Seriöse Manager für Models 44

3 months ago
Hallo zusammen,

weiß jemand, wo man als Model einen seriösen privaten Manager (Anschreiben von Fotografen, z.B. hier in MK / Planung von Shooting-Reisen) finden kann?

Zum Hintergrund: eine Freundin ist privates Model (inkl. Akt, freiz. Akt, Fetisch), kann aber nur sehr wenig deutsch und hält sich auch nicht für sonderlich gut im Verhandeln / Vermarkten. Sie hat also einen Manager, der für sie Fotografen in ganz Deutschland anschreibt, Konditionen für Shootings aushandelt, und ganze Shooting-Reisen organisiert. Dafür erhält er ca. 30% des Roherlöses.
Mittlerweile ist sie aber sehr unzufrieden mit ihm: er verlangt vollen Zugriff auf ihr WhatsApp und andere Social Media Accounts (um sicher zu gehen, dass sie nicht noch nebenbei mehr Geld macht) und wird sehr ungehalten, wenn etwas schief geht und sie z.B. aufgrund eines ausgefallenen Shootings weniger Geld von einer Shootingreise mitbringt. Ehrlich gesagt, meiner Meinung nach verhält er sich eher wie ein Zuhälter, und nicht wie ein für das Model arbeitender Manager.

Jedenfalls würde sie also gerne den Manager wechseln, sie weiß aber nicht, wo sie einen seriösen Manager finden kann (den jetzigen hatte sie über Kontakte mit einem anderen Model zufällig kennen gelernt). Ich konnte ihr da leider auch nicht weiterhelfen, und eine Google-Suche hat mich auch nicht weiter gebracht. Und ich selber würde auch keinen guten Manager abgeben.
Sie sucht keine kommerzielle Model-Agentur, sondern nur einen privaten Organisator.

Hat von euch jemand einen Tipp, oder sogar einen direkten Draht zu potentiellen Managern?

Vielen Dank im Voraus
Roman
#2
3 months ago
Das hatten wir auch schon überlegt, aber sie will ihre Modeltätigkeit, und geschäftliches generell, lieber nicht mit dem erweiterten Freundeskreis vermischen. Und sie meinte auch, dass ihr niemand von ihren ganz engen Freunden einfallen würde, der dafür geeignet wäre.
3 months ago
Einen konkreten Tip zu geben, ist wohl etwas schwierig .... schau aber mal, wo Events und Sharings angeboten werden. Von der Bedarfsstruktur aus betrachtet geht es um Folgendes :
- Fahrdienst für An- und Abreise zum Bahnhof/Flughafen
- Übernachtungsmöglichkeit und ggfs. auch Shootingraum/Studio
- Hilfe bei Kontaktaufnahme (mit entspr. Sprachkenntnissen)

Theoretisch muß der Sedcardverwalter nur Organisationstalent und Verhandlungsgeschick mitbringen, und wie ein Reisebüro die jeweiligen Transport- und Übernachtungsangebote zusammensuchen, wie wenn es eine Urlaubsreise wäre. Ausfälle und Unwägbarkeiten ... das ist halt immer eine Sache von Angebot und Nachfrage. Hat das Model nur 3 oder 4 Interessenten, oder über ein Dutzend, und müßte eh die Hälfte auf später vertrösten ? Letzterenfalls wäre dann doch schnell Ersatz gefunden ...
Anstelle eines SC-Managers ist es wahrscheinlich besser, mehrere Kontakthelfer regional verteilt zu haben, jeweils für Umkreise bis max. 200 oder 250 km.
3 months ago
Welche Sprachen spricht das Modell? Ich habe da ein anderes Modell hier im Hinterkopf, die nebenbei eine kleine Agentur betreibt. Das wäre evtl. fürs erste ein brauchbarer Kompromiss.
3 months ago
Mittlerweile habe ich eine konkrete Vermutung, wer die Betroffene sein könnte .... ein ganz besonderer Tippfehler in der Ortsangabe für eine der kommenden Touren.
3 months ago
Mein Tipp an das Model: an den unternehmerischen und organisatorischen Dingen arbeiten und deutsch lernen. Wer mit dem Modeln Geld verdienen und unternehmerisch auftreten will, muss auch die Basics eines Unternehmers lernen und wer in einem Land dauerhaft tätig sein will muss die Sprache seiner Kundschaft lernen. Wer das nicht will oder kann, muss es lassen. Und man kann nicht alles sofort, aber alles lernen ;-)
3 months ago
lia_faces hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Nur so ergibt es Sinn.

