Fotoshooting mit LED Dauerlicht / Daylight. Erfahrungen? 32

Hallo,

Hat jemand erfahrung, Fotoshooting mit LED Dauerlicht? z.B. Bereich von Teilakt, Alt

VG
5 months ago
Diesen Monat hatte ich mein erstes Experiment mit LED (Jinbei EF 200)
Beim ausprobieren habe ich mal völlig anders geshootet als sonst.
Normalerweise mache ich pro Shoot so ca 400 Fotos min 4 oder 5 Sets.
Diesmal alleine knapp 400 in einem Set ^^

Hab mir es extra schwer gemacht mit f 2.0 und zwischen Iso 100/200 und t 1/100 1/200
Licht an, Musik an , Model einfach mal frei zur Musik bewegen lassen und Cam per Dauerfeuer ausgelöst.
Auswahl dann hinterher.
Bei sowas ( Dauershoot plus f. 2.0) produziert man viel Auschuß weil Focus nicht sitzt oder Pose/Mimik
Blieb aber genug Auswahl übrig , die meinen Schärfeansprüchen genügten und die Fotos die Posen die sich ergaben wirken (IMHO) sehr natürlichen, entspannt.



Model fand es übrigens auch cool
:)
5 months ago
Ich fotografiere ebenfalls mit LED Dauerlicht. Hat den Vorteil das man sofort sieht wie das Licht sitzt und passt auch von der Farbwiedergabe. Das ist ein großer Vorteil wenn man das Model nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hat und nicht ewig mit der Lichtsetzung beschäftigt sein will. Allerdings reicht die Lichtstärke auch bei mir nur für Offenblende mit den bereits genannten Nachteilen. Fotos mit hohen ISO Werten fand ich bei meiner Kamera nicht so überzeugend.
Man kann die Lichtleistung auch nicht beliebig hoch schrauben da es sonst für das Model sehr unangenehm wird.
Ich selbst würde mich aber wieder für LED Licht entscheiden
5 months ago
Vom Blitzer zum Day,- LED,- Light ...

Ich habe wie fast jeder mit Blitzen begonnen, vom Systemblitz zum Studioblitz. Gerade zu Beginn war es ein sehr schönes arbeiten, man lernte viel über Lichtsetzung etc.
Heute arbeite ich fast ausschließlich mit Day,- LED,- Light und setze Blitzer nur noch für bestimmte Effekte zusätzlich ein. ( Einfrieren etc.. )

Meine Erfahrungen in der Peoplefotografie ist, das viele Models viel entspannter sind, fürchten nicht ständig so enorm geblendet zu werden ( Rückmeldungen der Models von unerfahrenen Fotografen ).
Da ich auch viel mit Kindern arbeite, so sind diese viel viel weniger anfällig in gegen das "erschrecken und weinen" wenn da, wie bei einigen Fotografen, plötzlich 3-5 Riesenblitzer mit 1000Ws losfeuern.

Das man mit Daylight nur noch mit hohen ISO-Werten und Offenblende arbeiten kann, kann ich so nicht bestätigen, auch die oft genannten Fehler bei der Farbwiedergabe habe ich noch nicht feststellen können. Auch der Ausschuss ist bei mir nicht größer als bei Blitz. OK das mag an meiner Arbeitsweise liegen, ich mache weder " Dauerfeuer noch einfach mal sehn Schüsse.. " Eben ein alter analoger ;-)

Es ist nun einmal wichtig, das man das Dauerlicht an die Umgebung anpasst.
Ein Blitz mit z.B. 400Ws ist ein völlig anderes ausleuchten als ein z.B. 200W/Std Dauerlicht.
Ein weiterer Vorteil ist das super schnelle ändern einer Lichtsituation. In wenigen Sekunden oder mit nur einem kleinen Handgriff bekomme ich ein völlig neu ausgeleuchtetes Model. Die Bestätigungen bekomme ich immer wieder in meinen Rückmeldungen.

Bei der Produktfotografie möchte ich das Dauerlicht nicht mehr missen, ein entspannteres Arbeiten ist kaum möglich, weil mich die Verschlusszeiten kaum berühren ob ich nun bei 1/2sec oder 2sec bin und ISO ... fester Wert von z.B. 200. Ich kann mich ganz und gar auf Schärfentiefe, Schattenspiele etc konzentrieren ... :-)

Trotzallem werden Blitzer (System / Studio) weiterhin ihre Verwendung haben.
5 months ago
Kann mich meinem Vorredner und anderem gesagten nur anschließen. Nur eins noch. Seitdem ich Dauerlicht verwende, gibts keine Stromschläge mehr!

In diesem Sinne, guten Rutsch.
#6
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5 months ago
Meiner Meinung nach ist genau das der Hauptvorteil bei Dauerlicht, es lässt sich sehr gut der Licht Schatten Kontrast einstellen. Zu harte Schatten lassen sich auch später in der Nachbearbeitung kaum noch ausbügeln. Gerade bei Verwendung mehrere Lichtquellen wird das einstellen der richtigen Lichtverhältnisse bei Blitzen zur Geduldsprobe.
#9
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#11
5 months ago
Also innen verwende ich fast ausschließlich Dauerlicht, aber auch draußen immer mehr. Bei Portraits bevorzugt Halogen oder entsprechend gefiltert, da dies ein besseres Hautbild ergibt.

