Discussion: Quo vadis Model-Fotografie 248
2 days ago
"Sowas kann KI vielleicht nachahmen, aber die originellen Bildfindungen eben nicht."
Die Idee für ein Bild muss man erstmal selber haben, mit welchem Werkzeug man sie dann umsetzt ist doch sekundär und sei es mit Pinsel und Leinwand.
Die Idee für ein Bild muss man erstmal selber haben, mit welchem Werkzeug man sie dann umsetzt ist doch sekundär und sei es mit Pinsel und Leinwand.
#242Report
2 days ago
Ich stimme Marcello komplett zu. Sollte KI einen Weg finden innovativ zu werden, steht auch der künstlerische Sektor vor enormen Schwierigkeiten. Denn dann könnte es sein, dass der Künstler von KI inspiriert wird und nicht anders herum. Und auch das wird passieren, schneller als wir denken. Die Ethik in der Fotografie hat ohnehin nur noch wenig Daseinsberechtigung.
Was ich aber faszinierend finde, ist der Aspekt, dass immer große Namen in der Fotografie gewertschätzt werden und nicht die Idee, Kunst oder Umsetzung als solche. Vielleicht, weil es nur Wenige überhaupt erkennen?
Was ich aber faszinierend finde, ist der Aspekt, dass immer große Namen in der Fotografie gewertschätzt werden und nicht die Idee, Kunst oder Umsetzung als solche. Vielleicht, weil es nur Wenige überhaupt erkennen?
#243Report
2 days ago
#241: Nun gut, man kann sagen, dass das aleatorische Vorgehen eine Technik ist. Und damit behaupten, dass dabei das ''gute Bild'' der Technik geschuldet ist. Meinetwegen. Aber das ist sicherlich extrem entfernt von dem Regelkanon, den hier viele als handwerkliche Voraussetzung für ein gutes Bild verstehen. Und ich vermute, dass Mainpics Beispiel eben darauf abzielt.
(Mein Kommentar hat sich mit Mainpics #243 überschnitten.)
(Mein Kommentar hat sich mit Mainpics #243 überschnitten.)
#244Report
2 days ago
@SHUTTERWORK:
Die Idee für ein Bild muss man erstmal selber haben, mit welchem Werkzeug man sie dann umsetzt ist doch sekundär und sei es mit Pinsel und Leinwand.
Großzügig geschätzt gibt es vielleicht alle fünf Jahre eine wirklich neue fotografische Idee.
Alles andere ist letztlich nichts anderes als das Nutzen vorhandener Ideen, die neu umgesetzt und neu zusammengesetzt werden. (Was die so entstandenen Fotos nicht schlecht macht, und nicht wertlos, durchaus nicht.)
Und da sollte man besser nicht glauben, daß die "KI" das nicht in absehbarer Zeit ziemlich gut können wird...
#245Report
2 days ago
#243: ''Was ich aber faszinierend finde, ist der Aspekt, dass immer große Namen in der Fotografie gewertschätzt werden und nicht die Idee, Kunst oder Umsetzung als solche. '' Der Stil der betreffenden Kunst wird zum Synonym der Künstlernamens. Das verselbständigt sich dann manchmal bizarr zu einer fast kunstunabhängigen Ungefähr-Vorstellung (z.B. Picasso). Darüber kann das Verständnis der betreffenden Kunst verloren gehen.
#245: Auch bei Wiederverwertung von Ideen wird der originäre Eigensinn oft gering geschätzt. Es ist fraglich, wieviel reizvollen Eigensinn die KI wird entwickeln können. Die Behauptung ''war alles schon mal da'' übersieht meist das, was wirklich spannend ist/sein kann. (Das kann sogar im handwerklich Technischem gelten.) Ich fand diese Position schon immer billig.
#245: Auch bei Wiederverwertung von Ideen wird der originäre Eigensinn oft gering geschätzt. Es ist fraglich, wieviel reizvollen Eigensinn die KI wird entwickeln können. Die Behauptung ''war alles schon mal da'' übersieht meist das, was wirklich spannend ist/sein kann. (Das kann sogar im handwerklich Technischem gelten.) Ich fand diese Position schon immer billig.
#246Report
2 days ago
#246 Dein zweiter Aspekt ist ein Klassiker. Innovation muss nicht immer etwas bahnbrechend Neues sein. Es können auch infinitesimale Veränderungen sein, die eine große Wirkung entfalten. Das ist das Hauptproblem unserer Wirtschaft. Kaum einer versteht Innovation, kaum eine Firma versteht wirklich Innovations-Management. Der Fisch stinkt vom Kopf.
In der Fotografie sehe ich immer wieder wunderbare Arbeiten, die in der Masse untergehen, wie vieles, die insbesondere keine Wertschätzung bekommen, weil keine Promi Gegenstand der Abbildung war oder der Künstler kein Fanclub hat.
