TFP-VERTRAG V2.1 74

1 week ago
Zitat: eckisfotos ...

... und es ist trotzdem eine Leseschwäche oder gar eine Verständnisschwäche.

Woher kommt die bei Dir?
5 days ago
@David Herrera
TFP-VERTRAG V2.1
Das Modell hat noch nicht die Fotos und verbietet mir bereits, die Fotos wo sie in Unterwäsche ist.
kann sie es tun?

- Nein, kann sie nicht. Fertig.

@Lollar-fotos
Ich habe Aussage eines Anwaltes im Kopf, dass jede Person trotz eines Vertrages gemäss der DSGVO auch im nachhinein die Veröffentlichung verbieten kann. Vielleicht hat sie Skrupel bekommen.

- Missverständnis oder kein guter Anwalt. Die Aussage ist falsch.

@JoergPopp
Die Rechtlage in DE ist...

- Die Rechtslage ist in Ordnung.

@Mainpics:
Selbst wenn der Vertrag Unterwäsche nicht ausschließt, nach der DSGVO darf das Modell jederzeit verlangen, dass die Bilder nicht veröffentlicht werden, ggfs. muss sie dem Fotografen aber eine Ausfallentschädigung zahlen/ihr erhaltenes Honorar etc zurückzahlen.

- Nein, das ist nicht zutreffend. Ich habe keine Ahnung, woher solche Fehlinformationen kommen.

@Peter Herhold
Es ist gleichgültig, wie die Fotos geworden sind. Es kommt nur darauf an, ob "Unterwäschefotos" tatsächlich im Vertrag vereinbart sind oder nicht.

- Wenn keine Angaben im Vertrag zu finden sind, sind automatisch alle Shootingbereiche umfasst. Das wurde mit Bedacht so geregelt – aber jeder darf es anders machen, wenn er sich damit besser fühlt.

Notfalls hilft eine direkt PN; ich antworte gern.

Daniel Kötz
5 days ago
#62: Auf diese klärenden Worte habe ich gewartet. Danke.
4 days ago
Vielen Dank auch von mir an Dr. Kötz!

Ich bin ja jetzt einmal gespannt, ob die klaren Worte eines Anwalts, der sich auf das Thema spezialisiert hat, bei den vielen Menschen im Forum, die unter Lese- und/oder Verständnisschwäche leiden, auch ankommen.

Ich wünsche es mir sehr.
4 days ago
Zitat: Daniel Kötz ...

- Wenn keine Angaben im Vertrag zu finden sind, sind automatisch alle
Shootingbereiche umfasst. Das wurde mit Bedacht so geregelt – aber
jeder darf es anders machen, wenn er sich damit besser fühlt.

Das ist im praktischen Betrieb schlecht, denn die Übergänge zwischen den
Shootingbereichen sind bei Fototerminen sehr oft fließend.

Ein Modell kann sich übervorteilt fühlen und Ärger machen, wenn plötzlich
Aufnahmen aus Bereichen veröffentlicht werden, welche nicht schriftlich
vereinbart waren, denn mündliche Abreden schließt der Vertrag aus.

Daher IMMER die Shootingbereiche vorher und schriftlich im Fotovertrag
vereinbaren - nicht nur, weil man sich dann "besser fühlt" ...
4 days ago
Peter Herhold:
Daher IMMER die Shootingbereiche vorher und schriftlich im Fotovertrag vereinbaren
Das kannst du doch so machen, wenn du kreuz und quer fotografierst. Warum bestehst du für andere darauf? Denn du unterstellst, in der Regel würden (IMMER) Fotos aus Bereichen gemacht, die von vornherein gar nicht veröffentlicht werden sollen. Nein, das ist sicher nicht die Regel.

Und nach dem schmalen Vertrags-Modell habe ich weniger Probleme, das übernehme ich darum auch künftig.

Daniel Kötz überläßt doch bewusst jedem, Ergänzungen nach seinen spezifischen Umständen zu machen. Das Grundmodell spiegelt die allgemeine Regel.
3 days ago
@ Marcello Rubini

Ich unterstelle nichts, sondern weise lediglich auf den praktischen Fotobetrieb hin.