Der große Vorteil von Dauerlicht ist die Präzision. Mit den Dedolights z.B. hat man die Charakteristik einer Punktlichtquelle und das ist mit Blitzen nicht zu erreichen - hab da viel experimentiert. Mit Blitzen nicht möglich, mit den Dedos spielend einfach. Damit funktioniert auch das >>wegleuchten<< von Tricks.
Ein weiterer Vorteil ist, je nach Leuchte, daß es kaum, bzw. kein relevantes Streulicht gibt. Evtl. wichtig bei kleinen Räumen - Ich habe letztens Portraits in meinem Wohnwagen gemacht und dabei so ausgeleuchtet, daß der Hintergrund komplett schwarz blieb. Das war problemlos möglich.

Der Nachteil ist der gigantische Energiebedarf, wenn man höhere Leistungen benötigt.

@HeuteEinKoenig
Welches Softbox-System genau hast Du verwendet? Die Charakteristik gefällt mir ausnehmend gut. Nicht zu hart und nicht zu weich.

@TO
Wenn Du mehr über Dauerlicht und die Möglichkeiten seiner Anwendung erfahren möchtest, empfehle ich Dir das Buch >>Die chinesische Sonne scheint immer von unten<< von Achim Dunker
Das Buch hat aber 2 Nachteile: erstens es ist staubtrocken und zweitens, es verleitet übel zum Basteln.

nur ein einziges 150 W Halogen-Dedolight


2x 150 W Halogen-Dedolights von links für den Weg, 1x DLED 4.1 für das Modell und 1x Ledzilla von hinten für den Lichtsaum - man kann so präzise ausleuchten, daß es keine kreuzenden Schatten gibt (beim nächsten mal würde ich aber das Modell etwas weicher im Körper ausleuchten)


etwa mehr wie hier, Hauptlicht ist hier ein Flächenstrahler


hier ist dann wirklich alles einzeln ausgeleuchtet:


und hier kam wieder die Ledzilla von hinten und als Hauptlicht wieder eine DLED 4.1
5 months ago
So schön das ganze System von Dedolight ( LED oder Halogen ) mit seinen ganzen Zubehör auch ist, hat es doch auch erhebliche Nachteile. Sicher die Aufsätze um Lichtkegel zu beeinflussen, hart oder weich zu stellen, Blendenwerkzeuge, Gobo-Halterungen etc; es macht Spass damit zu arbeiten.
Die Halogenausführungen werden echt sehr sehr heiß und die LED Ausführungen sind gegenüber den eh schon sehr teuren Halos nochmals um einiges teurer.
Ein Hobbyfotograf oder jemand mit kleinem Studio kommt da verdammt schnell an seine Budgetgrenzen.

Basteln? Warum nicht etwas Basteln. Manchmal ergeben sich Situationen wo man darauf zurückgreifen muss.
Nur weil sich einige Fotografen in früheren Zeiten etwas " zusammengebastelt " haben, gibt es heute die modernen Dauerlicht und Blitzsysteme. Ich selber "bastel" mir immer wieder etwas zusammen um das Licht zu bekommen welchen ich haben möchte. :-)
5 months ago
Ähm, das Basteln war nicht negativ gemeint. Genau das macht ja das Dauerlicht so interessant. Es war eher eine scherzhafte Warnung, denn wenn man da einmal Gefallen daran gefunden hat und sich daran gewöhnt hat, geht das ganz schnell ebenso in die Zeit und das Geld.

Die Hitzeentwicklung ist übrigens kein Problem, viele Modelle empfinden es durchaus als angenehm, von der Beleuchtung gewärmt zu werden, insbesondere bei Akt. Es vermindert auch diese Fleckenbildung an der Haut. Natürlich greift man als Photograph die ersten 2 mal an die falsche Stelle am Gehäuse und flucht, aber das lernt man dann (hoffentlich) schnell.
5 months ago
Interessante Diskussion - vielen Dank für die informativen Beiträge bisher.
Hat zufälligerweise jemand Erfahrung mit Manfrotto Lykos LED?
5 months ago
@Wanderphotograph
Wer nach der 2. oder 3. Brandblase nicht dazugerlernt hat ... *lol*

Stimmt, das "basteln" kann auch ins Geld gehen. :-)
#17
5 months ago
Mich würde mal interessieren, ab welchen Werten Ihr von:
Hoher ISO, und Offenblende sprecht.
5 months ago
Ich experimentiere mit einer LED-Werkstattlampe und lasse die Models das Licht führen. (siehe Ordner LED-Lampen-Shooting)
ISO 3200 entrauscht mit Lightroom, Blende zwischen 6 und 9
Einziger Beschiss: Hinterlicht mit schwächster Stufe von Aufsteckblitz...
5 months ago
Wenn ich auf Film im Mittelformat und Grossformat arbeite, reichen 1000 W Halogenlicht kaum. Da komme ich nur auf genügend Licht mit der Studioblitzanlage. Mehrere 1000 W Leuchten würden auch zuviel elektrische Energie fressen und in einem relativ kleinen Studio würde es sehr bald auch für ein nicht bekleidetes Modell zu warm. Ganz zu schweigen für den armen Fotografen, der unter dem Dunkeltuch das Mattscheibenbild einstellt.
Dabei ist alles über 100 ISO schon hoch und Blende 11 schon sehr weit offen.

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