Shootingabsage, wegen inadäquaten Bildern? 62

17.04.2007
Original von Kunststuerze (z.Z. kaum Zeit!)
Es geht um gewalttätige Bilder, die sehr aggressiv und IMHO brutal sind.

Das Modell passt vom Typ her schon, nur bin ich eben nicht mehr sicher, ob das Modell die nötige Sensibilität an den Tag legen kann

Komisch - wenn das Model solche Bilder macht, dann würde ich daraus den Schluß ziehen, daß das Model offensichtlich sehr engagiert ist und sich nicht zu schade ist, für Fotos "in die vollen" zu gehen.

Also genau das Model ist, das man braucht, wenn man ein Model mit viel Sensibilität braucht...

Wenn ich Regisseur bin und einen Schauspieler suche, der eine Rolle spielen kann, die viel Sensibilität erfordert, dann nehme ich doch auch einen Schauspieler, der schon bewiesen hat, daß er mit großen Gefühlen und heftiger Tiefe umgehen kann.
17.04.2007
Original von Kunststuerze (z.Z. kaum Zeit!)
Das Modell meinet ja erst, ja kein Problem, kann ich, aber da habe ich jetzt meine Zweifel, auch weil die Antwort auf das nachhacken bisher nicht befriedigend war.

Was soll man dazu sagen, ohne die Bilder, die geplanten Bilder, die ganze Kommunikation zu kennen?

Was ich gut nachvollziehen kann:

Du machst mit einem Model einen Modeljob ab, für ein sensibles Thema.

Dann siehst Du irgendwo andere Fotos dieses Models, die Dir zu heftig sind, oder was auch immer, und fragst noch mal beim Model nach, ob das Model sich auch wirklich in der Lage fühlt, die nötige Sensibilität für Dein Shooting aufzubringen.

Das sitzt das arme Model nun, und denkt sich (vermutlich, vielleicht): "Habe ich nicht gerade mit diesen letzten Bildern gezeigt, was ich alles drauf habe? Wat will'n der jetzt eigentlich??"

Am Rande bemerkt: mit soviel Zweifeln und Bauchgrimmen, vielleicht inzwischen auch auf beiden Seiten, solltest Du auf das Shooting verzichten.

Das ist mittlerweile emotional so überfrachtet, daß es nichts mehr werden kann.

Übrigens: könnte es vielleicht sein, daß Dich einfach diese Bilder des Models ein wenig zu sehr schockiert haben, und daß das der eigentliche Grund für Deine Zweifel ist? Daß Du nämlich Anstoß an den Bildern nimmst, und auch Anstoß daran, daß ein Model "sich für sowas anstößiges hergibt"?
17.04.2007
Original von EKK ART
...hmm, mir ist mal eine ähnliche Situation passiert... ich buchte aufgrund von "weichgespülten" Präsentationsfotos (echt gut gemacht, ist mir nicht aufgefallen) und kurz vor unserem Shooting kam eine 2. Serie bei hartem Licht, ohne EBV gemacht... Da war dann nix mehr mit schöner Haut...weichen Gesichtszügen.

Das ist ja nun wieder was vollkommen anderes... Ganz andere Baustelle.

Wenn man ein Model anhand von bestimmten Kriterien bucht, und dann zwischenzeitlich auf irgendeine Weise feststellt: upps... die sieht ja in Wahrheit ganz anders aus, als auf den Fotos, die mich zur Buchung veranlasst haben...

Das kann ein Grund sein zu sagen: es wird nicht funktionieren.

Aber das ist hier doch gar nicht der Fall. Hier geht es doch um die Inhalte von Bildern, und die hat immer noch der Fotograf zu verantworten, und nicht das Model...
[gone] Modell Fantine
17.04.2007
auch ich bin der meinung: sie hat Bilder, aus denen du schloießt, das sie sich einfühlen und das Thema sensibel umsetzen kann. Wenn sie auch anderes kann gut für sie. Aber nur weil jemand autofahren kann heißt das ja nciht,d as er nicht motorradfahren kann, oder?
17.04.2007
"Kaffee trinken" heißt Kaffee trinken. Mit zehnjähriger Pause fotografiere ich seit ich 16 bin. Mit einem Model hatte ich tatsächlich noch nichts. Da ist das Objektiv dazwischen, wie ne Scheibe Panzerglas. Wenn ich mich nicht selbst bezahlen lasse, mache ich vorwiegend TFPs.
Da kann nicht viel bei raus kommen, wenn Model und Fotograf sich nicht mögen, vertrauen und respektieren. Das trifft auch (ganz besonders) auf Erotik zu. Ein schöner Körper macht kein prickelndes Bild. Ein Model, das rüberbringt, dass es den Fotografen mag und ihm gefallen wil,l sehr wohl.