Wer nicht mag, der hat schon ...
3 days ago
Hätte mich auch überrascht, wenn es in diesem Forum nicht mindestens einen Klugschwätzer gäbe, der schlauer ist als ein erfahrener Anwalt.
3 days ago
@ Bazi

Genau so ist es. Deshalb gibt es viele unterschiedliche
Empfehlungen zu Fotoverträgen und keinen allgemein
gültigen ... ;-)
2 days ago
Das Problem hier ist mal wieder, dass fast alle die Übersicht verloren haben, worum es in einem Thread geht. Das ist insofern auch gar nicht verwunderlich, weil der TO den Vertrag als Titel nutzt - im Eingangsbeitrag geht es aber um ein Modell, was den Vertrag kippen will. Ist Euch mal aufgefallen, dass der TO sich noch mindestens zweimal geäußert hat? In einem Beitrag schreibt er, dass alles geklärt wäre. In dem anderen schreibt er, dass "Dessous" im Vertrag dringestanden hätte. Das ist in dem Zusammenhang hier ein absolut unwichtiges Detail - es geht doch darum, inwieweit Verträge gültig sind bzw. wie sie eingehalten werden müssen.

Es spielt auch keine Rolle, dass es für mich gute Gründe gibt, die Arbeitsbereiche in den Vertrag zu schreiben - und zwar möglichst vorher, damit nicht während eines Shootings "Überraschungen" auftreten. Ich verstehe auch nicht, inwieweit unklare Arbeitsbereichsdefinitionen hier für oder gegen eine Nennung sprechen.

Noch einmal: Ist ist absolut irrelevant.
2 days ago
Grundsätzlich gehen nach dem AGB-Gesetz Unklarheiten, die in einem Vertragsvordruck bestehen, zu Lasten dessen, der diesen Vertragsvordruck regelmäßig verwendet. Wird also der Gegenstand des Vertrages - d.h. die Art der Aufnahmen - nicht im Vertrag beschrieben, geht dies zu Lasten desjenigen, der den Vertrag verwendet und daraus Veröffentlichungsrechte herleiten will. Im Zweifel wird der Fotograf nachweisen müssen, dass ihm für ein bestimmtes Foto ein Veröffentlichungsrecht zusteht.

Von "klaren Worten" zum Rechtsverhältnis von KUG, Persönlichkeitsrecht und der DSGVO kann man erst dann sprechen, wenn der BGH und das BVerfG hierzu Entscheidungen getroffen haben. Bis dahin werden viele Fachanwälte und Instanzgerichte eigene Auffassungen vertreten.

Ein Zitat von Fotorecht Seiler vom 18.11.18:

"Interessant ist die Ansicht des Gerichts, wonach die Grundsätze und Rechtsprechung zum Recht am eigenen Bild nach KUG bei der Abwägung der Interessen nach Art. 6 Abs. 1f) DSGVO zu berücksichtigen sind – so auch meine (erschienen in Photopresse 03-2018, S. 18 – 19) geäußerte Auffassung. Das Gericht tendiert also – m. E. zurecht – dahin, das KUG nicht mehr alleine anzuwenden, sondern vorrangig die DSGVO anzuwenden und dabei die zum KUG ergangene Rechtsprechung bei der Anwendung und Auslegung der DSGVO – insbesondere der berechtigten Interessen – zu berücksichtigen."

