Euer bevorzugter Bildschnitt 34

Da ich ja gebeten wurde, mal interessante Fotothemen zu starten, will ich das gerne mal machen und hoffe, dass es hier etwas sachlicher und gesitteter zugeht.

Wie schon der Titel sagt, würde mich mal interessieren, welchen Bildschnitt ihr am häufigsten benutzt und wieso eigentlich? Habt ihr euch schonmal eingehender mit der Bildgestaltung auseinandergesetzt und wo positioniert ihr euer Motiv am liebsten?

Ich bevorzuge die Drittel Regel, habe aber keinen festen "Fokuspunkt". Da sind mir je nach Motiv tatsächlich alle 4 Ecken gleichermaßen recht. Beim Goldenen Schnitt ist mir das Motiv zu mittig und dann positioniere ich es lieber wirklich mittig. Ist allerdings eher die Ausnahme. Die Fibonacci Spirale finde ich für die meisten meiner Motive ungeeignet, denn um entlang der Linie gekonnt etwas anzurdnen muss man da schon sehr viel arrangieren. Ist also eher für Stilleben durchführbar würde ich sagen.

Natürlich entspricht längst nicht jedes meiner Fotos genau der Drittel Regel und je nach Motiv weiche ich auch gerne mal ab. Habe im Lauf der Zeit aber festgestellt, dass mir die Drittel Regel tatsächlich am besten gefällt und habe das Raster auch immer eingeblendet.

Jetzt seid ihr dran und dürft gerne mal eure Meinung dazu äußern. Möglicherweise interessiert es euch auch garnicht und ihr fotografiert einfach drauf los oder achtet da ganz penibel drauf.
In der Tat fotografiere ich auch fast schon automatisch in der Drittel Regel, wobei diese mir in waagerechten Bildformaten noch eher ihre Wirkung zu entfalten scheint, als in senkrechten. Auch wenn ich mich dort ebenfalls bemühe z.B. die Augenpartie des Models im oberen Drittelschnitt zu legen.

Trotzdem versuche ich in letzer Zeit zunehmend in ein 1:1 Format zu zwängen. Das Quadrat hat für mich durchaus seinen Reiz und scheint mitunter eine Bildwirkung noch einmal zu komprimieren. Allerdings bin ich da noch in der Experimentierphase.
Neues zu probieren ist immer eine gute Idee und kann ernorm hilfreich sein um sich weiter zu entwickeln. Das Quadrat ist nicht so meins, aber habe schonmal eine 50mm Phase gemacht und auch Schwarzweiß. Also mal tatsächlich ein paar Tage nur mit dem 50mm Objektiv oder auch nur SW.

Oft ist man recht eingefahren und nicht mehr so experimentierfreudig, daher finde ich deinen Versuch äußerst spannend. Wenn du Zeit hast, zeig doch gerne mal ein Beispielbild im normalen 2 zu 3 Format und im Quadrat als Vergleich.
#4
Wenn du nichts sinnvolles beitragen kannst, hau einfach ab.
6 months ago
Regeln sind zum brechen da, vor allem in der Kunst. Mann sollte die gängigen Regeln kennen und zur Not auch anzuwenden zu wissen aber ich denke sie sind keine Pflicht.
Ich schneide seit einiger Zeit gerne auf 5:7 ....
6 months ago
1:1 Format benutze ich manchmal wenn ich im Längsformat nix weiter komme
....natürlich benutzte ich die drittel Regel, ein Muss meine bescheidene Meinug nach
Im Übrigen finde ich diesen Fred durchaus interessant....
6 months ago
Zitat Pixelschieber: Da ich ja gebeten wurde, mal interessante Fotothemen zu starten, will ich das gerne mal machen

Pam fängt an, uns zu dressieren. :-)

Aber zum Thema:

Mir ist die Existenz solcher Gestaltungsregeln zwar durchaus bewußt, aber in den meisten Fällen gestalte ich einfach "nach Gefühl". Manchmal lasse ich mir beim Zuschneiden Hilfslinien einblenden (Drittel, Goldener Schnitt), aber in der Regel finde ich es nicht passend und schneide anders, oft einfach symmetrisch. Häufig plaziere ich die abgebildete Person aber auch außermittig, wenn auch nicht streng nach einer Regel.
@Jörg M.
Sehe ich auch so. Man muss sich nicht immer strikt daran halten und gerade bei meinen Panoramafotos kommen da die ungewöhnlichsten Formate zustande. Ist halt sehr Motivabhängig wie ich finde.