Ein erfahrenes Model weiß im Gegensatz zum Newcomer um Körperspannung, Posing und Ausdruck, etc. Das führt viel schneller zu akzeptablen Ergebnissen. Aber nicht zwangsläufig zu außergewöhnlichen Bildern.

Das dritte Bild meiner SC hing auf meiner letzten Ausstellung. Männer wie Frauen kamen während der Vernissage und waren sicher, dass "da was gelaufen" ist zwischen mir und dem Model. Sie hatten recht. Ich fand Stephanie faszinierend und sie wollte mir gefallen.
Das sieht man in jedem Bild. Echte Profis haben sich unter Kontrolle und können auch bei nichtsympathy ein schlüssiges Programm abspielen. Außergewönliche Bilder entstehen dabei aber nicht. Dazu kommt es erst, wenn ein Model die Absicht des Fotografen sieht und eigene Kreativität (und ja, auch Gefühle) einfließen lässt.

Wie soll das gehen, wenn die Chemie nicht stimmt? Der Beleg für diese These findet sich auf so ziemlich jeder Sedcard hier. Jede/r (gute) Fotograf/in lichtet ein Model anders ab, als ein/e Andere/r. Und jedes Model kommt bei verschiedenen Fotografen/innen unterschiedlich rüber. Das ist völlig normal. Und jede/r hat eine Art Lieblingsmodel oder eine/n Lieblingsfotograf/in, mit der/dem es arbeitet.

Man hat kein Lieblingsmodel, weil die Bilder mit ihm besser sind. Sie werden einfach anders und besser weil man mit diesem Model lieber arbeitet.

Ein aufgesetztes Fassadenlächeln kann (wenns nicht völlig überzeichnet ist) nett rüber kommen. Es wird niemals an ein ehrliches Strahlendes herankommen.
17.04.2007
Hallo,...


Original von Conway (Ralph Earl Conway)
Man hat kein Lieblingsmodel, weil die Bilder mit ihm besser sind. Sie werden einfach anders und besser weil man mit diesem Model lieber arbeitet.

Ein aufgesetztes Fassadenlächeln kann (wenns nicht völlig überzeichnet ist) nett rüber kommen. Es wird niemals an ein ehrliches Strahlendes herankommen.


Eben, es ist ein Unterschied, ob Handwerk gefordert ist, oder es Kunst ist.

Gruss
Boris
17.04.2007
Original von Conway (Ralph Earl Conway)
Ein erfahrenes Model weiß im Gegensatz zum Newcomer um Körperspannung, Posing und Ausdruck, etc. Das führt viel schneller zu akzeptablen Ergebnissen. Aber nicht zwangsläufig zu außergewöhnlichen Bildern.

Vor allem darf man das nicht immer alles in einen Topf schmeißen.

Wenn die aktuelle Sommermode für den Quelle-Katalog fotografiert wird, dann hat niemand (weder Fotograf noch ArtDirector noch Model-Booker) Zeit dafür, vorher mit den Models Kaffee trinken zu gehen.

Die werden nach Sedcards über professionelle Modelagenturen gebucht, und alle Beteiligten verlassen sich darauf, daß niemand ein Model für ein Quelle-Katalog-Shooting offeriert, das für den Job nicht geeignet wäre. Und sowohl beim Fotografen als auch beim Model als auch beim Visagisten und beim ganzen Team kann man davon ausgehen, daß alle Beteiligten professionell genug sind, ihren Job zu machen - und zwar gut.

Helmut Newton hat, wie in einer Filmdokumentation über ihn einmal zu erfahren war, teilweise mit Frauen fotografiert, die er vorher nie gesehen hatte, die sich einfach darauf eingelassen haben, mit Helmut Newton Aktfotos zu machen. Profi-Models waren darunter, genauso wie "einfache Frauen von nebenan". (Es gibt z.B. ein paar völlig geniale Bilder, auf denen die Sekretärin eines bekannten Kunsthändlers nackt posiert.)

In dem Fall macht es dann buchstäblich der Name - und es dürfte für eine halbwegs exhibitionistisch veranlagte Frau wesentlich einfacher zu sein, sich für ein weltberühmtes Genie wie Helmut Newton auszuziehen als für einen Hubert Hugenbichler aus Bimms an der Kremms.

