Warum tappen noch so viele in die Schwarz-Weiß-Falle? 236

6 days ago
Reverend. Was erzählst gerade DU der Runde hier, was man bei S/W beachten muss?? Auf deiner überschaubaren Sedcard mit nur 40 Bildern (Silber-Account zu teuer?) findet man kein einziges SW-Bild. Stattdessen geht es arg bunt gefiltert zu. Das kann man jetzt mögen... solides Handwerk sehe ich hier leider nicht. Hat eher was von LOMO.

An die Runde: Was ich hier immer wieder fasziniert/irritiert/tierisch nervt: Dieses ganze verkopfte bis dogmatische Herangehen an ein Medium, das dem Macher heute die bequeme Option bietet, alles Mögliche mal einfach... AUSZUPROBIEREN!

Bevor ich hier Zeilen schinde, wann man was wissen 'muss', dupliziere ich mein Foto und teste mal ganz locker eine SW-Version. Dazu ziehe ich mal am Grün-Regler, vielleicht am Blau... eventuell... simuliere einen Rotfilter... oder bleibe beim ersten Umwandlungsklick. Passt SW für dieses Bild besser als Farbe? Prima. Wenn nicht: auch gut.

Oder ich gehe – mein Ansatz bei Architektur – gleich im Setting meiner NIKON auf MC und fotografiere die ganze Strecke so. In RAW wohlgemerkt. Nun sehe ich sofort auf dem Monitor, ob das SW 'arbeitet'. Auf Farbe umwandeln geht dann bei einzelnen Bildern immer noch.

Da für so einige schon der Silber-Account der MK zu 'hochpreisig' scheint, dürften in der Community nur sehr wenige der sauteuren LEICA Monochromes im Einsatz sein...
#221Report
6 days ago
@ PetersPhotos

Dieses ganze verkopfte bis dogmatische Herangehen an ein Medium, das dem Macher heute die bequeme Option bietet, alles Mögliche mal einfach... AUSZUPROBIEREN!

Verkopft und dogmatisch .. wer fing denn an damit, Wissen zu - gewiß berühmten - Vorbildern und Gestaltungstheorien einzufordern ? Wer betonte denn die Notwendigkeit eines ausgefeilten und routinierten Workflows ?
Da ich gerade wieder 90 bis 100 Jahre Aufnahmen von unterschiedlicher Qualität bekam, habe ich da im Rahmen der Digitalisierung eben auch an den Reglern gedreht, um den oft flauen Kontrast, aber auch Helligkeit, Tonung und Nachschärfung anzupassen. Die Verstellrichtung des Reglers war mir da jeweils schon klar, und ausprobierend ergab sich dann die jeweils optimale Intensität.
#222Report
6 days ago
Hi,
Peter, ich habe von Profis gesprochen, nicht von Amateuren wie Du.
Alles was ich gesagt habe ist wahr, frage einfach ein paar Profis….
wenn du überhaupt welche kennst…
#223Report
6 days ago
SEE: Routiniert? Ja. Von einem ‚ausgefeilten‘ Workflow: kein Wort.
Aber erzähl doch: 100 Jahre alte Aufnahmen unterschiedlicher Qualität? Wovon? Klingt extrem spannend….
#224Report
Tom Rohwer

Danke. Du hast es verstanden, worauf ich hinaus wollte. Nicht zufällig gab es früher mal den Spruch »Gleichzeitig S/W und Farbe zu fotografieren führt genauso zur Schizophrenie wie gleichzeitig zu fotografieren und Super 8 zu filmen.« Heute drehen die Leut' einfach an den Reglern und denken »Ist doch eh egal!«


Den Aspekt kann man genauso gut auch um 180° drehen. Der Spruch mit der „Schizophrenie“ stammte aus einer Zeit, in der man zwei verschiedene Kameras mit verschiedenen Filmen herumschleppen oder mitten im Shooting den Film wechseln musste. Davon wurde man erheblich im Flow beeinträchtigt. Dass man sich früher derart festlegen musste, war eine rein technische Hürde. Das ist der Hintergrund für diese Weisheit. Als künstlerisches Gesetz taugt das also 2026 mit all seinen modernen Möglichkeiten wenig. Und da liegt bei Aussagen wie 'Heute drehen die Leut' einfach an den Reglern und denken »Ist doch eh egal!«' doch wohl auch der Hund begraben.

