Selbsständige Fotografen-wie habt Ihr das gemacht? 55

29.10.2007
Original von TomBichler
Um das wirklich sinnvoll umzusetzen, sollte er aber den PR-Text, resp. die ganze Reportage in Wort und Bild gleich zusammen liefern, nebst Detailinformationen und Hand und Fuß.

Wenn er's denn kann. Nicht jeder gute Fotograf ist auch ein begnadeter Schreiber, so wie ja auch nicht jeder gute Schreiber ein begnadeter Fotograf ist. (Meistens ist's eher nicht so.) Da muß man sich dann mit einem guten Schreiber zusammentun, das ist natürlich optimal.

Allerdings ist das im lokalen und regionalen Bereich nicht wirklich so wichtig - die wenigsten PR-Fotos bringen umfangreiche Texte mit. Ein bißchen Bildunterschrift, und das war's. Gerade in dem von mir angesprochenen Bereich (Anzeigenblätter) tun's die Fotos auch allein.

Hinzu kommt: einen Text aus den Fingern saugen kann sich der Redakteur eines Anzeigenblattea auch am Schreibtisch. Kostet nichts, bzw. nicht viel. Kostenfaktor sind die Fotos, und wenn da die örtliche Wirtschaft mit kostenlosem PR-Foto-Material dient, dann wird das gern genommen.
29.10.2007
Original von Daniel Mangatter *model-for-a-day.de*
Muss man als Fotograf zwangsweise für die Presse arbeiten ... ??
Ich denke es gibt auch genug anderes Potential und Märkte .
l

Nein. Aber es fragte nach dem Bereich...

Und letztlich gilt das Gesagte vom Grundsatz her auch für alle anderen Bereiche der Fotografie.
[gone] Engelshaut...says good bye!
29.10.2007
...es kommt auch drauf an, wie der markt regional "bestückt" ist. die heimische szene sollte man kennen und einschätzen, ob man sich in dieser behaupten kann. das bezieht sich allerdings auf den dienstleistungsbereich. die freien bei den zeitungen haben es seit jahren schon nicht leicht. das ist nicht erst seit dem digitalen zeitalter so....
Tom. Ich muss Dir widersprechen, was Deine Aussage betrifft, dass man von der reinen Pressefotografie nicht leben kann. Kommt jetzt natürlich darauf an, welches materielle Lebensniveau man wünscht. Ich fotografiere für 4 lokale Tageszeitungen und seit Ende der 80-er habe ich angefangen dies rein professionell zu betreiben. Ja, damals noch mit Dunkelkammer und so. Es geht also schon, aber ist wie bereits erwähnt schlecht bezahlt, weshalb ich derzeit daran arbeite ganz auf jenen von Dir beschriebenen Dienstleistungsbereich umzuschwenken und dabei auch Studiofotografie anzubieten. Aber wie gesagt, man kann schon davon leben, muss aber schon klotzen.
29.10.2007
Hallo Daniel

es gibt fast unbeschränkt viele Märkte. Vom outdoor Heftchen bis zur Architekturzeitschrift.
Wenn Du an Expeditionen teilnimmst, dann kannst Du mal da mal dort Bilder verkaufen. Von Orten, wo nicht jeder Depp hinkommt und der Fotohelikopter zu teuer ist. Für ungefähr 10% dessen, was man haben müsste. Ich versuche dann so einen Mix, einen Beitrag an die nächste Reise zu kriegen und oder ein neues Ausrüstungsteil zum testen mitzunehmen. So gibt es vielleicht ein paar Dukanten mehr.
Wenn ich irgendwo die von mir geplanten Häuser publizieren will, dann kommt der Verleger und sagt: Hör mal, wir brauchen noch Bilder vom Haus. Guck mal, dass ich die am Samstag habe........ Von bezahlen hatte der nichts gesagt.
Aber wie viele schon mitteilten: Es gibt Möglichkeiten, sie sind rar, Du musst was können, Du musst permanent an der Arbeit sein können, Du musst jemanden haben, die/der Dich begleitet. Sonst geht es nervlich nicht. Und eine Lebenspartnerin, die den langen Beginn mitträgt - und mal ein Stück Brot und ein Glas Wasser rüberschiebt.

