Shootingbewertungen in hoher Zahl – was soll denn das? 13

1 day ago
Scrolle mich gerade durch die gelungene Sedcard eines Models aus Dortmund – und lese mit gewisser Erheiterung ihren Text bezüglich Bewertungen: Das Model sagt, es wird keine Anfragen dazu mehr beantworten, es wären genug vorhanden, bei Unsicherheit bitte persönlich nachfragen, gerne auch per Anruf!

Sie hat bereits 170 Bewertungen. Alles "Positive Shootings".
JA, denke ich, das müsste doch langsam genügen. ;-))

Und weiter: wie beamtig muss man denn noch werden, liebe Kamera-den? Ein, zwei Dutzend Bewertungen kann ich ja noch nachvollziehen... aber dreistellig?? Wer soll die lesen? Mutmaßlich verschreckte Models, die sich denken "na gut, über hundert Vorgängerinnen waren zufrieden mit diesem supernetten Shooter – da kann ich es vielleicht eventuell doch auch versuchen... mit dem Top-Bewerteten...?"

Wäre ich ein Model, würde ich bei Anfrage zu Bewertung Nr. 100 denken: "Will er eine Medaille bekommen? Wieso nervt er mich damit? Ist das eine Art Ritual?"

Oder geht die Bewertungs-Jagd auch von den Models aus?
1 day ago
Ach du, ich wäre mir da nicht so sicher, ob viele (positive) Bewertungen wirklich ausreichen. Ich wurde vor zig Jahren tatsächlich mal auf meine einzige neutrale Bewertung angesprochen – mit dem Hinweis, dass so etwas Fotografen abschrecken oder zumindest stutzig machen könnte. Ich kann es nur noch sinngemäß wiedergeben, die Nachricht ist ewig her und das Shooting lag damals auch schon Jahre zurück. (Davon abgesehen hätte ich das Shooting damals sogar negativ bewerten müssen. Ich hatte das Shooting damals zuerst bewertet.)

Für mich persönlich haben Bewertungen inzwischen nicht mehr den gleichen Stellenwert. Trotzdem: Da sie ja immer beidseitig vergeben werden, können sie für Fotografen durchaus hilfreich sein, wenn sie noch nicht viele Bewertungen haben. Wenn jemand gar keine Bewertungen hat, macht mich das eher skeptisch.
1 day ago
Nachdem ich einiges über den Missbrauch von Bewertungen, wie z.Bsp. sog. Rachebewertungen gelesen hatte, steht bei mir auf der SC ... "Am Bewertungssystem hier in der MK nehme ich nicht teil. " und lebe sehr gut damit.
1 day ago
Eine hohe Zahl an Bewertungen entsteht sicher aus der Gewohnheit, sie zum Teil der Shootingverabredung zu machen. Das finde ich nicht grundsätzlich blöd, besonders, weil hier einige auf Aktualität bestehen.

Die Häufung finde ich eher weniger spannend. Spannend ist eigentlich nur, neutrale oder negative Bewertungen zu lesen und zu verfolgen. Weil man da einen kleinen Einblick in den Charakter bzw. das Verhalten bei Konflikten der Person bekommt. Zugegeben hat das etwas Sensationsheischendes an sich, umso mehr, als das für Shootingfähigkeiten meistens eher zweitrangig sein dürfte. Trotzdem: Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Teamfähigkeit, Umgang und Zicken etc. spielen eben auch eine Rolle, und darum geht es ja vorwiegend bei Bewertungen. Das alles sieht man eben auf einer Sedcard nicht und ist neugierig, ob man mit solchen Problemen rechnen muss. Insofern sind die Bewertungen eine gute Einrichtung, wenn man sie aufmerksam zu interpretieren versteht.
Und nein, ab einer gewissen Anzahl sind sie eher ermüdend als aufschlussreich.
1 day ago
Daß bei 100 Bewertungen (oder ähnlich) "Schluss sein" sollte, finde ich genauso absurd wie die Idee, daß bei der 100.Ebay-Bewertung "Schluss sein" sollte...
Wieso sollte es?
Wenn man sich an dem Bewertungssystem beteiligt, dann beteiligt man sich daran. Und für mich ist ohnehin der einzige wirkliche Wert dieses Systems, daß man - wenn ich es richtig verstehe - Bewertungen hier nicht faken kann.