Andersherum werden wir in den Medien mit Mist geflutet, die von Erzeugern kommt, die eine große Fangemeinde mit sich führen. Das haben eben die neuen Medien so an sich. Um so mehr schätze ich wieder physische Ausstellungen, egal in welcher Form. Gerade auch weil man dort mit dem Urheber in den Dialog gehen kann.
In den sozialen Medien schreibe ich auch häufig Personen an und gehe in den Dialog. Das ist sehr erfrischend. Die Resonanz ist durchweg positiv.
In der Fotografie sehe ich immer wieder wunderbare Arbeiten, die in der Masse untergehen, wie vieles, die insbesondere keine Wertschätzung bekommen, weil keine Promi Gegenstand der Abbildung war oder der Künstler kein Fanclub hat.
Andersherum werden wir in den Medien mit Mist geflutet, die von Erzeugern kommt, die eine große Fangemeinde mit sich führen. Das haben eben die neuen Medien so an sich. Um so mehr schätze ich wieder physische Ausstellungen, egal in welcher Form. Gerade auch weil man dort mit dem Urheber in den Dialog gehen kann.
In den sozialen Medien schreibe ich auch häufig Personen an und gehe in den Dialog. Das ist sehr erfrischend. Die Resonanz ist durchweg positiv.
#247Report
1 day ago
@MAINPics:
In der Fotografie sehe ich immer wieder wunderbare Arbeiten, die in der Masse untergehen, wie vieles, die insbesondere keine Wertschätzung bekommen, weil keine Promi Gegenstand der Abbildung war oder der Künstler kein Fanclub hat.
Das ist eine Frage der oberflächlichen Bewertung.
Erinnert mich daran, daß ich mal kurz nachdem ich anfing, Regionalsport zu fotografieren, ein absolut geniales Foto von drei Fußballspielern im Kopfball-Duell gemacht habe. Wäre es bei einem Bundeliga-Spiel entstanden, hätte ich eine Stange Geld damit verdienen können. Leider war es nur ein Jugendliga-sowieso-Spiel. Und drei außerhalb des unmittelbaren Umfeldes völlig unbekannte Spieler.
Hätte einer der drei später dann Fußball-Karriere gemacht, hätte sich das sofort geändert - dann hätte es als "XYZ noch als Jugendspieler" einen erheblichen Wert bekommen. So war es eine sehr brauchbare Arbeitsprobe, wenn ich mich irgendwo hätte für den Bereich "Sport/Fußball-Fotografie" bewerben wollen.
Aber das ist immer wieder so, in allen möglichen Zusammenhängen. Ein Bild, das einen nachdenklich-verzweifelten oder total in sich gekehrten oder völlig exaltierten Kanzler-Kandidaten zeigt, also ein richtig gutes Bild vom "Menschen Kanzlerkandidat" - das wird anders gesehen und anders bewertet als ein Bild exakt gleicher Qualität vom Kandidaten für den Vereinsvorsitz beim Kaninchenzüchter-Verein Rammler Krähwinkel e.V.
Das liegt vor allem auch am Interesse, das der Betrachter dem Subjekt der Aufnahme entgegenbringt. Und dieses Interesse am Inhalt lässt sich gerade bei Menschenfotografie nicht von der Person des Abgebildeten trennen. Aber auch in anderen Zusammenhängen gilt das. Und das ist eigentlich... irgendwie fies.
Jeder halbwegs begabte Fotograf kann mindestens ein paar richtig tolle Fotos aus New York mitbringen. Bei denen die Betrachter sagen: "Wow!"
Aber mach mal eine Bildstrecke über Hennstedt-Ulzburg, bei der Betrachter, die keine besondere Verbindung zu diesem Nest haben, sagen: "Wow!"
Das muss man erstmal hinkriegen... Da zeigt sich der wirkliche Könner. (Ich habe einen Haufen guter Fotos von allen möglichen spannenden Orten auf dieser Welt mit nach Hause gebracht, und mit einigen davon bin ich, bei aller Bescheidenheit, richtig zufrieden. Aber es ist mir in mehr als 40 Jahren immer noch nicht gelungen, dieses verdammte Nest so zu fotografieren, daß ich schon mal sagen möchte: "Jau - das isses!" Dabei liegt's gleich um die Ecke...)
#248Report
Topic has been closed






Ich würde den zusätzlichen Aspekt verneinen. Das "verdorbene" Bild gehört dann in meine Kategorie "Zufall" und die weiteren in mein "gezielt" eingesetzt. Der dazwischen liegende Lerneffekt offenbart und erfordert das "handwerkliche Können". Und ohne die Arbeiten der hier und im Nachbarthread genannten Persönlichkeiten zu kennen, behaupte ich, dass deren Stile allenfalls in den Anfängen Zufallsprodukte waren.