Fotobücher: Wenige High- und viele Lowlights? Warum? 25
12 hours ago
Zitat Martin Walltree (@chilloutfotografie):
"Dennoch bietet so ein analoges, anfassbares Papierbuch doch eine andere Chance zur Auseinandersetzung mit den Werken. Man konsumiert bewusster, langsamer, direkter... Und es hat für mich immer fast etwas festliches oder zeremonielles ein neues Buch zu öffnen."
Du hast zweifellos recht damit, dass viele Menschen so denken und so verfahren. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass in Augen vieler noch gilt: "Was nichts kostet ist auch nichts wert" bzw. dessen Umkehrung, dass sich nur etwas lohnt, genauer anzusehen, was man bezahlt hat (diesmal ein korrekter Umkehrschluss). Es stimmt aber eben oft nicht. Daher stellt sich die Frage, ob man sich ein solches Verhalten nicht abtrainieren sollte.
"Dennoch bietet so ein analoges, anfassbares Papierbuch doch eine andere Chance zur Auseinandersetzung mit den Werken. Man konsumiert bewusster, langsamer, direkter... Und es hat für mich immer fast etwas festliches oder zeremonielles ein neues Buch zu öffnen."
Du hast zweifellos recht damit, dass viele Menschen so denken und so verfahren. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass in Augen vieler noch gilt: "Was nichts kostet ist auch nichts wert" bzw. dessen Umkehrung, dass sich nur etwas lohnt, genauer anzusehen, was man bezahlt hat (diesmal ein korrekter Umkehrschluss). Es stimmt aber eben oft nicht. Daher stellt sich die Frage, ob man sich ein solches Verhalten nicht abtrainieren sollte.
#22Report
11 hours ago
eckisfotos
"Letzteres können Bücher, die schon Jahre auf dem Buckel haben, sowieso nicht erfüllen".
Entschuldige bitte Ecki, aber diese Aussage ist ja völliger Unsinn. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ausschließlich aktuell aufgelegte Bücher einem gewissen Anspruch entsprechen. Wann bitte beginnt denn dafür womöglich auch noch dein Zeitfenster?
Du bist dir bewusst, dass du mit Aussagen wie dieser Koryphäen wie Newton, Bitesnich, Ommer usw. geradezu abqualifizierst?
Es könnte oftmals nicht schaden, wenn die aktuelle Generation auch im Bereich der Fotografie sich von uns Alten etwas sagen ließe. Ich jedenfalls möchte mit meinen Models nach einem Shooting beispielsweise nicht in die Orthopädie des nächst gelegenen Krankenhauses müssen um dort die Funktionsfähigkeit aller Knochen meiner Gegenüber wieder herzustellen.
Nur zur Abrundung: bei mir waren mehr als eines dieser Playmates, die heute vor Jahrzehnten von ihnen veröffentlichte Fotos sich überhaupt nicht mehr ansehen. Wohlgemerkt, nicht der Technik, sondern deren Inhaltes wegen!
"Letzteres können Bücher, die schon Jahre auf dem Buckel haben, sowieso nicht erfüllen".
Entschuldige bitte Ecki, aber diese Aussage ist ja völliger Unsinn. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ausschließlich aktuell aufgelegte Bücher einem gewissen Anspruch entsprechen. Wann bitte beginnt denn dafür womöglich auch noch dein Zeitfenster?
Du bist dir bewusst, dass du mit Aussagen wie dieser Koryphäen wie Newton, Bitesnich, Ommer usw. geradezu abqualifizierst?
Es könnte oftmals nicht schaden, wenn die aktuelle Generation auch im Bereich der Fotografie sich von uns Alten etwas sagen ließe. Ich jedenfalls möchte mit meinen Models nach einem Shooting beispielsweise nicht in die Orthopädie des nächst gelegenen Krankenhauses müssen um dort die Funktionsfähigkeit aller Knochen meiner Gegenüber wieder herzustellen.