Zitiert von:
https://www.fotorecht-seiler.eu/facebook-werbefoto-video-veroeffentlichung-kug-dsgvo/
1 day ago
fotogist, bist du jurist?
1 day ago
Auch die Frage, ob jemand Jurist ist, ist völlig irrelevant. In diesem Fall wurde "nur" ein Artikel im Internet mehr schlecht als recht gelesen und verstanden - und natürlich falsch wiedergegeben. Ich kann jedem nur empfehlen, den verlinkten Artikel genau - und vor allem bis zum Ende - zu lesen. Auch ich bin kein Jurist und ich kann auch nicht entscheiden, was in dem Artikel wirklich richtig ist. Aber wer den Artikel GANZ liest, der erlebt folgende Überraschung:
https://www.fotorecht-seiler.eu/facebook-werbefoto-video-veroeffentlichung-kug-dsgvo/
-- Zitat Anfang --
"Und damit sind wir bei der praktischen Lehre aus dem Fall: Wer seine Leistung (z. B. Haareschneiden, Fotografieren) einer Person gegenüber unentgeltlich erbringt und dafür von dieser Person erwartet, dass dabei entstandene Foto- oder Filmaufnahmen werblich / für die Eigenwerbung quasi im Rahmen eines Tauschgeschäftes genutzt werden dürfen, sollte dies aus Beweisgründen schriftlich festhalten. Eine Form des Tauschgeschäfts sind TFP-Vereinbarungen (Time for Pictures), bei denen ein Model sich und seine Zeit zur Verfügung stellt und der Fotograf Bilder meist für Zwecke der Eigenwerbung machen darf, im Gegenzug dem Model aber auch Fotos zu dessen Eigenwerbung zur Nutzung überlässt.

Die Form einer einseitigen Einwilligung zu wählen, ist nicht empfehlenswert, da diese – wenn man die DSGVO anwendet – frei widerrufbar ist. Vorzugswürdig ist hingegen eine Vereinbarung, aus der Leistung und Gegenleistung hervorgehen, also dass das Model dem Vertragspartner das Recht einräumt, Aufnahmen von sich in einer konkret zu bezeichnenden Weise zu nutzen und im Gegenzug hierfür einen kostenlosen Haarschnitt, Fotoabzüge oder was auch immer die Parteien vereinbaren, erhält."
-- Zitat Ende --

Auch auf die Gefahr hin, dass ich bei meiner Interpretation der Interpretation eines Anwalts eines Gerichtsurteils, einen ähnlichen "Bock schieße" wie der "fotogist", so geht es offenbar um einen Fall, wo es KEINEN expliziten Vertrag gegeben hat. Insofern hat das schon einmal nichts mit dem Problem des TO bzw. mit dem Vertrag von Dr. Kötz zu tun.

Interessant finde ich, dass von einseitigen Erklärungen (seitens des Modells) abgeraten wird. Einen richtigen Vertrag, wo nicht nur die Leistung eines Fotomodells, sondern auch die Gegenleistung des Fotografen aufgeführt ist, scheint der Verfasser für nicht ohne weiteres widerrufbar zu halten.
1 day ago

Grundsätzlich gehen nach dem AGB-Gesetz Unklarheiten, die in einem Vertragsvordruck bestehen, zu Lasten dessen, der diesen Vertragsvordruck regelmäßig verwendet. Wird also der Gegenstand des Vertrages - d.h. die Art der Aufnahmen - nicht im Vertrag beschrieben, geht dies zu Lasten desjenigen, der den Vertrag verwendet und daraus Veröffentlichungsrechte herleiten will. Im Zweifel wird der Fotograf nachweisen müssen, dass ihm für ein bestimmtes Foto ein Veröffentlichungsrecht zusteht.


Es gibt keine Unklarheiten im Vertrag. Der Vertrag ist total klar, um welche Fotos es geht: naemlich um alle, die waehrend dem Fotoshooting entstanden sind.
Im Vertrag steht auch drin, dass der Fotograf die Bilder aussucht.
Es gibt keine Einschraenkung ob die Fotos drinnen oder draussen, in welchem Klamotten, ob mit oder ohne Fuesse, mit Canon oder iPhone oder nach sonstigen Kriterien fotografiert wurden.
Der Fotograf weisst mit dem Vertrag nach, dass er das Veroeffentlichungsrecht hat.

Wenn ein Modell nicht versteht, dass mit "alle Fotografien" alle Fotografien gemeint sind, ist das keine Vertragsunklarheit.

Zu Deinem Link: Dann wird die DSVGO und die Betrachtung vom KuG miteinbezogen. Aendert nix daran, dass der Fotograf das Veroeffentlichungsrecht hat.

Unabhaengig von Vertraegen: Wenn ein Modell partout keine Dessous-Bilder von sich veroeffentlicht haben will, dann ist der beste Rat, bei einem TFP-Shooting mit Fotografen nicht in Unterwaesche vor der Kamera zu posieren. Dann braucht man sich auch keine Gedanken um Vertraege zu machen.

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