Gestaltetes Shooting ... aber gestaltete Fotografie ? 44

1 week ago
Aus dem Begriff Bildkomposition entstand nun in meiner Umfrage zum Erlebnischarakter von Shootings die Frage, inwieweit eine Gestaltung auch eine Einwirkung auf das Motiv ist :
- Bei einer Sonnenuntergangsszene muß ich warten, bis eine schöne und passende, mir zusagende Wolkenstimmung entsteht - ich kann die Wolken nicht selber verschieben
- Beim Landschaftsbild kann ich nicht Bäume fällen und Wiesen mähen, um meinen Wunschblick zu erhalten
- Bei einer Stadtbild/Architekturszene kann ich nicht 3 Hochhäuser abreißen lassen, um die komplette Ansicht von Kirchturm samt Kirchenschiff in zentraler Seitenperspektive aufnehmen zu können

Die Bildkomposition ist also in vielen Situationen beschränkt ... doch wie ist es im Shooting ? Da ist eine Anpassung des Motivs an die Bildidee möglich ... das Model nimmt die gewünschte Pose ein.
Somit besteht doch ein Shooting auch in einer Einwirkung auf das Motiv - das ist doch ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen "Shootings" und anderen fotografischen Genres !?
1 week ago
Was verstehst Du genau unter "Shootings" und "Genres"?

Das sind natürlich zwei Paar unterschiedliche Schuhe ...
Ah es gibt also keine Landschafts, Architekturshootings (keine Ahnung wie die Bilder dann entstehen)
und natürlich kann ich Einfluss darauf nehmen durch Wahl des Zeitpunkts des Blickwinkels etc.

du kannst einen Model ja auch nicht die Beine brechen...

Und Shooting ist kein Genre sondern nur ein anderes Wort für ein fotografisches Unterfangen!


aber das wird ja eh wieder nur bla bla bla um bla bla bla zwecks bla bla bla...
1 week ago
@ Peter Herhold
Shootings sind Fotos, bei denen ein posierendes Model das (Haupt-)Motiv darstellt.
Andere Genres ... ja, das sind auch Tierfotos, Kinderfotos, Hochzeitsfotos. Das Brautpaarshooting wäre da noch am Ehesten der Bestandteil in der Hochzeitsfotografie, in dem Braut und Bräutigam wie Models posieren - gestylt und sich auf Regie in eine bestimmte Pose begebend.
Spielende Kinder oder Tiere ... sind auch beeinflußbar, werden aber nicht immer ganz vorbestimmt reagieren, während das Model ziemlich genau weiß oder zu wissen hat, welchen Ausdruck, welche Pose sie zeigen soll.
Dieses Einwirken und sich Einlassen ... das war auch, was ich im Rahmen des Erlebnisses berücksichtigt haben wollte, aber da nicht so hervortrat. Davon hätten natürlich insb. die Models mehr beisteuern sollen ...
Shooting ist kein Genre sondern nur ein anderes Wort für ein fotografisches Unterfangen!
1 week ago
@ A.F.
Alles, was keinen Menschen als Motiv zeigt, ist für mich kein Shooting, sondern eben Fotografie.

Und auch nur einen Teil der Personenfotografie würde ich als Shooting bezeichnen .... Reportagen sind i.d.R. keine Shootings, weil diese Menschen nicht posieren. Nur bei posierenden Menschen, die sich im Bewußtsein um das gleich von ihnen entstehende Foto in eine bestimmte Haltung und Mimik versetzen, rede ich vom Shooting ... aber man kann diesen Begriff natürlich auch ausweiten.
oder man nimmt den Begriff einfach als solchen wie er gemeint ist---


Aber du bist natürlich der der das der ganzen Welt vorgibt
du hast den Begriff auch sicher erfunden nehme ich an?

aber wie gesagt...wieder nur bla bla bla um bla bla bla zwecks bla bla bla...
1 week ago
Zitat: SEE so/easy/ey ...

Shootings sind Fotos, bei denen ein posierendes Model das (Haupt-)Motiv darstellt.
Andere Genres ... ja, das sind auch Tierfotos, Kinderfotos, Hochzeitsfotos

Das ist interessant. Man lernt in der "MK" immer wieder neue Definitionen hinzu!

Ich hätte es nicht für möglich gehalten und betrachte es als Unsinn, aber was für
den einen Menschen Unsinn ist, stellt eben des anderen Menschen Realität dar ...
1 week ago
@ Peter Herhold
Das sind die beiden Definitionen, die ich dazu fand ... "Shooting" ist so wie "Handy" ... das heißt im britischen Englisch mobile und im Amerikanischen cell phone.