Nur zur Abrundung: bei mir waren mehr als eines dieser Playmates, die heute vor Jahrzehnten von ihnen veröffentlichte Fotos sich überhaupt nicht mehr ansehen. Wohlgemerkt, nicht der Technik, sondern deren Inhaltes wegen!
#23Report
7 hours ago
eckisfotos
Für die treibende Kraft halte ich das zwar nicht. Aber es kann schon etwas dran sein. Ich gebe Geld dafür aus, weil ich diese Form der klassischen Auseinandersetzung mit der Fotografie suche und bei einem Buch die Form und Haptik für ein anderes Bewusstsein sorgt, als ich es sonst im Alltag habe (am Bildschirm mit Tastatur und Maus in der Hand). Natürlich will ich dann auch etwas von der Investition haben.
Mir geht es dann einfach darum sich bewusst für etwas Zeit zu nehmen und es zu genießen. Theoretisch könnte das bei entsprechend hochwertigen Fotografie-Angeboten auch digital gelingen. Allerdings geht es für viele heute neben der gewünschten Entschleunigung ja oft auch gerade darum, einmal bewusst nicht vor einem Bildschirm zu sitzen und sich den Dingen anders zu nähern. Anfassen und blättern zu können, passt da gut dazu. Manchmal riechen neue Bücher auch recht gut. Das ist eben einmal eine andere Annäherung als an den Bildschirm. Es sind mehr Sinne im Spiel.
Es ist wohl in etwa der gleiche Effekt, den viele erzielen, wenn sie ein lautes, dreckiges Live-Konzert besuchen oder sich mit Schallplatten und Plattenspielern beschäftigen, statt Musik perfekt abgemischt und clean schnell auf Spotify abzuspielen oder wenn sie eine gute Tasse lose aufgebrühten Tee oder frisch gemahlen und handgebrühten Kaffee in Ruhe genießen, statt sich irgendwo zwischen zwei Terminen schnell eine Coffee-2-Go-Plörre hastig in den Hals zu kippen usw. Das erfüllt jeweils andere Zwecke.
Du hast zweifellos recht damit, dass viele Menschen so denken und so verfahren. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass in Augen vieler noch gilt: Was nichts kostet ist auch nichts wert bzw. dessen Umkehrung, dass sich nur etwas lohnt, genauer anzusehen, was man bezahlt hat (diesmal ein korrekter Umkehrschluss). Es stimmt aber eben oft nicht. Daher stellt sich die Frage, ob man sich ein solches Verhalten nicht abtrainieren sollte.
Für die treibende Kraft halte ich das zwar nicht. Aber es kann schon etwas dran sein. Ich gebe Geld dafür aus, weil ich diese Form der klassischen Auseinandersetzung mit der Fotografie suche und bei einem Buch die Form und Haptik für ein anderes Bewusstsein sorgt, als ich es sonst im Alltag habe (am Bildschirm mit Tastatur und Maus in der Hand). Natürlich will ich dann auch etwas von der Investition haben.
Mir geht es dann einfach darum sich bewusst für etwas Zeit zu nehmen und es zu genießen. Theoretisch könnte das bei entsprechend hochwertigen Fotografie-Angeboten auch digital gelingen. Allerdings geht es für viele heute neben der gewünschten Entschleunigung ja oft auch gerade darum, einmal bewusst nicht vor einem Bildschirm zu sitzen und sich den Dingen anders zu nähern. Anfassen und blättern zu können, passt da gut dazu. Manchmal riechen neue Bücher auch recht gut. Das ist eben einmal eine andere Annäherung als an den Bildschirm. Es sind mehr Sinne im Spiel.
