Das Ende von TfP? 707

3 years ago
Heinz, die meisten Fotografen hier beherrschen die Technik doch total.

Viele sind aber, wie du richtig ausführst oft nicht in der Lage sich einem Model gegenüber so zu artikulieren, wie es notwendig wäre und wie sie das eigentlich auch selbst gern wollten.

Woran das liegt?
Oft an mangelndem Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein!

Übrigens: nicht die "Alten" haben da die meisten Probleme mit, sondern noch viel mehr die "Jungen"!
Gerade die sozialen Medien sorgen doch dafür, dass man sich heute nur noch darüber austauscht. Ein persönliches Treffen, ein "seinem Gegenüber dabei in die Augen schauen", wenn man etwas zu sagen hat, dazu fehlt doch oft der Mut. Wenn dann noch eine junge Frau gegenüber steht, womöglich mit wenig Kleidung, dann rutscht das Herz oft völlig in die Hose.

Gerade bei Einzel Schulungen daher ein ganz wichtiger Eckbaustein aller meiner Veranstaltungen.

Mich freut es immer wieder - gerade bei mehrtägigen Workshops - auf diesem Gebiet bei dem einen oder anderen dann teils erhebliche Fortschritte feststellen zu können.

Selbstbewusstsein plötzlich groß geschrieben!

Und wenn einer dieser Besucher zum Ende der Veranstaltung kommt und sich gerade für "die Hilfe" auf diesem Gebiet speziell bedankt, dann habe ich die Gewissheit positive Arbeit geleistet und wirklich etwas bewirkt zu haben.

Erfolge, die dann nämlich für das gesamte Leben von großem Nutzen sind, nicht nur für "hinter der Kamera"!
#701Report
3 years ago
@ Heinz Drstak : 100%. Das ist sehr wichtig, gerade im TFP Bereich. Ich frage dazu tatsächlich auch mal meine Profi Models. Da hab ich schon einige gute Tipps bekommen.

P.S. @Norbert Hess : ja. Technik ist nur ein Baustein, neben anderen.
#702Report
3 years ago
@Marcello Rubini:
Meine Kritik richtet sich darauf, dass es auch andere Interessen gibt als Geld. Und dass marktwirtschaftliche Argumentationen (als sich als zwingend gerierend) eben nicht allein selig machend sind, was sie aber oft unterstellen (und wie sich das bei dir oft so liest). Model und Fotograf kommen eben oft auch ohne finanziell abschätzendes Kalkül zusammen, und das ist durchaus ein alternativer und angenehmer Weg, wenn man kreativ was machen will. Überhaupt, wenn man zueinander kommen will.

Und genau deshalb schrieb ich ja, daß es nicht um "Geld" geht, sondern um "Erfolg".

Egal ob jemand möglichst viel Geld damit verdienen will, oder möglichst viele gute Fotos haben will, oder möglichst viele Likes auf Facebook, oder einfach möglichst viel Spaß...

Es läuft immer marktwirtschaftlich auf dasselbe hinaus.

Angebot, Nachfrage. Der eine hat was, die andere möchte was. Die eine hat was, der andere möchte was.

Und da ist es legitim, den Tausch optimieren zu wollen. Auch bei TfP. Warum sollte ein Model z.B. ein "TfP-Shooting mit einem mäßigen Fotografen, der dem Model unsympathisch ist, an einem Ort, wo das Model mit erheblichen Kosten lange anreisen muss" einem "TfP-Shooting mit einem guten Fotografen, der dem Model sympathisch ist und das nicht mit einer umständlichen, teuren Anreise verbunden ist" vorziehen?

Das macht kein vernünftiger Mensch. Ganz unabhängig vom Geld.

Und ob ein Model sagt "Ich will möglichst viel Geld, mindestens aber ...€!" oder ob es sagt "Ich will viel Spaß, super gute Fotos und ein Shooting direkt vor der Haustür!"... das läuft letztlich auf's selbe hinaus.

Ob Pay oder TfP - jeder möchte mit seinem Tun einen nach den eigenen Maßstäben möglichst großen Erfolg haben. Selbst eine Masochistin, die gerne gequält werden möchte, möchte das... Der Maßstab kann Geld sein, oder Spaß, oder was auch immer, meistens vermutlich eine Kombination aus mehreren Kriterien. Ändert aber nichts am Grundprinzip.

Ich bin nur immer, das gebe ich gern zu, sehr skeptisch, wenn Argumente aufgebracht werden wie "Nun seid doch nicht so 'geldgierig'!!!"
Das bedeutet nämlich erfahrungsgemäß in 99,9% aller Fälle schlicht: "Ich will es billiger!!!"
#703Report
3 years ago
@Norbert Hess:
Heinz, die meisten Fotografen hier beherrschen die Technik doch total.

Nun ja... ;-)

Viele sind aber, wie du richtig ausführst oft nicht in der Lage sich einem Model gegenüber so zu artikulieren, wie es notwendig wäre und wie sie das eigentlich auch selbst gern wollten.

Woran das liegt?
Oft an mangelndem Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein!

Bei einem Shooting mit Models ist der Fotograf der "Kapitän". (Ausnahme vielleicht: ein ArtDirector spielt den Käpt'n...) Also muss er die Sache führen. Sagen wir doch ruhig: kommandieren. Wenn möglich mit Auftragstaktik, wenn nötig mit Befehlstaktik.

