Umfrage zu analog Fotografierenden 67

2 months ago
Moin Gemeinde,

mich würde mal interessieren wer von euch (und wie) analog fotografiert.

Das zur Veröffentlichung im Internet eine Digitalisierung gemacht werden muß ist klar, daher dazu keine Frage.

Großformat habe ich auch nicht berücksichtigt.
2 months ago
50/50 analog und digital, auch bei Mittelformat und Kleinbild musste ich beides ankreuzen, da gleichauf. Überwiegend s/w.
Entwickeln tut das Labor aus Platz- und Logistikgründen, das wird dann aber zuhause gescannt.
Analog Mittelformat mit: Kodak 6*9 und Flexaret 6*6 ==> überwiegend in SW
Analog Kleinbild mit Minolta x700 und Nikon
Digital mit diversen Nikon FX und DX

Analoge Entwicklung ( ich kann es ) aber aus Platzgründen muss ich das ins Labor geben.
#4
2 months ago
70% digital mit Nikon D2x u. D700 / 30% analog KB s/w mit Nikon F...F4 + H-blad 6x6 (ich liebe alte Kameras mit
ihren "Altgläsern" --> welch ein hässlicher Ausdruck).
Alle Filme Selbstentwicklung---> Scan u. Druck in A3+ mit Epson Photo 2100.
Ich mag die MK - hier zeigen Fotografen sehenswerte Arbeiten (bis auf gewisse Bilder mit open leggs);
dennoch seit Jahren hier keine Veröffentlichungen mehr (Studio aufgegeben...)
2 months ago
Wenn analog, dann überwiegend MF und GF bis 8x10.
Setze Filme ein aber auch alternative fotografische Verfahren.

Veröffentlichung im Netz nicht unbedingt angestrebt, denn da macht man eine Rolle rückwärts. Es wird komplexer und nicht unbedingt besser.

GF ist seit Jahren am wachsen, besonders die 4x5 Laufbodenkameras wie Technika, Wista SP, Toyo45A, Graflex Speed Graphic, aber auch neue Modelle von Gibellini, Chamonix....
2 months ago
Bei der analogen Fotografie verwende ich heute fast nur noch die Nikon F6. Der Grund: ich kann die Objektive der DSLR (D800E bis D850) nutzen und der F6-Autofokus ist gut. Als Ü50-Brillenträger gelingt es mir nämlich immer weniger bei Offenblende manuell treffsicher auf die Augen des Models zu fokussieren (z.B. Mamiya RZ67 mit 110mm f2.8).

Wer eine geringe Schärfentiefe mag, ist zudem bei der Nikon F6 in Kombination mit lichtstarken Festbrennweiten (z.B. 85 mm f1.4) sehr gut bedient. 

Im Kleinbild verwende ich nur Filme bis ISO 125 (Mittelformat bis ISO 400). Manchmal sind Fotografen enttäuscht, wenn sie (fast) kein Korn bei meinen S/W-Abzügen sehen (Standardformat ist bei mir 18 cm x 24 cm), da viele Digitalfotografen analoge Fotografie mit Körnigkeit oder harten Kontrasten assoziieren. 

Bis vor zwei, drei Jahren fotografierte ich unter anderem wir mit folgenden Kameras:

Mittelformat
_ Mamiya 645 AFD und  645 AFD II
_ Mamiya RZ67 und RZ67 Pro II
_ Mamiya 1000s 645
_ Fuji GW 680 III

Kleinbild
_ Contax G2, G1 und T
_ Nikon F6, F5, F4

Beispiele: https://www.analogfotografie.ch
Noch ein Nachtrag:
Hatte vor einem Jahr mal überlegt wieder in die "Naßplatten-Fotografie" einzusteigen...
Musste das leider aufgeben. ;-(
2 months ago
In meiner aktiven DuKa-Zeit hatte ich mal Labaphot - das waren s/w-Folien in 10×15 oder 13×18 zum Belichten wie Fotopapier. Da ich zu dieser Zeit auch mit Diaabzügen auf Cibachrom experimentierte, könnte Labaphot auch s/w-Umkehremulsion gewesen sein (verdammt lange her).
Dann könnte man auch so manche 100 Jahre alte Plattenkamera damit bestücken und bekäme nach Entwicklung "Riesendias" anstelle der damaligen beschichteten Glasplatten.
#10
2 months ago
@ 2ndPhoto
Wenn ich mich richtig erinnere, war es dasselbe Material wie s/w-Diafilm, aber statt 120er oder 135er Rollen eben Folien, die man in mehreren Formaten kaufen konnte. Mit s/w-Negativ käme man nicht weiter, daher denke ich an s/w-Dia, sodaß man die entwickelte Folie auf den Overheadprojektor legen konnte, was vor 40 Jahren die Hauptanwendung dafür war. Zur Belichtung wurde es so wie Fotopapier unter den Vergrößerer gelegt ... s/w-Negative hatte ich genug, ebenso Farbdias; da hätte ich viel mehr damit machen können. Es war damals quasi ein Fehlkauf, indem es für s/w-Dias konzipiert war ... und somit doch gut zum Bestücken der Einschubkassetten bei Plattenkameras.
2 months ago
#10 nein so dramatisch ist das ganze nicht. Es gibt zwar einige Risiken, die sich aber minimieren und vor allem gut kontrollieren lassen. Es gibt auch mittlerweile Rezepturen, bei denen man nicht gleich "tödlichen" Gefahren ausgesetzt ist. Das zentrale Element Collodion lässt sich schon fertig angerührt beziehen, man braucht also keines mit Ether selbst ansetzen. Es gibt sogar Lösungen gänzlich ohne Ether. Das war in den Ursprüngen ganz anders. Und ja man muss sich sehr gut informieren aber das ist auch gut so. Zur Seite wischen wie auf dem Tablet lässt sich aber ein Fleck Silbernitrat sicher nicht ;-)
#13
2 months ago
Bei vielen Fotosessionen verwende ich die Digitalkamera nur als Ersatz für die nicht mehr erhältlichen Polaroid Trennbildfilme, um das Licht zu kontrollieren und natürlich kann ich dem Modell sofort zeigen in welche Richtung es gehen soll.
Fotosessionen wo ich nur digital fotografiere kommen aber auch vor.