Lass Dich aber nicht entmutigen.
Heiner


Original von Daniel Mangatter *model-for-a-day.de*
Muss man als Fotograf zwangsweise für die Presse arbeiten ... ??
Ich denke es gibt auch genug anderes Potential und Märkte .

Daniel
... ich sehe ihn unter diesen umständen bereits jetzt am hungertuch nagen und empfehle ihm dringenst ein altes bettlaken auf zu heben, damit er wenigstens was zum kauen hat ...



Original von TomRohwer
[quote]Original von TomBichler
Um das wirklich sinnvoll umzusetzen, sollte er aber den PR-Text, resp. die ganze Reportage in Wort und Bild gleich zusammen liefern, nebst Detailinformationen und Hand und Fuß.

Wenn er's denn kann. Nicht jeder gute Fotograf ist auch ein begnadeter Schreiber, so wie ja auch nicht jeder gute Schreiber ein begnadeter Fotograf ist. (Meistens ist's eher nicht so.) Da muß man sich dann mit einem guten Schreiber zusammentun, das ist natürlich optimal.

Allerdings ist das im lokalen und regionalen Bereich nicht wirklich so wichtig - die wenigsten PR-Fotos bringen umfangreiche Texte mit. Ein bißchen Bildunterschrift, und das war's. Gerade in dem von mir angesprochenen Bereich (Anzeigenblätter) tun's die Fotos auch allein.

Hinzu kommt: einen Text aus den Fingern saugen kann sich der Redakteur eines Anzeigenblattea auch am Schreibtisch. Kostet nichts, bzw. nicht viel. Kostenfaktor sind die Fotos, und wenn da die örtliche Wirtschaft mit kostenlosem PR-Foto-Material dient, dann wird das gern genommen.[/quote]
Original von Daniel Mangatter *model-for-a-day.de*
Muss man als Fotograf zwangsweise für die Presse arbeiten ... ??
Ich denke es gibt auch genug anderes Potential und Märkte .
Daniel


Tja, in diesem Forum läuft's komischerweise immer auf "Pressefotografie" oder
eben "Portrait/Hochzeit/Kindergartenknipser" 'raus.

- Dass man als "Profi" nach jahrelanger Assistenz in die Selbstständigkeit einsteigt will offenbar hier niemand wahrhaben. (Zumindest im Bereich Fashion oder auch Werbefotografie)

Für eine sinnvolle Diskussion müsste man erstmal wissen in welchen Bereich der Fotografie du einsteigen willst.
Ansonsten ist das wie "Ich will Maler werden" und du bekommst nur Tips für
"Maler&Anstreicher + Tapezierer".

Michael R.
29.10.2007
fotograf wird man nicht um reich zu werden dann wird man lieber ingeneur.
@Micha19 ...

Eigentlich ist es ja auch egal auf was es hinausläuft. Ob man nun
Presse-, Hochzeits- oder Kindergartenfotograf wird, am Ende sollte Mann/Frau vorher den Plan haben wo man hin will.
(Wobei Presse und Kinder , wäre bei mir das letzte was ich machen wöllte) .

Nur wenn man weiss was man möchte und sich dann gezielt vermarktet und auch nicht unter Wert verkauft , wird sich der Erfolg einstellen.
Alles andere ... naja ... wird wohl zum Sterben zuviel und zum Leben zu wenig einbringen.

Daniel
[gone] Engelshaut...says good bye!
29.10.2007
@micha19: ...wieso bezeichnest du dienstleister als " knipser"? siehst du nicht mehr durch? jeder, der regelmäßig mit kids oder hochzeitspaaren arbeitet, weiss was da dran hängt. und mit verlaub, deben diese aufnahmen gehen durch viele hände und müssen viele geschmäcker treffen. erstmal machen, dann beurteilen...
Original von Oign (München)
fotograf wird man nicht um reich zu werden dann wird man lieber ingeneur.


- Stimmt!
Ich hab' zu meiner Assizeit öfters einem Münchener Fotograf assistiert, der nach eigener Aussage sehr gut Kochen konnte, da er selbst während seiner - z.T. karg bezahlten - Assistenzjahre in New York und zuletzt Hollywood kein Geld hatte
die Mädels zum Essen einzuladen! :-)

------- Zurück in Deutschland/München dauerte es aber nur wenige Wochen und er hatte genügend Jobs für "Hochglanzzeitschriften".
29.10.2007
ja so ist es bei den hochglanzzeitschriften, man muss nur bei einem bekannten modefotografen eine zeitlang kaffe gekocht haben, schon bekommt man die jobs.
29.10.2007
------- Zurück in Deutschland/München dauerte es aber nur wenige Wochen und er hatte genügend Jobs für "Hochglanzzeitschriften".