Die Erklärungen und Beispiele erwähnen dazu professionelle Bildgestaltung für kommerzielle Aufträge, die Beiziehung eines Teams für Visagistik und Styling ... und eines oder mehrere Models.
Keine Rede ist dabei von Kindern, Schulklassen oder Hochzeitsgästen ...

https://www.wortbedeutung.info/Fotoshooting/

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fototermin
1 week ago
SEE so/easy/ey
Na ja, Deine Ausführungen in Nr. 1 mögen für einen klitzekleinen Teil der Modelfotografie gelten, nämlich für Studio-Aufnahmen mit frei arrangierbarem Raum. Sobald ein Foto ausserhalb des Studios entsteht ist die Bildkomposition ähnlich beschränkt wie bei anderen Aufnahmegebieten, wenn nicht sogar noch komplexer. Das kleine zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass nebst dem Fotografen eine zweite höchst bewegliche Bildkomponente (sprich das Model) in das starre und schwer beeinflussbare Umfeld integriert werden muss.

Persönlich handhabe ich das bei arrangierten Fotos so, dass ich erst den Bildaufbau resp. die grobe Kameraposition festlege, dann das Model in die gewünschte Pose dirigiere (wobei dann oftmals Anweisungen wie "schieb Deinen linken Fuss noch 3 cm nach rechts) o.ä. kommen. Dann folgt der Schritt, dass ich mich und meine Kamera akribisch genau ausrichte um letzte Fehler auszugleichen. Und ja, dann wird gewartet bis die Wolke richtig steht oder die Passanten vorbeigelatscht sind...

Ich empfinde das dann übrigens nicht als Hindernis im Bildaufbau sondern als zusätzliche und spannende Herausforderung. Übrigens einer der Gründe weshalb ich persönlich es mir nicht vorstellen kann Portraitaufnahmen im Studio mit Kamera auf Stativ zu machen.
1 week ago
Also Shooting ist für mich, wenn ich einen Termin zum Fotografieren habe, die Kamera in die Hand nehme und den Auslöser drücke. Aber ich hab mir nie einen Kopf darüber gemacht. Ich dachte das sei mehr oder weniger ein Anglizismus für 'Fototermin', weil es vielleicht geiler klingt.
Aber natürlich wird, egal wann wie und wo, ein Bild immer gestaltet. Unabhängig ob das jetzt Shooting oder sonstwie heißt. Auch die Müllbilder auf der Festplatte wurden, wenn auch weniger perfekt, gestaltet. Bei einem Composing (oje, Anglizismus Alarm!! ) fängt die Gestaltung selbstverständlich auch schon beim Shooting ( .. schon wieder: echt schlimm...) an.
1 week ago
@ fotozuma und t.spors
In meinem Startbeitrag schrieb ich von Sonnenuntergangsszene und Wolken sowie von Bäumen und Gebäuden ... kein Wort davon, daß dabei irgendein Mensch im Bild zu sehen sein würde.

Für mich ist es ziemlich normal, auch dann zu fotografieren, wenn vor der Kamera kein einziger Mensch zu sehen ist. Wäre es aber ein Sonnenuntergang mit der Silhouette eines posierenden Models davor ... ja, dann wäre noch mehr zu beachten und die Gestaltung der Aufnahme noch komplexer.
@ SEE so/easy/ey

Tja schön das du bei dem wikibeitrag
nicht zu ende zitiert hast...

Zitat
oder etwa Spezialisten für Food Styling mit dem entsprechenden Material, wenn es sich um Lebensmittelfotografie handelt.
Zitat Ende

Aber passt halt nicht in dein Weltbild!!!
1 week ago
Vielleicht der Gang der Dinge, aber in zunehmendem Maß werden manche Begriffe anscheinend anders interpretiert.
Ein Kamerabesitzer ist nicht gleich Fotograf.
Eine Frau, die vor einer Kamera steht oder liegt (oder in der MK auch gerne nur die Beine breit macht), ist nicht gleich Model.
Wer ohne bleibende Verletzungen einen Auslöser betätigen konnte, hat nicht gleich fotografiert.

Wo sowas ähnliches wie eine Grenze zwischen dem einen oder anderen verläuft... wer weiß.

Shooting ist lediglich, wenn das alles irgendwie zusammenkommt und jemand meint, dass die Welt das sehen muss.
1 week ago
Somit besteht doch ein Shooting auch in einer Einwirkung auf das Motiv - das ist doch ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen "Shootings" und anderen fotografischen Genres !?

Hä??? Ein Shooting ist doch kein Genre.
Und in praktisch jedem Bereich der Photographie gibt es mehr oder weniger starke, und mehr oder weniger direkte Eingriffe ins Motiv. Und natürlich gibt es auch in jedem Bereich Puristen, die jeglichen Eingriff ablehnen.
Das ist bei Stilleben so - genauer gesagt, dort sind die Eingriffe wohl mit am größten, das ist bei der Architekturphotographie so, und das ist bei der Naturphotographie so usw.

Es ist wie bei allen Spielarten, nur eine Frage des Aufwandes und wie weit man bereit und in der Lage ist, diesen zu betreiben. Das beginnt mit der Auswahl der geeigneten Kameras und endet noch lange nicht im Bau von Kulissen. Und künstliche Ruinen sind jetzt auch nicht gerade eine neue Erfindung.
Und die Genres sind auch nicht scharf getrennt, sondern gehen fließend ineinander über oder werden fröhlich gemixt. Manchmal ist ein Gebäude nur eine Kulisse für Modelle und manchmal sind ein oder mehrere Modelle die Staffage für Architekturphotographie und manchmal ist beides gleich wichtig.
... und manchmal ist beides auch nur die Staffage für einen Autoprospekt ...