Offentsichtlich gibt es hier doch einige Fotografen, die auch mit Grossformatkameras arbeiten. So auch ich. Im Studio fotografiere ich mit einer Sinar P im Format 4x5" und 8x10". Draussen nehme ich die Graflex Speed Graphic. Am liebsten verwende ich im Grossformat alte Objektive.
Hallo Stephane,

danke für den Anschub eines Erfahrungsaustausches zum Thema analoge Fotografie.

Im professionellen publizistischen Bereich gibt es einen Trend zum Analogen. Ganz klar. Verlage fragen explizit nach meinen analogen Fotografien, um sich aus der Flut der glatt gebügelten Digitalfotos abzusetzen.

Im Rights Managed Bereich bedeutet die analoge Vorlage, egal ob Sofortbild, Fimstill aus 8mm, MF oder GF mit der Sinar, ein Alleinstellungsmerkmal, eine unikathafte Quelle in "Zeiten der technischen Reproduzierbarkeit", die z.B. ein Cover unverwechselbar macht.

In der Modefotografie, was ich eine Zeitlang hauptberuflich machte, ist dieser Trend auch zu Spüren. Perfekt inszenierte Imperfektion ;-) Also hybride Fotografie, erst mit der Point and Shoot, dann scannen und weiter verarbeiten.

Hat alles seine Berechtigung, gerne auch parallel zur digitalen Fotografie. Einem guten Bild ist es egal, ob es analog oder digital, mit Griffel oder Pinsel, geboren wurde!

LG, vom

Thorsten
http://www.marquardt-artfoto.de

PS: Im Kunstbereich sowieso viel analog, auch E6, siehe die Diaprojektionen von Tobias Zielony u.v.a. Oder handgeschöpftes Bütten mit lichtempfindlicher Schicht als Träger, oder Awagami etc...
Klar, ging natürlich an Dirk als Initiator... ;-)
#17
2 months ago
Danke euch erstmal für die Beiträge, sehr interessant... ;-)
Ich hatte in Erinnerung das man sieht wer wie abgestimmt hat, aber das habe ich wohl irgendwie verwechselt, daher möchte ich euch meine Kreuzchen nicht vorenthalten:

ausschließlich analog, ausschließlich s/w, derzeit ausschließlich Mittelformat und komplette Eigenverarbeitung.

Scans mache ich nur noch für die Veröffentlichung im Internet und auch die vom fertigem Bild (also dem Abzug).

Point and Shoot klingt interessant, da würden mich auch Namen interessieren ;-)
2 months ago
Ich glaube gewisse Point&Shoots wie die oben genannte Yashica oder Olympus Mju sind entweder durch einen Modefotografen oder durch Youtuber so gehyped worden daß sie heute für Wahnsinnspreise bei ebay gehandelt werden - hat aber für mich dann auch nichts mehr mit Spaß an der Fotografie zu tun, mehr mit Hype und Trends.

Ich bin immer noch dabei diverse Point&Shoots von Flohmärkten durchzutesten, von Konika über Minolta zu Pentax, alle damals von einem abbauenden Stand für 50 cent das Stück abgestaubt und teils neuwertig in Originalverpackung. Die machen Spaß und zumindest der erste Film aus der Konika war knackescharf - aber ist einfach nicht so meine Sache, ich mag kleine SLRs wie die Pentax MX/ME, vergleichbar mit den Olympus damals mit der Zielgruppe Frau als besonders klein und leicht zu bedienen entworfen, aber trotzdem mit allem was eben bei einer SLR dazugehört. Das sind meine Point&Shoots.

Scans gehören ja für manche Fundamentalisten schon zu den Todsünden der Analogfotografie, mir macht das allerdings Spaß so meine Bilder das erste Mal in groß zu erleben und dabei stundenlang Podcasts zu hören. Ein Labor werde ich mir auf längere Zeit nicht einrichten können, und auch das ganze Altchemie entsorgen nervt mich nur, ich find's für mich aber auch nicht nötig. Lediglich der Gedanke ein abgeholter Film hätte mit einem anderen Entwickler vielleicht etwas besser rauskommen können wurmt mich manchmal, aber ich hab ein ganz vertrauenswürdiges Labor das wohl schon weiß was es tut.
#20

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