Will man kleine oder große "Kunst" produzieren, dann kann es hilfreich sein, sich vorher "beschnuppert" zu haben. Und auch das Gegenteil kann richtig sein: es kann zu phantastischen Ergebnissen führen und fotografisch hochinteressant sein, Aktfotos mit einem wildfremden Model zu machen, das man buchstäblich während des Fotografierens kennenlernt.

Fotografie ist nicht zuletzt auch immer Umgang mit Menschen (sofern man sich nicht auf Landschafts- oder Tierfotografie beschränkt). Und auch da gilt eben: viele Wege führen nach Rom. Der eine ist ein begnadeter Frauenflüsterer, der andere ein despotischer Tyrann, der seine Models zur Höchstleistung terrorisiert. Ist übrigens bei Film-Regisseuren nicht anders.

Am Ende zählt: nur das Ergebnis.
17.04.2007
:-) dem stimm ich ohne Einschränkungen zu.
Aber wie Du schon sagtest: Wenn ein Quellekatalog fotografiert wird, gehts um Masse, Termine und Qualität (meine ich ernst). Da wird immer die Nase gerümpft. Aber Katalogmodels und alle beteiligten sind i.d. Regel absolute Profis. Mein Pariser Model (:-)) hat mir gesteckt, das die französischen Topmodels (und nicht nur die) davon träumen, für eine deutsche Katalogproduktion gebucht zu werden. Die Quali stimmt, Bezahlung auch und man ist eventuell für Wochen gebucht.

Aber wie Du schon sagtest. Da werden herrvorragende Agenturen bemüht, die die Modelle aussuchen. - Ich muss das immer noch selbst machen. Und solange trinke ich ganz gerne Kaffee!

:-)
30.04.2007
Ich kapier diesen ganzen Thread nicht. Was soll denn so ein "sensibles" Shootingthema sein, dass ein Model dessen Aussehen Dir geeignet schien plötzlich zu nem NOGO wird?
Die meisten Modelle für Brustkrebs/Darmkrebs Sensibilisierungskampagnen hatten wohl auch noch nie Krebs, Models für Antischuppenshampoo keine Schuppen, Models für Mercedes fahren wahrscheinlich auch keinen Mercedes privat, über 95% der Models für Haarfärbungen/Tönungen hatten fürs Shooting auch keine Färbung/Tönung (wird alles im Photoshop umgesetzt), etc.

Ein Model ist wie ne Schauspielerin und ein Fotograf wie ein Regisseur. Da brauchts weder Kaffee, Vorbesprechungen noch Sympathie. Beide müssen einfach ihre Arbeit machen und dann gibts ein gutes und verwertbares Resultat.

Wenn man als Fotograf für nen wichtigen Job ein Model buchen will das sicher funktioniert, dann nimmt man ein professionelles, erfahrenes Agenturmodel.

Nichts für Ungut, aber so ein Thema hier im Forum anzuschneiden finde ich auch nicht gerade professionell, sensibel oder respektvoll ... das Model kann das hier ja auch lesen und sich dann ne Meinung bilden. Würdest Du bestimmt auch nicht toll finden wenn ein Model sich hier über Dich auslassen würde - auch wenn Dein Name nicht explizit genannt werden würde.

Gruss

BP
[gone] ralf scholze
30.04.2007
professionalität kann man nicht nur vom modell, sondern auch vom fotografen erwarten. nur weil eine rolle, indie modell schlüpft, nicht der eigenen projektion in das modell entspricht, kann doch wohl kein grund sein, ein shooting abzusagen. das ist doch wohl hoffentlich ein schrz, oder bist du nicht in der lage zwischen dem menshcen, mit dem zu zusammenarbeiten wirst und der rolle, in die er für deine aufnahmen schlüpft zu unterscheiden?
[gone] ralf scholze
30.04.2007
professionalität kann man nicht nur vom modell, sondern auch vom fotografen erwarten. nur weil eine rolle, indie modell schlüpft, nicht der eigenen projektion in das modell entspricht, kann doch wohl kein grund sein, ein shooting abzusagen. das ist doch wohl hoffentlich ein schrz, oder bist du nicht in der lage zwischen dem menshcen, mit dem zu zusammenarbeiten wirst und der rolle, in die er für deine aufnahmen schlüpft zu unterscheiden?
30.04.2007
Unabhängig vom Speziellen Fall

Wenn ein Model die nötigen Schauspielerischen Fähigkeiten mitbringt und wandelbar ist und es vor Kenntnis anderer Bilder als das richtige empfunden wurde und dies auch in Vorgesprächen sich so darstellte warum soll sie jetzt nicht mehr die richtige sein ?
[gone] Mike Hillecke
30.04.2007
froh sein wenn Model kommt und
einfach gute Fotos machen.

lg. Mike
01.05.2007
Ja, ja,...