Für mich stellt sich also die Frage: Was willst Du uns mit der obigen Behauptung sagen?
1 week ago
@ A.F. - Fotodesign
Im Gegensatz zu vielen anderen Wiki-Artikeln ist dieser doch sehr rudimentär, aber gut ... wie auch immer "Shooting" und "Fotografie" definiert sein mögen, ja das Fotografieren eines "frutti-di-mare"-Tellers mit Shrimps und Tintenfisch kann als "seafood shooting" bezeichnet werden.
@ Thomas Doering
Danke ! Nach meinem Verständnis ist "Shooting" der kleinere Teil innerhalb des großen, umfassenden Begriffs Fotografie. Wer eine Kamera vors Auge hält und diese auslöst, fotografiert (oder knipst) ... aber - wie Du schriebst - wenn alles zusammenkommt, ist es ein Shooting.
@ Wanderfotograf
Klar, stimmt, beim Stilleben ist der Eingriff am Größten ... der Teller wird so lange hin und her bewegt, bis das optimale Bild ermöglicht wird. Aber der Teller ist ein Gegenstand, und das Essen darauf stammt von bereits geschlachteten Tieren, sofern es nicht vegan ist. Eine direkte Einwirkung unter Willensbeeinflussung findet da also nicht statt. Und Bäume oder Häuser können auch keine Willensentscheidung in Bezug auf das fotografiert werden treffen, ebenso auch nicht Schilfhalme und Gestrüppäste. Für ein Model macht es aber sicher einen Unterschied, ob es auf dem Fenstersims der 5. Etage balancieren soll oder relaxed im Sessel fotografiert wird, und verknüpft damit auch Gedanken und Gefühle.
1 week ago
Für mich ist die Interaktion mit dem Model der Grund, weshalb ich People-Fotografie betreibe. Ein Purist könnte meinen, dass ich die Realität verfälsche, weil ich die Bildaussage lenke. Aber mir geht es nicht um ein bloßes Spiegeln, sondern tatsächlich um das Zusammenwirken zweier Menschen.
SEE so/easy/ey
Zitate aus #1:
"- Bei einer Sonnenuntergangsszene muß ich warten, bis eine schöne und passende, mir zusagende Wolkenstimmung entsteht - ich kann die Wolken nicht selber verschieben"
Die Wolken sind nicht das einzige Element auf dem Bild! Die Landschaft, die Linien, Gebäude usw... sind alles Elemente die man durch den Standort und den Aufnahmewinkel stark beeinflussen kann.

"- Beim Landschaftsbild kann ich nicht Bäume fällen und Wiesen mähen, um meinen Wunschblick zu erhalten"
Eine Landschaft hat Elemente, wie Bäume, Sträucher, ggf. Gebäude usw... die man auch wieder durch den Standort und den Aufnahmewinkel stark beeinflussen kann. Bäume fällen und mähen sind Unsinn und hat nichts mit einem Wunschbild zu tun. Die Herangehensweise und der Anspruch sind völlig anders. Sprich mal mit einem Landschaftsfotografen.

"- Bei einer Stadtbild/Architekturszene kann ich nicht 3 Hochhäuser abreißen lassen, um die komplette Ansicht von Kirchturm samt Kirchenschiff in zentraler Seitenperspektive aufnehmen zu können"
Der gleiche, sorry, Schmarrn. Hier ist der Fotograf gefragt die richtigen Perspektiven umzusetzen. Hier gibt es, wie bei den anderen beschriebenen Genres auch, keinen Wunsch, sondern Gegebenheiten mit denen man umgehen und komponieren muss. Der Wunsch einer nicht vorhandenen Perspektive entsteht überhaupt nicht.

"Die Bildkomposition ist also in vielen Situationen beschränkt ... "
Nein, die beschränkte Situation ist der Ausgangspunkt der Komposition.

... und dann gibt es noch die Studiofotografie wo man jedes Detail beeinflussen kann. Dazu zählt im weitesten Sinne auch das Stillleben.
#19
1 week ago
Bei einem Portrait /People Aufnahme im urbanen Umfeld ist die Lokation immer Teil der Bildidee und dann kann ich auf vieles bzw. alles wesentliche Einfluß nehmen.

Bei einer Bild-Reportage ist das anders. Da muss ich im Hinblick auf die Perspektive und Entfernung ggfs mit Veränderung der Brennweite schnell reagieren können, um zu vermeiden, dass der gähnende Opa, eine Glatze im Hintergrund oder das Verkehrschild über dem Kopf, vom wesentlichen im Bild ablenken. Zum Teil habe ich aber auch hier Einflußmöglichkeiten durch Kommunikation.

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