Hat ein Model also 170 oder 340 Bewertungen, dann kann der MK-User davon ausgehen: dieses Model hat mindestens 170 (oder 340) Shootings gehabt. Oder vielleicht sogar noch mehr, weil nicht jedes Shooting in diesen Bewertungen auftaucht, aber eben ein nicht existentes Shooting dort nicht Eingang finden kann.

Das ist eine durchaus wertvolle Information, denn ein Model (oder ein Fotograf, da gilt es ja genauso) mit 170 Shootings hat zwangsläufig ein gewisses Mindestmaß an Shooting-Erfahrung.
1 day ago
@Marcello Rubini:
Die Häufung finde ich eher weniger spannend. Spannend ist eigentlich nur, neutrale oder negative Bewertungen zu lesen und zu verfolgen.

Sehe ich genau umgekehrt.
Weil man da einen kleinen Einblick in den Charakter bzw. das Verhalten bei Konflikten der Person bekommt.

Nein, da bekommt man eigentlich gar keinen Einblick - es sei denn, man würde den Bewerter/die Bewerterin persönlich gut kennen und in der Lage sein, die Bewertung auch wirklich einschätzen zu können.

Daß Kuno Knipser das Model Marie negativ bewertet, sagt... rein gar nichts. Ich kann daran nicht erkennen, ob die Bewertung zutreffend ist, oder einfach dadurch zustande gekommen ist, daß Kuno Knipser nicht in der Lage gewesen ist, mit diesem Model vernünftig zusammenzuarbeiten.
Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Teamfähigkeit, Umgang und Zicken etc. spielen eben auch eine Rolle

Ja. Aber genau all das kann ich daraus nicht ersehen. Weil die Bewertung rein subjektiv ist.
Das alles sieht man eben auf einer Sedcard nicht

Und in der Bewertung auch nicht...
und ist neugierig, ob man mit solchen Problemen rechnen muss.

Umgekehrt. Ich gucke das ganz bewusst nicht an, weil ich weiß, wie schnell eine "Self fulfilling Prophecy" entstehen kann. Man liest, daß Fotograf X Probleme mit Model Y hatte, und wartet nun geradezu darauf, auch Probleme zu bekommen, wenn man mit dem Model zu arbeiten versucht.

"Oh - die hat bei Kuno Knipser rumgezickt!" Ach du sch... und jetzt fängt sie das bei mir auch an!

Erzählt mir jemand "Der Müller von Waffen-Meyer - den finde ich total unfreundlich. Überheblich, arrogant..." und ich gehe zu Waffen-Meyer, dann warte ich ganz unbewusst schon darauf, daß der Müller unfreundlich sein wird. Jedenfalls gehe ich davon aus, daß der unfreundlich zu mir sein könnte. Und schwups... na, dieses knappe, desinteressiert klingende "Guten Tach!" - das zeigt doch, wie recht die Warnung war. So ein unfreundlicher Stiesel!

Dabei war Herr Müller bloß noch in Gedanken beim letzten Kunden, mit dem er super engagiert ein technisches Problem hin und her gewendet hat, und hängt noch dem Gedanken nach: "Habe ich mich genug bemüht, dem Kunden zu helfen? Könnte man da vielleicht für dieses Problem..." Und schon möchte der nächste Kunde die volle, engagierte, freundliche Aufmerksamkeit!

Erzählt mir jemand "Der Müller von Waffen-Meyer - sowas von nett und hilfsbereit und kompetent! Ein Super-Typ!" - dann gehe ich positiv voreingenommen in den Laden und freue mich, auf Herrn Müller zu stoßen...

Und das ist der Grund, warum ich Bewertungen praktisch nie lese, und wenn da nicht alles grün ist, dann würde es die Bewertungen ganz bewusst nicht lesen, um nicht negativ voreingenommen zu werden. Sehe ich dagegen, daß der Fotograf Z mit jenem Model gearbeitet hat, und ich kenne Z, und weiß, wie der tickt, und kann also sein Urteil einordnen - dann schicke ich dem Z eine Mail, und frage direkt nach: "Sag mal.. Du hast doch mit der... Ist die gut? Kann man gut mit der arbeiten?"

