Muss ich Aufforderung nach dem Löschen meiner SD Karte folgen ? 178

Folgender Sachverhalt:

Shooting findet wie sich herausstellt auf privatem Grund statt.
Security kommt und untersagt zum einem das weitere Shooting und verlangt zusätzlich das Löschen/Formatieren meiner SD Karte in der Kamera.

Muss ich dem Löschen der Karte folgen ?
3 weeks ago
Moin...

würde ich nicht außer...

- Du hast die Security fotografiert
- es war deutlich gekennzeichnet, das es Privatgrund ist - Sprich Du bist durch einen Zaun geklettert oder drüber.
- es war deutlich ein Schild angebracht das Fotografieren auf dem Gelände verboten ist.
- Du hast Sicherheitsrelevante Bauwerke fotografiert.
3 weeks ago
Wen meinst du mit Fragezeichen?
3 weeks ago
Manche "Security" überschreitet ihre Befugnisse deutlich. Die Menschen, die dort arbeiten sind oft bei der Polizei rausgeflogen. Es kommt auf die Umstände an - im Zweifelsfall hilft das Rufen der echten Polizei. Das kann natürlich nach hinten losgehen, wenn man vorher mehr oder weniger gewaltsam auf privaten Grund eingedrungen ist (o.ä.). Leider fehlen ja (wie so oft) wichtige Fakten bei der Frage - auch wenn sie vielleicht fiktiv ist.
#5
3 weeks ago
Klingt schon mal komisch: "privater Grund, wie sich herausstellt"? Was dachtest du, was es ist? Öffentlicher Grund auf dem eine Security rumläuft? Aber sei's drum. Auch die "echte Polizei" verlangt manchmal das löschen der SD-Karte, was sie auch nicht darf. Du darfst die Bilder aber ohnehin nicht veröffentlichen, dann könntest sie auch löschen. Bevor ich mich schlagen lasse von der Security, würde ich sie löschen. Ansonsten den Rest schriftlich regeln. Ob mir die Bilder auf meiner SD aber die Schreiberei wert sind und vielleicht auch noch die Anwaltskosten? Manchmal gibt der Klügere einfach nach.
3 weeks ago
Muss ich dem Löschen der Karte folgen ?

Nein. Jedenfalls nicht ohne Gerichtsbeschluss, der das anordnet.

Du hast Sicherheitsrelevante Bauwerke fotografiert.

Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das das fotografieren "sicherheitsrelevanter Bauwerke" verbietet.

Es gibt den §109g StGB, "Sicherheitsgefährdendes Abbilden"

(1) Wer von einem Wehrmittel, einer militärischen Einrichtung oder Anlage oder einem militärischen Vorgang eine Abbildung oder Beschreibung anfertigt oder eine solche Abbildung oder Beschreibung an einen anderen gelangen läßt und dadurch wissentlich die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder die Schlagkraft der Truppe gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Wer von einem Luftfahrzeug aus eine Lichtbildaufnahme von einem Gebiet oder Gegenstand im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes anfertigt oder eine solche Aufnahme oder eine danach hergestellte Abbildung an einen anderen gelangen läßt und dadurch wissentlich die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder die Schlagkraft der Truppe gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in Absatz 1 mit Strafe bedroht ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) Wer in den Fällen des Absatzes 1 die Abbildung oder Beschreibung an einen anderen gelangen läßt und dadurch die Gefahr nicht wissentlich, aber vorsätzlich oder leichtfertig herbeiführt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Die Tat ist jedoch nicht strafbar, wenn der Täter mit Erlaubnis der zuständigen Dienststelle gehandelt hat.

Grundvoraussetzung ist immer eine Gefährdung der "Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" oder der "Schlagkraft der Truppe".

Das ist z.B. nicht ansatzweise erfüllt, wenn man eine Kaserne von außen oder ein Kriegsschiff im Hafen (oder auf See) fotografiert.
3 weeks ago
derMarc
Selbstverständlich gibt es Security, die auf öffentlichem Grund herumläuft. So gibt es beispielsweise Fußgängerzonen, wo sich Ladenbesitzer zusammengeschlossen haben, um eine Security zu finanzieren, die "auf das Quartier aufpasst"
3 weeks ago
Wenn man sich auf privates Gelände begibt, auch durch ein geöffnetes Tor, ist das fotografieren untersagt. Außer man fragt zuvor die Besitzer.
Eigentlich ganz einfach.

