Homeshooting-Location - was ist wichtig? 27

2 weeks ago
Hallo ihr Lieben =)

Ich habe mir gerade den Traum erfüllt endlich meine eigene Homeshooting-Location zu haben.

Nun sehen aber vier/ sechs/ acht Augen mehr als meine zwei und darum meine Frage an euch: was sollte eine zum Shooten eingerichtete Wohnung haben und können? Habt ihr noch Ideen und Vorschläge?

Das darf von handfestem "Dir fehlen Gardinen." bis zu "Das Model muss aber entkoffeiniertes Weizenbier als Getränk anbieten." gehen. Alles, was euch wichtig wäre für die Location und das Shooting selbst bei einem Homeshooting.

Der aktuelle Stand der Wohnung ist dieser: https://www.model-kartei.de/fotos/galerie/309695/

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Bonusfrage: reichen euch persönlich Sicherheitsabstand und viel Lüften fürs Shooten in der aktuellen Zeit? Das Ganze wird in einem anderen Thread schon sehr sinnig diskutiert; für Grundsatzdiskussionnen also gerne dorthin ausweichen: https://www.model-kartei.de/forum/thread/100789/foto-shootings-in-zeiten-von-corona/?page=0
Mir geht es nur um ein subjektives Stimmungsbild und v.a. um Tipps für Homeshootings. =)
2 weeks ago
Hallo Eva, die wichtigste Frage musst Du Dir selbst beantworten. Willst Du in einem Fotostudio wohnen oder in einer Wohnung shooten? Für mich als Fotograf besteht der Reiz bei einem Homeshooting darin, in einer Wohnung zu shooten und dafür scheint mir Deine Wohnung sehr gut geeignet zu sein. Ich würde also erstmal nichts ändern.
#3
2 weeks ago
Ja, wie schon oben geschrieben. Auf die natürliche Umgebung kommt es an und auf den jeweils persönlichen Style. Persönliche Gegenstände, insbesondere evtl. Familienfotos o.ä. sollten zumindest entfernbar sein, falls Sie nicht mit auf die Shooting-Bilder sollen.

Bzgl. "aktuelle Zeit": Ich shoote aktuell nicht indoor, weder im Studio noch on Location, höchstens im Moment Outdoor. Aber sicherlich handhabt das jeder anders, was auch legitim ist.
2 weeks ago
was sollte eine zum Shooten eingerichtete Wohnung haben

Platz. Platz. Und nochmals Platz.

Oder genauer gesagt: Abstände. Ein Raum von 2 x 4 Meter besser geeignet als einer von 3 x 3 Meter. (Davon abgesehen, daß beide für vieles zu klein sind.) Das gilt für alle weiteren Umstände. Abstände sind in der Personenfotografie wichtig. Oder genauer: die Möglichkeit zum Abstand.

Darüber hinaus kommt es darauf an, was man für Fotos machen will.

Will man einen improvisierten Ersatz für ein Studio, sollte der genutzte Raum bzw. die genutzten Räume möglichst leer sein, und optimal wäre die Möglichkeit, eine Hintergrundrolle aufzuhängen. Alternative zu "möglichst leer" ist ggf. eine Einrichtung, die man möglich einfach beiseite räumen kann. Fenster sollten ggf. mittels Rollo o.ä. abzudunkeln sein.

Will man eine Wohnung mit ihrer Einrichtung als "Location" nutzen, steht man als erstes vor dem Problem, daß es zwangsläufig zu Wiederholungen kommen wird. Einfaches Beispiel: das "Kunstschloss Wrodow" ist eine sehr schöne und auch sehr Fotografie-freundliche Location. (Danke an Frank Bauer!) Und es ist größer als eine "Wohnung". Trotzdem kann derjenige, der da schon mal gearbeitet hat, häufig schon im Thumbnail erkennen: "Ach, schau an - Wrodow!"

Das kann man höchstens mit einem großen Interieur-Fundus und regelmäßigem Umstreichen/Umtapezieren in Grenzen verhindern. In der Privatwohnung eher gar nicht. Etwas gegensteuern kann man wiederum, wenn die Bude nicht zu voll gerümpelt ist. Ein Zimmer mit weißen Wänden und zwei Altbaufenstern, das leer ist bzw. leer geräumt werden kann, und in das man dann gezielt weniges Interieur einbringt, ist flexibler als das übliche vollgestellte Wohn- oder Schlafzimmer.

Mit ein paar wirklich schönen Möbeln (alt oder neu ist letztlich egal), die nicht von der Stange sind, kann man besser arbeiten als mit der IKEA/Poco/Wohnschau/Roller-Einrichtung. Außerdem kann eine Einrichtung auch zu markant sein...

Ein Schlafzimmer bzw. ein Bett ist eine naheliegende und prinzipiell gut geeignete Location für jede Menge Fotos, die in Richtung Akt, Erotik, Emotion usw. gehen.