Es ist wohl in etwa der gleiche Effekt, den viele erzielen, wenn sie ein lautes, dreckiges Live-Konzert besuchen oder sich mit Schallplatten und Plattenspielern beschäftigen, statt Musik perfekt abgemischt und clean schnell auf Spotify abzuspielen oder wenn sie eine gute Tasse lose aufgebrühten Tee oder frisch gemahlen und handgebrühten Kaffee in Ruhe genießen, statt sich irgendwo zwischen zwei Terminen schnell eine Coffee-2-Go-Plörre hastig in den Hals zu kippen usw. Das erfüllt jeweils andere Zwecke.
#24Report
1 hour ago
#24: Ich sehe das genau so, jenseits der Billigkeit: Zur Kultur gehören nach wie vor Bücher, gut gemachter Kaffee oder Tee oder Essen und liebevoll ausgesuchte Musik auf der Anlage oder im Konzert. Wer an sich bemerkt, dass er das zunehmend an Webunterhaltung, Coffee- und Essen-to-go abgibt, sollte sich die Frage stellen, ''ob man sich ein solches Verhalten nicht abtrainieren sollte.''
Damit stelle ich überhaupt nicht in Abrede, dass man tolle Sachen im Internet findet (z.T. wie nirgendwo anders, auch Bildung), aber die Aufgabe der Kultiviertheit im Konsum und in Gewohnheiten birgt ein großes Risiko der Billigkeit (nicht im finanziellen Sinne gemeint). Wenn's um ''Chillout'' geht (früher Müßiggang genannt), gilt das eben auch.
Damit stelle ich überhaupt nicht in Abrede, dass man tolle Sachen im Internet findet (z.T. wie nirgendwo anders, auch Bildung), aber die Aufgabe der Kultiviertheit im Konsum und in Gewohnheiten birgt ein großes Risiko der Billigkeit (nicht im finanziellen Sinne gemeint). Wenn's um ''Chillout'' geht (früher Müßiggang genannt), gilt das eben auch.
#25Report
Topic has been closed






Ich denke schon, dass es das auch gibt. Und nicht immer gehen Talent und Geltungsdrang Hand in Hand. Umgekehrt habe ich aber oft das Gefühl, dass viele sich nicht trauen sich selbst als Künstler und ihre Werke als Kunst zu bezeichnen. Sie wagen es nicht den Anspruch zu formulieren und so sehen sie es auch nicht als angemessen an, ihre Fotos in einem Buch zu veröffentlichen. Umgekehrt sind Fotografen, die sich das trauen, für mich zumindest oft einfach nur diesen Schritt weiter gegangen, sich den Anspruch zu trauen Kunst zu fotografieren. Ansonsten sind viele vielleicht auch einfach oft genug dazu ermutigt worden. In anderen Fotogenres vor der Damenfotografie habe ich bestimmt schon 100x gehört oder gelesen, dass ich Bücher rausbringen und Ausstellungen machen sollte. Es war mir nur bisher nie ein Anliegen.
Das ist interessant. Mein Hobby ist die Fotografie. Ob ich selbst fotografiere und meine Fotos betrachte oder die anderer, ist für mich bei der Beschäftigung damit gar nicht so ein großer Unterschied. Und natürlich gehört auch die Auseinandersetzung mit der Technik dazu.
Das stimmt auch. Es ist mir auch bis heute ein Rätsel, warum Plattformen wie Instagram so einen riesen Erfolg unter Fotografen hatten, obwohl sie einen i.d.R. quasi dazu zwingen seine Werke nicht so zu zeigen, wie sie wirklich gedacht waren. Man muss sie ganz anders schneiden (4:5 etc), sonst gibt's große Nachteile. Aber so ist das eben und irgendwie macht man ggf. mit, wenn der Zug erst mal fährt.
Dennoch bietet so ein analoges, anfassbares Papierbuch doch eine andere Chance zur Auseinandersetzung mit den Werken. Man konsumiert bewusster, langsamer, direkter... Und es hat für mich immer fast etwas festliches oder zeremonielles ein neues Buch zu öffnen.