Nö. Nicht mal ansatzweise.

Wer z.B. ein privates Gelände betritt, weil er ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung dort gemietet hat, darf in diesen Räumen fotografieren bis die Schwarte kracht. Er hat schließlich das Hausrecht, und ein vertragswidriger Gebrauch ist das auch nicht.

Wer möchte, daß Personen, die sich legal auf seinem Grundstück befinden, dort nicht fotografieren, muss das sagen. Sagt er es mit einem Schild am Eingang z.B., wäre es Hausfriedensbruch, wenn man's trotzdem macht.

Sagt man es nicht vorher, kann man es dann, wenn man es merkt, untersagen, und wenn der Betreter sich nicht dran hält, kann man ihn des Geländes verweisen.

Im Wald, der oft auch privates Gelände ist, kann man das genausowenig untersagen wie auf einem nicht eingezäunten Acker, wo man sich zu bestimmten Jahreszeiten ja auch aufhalten darf, ohne den Bauern fragen zu müssen.
Zum Ort, diese Beschreibung trifft es ganz gut:
"So gibt es beispielsweise Fußgängerzonen, wo sich Ladenbesitzer zusammengeschlossen haben, um eine Security zu finanzieren, die "auf das Quartier aufpasst" "

Tom Rohwer Nein. Jedenfalls nicht ohne Gerichtsbeschluss, der das anordnet. - Hast du dafür vielleicht eine Rechtsprechung ?
3 weeks ago
eckisfotos Auf öffentlichem Grund hat die Security aber wenig zu melden, wenn sie von Ladenbesitzern angeheuert wurde. Dafür muss ich mich eben auf dem Grund der Ladenbesitzer befinden, das merkt man eigentlich.
#12
3 weeks ago
lechiam Eben, da kann man sich aber dann denken.
3 weeks ago
Auch die "echte Polizei" verlangt manchmal das löschen der SD-Karte, was sie auch nicht darf. Du darfst die Bilder aber ohnehin nicht veröffentlichen, dann könntest sie auch löschen.

Nun ja.
Wenn man es nicht löscht, kann man sich hinterher streiten, und wenn man bei dem Streit dann Erfolg hat, hat man noch die Bilder.
Löscht man, streitet sich anschließend und hat dabei Erfolg, hat man zwar den (Rechts-)Streit gewonnen, aber keine Bilder mehr.

Ende der 1970er Jahre, als ich anfing, als Fotoreporter viel auf Demonstrationen zu fotografieren, habe ich zu Hause geübt, schnell und unauffällig Filme aus der Kamera zu nehmen und durch unbelichtete zu ersetzen...

Ich habe in meinem Berufsleben so ungefähr zehn mal meine Fotos auf diese Weise vor dem Zugriff von Polizisten, militanten Demonstranten und sogar Militärs im ehemaligen Jugoslawien gerettet.

Mit Digitalkameras geht das noch einfacher, eine Speicherkarte ist viel schneller gewechselt als ein Film zurückgespult, rausgenommen, neuer Film rein, und scheinbar dann wieder rausgenommen.

Einige Kameras haben sogar zwei Kartenslots. Das ist besonders hübsch. Und mittlerweile gibt es Fotoreporter, die ihre Fotos gleich aus der Kamera drahtlos in die Redaktion oder wo auch immer hin übertragen.

Da laufen dann solche Aktion vollständig ins Leere. Während Polizeihauptmeister Z.Ensor oder Chaot A.U.Tonomer noch wütend das Löschen der Fotos verlangen, oder gleich die Speicherkarte, gehen die Fotos schon über den Bilderdienst von dpa... *LOL*

So oder so - es schadet keinem ernsthafen Fotografen, diese Techniken zu üben, und es ist meistens bemerkenswert leicht, die Leute auszutricksen.