Was übrigens auch bedeuten kann: Fotograf A sagt mir "Die zickt!" - und ich weiß dann: Die will ich kennenlernen!!! Wenn A meint, "die zickt!", dann ist die selbstbewußt und anspruchsvoll gegen sich und andere, und engagiert, lässt sich kein X für ein U vormachen und die Chancen stehen gut, daß ich hervorragend mit der klar kommen werde... *LOL* Auch so herum kann das funktionieren.

Der Mechanismus mit der "Self fulfilling Prophecy" funktioniert übrigens auch noch in einer anderen Hinsicht.

Hängt ein Model auf seiner Sedcard buchstäblich ein Transparent aus dem Fenster "Ich verbitte mir jede Anzüglichkeit und sexuelle Belästigung beim Shooting!"... Oder so etwas in der Art.

Dann schließe ich daraus nicht: ach, das arme Hascherl muss wohl schon viele schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dann schließe ich daraus: die neigt stark dazu, überall Anzüglichkeiten und sexuelle Belästigung zu empfinden, wo einer nur einen lockeren Spruch bringt. Wer das so zum Fenster heraushängt, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß jemand sich permanent belästigt fühlt. Auch ohne daß irgendeine tatsächliche Belästigung stattfindet.

Das kann ein Irrtum sein. Aber das Risiko, daß es keiner ist, ist mir zu groß. Und wenn mir jemand erzählt, daß er immer wieder nur an unfreundliche Taxifahrer gerät, seit Jahren schon... dann gehe ich erstmal davon aus, daß nicht die Taxifahrer das Problem sind. Sondern dieser Fahrgast...
1 day ago
Das Bewertungssystem der MK, das es analog auch bei ebay usw. gibt, WAR eine der großen Stärken der MK, denn so etwas gibt und gab es nicht überall. Tom hat es gut dargestellt. Für mich sieht das - wie so oft - wie Neid aus, also dass es für jemanden ein Problem darstellt, wenn jemand anders mehr Bewertungen hat als er/sie selbst.
Was will der TO? Soll es einen Bewertungsdeckel ähnlich dem Mietendeckel geben? Absurd!

In zwei Beiträgen können wir alle sehen, was wirklich zählt: nicht die vielen positiven, sondern die neutralen und negativen Bewertungen! Wie in den gleichzeitig laufenden anderen Threads erfolgt auch hier die Konzentrierung auf negatives. Ich gebe zu, dass ich es auch so mache. Allerdings ist mir bewusst, dass mindestens 40% der Bewertungstexte Bullshit sind. Es handelt sich um Rachebewertungen., die in den meisten Fällen gut als solche erkennbar sind. Aus diesem Grund schrieb ich oben "WAR". Denn genau wie bei ebay, der Plattform wo ich zum ersten Mal mit Bewertungserpressung konfrontiert wurde, kann und wird das Bewertungssystem missbraucht. Die Welt wird immer durchgeknallter und daher auch entsprechend Shootingpartner. Wer schon ganz viele positiv bewertete Shootings hatte, der wird sich genau überlegen, ob er noch weiter sammelt. Denn eine einzige Rachebewertung kann "den guten Ruf" empfindlich stören.
23 hours ago
#7 ''Es handelt sich um Rachebewertungen., die in den meisten Fällen gut als solche erkennbar sind.'' Genau, das meine ich, gehört zur ''aufmerksamen'' Interpretation. Und natürlich sichert man, wenn es ernst ist, ab, ob anderes zu solchen Eigenheiten passt. Vage wird das bleiben, selbstredend, und Ausnahmen sind schlechte Bewertungen noch dazu. Und im Prinzip gebe ich Eckisfotos schon recht. Wenn Tom Rohwer mir allerdings ein gewisses Einschätzungsvermögen rundherum abspricht und mir seine erfahrene Menschenkenntnis und Auslegungsfähigkeit dagegen hält, tja, da muss ich wohl passen. Bin nur Pädagoge und kein Mann von Welt ;-)
16 hours ago
Marcello Rubini
Die aufmerksame Interpretation ist aber genau das, was sehr oft fehlt. Es fing in meinen frühen Jahren damit an, dass einige Modelle zu faul waren, meine Bewertung in irgendeiner Form zu erwidern. Sie schrieben einfach nichts. Natürlich wurde dieser Umstand von späteren potentiellen Modellen als negativ gewertet. Dann ging es damit los, dass keine Gesamtzahl (positive Bewertungen minus negative Bewertungen, d.h. um negative Bewertungen zu sehen, musste man diese im Verlauf suchen) auf der Sedcard angegeben wurde, sondern es wurde exakt "aufgedröselt" in positive, neutrale und negative Bewertungen. Das ist grundsätzlich gut - führte aber dazu, dass nur noch die gelben und roten Zahlen von den Modellen "aufgenommen" wurden, d.h. die entsprechenden Bewertungstexte wurden gar nicht mehr gelesen - also die ganz schlimmen Rachebewertungen nicht aussortiert. Das übelste Beispiel habe ich tatsächlich auf der Sedcard eines Moderators gefunden. Er hatte ein Modell, was ein Shooting abgesagt hat, neutral bewertet. Das Modell konterte mit einer negativen Bewertung, wo es den eigenen "Fehler" sogar einräumte - aber die Bewertung mit der neutralen Bewertung des Fotografen begründete. Als Moderator kann man wohl damit leben ...
@ Tom Rohwer