@Phil Photo-Art
Als Muss würde ich Gestaltungsregeln nicht sehen, aber ich denke man muss sie kennen um sie entweder bewusst zu befolgen oder auch ganz bewusst zu ignorieren. Wir sehen uns ein Bild an und entscheiden ja im Bruchteil einer Sekunde, ob es uns gefällt oder nicht. Erst beim genaueren Hinsehen wird es näher analysiert. Und ob ein Foto auf den ersten Blick ansprechend aussieht, kann man ja versuchen positiv zu beeinflussen.

@Ivanhoe
Auf den Millimeter muss es bei mir auch nicht sein und oft genug weiche ich ab. Ich versuche aber schon meine Bilder so zu gestalten, dass es nicht wie einfach drauf los geknipst aussieht. Also achte ich schon auf die Bildaufteilung, führende Linien, einen Vordergrund, Blickstopper am rechten Bildrand oder ähnliche Dinge. Bin ja in mehreren Bereichen unterwegs und Landschaftsfotos gestaltet man ja doch anders, als ein Closeup Portrait.
#10
6 months ago
In den allermeisten Fällen benutze ich ein Bildformat von 10:15 , sowohl vertikal als auch horizontal . Dabei nehme ich die Umgebung des Hauptmotivs so großzügig auf , daß ich dann am PC immer noch die Möglichkeit habe , mir in Ruhe den endgültigen Schnitt zu überlegen . Das mag zwar fotografisch nicht ganz so professionell sein , hilft mir aber doch , das mir schließlich gefallende Ergebnis zu erzielen .
Rasterlinien habe ich auch schon benutzt , bin aber wieder davon abgekommen .
Den Schnitt selbst bevorzuge ich gemäßigt eng , d.h., Hände , Füße usw. möglichst dran lassen , in Extremfällen aber auch mal radikal alles weg und ganz auf ein Detail konzentrieren .
Außerdem beziehe ich gerne Diagonalen mit ein .
Quadrat ist eigentlich nicht so mein Fall .
#12
6 months ago
@Ivanhoe:
"Pam fängt an, uns zu dressieren. :-)"

Ich bin ausnahmsweise unschuldig ;)

Meine Bilder sind meistens klassisch im KB-Format geschnitten, also 2:3. Das liegt daran, dass bei mir oft am Ende Fotoabzüge oder Leinwanddrucke produziert werden. Ein kleinerer Teil ist im Quadrat, das ich besonders gerne mag, man kann so schön Serien nebeneinander hängen, z.B. drei Quadrate. Das ist dann ein bisschen wie ein Panorama, nur mit Unterbrechungen.
@König Urgan
Ich versuche schon meinen Bildschnitt einigermaßen passend zu fotografieren. Sicherlich wird da oft auch etwas korrigiert, aber zu großzügig nehme ich nicht auf. Da geht mir einfach zu viel Bildinformation verloren dann. Oft geht der Schnitt ja auch schon mit der Wahl des Fokuspunkts einher. Zumindest bei meiner 6D gibt es da ja nicht so viele. Mit der neuen Sony A7II habe ich noch kein Modelshooting gemacht, daher werde ich mich da etwas umgewöhnen müssen. Bei der guten kann man den Fokuspunkt ja frei bewegen oder auch gut manuell Fokussieren. Das Quadrat ist auch nicht so meins, aber vielleicht muss man es auch mal gezielt machen. Also Kamera umstelen und ne Woche nur im Quadrat Fotografieren.

@Henning B.
Ja Vollformat hört sich immer so riesig an und für digitale Verhältnisse ist es das ja auch. Habe zwar noch nie Mittelformat oder größer Fotografiert, aber Kleinbild sehr wohl. Habe tatsächlich auch noch eine gute alte Canon T50 und eine analoge EOS 500 liegen. Da ist natürlich das Seitenverhältnis begrenzt, was aber auch nicht verkehrt ist. Hat man schonmal einen festgesetzten Wert und kann und muss sich sogar mehr auf die übrigen Aspekte konzentrieren.