(Der deutsche Hilfskreuzer "Atlantis" fiel im November 1941 letztlich einem Fotoreporter des LIFE-Magazin zum Opfer. Am 17. April 1941 versenkte die "Atlantis" den ägyptische Passagierdampfer "Zam Zam", der sich auf dem Weg von New York nach Kapstadt befand, und nahm 317 Personen Besatzung und Passagiere an Bord. Unter ihnen war der amerikanische Reporter David E. Scherman, der für die Zeitschriften Time und Life arbeitete. Während der kurzen Zeit, in der sich die Passagiere auf der "Atlantis" befanden, konnte er einige Fotos von dem Schiff machen. Nach der Übergabe der Gefangenen an das deutsche Versorgungsschiff "Dresden" ab 19. April im Planquadrat Andalusien gelang es ihm sogar, eine Seitenansicht der "Atlantis" zu fotografieren. Dieses Bild erschien Monate später in seinem Magazin, zeigte der Welt das Aussehen des deutschen „Raiders“ und wurde auch von der britischen Royal Navy für Erkennungszwecke benutzt.
Die amerikanischen Passagiere wurden leichtsinnigerweise von den Deutschen nicht durchsucht, bevor sie im neutralen Spanien freigelassen wurden. Vermutlich wären die Filmpatronen von Scherman aber auch dann nicht gefunden worden - er hatte sie sicherheitshalber in einer Tube Rasiercreme und einer Tube Zahnpasta versteckt...)
3 weeks ago
Tom Rohwer Ja, bist schon klasse ... es geht hier aber weder um Fotoreporter noch um sonstige Mörderprofis. Und wenn ich als Laie meine, ich müsste mich meines Hobbys wegen auf so etwas einlassen, kann ich das tun. Der Vernünftige, nicht auf das Entgelt aus seiner Knipse angewiesene Mensch, kann auch einfach löschen.
3 weeks ago
Wer auf Konfrontation aus ist, macht meinetwegen den Zauberer Zackzarack auf der Straße (es sind aber nicht immer senile Mitarbeiter bei der Security, wo das funktionieren könnte oder soll das Modell mit einem heißen Strip den Herren der Security ablenken?) ... :-D
You made my day ....!
3 weeks ago
Warum sollte Dir jemand anordnen können Bilder auf Deiner Kamera zu löschen und wer will das dann bitte wie kontrollieren und mit welcher Befugnis?

Nein, solchen Anweisungen muss man nicht erfüllen!

Du musst auch keiner Security zeigen was, oder ob Du überhaupt Fotos gemacht hast.
Sie könnten höchstens die Polizei rufen und ich habe große Zweifel, dass die Dich zur Löschung von Bildern auffordern werden.
Wenn eine entsprechende Verhältnismäßigkeit gesehen wird, könnte die Polizei vielleicht Deine Kamera vorübergehend beschlagnahmen. Selbst das halte ich aber für unwahrscheinlich.

Wie weit man solche Streitigkeiten (im rechtlichen Rahmen) eskalieren lassen möchte, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
derMarc
Welchen Schuss hast du denn nicht gehört?

ich shoote TFP 4 Std und weil dann so ein dahergelaufener Security Asi das sagt soll ich meine Karte löschen? Das wüßte ich aber

1. Ist es wie Tom das sagt, 2. weiß der Typ doch gar keine GESETZESLAGE ..er weiß das was sein Chef im sagt, das muss aber nicht konform sein

Und dann bin ich nicht unvernünftig, bloß weil ich mir nicht von so einem Typ 4h Arbeiten kaputt machen lasse
#19
3 weeks ago
Wie "löscht" man eigentlich eine Speicherkarte, wenn man nur die Kamera dabei hat? Formatieren löscht die Bilder nämlich keineswegs, die kann man anschließend ohne Probleme wieder herstellen - unter Linux sogar mit Bordmitteln. Man sollte nur nach dem Formatieren keine weiteren Fotos auf der selben Karte machen.

Also wenn der Security-Onkel mit dem Formatieren zufrieden ist - nur zu.

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