Original von ralf scholze
professionalität kann man nicht nur vom modell, sondern auch vom fotografen erwarten. nur weil eine rolle, indie modell schlüpft, nicht der eigenen projektion in das modell entspricht, kann doch wohl kein grund sein, ein shooting abzusagen. das ist doch wohl hoffentlich ein schrz, oder bist du nicht in der lage zwischen dem menshcen, mit dem zu zusammenarbeiten wirst und der rolle, in die er für deine aufnahmen schlüpft zu unterscheiden?


schöner, netter Spruch,... leider bestätigt sich ein Bauchgefühl leider nur allzuoft, Instinkt ist eben auch ein Kriterium, welches für Professionallität ausschlaggebend ist.

@Boris Pale: Das Beispiel mit dem Brustkrebsmodel ist auch nur bedingt heranziehbar. Ein Agenturmodel kannst Du zwar casten, bist aber auch nicht gefeit, davor, das etwas in den Sand gesetzt wird. Es geht nicht um sich in Rollen einleben zu können, sondern auch darum eine gewisse Authentizität vermitteln zu können, das ging leider schief, und ich bin froh, dass ich ein anderes Modell dabei hatte.

Nor risk no fun ;-)

Gruss
Boris
01.05.2007
Hi,

Original von Boris Pale
Nichts für Ungut, aber so ein Thema hier im Forum anzuschneiden finde ich auch nicht gerade professionell, sensibel oder respektvoll ... das Model kann das hier ja auch lesen und sich dann ne Meinung bilden. Würdest Du bestimmt auch nicht toll finden wenn ein Model sich hier über Dich auslassen würde - auch wenn Dein Name nicht explizit genannt werden würde.

Gruss

BP


Du müsstest es eigentlich wissen, dass ich mit sowas kein Problem habe, ich zicke zumindest so schlimm herum wie ein paar der zickigsten Mädels hier, und wenn ich über jemanden was schreib, dann weis die Person das auch, da bin ich kanll hart und sehr direkt, und nur wenn das fürs Modell nicht ok ist, dann gibts solche Treads nicht, aber dass können Dir die leute bestätigen, die mit mir zusammengearbeitet haben ;-)

Und es ist ein Unterscheid, ob Du etwas fotografierst, wo es ausschliesslich um das resultat geht, oder etwas, wo das entscheidende der eiegtnliche Prozess ist, ob Du das nachvollziehen kannst, bin ich mir nicht sicher, da Du völlig anders arbeitest als ich, aber das ist ja auch ok.

Gruss
Boris
02.05.2007
Ich kann das Problem generell mschon verstehen...
Wenn ich mit einem Model eine Anti-Pelz-Kampagne plane und die räkelt sich in ihrem nerz wäre das einfach unglaubwürdig- in diesem Fall würde ich erstmal klären ob sie eine gute Schauspielerin ist... Das spräche FÜR sie!
ein model stellt bilder von fotografen ein...wenn sie thematisch nicht in dein konzept passen, kann sie ja nichts dafür....als fotograf sollte man nicht nach moral sondern nach dem entstandenen werk beurteilen..

lg
02.05.2007
Original von Nurry N.
ein model stellt bilder von fotografen ein...wenn sie thematisch nicht in dein konzept passen, kann sie ja nichts dafür....als fotograf sollte man nicht nach moral sondern nach dem entstandenen werk beurteilen..

lg


OK, mal ein Beispiel: Du machst ein Shoot für die Caritas zum Thema Frauenrechte in der Dritten Welt, oder Zwangsprostitution, und dann hast Du ein Modell, wo Du auf einmal mitbekommst, sie macht HC, abgesehen davon, dass dann Dir der Kunde dann mit dem nackten Arsch ins Gesicht springt, ist egal was da an Bild bei rüberkommt, die Glaubwürdigkeit des Bildes immanent erschüttert, oder?

Gruss
Boris
man muss dem Kunden ja nich alles zeigen ;)
02.05.2007
Naja,... aber wenn es rauskommt, bist Du der Depp bei der Sache ;-)


Original von Nurry N.
man muss dem Kunden ja nich alles zeigen ;)

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