Übrigens: nicht die "Alten" haben da die meisten Probleme mit, sondern noch viel mehr die "Jungen"!
Gerade die sozialen Medien sorgen doch dafür, dass man sich heute nur noch darüber austauscht. Ein persönliches Treffen, ein "seinem Gegenüber dabei in die Augen schauen", wenn man etwas zu sagen hat, dazu fehlt doch oft der Mut. Wenn dann noch eine junge Frau gegenüber steht, womöglich mit wenig Kleidung, dann rutscht das Herz oft völlig in die Hose.

Das war vor 40 Jahren kein bißchen anders, vor allem wenn die junge Frau attraktiv ist.

Gerade bei Einzel Schulungen daher ein ganz wichtiger Eckbaustein aller meiner Veranstaltungen.

Mich freut es immer wieder - gerade bei mehrtägigen Workshops - auf diesem Gebiet bei dem einen oder anderen dann teils erhebliche Fortschritte feststellen zu können.

Selbstbewusstsein plötzlich groß geschrieben!

Bei einem Seminar oder Workshop zum Thema "Fotografieren mit Models" eine gute Idee! Die sicherlich viel zu wenig Beachtung bekommt, bei vielen solcher Angebote.

Und wenn einer dieser Besucher zum Ende der Veranstaltung kommt und sich gerade für "die Hilfe" auf diesem Gebiet speziell bedankt, dann habe ich die Gewissheit positive Arbeit geleistet und wirklich etwas bewirkt zu haben.

Erfolge, die dann nämlich für das gesamte Leben von großem Nutzen sind, nicht nur für "hinter der Kamera"!

Ein gutes Seminar, ein guter Workshop hat ja auch nicht "Nachmachen" zum Ziel, sondern "Verstehen, wie es geht, und dieses Verständnis dann auch anwenden!"

Wenn die Mehrzahl der Teilnehmer allerdings eher an "Rudelkipsen mit Nackmodel, weil man selber sich nicht traut!" gedacht hat, könnten Erwartungen und Seminar/Workshop auseinanderlaufen...
#704Report
3 years ago
@Heinz Drstak
Beim Umgang mit Models sollte ein Aspekt nie vergessen werden: In vielen Fällen handelt es sich bei den Models um schöne, sich ihrer Attraktivität bewusste junge Frauen, oft genug mit hohem Bildungsniveau. Dem müssen die Fotografen einerseits eine gewisse Selbstsicherheit, andererseits freundliche, charmante Umgangsformen entgegensetzen. Die Beherrschung des fotografischen Handwerks im Allgemeinen und der Personenfotografie im Besonderen ist eine Voraussetzung.

*Das* sehe ich durchaus anders.

Das kann so sein. Aber als Fotograf heuert man sich ja auch durchaus ein Model an, um zu lernen. Zu experimentieren.

Es gibt normalerweise immer ein Gefälle hinsichtlich Erfahrung und Können. Mal hat der Fotograf mehr Erfahrung hinsichtlich "Fotografieren mit Models" als das Model mit "Modeln für Fotografen". Mal ist es umgekehrt.
Newcomer-Model plus Newcomer-Fotograf kann in eher seltenen Fällen eine schöne Entdeckungsreise werden, wird meistens aber eher unbefriedigend sein. Für beide. Alter-Profi-Hase mit Alter-Profi-Hase bietet erhebliche Sicherheit hinsichtlich des Ergebnisses, kann aber manchmal auch im Weg stehen. Newcomer-Models mit gutem Potential können für manche Sachen wirklich toll für einen erfahrenen Fotografen sein. Klar ist da ein "Gefälle", aber gerade das kann eine positive Spannung erzeugen, die zu Bildern führen kann, die man anders nicht oder nur sehr schwer hinbekommt. Ein gewisses Maß an Unsicherheit beim Model kann manchmal zu besonderen, guten Ergebnissen führen.
Kommt ja auch immer darauf an, was man da eigentlich treibt? Eine Auftragsproduktion? Will man ein bestimmtes Bild/eine bestimmte Bildidee möglichst umstandslos umsetzen, auf direkten Weg? Oder will man der eigenen Kreativität einfach mal die ganz lange Leine lassen?

Und nicht vergessen sollte man bei all dem die Binsenweisheit, daß verschiedene Leute (Fotografen, Models) völlig unterschiedlich "ticken", arbeiten, funktionieren. (Ich weiß zum Beispiel, daß ich nicht wenige junge weibliche Models mit meiner Grundarbeitsweise, erstmal sie und alles andere "zur Ruhe zu bringen", ziemlich irritieren kann.
"Pack mal das Smartphone ein und setz Dich an den Küchentisch!"
Model stutzt, packt dann aber tatsächlich das Smartphone ein, und setzt sich erwartungsfroh an den Küchentisch.
"Und jetzt?"
"Nichts. Bleib da einfach mal sitzen, ich will Dich einfach mal in aller Ruhe angucken."
Daß derweil bei mir im Hirn die Neuronen gerade Achterbahn fahren, kann das arme Mädel nicht wissen. Okay, wenn sie erfahren ist, dann irgendwann schon.

Andere Leute springen dagegen sofort voll in das rein, was für mich einfach nur "Gehibbel" ist. Und erzielen damit phantastische Ergebnisse, die ich neidvoll angucke.)
#705Report
[gone] Charisma1962
3 years ago
"Nichts. Bleib da einfach mal sitzen, ich will Dich einfach mal in aller Ruhe angucken."
Daß derweil bei mir im Hirn die Neuronen gerade Achterbahn fahren, kann das arme Mädel nicht wissen. Okay, wenn sie erfahren ist, dann irgendwann schon.


Kommt drauf an, was im Frontallappen des Mädels dann bei längerer Betrachtung los ist ;)
#706Report
#707

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