Frage: Wie macht das Model das eigentlich mit der Versteuerung der Einnahmen? Sie wird ja auch eine - falls sie hier auch lebt, in deutsch verfasste - Steuererklärung ausfüllen müssen. Oder ist das ganze sowieso ein Projekt Schwarzarbeit von einem Model, das aus einem Nicht-EU-Land stammt und hier tätig ist? Denn wenn das der Fall ist, dann sollte jeder, der so einen Managerjob in Betracht zieht, auch die möglichen rechtlichen Konsequenzen für sich selber bedenken.
3 months ago
30% des Roherlöses? Fett! Vielleicht sollte ich umsatteln?
Я говорю по русски и английски!
Aber mal Spaß beiseite, wenn Dein Model wirklich Geld verdienen will/muß, dann managt sie sich selbst.
3 months ago
@Mad :D Wobei das auch Models hinkriegen mit Bruchstücken Englisch und Hauptsprache Russisch.
Vielleicht mal Christiane Schleicher mit ihrer Agentur ansprechen ?
3 months ago
Sie spricht nur englisch sicher genug, um damit Verhandlungen zu führen.
Das war natürlich auch mein erster Rat an sie: deutsch lernen, und die Verhandlungen und Organisation selber machen (und auch das geht ja normalerweise in englisch ganz gut).
Sie macht vieles selbst: Sedcard, Fahrt und Übernachtung organisieren, Abrechnung etc. Nur das Anschreiben von Fotografen, die Verhandlungen, und das Zusammenlegen von Shootings für räumlich und zeitliche Shooting-Reisen würde sie halt gerne Outsourcen; und das kann ich auch gut verstehen, das verlangt schon ein ganz anderes Talent als das Modeln selber.
3 months ago
Offensichtlich kommuniziert sie während der Shootings ja doch auch auf englisch.
Wo liegt da dann das Problem bitte?
Wegen der Grammatik? Der Korrespondenz in Schriftform?
Es fallen doch immer die gleichen Fragen an, wie Zubringerdienste zum Event, Reisemittel, Art und Inhalt der Zusammenarbeit am Set, Dauer, Wahl von Accessoires, Visa etc. Ebenso die Zusammensetzung der Gage.
Das alle kann man doch in wenigen Sätzen so formulieren, dass diese ihre ständige Verwendung finden könnten.
Etwas bequem die Dame oder eben sehr unsicher? Beim letzteren würde sich das aber dann auch wohl zwangsläufig auf die Bild Ergebnisse auswirken...
3 months ago
sie will ihre Modeltätigkeit, und geschäftliches generell, lieber nicht mit dem erweiterten Freundeskreis vermischen. Und sie meinte auch, dass ihr niemand von ihren ganz engen Freunden einfallen würde, der dafür geeignet wäre.

Das ist jedenfalls schon mal eine intelligente Herangehensweise. ;-)

eine Freundin ist privates Model (inkl. Akt, freiz. Akt, Fetisch), kann aber nur sehr wenig deutsch und hält sich auch nicht für sonderlich gut im Verhandeln / Vermarkten. Sie hat also einen Manager, der für sie Fotografen in ganz Deutschland anschreibt, Konditionen für Shootings aushandelt, und ganze Shooting-Reisen organisiert. Dafür erhält er ca. 30% des Roherlöses.


Da sollte sie sich mal mit einem in der Materie versierten deutschen Rechtsanwalt kurzschließen, falls der bisherige Agent in Deutschland sitzt. (Ich mache jetzt bewußt keine Schleichwerbung, aber es dürften gerade den meisten MK-Usern ja einige Anwälte mit diesen Qualifikationen bekannt sein... Mindestens einer.)

Weil: es gibt da so eine kleine Gesetzesvorschrift... Sie nennt sich "Vermittler-Vergütungs-Verordnung" oder auch kurz VermittVergV:

§ 1 Berufe und Personengruppen
Für die Vermittlung in eine Tätigkeit als

1.Künstler, Artist,
2.Fotomodell, Werbetyp, Mannequin und Dressman,
3.Doppelgänger, Stuntman, Discjockey,
4.Berufssportler

dürfen mit dem Arbeitnehmer Vergütungen vereinbart werden, die sich nach dem ihm zustehenden Arbeitsentgelt bemessen.

§ 2 Höhe der Vergütungen
(1) Die Vergütung einschließlich der auf sie entfallenden Umsatzsteuer darf 14 vom Hundert des dem vermittelten Arbeitnehmer zustehenden Arbeitsentgelts nicht übersteigen. Bei der Vermittlung in Beschäftigungsverhältnisse mit einer Dauer von mehr als zwölf Monaten darf die Vergütung einschließlich der auf sie entfallenden Umsatzsteuer insgesamt 14 vom Hundert des dem vermittelten Arbeitnehmer zustehenden Arbeitsentgelts für zwölf Monate nicht übersteigen.
(2) Bei der Vermittlung in Beschäftigungsverhältnisse bis zu einer Dauer von sieben Tagen darf die Vergütung einschließlich der auf sie entfallenden Umsatzsteuer 18 vom Hundert des dem vermittelten Arbeitnehmer zustehenden Arbeitsentgelts nicht übersteigen.

