Welcher Scanner für Kleinbildnegativ? 24

4 months ago
Wie vermutlich viele andere hier, die älter als 29 sind ;o) , habe ich einen großen Fundus an Kleinbildnegativen. Gerne würde ich einige dieser Schätz digitalisieren und bräuchte dafür einen Scanner. Wer kann mir ein gutes Gerät empfehlen? Das Bildmaterial ist überwiegend mit Leica-Hardware entstanden, daher wäre mir die Qualität auch ganz wichtig.
4 months ago
Diese Webseite könnte ganz nützlich für dich sein:
https://www.filmscanner.info/Filmscanner.html
4 months ago
Ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit meinem Reflecta ProScan 7200 (heute 10000 oder so), wurde auf der filmscanner.info-Seite sehr positiv besprochen und wegen des Silverfast-Bundlepreises auch bei Scandig gekauft. Qualitativ ist an dem Gerät alles super, ich habe gerade wieder die Lockdown-Zeit genutzt meine kompletten Jugendsünden einzuscannen, vor einem Jahr Großvadderns Negativsammlung. Bei so viel Material würde ich mir heute höchstens überlegen ob ich nicht lieber einen Scanner mit automatischem Einzug holen würde - sofern das Feature auch von Silverfast unterstützt wird, denn die Qualität der Silverfast-Scans ist (trotz etwas behäbiger Handhabung) Welten vom Standardtreiber entfernt. Ich würde ein Bundle mit Silverfast SE Plus empfehlen, ich mag die Multiexposure-Funktion, die fehlt in der nicht-Plus Version.
Kurzum, die Reflecta-Scanner sind schon sehr in Ordnung, Nikon Coolscans gibt's leider nur noch zu Mondpreisen und man müsste sich einen 15 Jahre alten Rechner dafür aufsetzen... naja, und dann kommt bis Hasselblad Flextight eigentlich nichts mehr. Mit denen habe ich früher im Job gescannt, klar kommt da sonst nix ran, aber zumindest finde ich den Unterschied zwischen Reflecta und Flextight ganz sicher keine 12000 Euro wert... während der Unterschied zwischen Reflecta und Flachbettscanner ziemlich offensichtlich ist.
4 months ago
Ich nutze einen Reflecta ProScan 4000. Der hat einen automatischen Einzug und mit den Ergebnissen bin ich zufrieden. Ich nutze allerdings VueScan und nicht Silver (ist mir zu umständlich). Läuft perfekt.

Nikon Coolscans sind ein wenig besser. Einen Scanner bei Calumet mieten ist keine Option für Dich?
4 months ago
Ganz unkonventionell geht es auch so:

Mehr dazu hier:
http://photoanalog.blogspot.com/2018/09/make-frames-of-standard-8-super-8.html
(Ein Vergrösserer mit einem guten Objektiv ist Voraussetzung.)
(Scanning natürlich im Dunklen ;-)
4 months ago
Wie wärs mit einer Digitalkamera mit Makro-Objektiv?
https://youtu.be/RJGpdoH6taQ
oder
https://youtu.be/wcL_TrOATR0
Nikon hatte die Coolscanner im Angebot, schöne Teile.
Meiner, der LS40, funktionierte wunderbar ... nur zwei Dinge störten: der USB-1-Anschluss war irgendwann nicht mehr zeitgemäß und zweitens, die Antistaubkorrektur (wirklich toll!) benutzte Infrarot ... außer man benutzt silberhaltige Filme, also praktisch alle sw-Filme.
Ansonsten nicht wundern ... so doll waren die Filme damals nicht. Und ganz schön körnig.
4 months ago
Neulich war übrigens hier in der Nachbarschaft (nebenan.de) eine Anzeige "Alter Scanner zu verschenken"... ratet mal was das für einer war, und natürlich haben schon Sekunden später 4 Leute "ahnungslos" Interesse bekundet. Ich konnte es nicht übers Herz bringen der Dame ein paar Links zu ebay-Angeboten zu zeigen, aber ich wär fast gestorben...
4 months ago
Nahezu alle Bilder, ich fotografiere fast komplett auf Film, sind mit einem EPSON V850 gescannt. Kleinbild und MF.. An Software nutze ich Vuescan und das Plugin Colorperfect...
4 months ago
Aus eigener Erfahrung: für S/W-Negative ganz entscheidend ist eine gute Scan-Software, die manchen preisgünstigen Film-Scannern beigefügte Scan-Software führt da durchaus manchmal zu unbrauchbaren Ergebnissen.

