekturphasen zu vermeiden, weil die irgendwann verwirren oder frustrieren, sondern eine positive Stimmung zu schaffen.

Topic has been closed