@pam.meier
Die meisten meiner Bilder sind auch 2:3 oder damit es passgenau in den Rahmen passt 3:4. Drucke mache ich meist nur für mein Wohnzimmer und da hängen bewusst alle Bilder durcheinander an der Wand. Wollte die nicht so schön gerade angeordnet da hängen haben und mag mein Bilderchaos eigentlich auch ganz gerne.
6 months ago
Hallo NeoSam,
ich finde es ist egal wer hier was einstellt,
viel wichtiger ist es doch ob es ein Thema ist was einen interessiert.
Und ich persönlich kann schon alleine an den Antworten was lernen !
mfg
Klaus
6 months ago
@ Pixel :
Im großen und Ganzen hast Du natürlich Recht . Aber es ist ja auch nicht so , daß das Hauptmotiv bei mir nur 1/4 der Fläche oder gar weniger ausmacht , aber ein Bißchen Raum drumherum habe ich schon gerne , das gibt mir einfach mehr Flexibilität . Und , wenn es auch wahrscheinlich eher unprofessionell ist , mache ich manchmal aus einem Foto 2 Bilder mit unterschiedlichem Schnitt , ja sogar einmal Quer-und einmal Hoch-Format . Aber "Professionalität" war auch noch nie mein Ziel , mir muß es einfach nur gefallen , unabhängig davon , ob es irgendwelchen theoretischen Ansprüchen genügt .
Fotografiere übrigens mit einer Nikon D70S mit 4 Wechsel-Objektiven und habe für den kleinen Hunger zwischendurch noch eine Minolta A200 .
Hatte vor Jahrzehnten mal ´ne analoge Kamera mit quadratischem Format , hat mir aber auf Dauer nicht zugesagt .
Allen , die`s lesen noch angenehme Feiertage wünscht Urgan
6 months ago
zunächst wünsche ich Euch ein "Frohes Weihnachtsfest".
Eigentlich beachte ich nur eine Regel .... nicht unterhalb der Knie schneiden.
#18
5 months ago
Die Frage nach dem Bildschnitt erübrigt sich, denn die Bildaufteilung ist so alt wie die Kunst selbst.

Sogar die Höhlenmalereien aus der Steinzeit haben den selben Aufbau wie moderne Fotografien.

Da hat sich noch nie etwas geändert und selbst die Urmenschen haben das rein instinktiv sehr gut gemacht.
Zunächst wünsche ich auch Allen ein frohes Fest und angenehme Feiertage.

@König Urgan
Ich habe tatsächlich auch schon das Format grundlegend geändert, aber nur in wenigen Ausnahmefällen. Grundsätzlich versuche ich schon mir vorher zu überlegen, ob ich lieber Hochformat oder Querformat möchte. Etwas Sicherheitsrand lasse ich auch ganz gerne, denn hinterher was weg schneiden ist kein Problem. Was man allerdings nicht hat, kann man meistens auch nicht her zauber. Ich guck aber schon, dass es ungefähr passt. Aber so geht jeder anders an die Sache heran und das ist schon spannend, wie unterschiedlich das doch gehandhabt wird.

@wk-photo @Bates
Durch Gelenke oder kurz unterhalb davon schneiden soll man ja nicht und in den meisten Fällen sieht es auch schlimm aus, allerdings gibt es auch da einige Ausnahmen. Sitzendes Model beispielsweise. Da wiederum finde ich es garnicht so dramatisch unterhalb der Knie zu schneiden. Aber grundsätzlich versuche ich auch solche Schnitte zu vermeiden.

@Peter Herhold
Da es ja durchaus mehrere Möglichkeiten gibt, erübrigt sich die Frage garnicht wie ich finde. Allein beim Format haben wir ja diverse Möglichkeiten und auch wie der Bildaufbau ist. Habe auch schon Models genau mittig im Bild platziert, obwohl das nicht dem Ideal entspricht. Sind trotzdem schöne Fotos geworden.
Dass man das instinktiv richtig macht, mag für viele gelten, wenn ich mir allerdings anschaue, was mir da auf Instagram und Co. mitunter so um die Ohren gehauen wird, muss man den Instinkt so mancher Mitmenschen doch schon anzweifeln.

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