Oder vielleicht sogar noch mehr, weil nicht jedes Shooting in diesen Bewertungen auftaucht, aber eben ein nicht existentes Shooting dort nicht Eingang finden kann.

Doch, auch letzteres ist oder jedenfalls war möglich : Die Shootingbewertung setzt(e) eine Shootingvereinbarung voraus - deshalb gab es hier vor 10 Jahren auch Fragen wie "wir hatten ein Shooting, aber ich kann nicht bewerten". Denkbar wäre also, wenn ein Fotograf da mitspielt, daß zwischen dem Model und ihm quasi "laufend wie am Fließband" Shootings "vereinbart" werden, die dann aber nie stattfinden - nur, um sich gegenseitig mit Bewertungen zu befüllen.
Wenn die Bildresultate immer nur "nackt vor Hintergrundkarton" zeigen, weiß man wirklich nicht, ob und wann diese entstanden, sofern nicht plötzlich weitere Tattoos ersichtlich würden. Denkbar ist zwar, daß auch 20 Kleider an 10 Orten binnen eines Shootings fotografiert wurden, aber eine Verteilung auf 3 oder 4 Termine ist dann schon glaubhaft.
Das Thema an sich klingt allerdings wieder kontrovers herausfordernd ...
14 hours ago
SEE - anarchisch, autonom, autark !? Tom Rohwer
Ich gebe zu, dass die Absurdität des Eingangsbeitrags auch mich eingeladen hat, das Thema zu erweitern, aber ich behaupte einmal, dass Ihr beide Euch doch zu sehr in Einzelheiten und Nebenkriegsschauplätze verstrickt. Wir sind uns wohl einig, dass jedes Bewertungssystem Schwächen hat. Die Fragestellung ist doch aber die, ob eine Beschränkung von Bewertungen, denkbare Schwächen fördert oder eher positiv "glättet". Ich sehe eher einen positiven Effekt. Nur sehr selten sehe ich, dass mehrere Shootings mit gleichen Modellen/Fotografen bewertet wurden - und wenn, dann geht es kaum Richtung 100 - also zum vorgeschlagenen Grenzwert.
14 hours ago
Mal was anderes:
Wie soll denn in der Praxis eine Beschränkung auf 100 technisch "durchgesetzt" werden?

Wie Marcello Rubini schon schrieb, wird ja hier ab und an auf Aktualität Wert gelegt. Schluss nach 100 Bewertungen wäre ja genau das Gegenteil. Wenn aber bei der 101. Bewertung "hinten" eine rausfällt, dann könnte man sich mit Strategie und Fake tatsächlich unangenehmer Bewertungen vom Halse schaffen. Noch einfacher wäre das, wenn man selbst auswählen könnte, welche 100 Bewertungen bleiben dürfen. Das Ergebnis wäre wohl so klar, dass ich es hier gar nicht erst aufschreiben muss, oder?
3 hours ago
Dutzend Bewertungen kann ich ja noch nachvollziehen... aber dreistellig??


Huch ?
Sorry.....

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