Wichtig ist auch eine gute Fähigkeit von Scanner und seiner Software, mit kleinsten Fusseln und kleinsten Kratzern umzugehen.

Man wundert sich, was manche Labore an Kratzern auf Farbnegativen hinterlassen, die bei Vergrößerungen nicht auffallen, weil die Technik des Ausbelichters oder Printers das sehr gut korrigiert, die aber bei hochauflösenden Scans einen in den Wahrsinn treiben können.

"Vuescan"... okay, meine Erfahrungen damit sind knapp 20 Jahre alt. Damals war meine Erfahrung: Vuescan beruht auf Java und war damals jedenfalls in der Lage, auch einen Hochleistungs-PC gnadenlos in die Knie zu zwingen. Während Vuescan eine viertel Stunde scannte, ging sonst nichts. Und aufgehängt hat sich Vuescan auch gerne mal.
"Silverfast" fand ich damals um Welten besser.
4 months ago
Nicht nur dass VueScan so ziemlich jeden veralteten und aktuellen Scanner anspricht, somit auch die alten Nikon-Scanner problemlos innerhalb von Sekunden zum Leben zu erwecken sind, diese Software hat noch einen weiteren unschätzbaren Vorteil: es können DNG-Daten erstellt werden.
Damit ist es möglich, seinen von LR oder ACR gewohnten RAW-Workflow 1:1 zu folgen.

Für ALLE Scanner (Film, Flachbett) benötigt es nur eine einzige Software, diese läuft flüssig, Abstürze sind unbekannt, und für $ 80 bekommt man lebenslang Updates.
Scannerherz, was willst du mehr?!
4 months ago
@elliz
Für ALLE Scanner (Film, Flachbett) benötigt es nur eine einzige Software, diese läuft flüssig, Abstürze sind unbekannt, und für $ 80 bekommt man lebenslang Updates.
Scannerherz, was willst du mehr?!

Wie gesagt: daß es keine Abstürze gibt, kann ich nicht bestätigen. Als ich sie ausprobierte, war die Software praktisch eigentlich unbrauchbar.

Ob sich das inzwischen geändert hat: kann man ggf. ja ausprobieren. Für Nikon-Scanner gibt's Silverfast, für Linotype auch. Was will man mehr?

(Ach ja, nur am Rande: die empirischen Werte sind naturgemäß begrenzt, denn wer hat schon praktische Erfahrungen mit ein paar 1000 Scannern - aber...

Ich habe mit insgesamt fünf Canon-Scannern zu tun gehabt. Einem Filmscanner, 2700FS hieß der, glaube ich, und vier verschiedenen Canon-Flachbettscannern.

Die Scan-Einheit des Filmscanners - damals Preis des Scanners ca. 1400 DM - war nach etwa 500 Scans irreparabel kaputt, wirtschaftlicher Totalschaden.

Die vier Flachbett-Scanner gingen alle so nach ~~~ ein bis zwei Jahren über den Jordan. Wie gesagt: das ist nicht zwangsläufig repräsentativ, aber nachdem auch noch ein Canon-Laserdrucker und ein Canon-Tintenstrahler sich durch eine ziemlich kurze Lebensdauer auszeichneten*, habe ich beschlossen, fürderhin um Canon-Hardware einen großen Bogen zu machen...)
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*) Nikon Coolscan ... scannt und scannt und scannt

Kyocera Drucker FS-1041 ... (das ist ein kleiner Tischdrucker, nicht so ein Monster-Büroteil) ... die Bildtrommel soll bis zu 100.000 Drucke aushalten. Könnte sein, daß ich das erreiche, jedenfalls haut das Ding seit etwa drei Jahren jeden Monat im Schnitt so ungefähr 1800 Seiten raus. Ohne jedes Gemucker, und jedes Mal, wenn er anzeigt "Tonerstand noch 10%", schließe ich Wetten mit mir selber ab, ob er damit noch 250 Seiten schafft oder "nur" 200...
Die Druckqualität ist super, und die Druckkosten pro Seite sind lächerlich gering.
4 months ago
Wichtiger als das damalige Aufnahmegerät ist das Filmmaterial