Das gehört immer dazu. Im richtigen Monat, am richtigen Wochentag, zur richtigen Zeit mit der richtigen Begleitung am richtigen Ort zu sein gibt Aufträge.
Da braucht man auch eine gute Nase, das richtige Benehmen, die richtige Einschätzung des Selbstvertrauens.
Ich lebe seit 20 Jahren als Architekt so. Und habe noch nie zweimal das selbe gemacht.

Und wegen Geld verdienen: Ingenieur werden. Nö, Jurist oder Ökonom.

Heiner
29.10.2007
ich sage euch, model sollte man werden,

die gagen die die mädels hier verlangen hätte ich auch gerne.

;-))
Im Eingangsthread wurde explizit die Pressefotografie erwähnt, deshalb auch die entsprechenden Kommentare.
Der Markt ist absolut überlaufen, weil heute vielfach nicht mehr das Können zählt, was dem einen oder anderen überhaupt nicht abgesprochen werden soll, aber die wesentliche Frage ist sehr oft: Wer macht es billiger? Und es findet sich immer jemand, der Startangebote unterhalb der Grasnarbe (unterhalb eines betriebswirtschaftlich vertretbaren Nveaus) macht, den man nach einem Jahr als Kurierfahrer wiedertrifft, der aber erst einmal den Markt gestört hat.
Und wer denkt, Kindergartenfotografie sei eine Klackssache, der soll mal eine Weile versuchen, von dem Geld ernsthaft zu leben.
@Wolfgang ... du bist doch niedergelassener Fotograf ... plauder doch mal aus dem Nahkästchen was man machen soll um Erfolg zu haben.

LG Daniel
Original von Oign (München)
ja so ist es bei den hochglanzzeitschriften, man muss nur bei einem bekannten modefotografen eine zeitlang kaffe gekocht haben, schon bekommt man die jobs.

Etwas mehr als Kaffekochen sollte es schon sein.
Die Assistenz bei namhaften Fotografen bringt nicht selten mehr als ein paar
drittklassige Kunden im Potfolio. (längerfristig, nicht Tagesjobs als "Humper")

- Wie man fotografiert sieht der Kunde in der Mappe.
Das erforderliche KnowHow, Erfahrung oder Organisation erwirbt man sich
eben als "Erstassi" oder als Selbstständiger Modeassi. Und das kann
dauern.
29.10.2007
du wirst kein assi bei einem starfotografen wenn du nichts draufhast.

und man fängt nun mal nicht als erstassi an, da muss man sich auch hocharbeiten.

und drittkalssige kunden zahlen auch ihre rechnungen, erstklassige kunden können und wollen sich starfotografen leisten.
Also eines steht mal fest, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ein Wille heißt, sich einsetzen, Engagement zeigen. Was wegen der Preise hier erwähnt wurde, sollte allerdings natürlich ein Thema sein: Den Verlegern nicht weiter Gründe liefern, noch weniger zu bieten, weil es genügend gibt, die etwas anbieten. Andererseits muss auch gesagt werden, dass jeder, der meint fotografieren zu können nicht unbedingt weiß, was auf dem Markt tatsächlich verlangt wird. Das soll sich nicht auf jemanden im Speziellen beziehen, aber ein Hinweis zur selbstkritischen Reflexion des eigenen Fotografiehandwerks sein.


Original von Daniel Mangatter *model-for-a-day.de*
@Wolfgang ... du bist doch niedergelassener Fotograf ... plauder doch mal aus dem Nahkästchen was man machen soll um Erfolg zu haben.

LG Daniel
29.10.2007
aber es stimmt schon, assistenz gehört zur ausbildung dazu, und bei einem starfotografen fällt eher ein job ab als bei einem der nicht weiss wie er über die runden kommen soll.

ich will meine assizeit nicht missen. da habe ich gemerkt dass modefotografie nicht mein ding ist.

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