Ein kleiner Exkurs sei erlaubt: der legendäre Foto-Papst Alexander Borell lästerte vor Jahrzehnten mal über Aktfotos, auf denen nackte Frauen (und seltener Männer) irgendwo in der Landschaft stehen, liegen oder sonst wie positioniert sind. Er wandere, schrieb Borell, nun schon seit Jahrzehnten regelmäßig über Stock und Stein, aber er habe noch nie eine nackte Frau irgendwo in der Natur herumliegend angetroffen. Und seiner Ansicht nach gehöre die da auch nicht hin... Warum gäbe es viel weniger Aktbilder, die dort gemacht werden, wo nackte Menschen üblicherweise anzutreffen seien - in Schlafzimmer, Badezimmern usw.?

Schlafzimmer und Bett sind also unbestreitbar sehr gut passende Locations für Aufnahmen von nackten Menschen oder Menschen in Dessous etc.

Sollte man das Ding nicht einfach abnehmen können, dann haben alle Leute, die in dieser Location das Bett fotografisch nutzen, "Why we are not having sex right now?" im Bild. Oder müssen es mühsam in PS wegstempeln...
(Da bekanntliche alle Fotografen hoch seriös sind, wird natürlich keiner auf die Idee kommen, angesichts der sich splitternackt vor ihm auf dem Bett räkelnden Eva Lilienthal auf die Idee kommen zu denken "Ja - warum denn eigentlich nicht?" Sorry, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen...;-] ) Anscheinend kann man es aber abnehmen, das ist schon mal gut.

Kleiner Tip am Rande: was Du machen solltest wäre, einen Grundriss mit Größenangaben mit zu veröffentlichen. Selbst ein erfahrener Fotograf nur nur in Grenzen anhand von Fotos einschätzen: wieviel Abstand kann ich eigentlich maximal bekommen?

Auf den ersten Blick finde ich Deine Wohnung schon mal nicht von vornherein ungeignet als Location für einen bestimmten Bereich der Menschen-Fotografie. Und das ist schon mal viel wert...

Ansonsten: möglichst viel freier Platz, möglichst große Abstandsmöglichkeiten, möglichst große Flexibilität hinsichtlich Um- und Wegräumen. Du scheinst ja weder ein Messer noch ein "Vollstopfer" zu sein, das ist schon mal eine brauchbare Grundlage. ;-)
Licht, Hintergrund, möglicher Abstand Model-Kamera
#7
2 weeks ago
[quote}@krishan.h:
irgendwelchen kuschligen bedtime-stories-portraitchen schaffe ich auch in nem 6qm-schlafzimmer.[/quote]
Ja. Aber je weniger Platz und je festgeschraubter die Einrichtung, desto weniger flexibel ist man dabei. Ein brauchbarer Fotograf kann unter allen Umständen brauchbare Fotos machen. Aber wenn man die Wahl hat, wählt man doch eher die flexibleren Varianten. Und es ist nunmal ein Unterschied, ob ich nur 180cm zurücktreten kann, oder 180cm zurücktreten will.
2 weeks ago
Zum Grundsätzlichen: Wie Tom schon erwähnte, ein solches Homestudio läßt nur eine begrenzte Bildart zu, denn das Drumherum ist wesentlich erzählerischer Bestandteil der entstehenden Bilder. Da gibt es eben nur beschränkte Varianten desselben. Nur mit sehr großer Fantasie (und ausgeprägtem Stil) läßt sich aus Bekanntem was Neues machen.

Manche Fotografen möchten nur ihre eigene Variante herstellen, weil sie das hübsch finden, für die Öffentlichkeit ist das nach den ersten Publikationen nichts "Neues" mehr.
Für das Modell, das im Bild gerne mit sich auch seine eigene Welt gespiegelt haben möchte, ist das konsequent. Aber weit reicht das eben nicht.
2 weeks ago
Marcello Rubini:
das Drumherum ist wesentlich erzählerischer Bestandteil der entstehenden Bilder

Das muss nicht so sein. Man kann auch völlig konventionelle Portraits mit etwas Mode-Klimbim machen, bei denen von der Wohnung nichts zu sehen ist.
Z.B. sind die derzeit ersten 5 Bilder auf meiner Seite bei mir zu Hause gemacht - Homeshooting, gewissermaßen, ohne irgendwelche Studio-Umbauten - ohne dass man von der Wohnung Nenneswertes zu sehen bekommt.
2 weeks ago
krishan.h ... Einerseits - und für sich überzeugend. Dass Interieur und Mensch darin in der Coronakrise zum Thema werden, ist aber auch nicht von der Hand zu weisen.
2 weeks ago
Deine Einrichtung gefällt mir. In einer Wohnung direkt unter dem Dach ist eine Einrichtung nie einfach. Das ist Dir für meinen Geschmack gelungen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass einige Fotografen diese Kulisse auch gerne zum Fotografieren nutzen. Bzgl der Wiedererkennung würde ich mir weniger Gedanken machen. Irgendwie ist ja alles schon hunderttausend mal fotografiert worden.