Farbdias von 1941 konnte ich noch gut einscannen zwar blass aber mit viel Details
in den 70er das genau Gegenteil viel komische Farbe aber keinerlei Details
Aus einem Kontaktabzug SW Papierbild von 1925 kann man oft mehr herausholen als man auf dem Bild sieht
4 months ago
Ich habe VueScan damals auch intensiv getestet, weil so'ne Silverfast-Lizenz teuer ist, und kam leider zu dem Schluss daß die Ergebnisse eindeutig für Silverfast sprechen - glaubt mir, ich schmeisse nicht sooo gerne Geld raus. :) Aber ich fand VueScan auch von der Handhabung etwas nerdig...
Was Flachbett-Scanner angeht, kommt bei Kleinbild leider nicht annähernd an Filmscanner ran, die Glasscheibe scheint da ein unüberwindbares physikalisches Hindernis zu sein. Für 120er reicht mir Flachbett allerdings dicke. Und dafür reicht auch mein CanonScan 9000F, war damals ein Drittel des Preises eines Epson V850 und liefert dieselben Ergebnisse. Toms Erfahrungen mit Canon kann ich bei diesem Scanner zwar nicht nachvollziehen - der werkelt seit 8 Jahren - würde mich aber ansonsten nicht wundern, von Canon-Druckern bin ich auf ewig gebrannt.
4 months ago
Aber ich fand VueScan auch von der Handhabung etwas nerdig ...

Ich auch … bis ich Silverfast kennenlernte.
:-)
4 months ago
@Tom
@elliz

VueScan ist easy, keine Abstürze, schnell und der Rechner wird kaum beansprucht. Und jedes neue Betriebsystem kann mit jedem Scanner arbeiten.
4 months ago
Nachtrag

Silver Fast mag etwas besser sein, aber die Software ist mir zu komplex.

VueScan in Kombination mit Negative Lab Pro für Lightroom liefert schnell realistische Ergebnisse. Auch bei abgelaufenen Diafilmen... beide Programme kann man kostenlos testen.
4 months ago
Uff... mal so eben $99 für ein Plugin das Negativ in Positiv umwandelt tut aber auch ganz schön weh. Ansonsten, VueScan oder Silverfast, jeder wie er will... SF liefert mir die beste Qualität und ich find's simpel in der Nutzung, also empfehle ich's wenn man mich fragt. Hauptsache nicht die mitgelieferte Scansoftware.
4 months ago
Aus meiner Erfahrung haben die meisten Scanner im Amateurbereich ein Problem mit dichten Vorlagen. Das Licht des Scanners dringt einfach nicht durch und man erhält ausgefressene Stellen.

Sofern man keine großen Massen zu verarbeiten hat und deshalb auf einen automatischen Workflow angewiesen ist, kann ich nur empfehlen, die Digitalisierung von Durchsichtsvorlagen, also Dias und Negativen, mit einer digitalen Kamera und Makroobjektiv in Erwägung zu ziehen.

Der Vorteil dieses Weges ist zum einen die deutlich höhere Auflösung, die bessere Schärfe und vor allem die Möglichkeit, nahezu beliebig viel Licht durch die Vorlage schicken zu können. Hinzu kommt, dass ich in Bezug auf die Vorlagengröße in der Regel viel variabler bin.

Ein netter Nebenaspekt: Das Makroobjektiv, ich würde ein 100mm empfehlen, ist auch noch für andere Zwecke einsetzbar.
4 months ago
… mal so eben $99 für ein Plugin das Negativ in Positiv umwandelt …

Wohl war. Zumal der Farb-Negativ-Scan in einer ordentliche Software wie beispielsweise VueScan bereits integriert ist. Das Gehampel, dass uns Gunter Wegner https://gwegner.de/blog/negativ-umwandlung-in-lightroom-mit-dem-negative-lab-pro-plugin/ vorführt, um uns das Plugin schmackhaft zu machen, ist schlicht Panikmache.

In VueScan wird einfach zwischen den Option »Bild – Diafilm – Farbnegativfilm – S/W-Negativfilm – Mikrofilm« gewählt. Fertsch. Weitere Abstimmung innerhalb der Scan-Software bedarf es – entgegen dem unsäglichen Silverfast – kaum. Selbstverständlich kann man bereits in VueScan an den Farben drehen, ist allerdings unnötig. Denn schließlich wirft VueScan DNG-Daten aus, die mit allen RAW-Optionen in LR oder ACR bequem weiter bearbeitet werden.

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