USA: Kein Model-Release, nun dicke Schadenersatzklage 4
9 years ago
Das ist US-amerikanisches Schadensersatzrecht, das wird aus formalen Gründen immer exorbitant hoch angesetzt, um die Gegenseite mit hohen Anwaltskosten zu schrecken. Selbst wenn in der ersten Instanz exorbitante Strafschadensersatz-Zahlungen zugesprochen werden, werden die in der nächsten Instanz dann wieder auf ein normales Maß eingedampft. Zunächst mal orientiert man sich aber gern an den Umsätzen von Unternehmen, die man verklagt.
(Wobei die Schmerzensgeld- und Strafschadensersatzhöhen in den USA generell deutlich höher sind als in Deutschland. Dafür haben Unternehmen dann aber Versicherungen, das zahlt niemand selbst.)
Am Ende kriegt sie dann - wenn der Anspruch denn überhaupt bestätigt wird - vielleicht 100.000$, von denen die auf Erfolgsbasis arbeitenden Anwälte 70.000$ einstecken.
(Es geht bei sowas in den USA anders als z.B. in D nicht nur um einen "Schadensersatz" für ein entgangenes Modelhonorar, das eigentlich hätte gezahlt werden müssen, und ggf. ein "Schmerzensgeld" für eine Persönlichkeitsrechtsverletzung, weil die Dame ungefragt für eine Restaurantkette werben musste - es geht vor allem um "punitive damage", Strafschadensersatz, der ein Unternehmen davon abhalten soll, sich rechtswidrig zu verhalten. Das ist dann buchstäblich eine Strafzahlung, nur daß sie eben nicht der Staat kassiert, sondern derjenige, der den Übertäter beim Übeltun erwischt hat.)
(Wobei die Schmerzensgeld- und Strafschadensersatzhöhen in den USA generell deutlich höher sind als in Deutschland. Dafür haben Unternehmen dann aber Versicherungen, das zahlt niemand selbst.)
Am Ende kriegt sie dann - wenn der Anspruch denn überhaupt bestätigt wird - vielleicht 100.000$, von denen die auf Erfolgsbasis arbeitenden Anwälte 70.000$ einstecken.
(Es geht bei sowas in den USA anders als z.B. in D nicht nur um einen "Schadensersatz" für ein entgangenes Modelhonorar, das eigentlich hätte gezahlt werden müssen, und ggf. ein "Schmerzensgeld" für eine Persönlichkeitsrechtsverletzung, weil die Dame ungefragt für eine Restaurantkette werben musste - es geht vor allem um "punitive damage", Strafschadensersatz, der ein Unternehmen davon abhalten soll, sich rechtswidrig zu verhalten. Das ist dann buchstäblich eine Strafzahlung, nur daß sie eben nicht der Staat kassiert, sondern derjenige, der den Übertäter beim Übeltun erwischt hat.)
#2Report
9 years ago
Hmm, das klingt einleuchtend. :)
Mich wundert bloß das Vorgehen des Fotografen: Er macht einfach mal so sein Foto, fragt dann nach dem Release, die Frau verweigert es, aber dennoch gibt er das (zudem noch munter manipulierte) Foto an die Restaurant-Kette zur Nutzung weiter.
:-o
Irgendwie kommt mir das unüberlegt vor - und unfair sowieso ...
... als ob man geradezu um eine Anzeige BITTET.
Mich wundert bloß das Vorgehen des Fotografen: Er macht einfach mal so sein Foto, fragt dann nach dem Release, die Frau verweigert es, aber dennoch gibt er das (zudem noch munter manipulierte) Foto an die Restaurant-Kette zur Nutzung weiter.
:-o
Irgendwie kommt mir das unüberlegt vor - und unfair sowieso ...
... als ob man geradezu um eine Anzeige BITTET.
#3Report
[gone] K A U S E
9 years ago
Das Foto wurde 2006 gemacht - ich vermute der Fotograf hatte nen Auftrag von der Kette. Die Chancen das es sich einfach um einen Fehler handelt, vielleicht vom Marketing, der Werbeagentur, der Verwaltung, oder vom Fotografen sind groß. Vielleicht hat er auf Negativ fotografiert und die Dame war auf einer Rolle mit drauf. Später hat eine neue Werbeagentur der Kette die Fotos neu gesichtet und genau das Bild gefunden. Und angenommen das ein Release gibt usw. usf. ...
Die Werbetypen sind ja eher durchschnittliche Menschen, da ist verwechseln leicht.
Die Werbetypen sind ja eher durchschnittliche Menschen, da ist verwechseln leicht.
#4Report
Topic has been closed



führt Euch das mal zu Gemüte:
https://www.dpreview.com/news/0452748489/chipotle-sued-for-2-2b-for-allegedly-using-womans-photo-without-permission
Laut dem Artikel verwendete der Fotograf das Bild kommerziell nicht nur OHNE ein Model-Release zu haben, sondern sogar TROTZ der ausdrücklichen Weigerung der von ihm im Restaurant fotografierten Frau, ihm eines zu unterschreiben.
Spannend ist allerdings die nun von der Restaurant-Kette, die das Bild verwendete, geforderte Summe:
" the lawsuit is seeking a massive $2,237,633,000"
:-)
Muntere Morgengrüße
Karl-Heinz