Der große Vorteil an Deiner Wohnung ist, dass Du dich in Deinen eigenen vier Wänden wohlfühlst. Und wenn die Chemie mit dem Fotografen und seiner Arbeitsweise stimmt, dann fehlt zu emotionalen Bildern nicht mehr viel. Ich würde Dir empfehlen, versuche nicht noch Funktionalitäten eines Studios aufzunehmen. Das ist es nicht und kann es aufgrund der Räumlichkeit nicht werden. Wenn ein Fotograf nicht nur available light arbeiten möchte, sind sicher auch noch 2-3 Blitzleuchten möglich aber dann wird das Arbeiten wahrscheinlich schon sehr mühsam. Moderne Elektroinstallation wäre in dem Fall hilfreich. Davon gehe ich jetzt einfach mal bei dem was man auf den Bildern sieht aus.

Daher würde ich mit Tageslicht starten bzw. mit den Leuchten, die Du eingerichtet hast. Mit Tageslicht solltest Du unter dem Dach auch keine Probleme bekommen. Was Dir ggfs noch helfen könnte, wäre ein Stoffhintergrund (Breite 140-160cm), den Du auch mal über einen Balken legen kannst. Mit dem schafft man schnell mal eine Freistellung, die sonst nicht möglich ist. Kostet auch nicht das Geld und wenn Du etwas Geschick hast, kannst Du diesen auch selbst herstellen. Das könnte ich mir gut vorstellen.

Ansonsten leg los. Wird sicher gut. Homeshoots stehen ja seit IG hoch im Kurs, da die wenigsten Akteure auf ein Studio zurückgreifen können oder wollen.
2 weeks ago
Licht, viel Licht!

Alles andere wäre Aufgabe des jeweiligen Fotografen.

Shootings in Zeiten von Corona gehen schon mal gar nicht. Oder gibt es etwa kein nächstes Jahr mehr?
2 weeks ago
Nur mal so angemerkt:

Es gibt etliche Fotografen, welche ständig neue Models in immer die gleichen, engen Hotelzimmer zerren wo meistens weniger Platz als in machen "Homestudios" ganz zu schweigen davon das man dort viel herumrücken kann. Nicht jeder kann sich die 150m² First-Class-King-Suite für shootings mieten.

Auf der anderen Seite, gibt es Fotografen mit einem großem Studio und die Fotos sehen alle gleich " langweilig " aus.

An Eva Lilienthal :
Lass dich nicht verrückt machen. Wenn dir deine Home-Location zusagt dann passt das schon.
Etwas daraus zu machen erfordert bei so manchen eben etwas Kreativität. Gute Fotos können da zu 100% entstehen!!
#15
2 weeks ago
Fuer mich gilt in Zimmern und Wohnungen: Weniger ist mehr.

Ich kann viel mit klaren Linien anfangen. Einer dezenten, aber eindeutigen Farbgebung. Einem einheitlichen Moebelstil.
Die Wohnung sollte aus einem Guss stammen.

Was ich nicht mag sind vollgepackte Zimmer oder schreiende Farben. Die Wohnung bildet Hintergrund, damit das Modell im Vordergrund stehen kann.

Daneben ist Lichteinfall entscheidend.

Meinen persönlichen Geschmack einer Shootinglocation trifft die Wohnung nicht.
2 weeks ago
Ich mache sehr gerne Home-Shootings. Auch in der jetzigen Zeit, aber das ist ja, wie Du schon sagst, ein anderes Thema.
Was macht für für den Reiz eines Home-Shootings aus? Keine Wohnung sieht wie die andere aus. Und somit gleichen sich selten die Bilder. Im Gegensatz zu einem Studio, wenn man sein eigenes oder ein Stammstudio hat.
Natürlich hat man Vorstellungen, wie eine Wohnung aussehen sollte ... großes Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, eine geräumige Küche ... aber wenn das jede Wohnung hätte, wäre es auch langweilig.
Natürlich ist es immer schön, wenn viel natürliches Licht vorhanden ist. Aber Dauerlicht geht auch. Bringe ich immer mit.
Was auch für mich wichtig ist, und das wurde schon mehrfach erwähnt, es kommt auf das Thema an. Danach richtet sich , was vorhanden sein sollte, bzw. muss. Man kann z.B. beim Thema Badezimmer nur einen kleinen Raum zur Verfügung haben. Bei diesem Thema wäre dann z.B. ein großes Wohnzimmer nicht notwendig.
Aber das meiste wurde ja alles schon genannt.
Also, viel Spaß und Erfolg mit Deinen Home-Shootings. :-)
#18
2 weeks ago
Ihr Lieben: vielen vielen Dank für die tollen Inputs!

Einiges kann ich nicht unbedingt beeinflussen (fünf Meter Deckenhöhe sind nicht drin), aber solcherlei wie ein Grundriss, Gardinen, Informationen... sowas hilft wirklich sehr.

Ich lese auch schon sehr raus, dass die Wünsche und Meinungen zu Homeshootings ganz verschieden sind. Vielen Dank für die vielen unterschiedlichen Blickwinkel. Das ist sehr wertvoll und hilfreich für mich. =)
#20

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