(3) Die nach den Absätzen 1 und 2 zulässige Höhe der Vergütung darf auch dann nicht überschritten werden, wenn der Vermittler bei der Vermittlung mit einem anderen Vermittler zusammenarbeitet.

Mit anderen Worten: mehr als 18 Prozent ist in keinem Fall zulässig, und ich erinnere an einen Thread von RA Daniel Kötz hier in der MK, in dem er davon berichtete, einem Model einen ordentlichen Nachschlag erklagt zu haben...
3 months ago
Sie spricht nur englisch sicher genug, um damit Verhandlungen zu führen.
Das war natürlich auch mein erster Rat an sie: deutsch lernen, und die Verhandlungen und Organisation selber machen (und auch das geht ja normalerweise in englisch ganz gut).

Einerseits ist es immer sinnvoll, die Sprache des Landes zu beherrschen, in dem man lebt. (Wobei nirgends gesagt wurde, wo sie eigentlich lebt...)
Andererseits kommt man im Geschäftsleben in bestimmten Branchen auch mit Englisch gut durch.

Ich sehe einen kleinen Widerspruch zwischen "sucht einen privaten Organisator" und "mit Modeln Geld verdienen". Ich unterstelle jetzt ausdrücklich nicht "Schwarzarbeit" oder ähnliches, das wissen wir ja alles nicht.
Aber wer für eine Tätigkeit, mit der er Geld verdient, einen "Manager/Berater/Dienstleister" sucht, der sucht eben gerade keinen privaten Organisator.

Da ja auch derjenige, der das übernimmt, nicht für lau tätig sein wird, übt er ein Gewerbe aus. Das muß er anmelden, die Einkünfte versteuern usw. Und richtig Sinn macht das alles nur, wenn der "Manager" auch im Namen des Models rechtlich verbindliche Erklärungen abgeben kann.
Das macht dann wiederum nur ab einem bestimmten Volumen Sinn - und es dürfte alles andere als trivial sein, ein Model oder einen Künstler, einen Schauspieler usw. zu vertreten.
3 months ago
Tom Rohwer
... es gibt da so eine kleine Gesetzesvorschrift

Die genannten Gesetze VermittVergV habe ich auch so gefunden.
Parallel aber auch Muster-Managementverträge für Künstler (Musiker), von Rechtsanwälten eingestellt. Auszug: "Die Vergütung des Managers beträgt zwischen 15% und 20% der Einnahmen des Künstlers." (Meiner Praxiskenntnis nach auch üblich.) Finde ich jetzt irritierend, auch wenn es wieder mal etwas offtopic geht.

Und zu Modelagenturen: "Die Agenturprovision beträgt durchschnittlich zwischen 20 und 30 Prozent der Gage. Es ist allerdings üblich, dass eine Agenturprovision noch einmal zusätzlich dem Kunden berechnet wird. Eine Agenturprovision in Höhe von 25 Prozent ist im internationalen Model-Business üblich, in Deutschland jedoch auf 18 Prozent beschränkt. Allerdings ist das nur die Theorie, Fakt ist, dass mittlerweile alle großen Deutschen Agenturen bei ca. 25 Prozent angekommen sind. In den großen Modestädten, wie Mailand oder Paris, beträgt die Agenturprovision teilweise zwischen 50 und 70 Prozent."
3 months ago
Vielleicht bezahlt der Auftraggeber die Agentur und die wiederum den Künstler / die Künstlerin. Und schon sind die 14 oder 18 Prozent Makulatur.
3 months ago
@Ivan: dann wäre das aber Arbeitnehmerüberlassung. Ganz so einfach ist das auch nicht.
3 months ago
Wenn bei mir (oder in meiner Firma) ein Anstreicher die Wände anmalt, bezahle ich doch auch nicht den Anstreicher, sondern dessen Betrieb. Wo ist das denn "Arbeitnehmerüberlassung"?
3 months ago
Zitat: Tom Rohwer | Fakten fordernder Verleugner

Mit anderen Worten: mehr als 18 Prozent ist in keinem Fall zulässig, und
ich erinnere an einen Thread von RA Daniel Kötz hier in der MK, in dem
er davon berichtete, einem Model einen ordentlichen Nachschlag erklagt
zu haben...

Ich vereinbare stets 50 : 50 vom Erlös nach allen Kosten, wenn ich mit
Modellen für Aktionen, Aufträge, Workshops usw. zusammen arbeite,
etwas organisiere oder vermittle.

Darf man nichts anderes vertraglich vereinbaren, als in der "Vermittler-
Vergütungs-Verordnung"?


PS:

Ich spreche nicht Russisch, Polnisch oder Tschechisch und komme gar
nicht als Manager in betracht. Meine Frage nach der "erlaubten Höhe
einer vertraglich vereinbarten Beteiligung" ist nur reine Neugier ...

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