Für den sicherlich begnadeten Walter Röhrl gibt es heute wohl auch kaum noch echte Rennfahrer. Es ist das gleiche Gerede gegen die moderne Technik, die das alles ja vermeintlich viel zu einfach und seelenlos macht (so sprachen Maler auch mal über die aufkommende Fotografie...), während die Leistungen der eigenen Zeit komplett Mythologisiert werden. So ist das in allen möglichen Disziplinen immer wieder anzutreffen. Es wird auch mal jemanden gegeben haben, der das über die Generation Walter Röhrl genauso gesagt hat. Solche Ansichten haben eigentlich einen anderen Hintergrund und aus Respekt vor den alten Hasen und ihren Leistungen belässt man es dann eben auch dabei.

Norbert Hess
Übrig blieben demnach Saturn, Media Markt und der Onlinehandel. Mit der Qualität des Fachhändlers auf seinem Gebiet als Fotograf hat dies folglich nur am Rande zu tun. Wie überall gibt es nämlich auch hier solche und solche.


Ich bezog mich ja nur auf die zu besichtigenden Arbeiten existierender Fotografen, die oft eine rein handwerkliche Fotografenmeisterausbildung haben (bzw. vielleicht haben, Zwang ist das ja längst nicht mehr). Am Niederrhein habe ich davon schon noch einige zu besichtigen und da sieht man nicht unbedingt immer so die Sternstunden der kreativen Fotografie, wenn auch - wie ggf. gelernt - rein technisch alles sauber ist. Wenn es stimmen würde, dass Profis grundsätzlich mit überlegenem Wissen überlegene Fotos machen (ob nun Farbe oder S/W), müsste man doch aus dem jubilieren und staunen kaum herauskommen.

Ich habe erst heute wieder die Fotos für eine Freundin und ihre Versicherungsagentur gemacht. Am Wochenende werde ich für einen ehem. Kollegen die Fotos für seine Website machen. Die wären früher natürlich alle zum Fotografen ins Studio gegangen oder hätten ihn in die Firma kommen lassen. Heute ist das oft ein Freundschaftsdienst, denn fast jeder kennt heute so einen Freund, der mindestens passabel Portraits fotografieren kann. Instagram, MK und Co sind ja nicht ohne Grund voll damit. Das gleiche für Hochzeiten usw. usf.

Noch nie gab es so viele passable, gute oder auch sehr gute Amateure wie heute. Und wenn es weniger schlechte Profis gibt, dann liegt das vor allem auch an den guten Amateuren, die sie - sicher nicht zu ihrer Erbauung - überflüssig machen und ihnen die ökonomische Grundlage entzogen haben. Profi - und das war ja der eigentliche Kern meiner Aussage zum Argument des vermeintlich immer und stets überlegen wissenden Profis - ist eben noch kein Qualitätsmerkmal und keine überlegene Kompetenz an sich (ob nun zu S/W oder anderen Themen der Fotografie), sondern lediglich ein Status Geld mit etwas verdienen zu wollen. Es bedarf heute ja auch gar keines Kompetenznachweises mehr.
#225Report
6 days ago
@ PetersPhotos
Dann darf ich nicht nur an den Startbeitrag # 1, sondern auch an ## 20-60 erinnern, darin besonders an ## 24, 27 und 44 !? Praxis statt Theorie hatte ich in # 55 angeboten, doch dann kam wieder ein Erklärungswunsch, nämlich der goldene Schnitt, zu dem ich anhand # 62 und # 64 eben genau nach dem praktischen Nutzen fragte.
In ## 181-184 ging es doch um den Workflow, wobei weiterhin nur grob erahnbar blieb, was neben dem "Stempeln" noch dazugehören könnte. Das ergab sich erst aus dem Thema zur Bücherqualität, indem ich ganz beiläufig von der Berufstätigkeit in der Werbegrafik las. Und da soll ich nun von fehlender Routine, mangelnden Skills und unprofessionellem Workflow in der Bildbearbeitung ausgehen ??
Einfach mal ausprobieren, planlos und spontan - das widerspricht sich doch irgendwie ..?
Zu den Motiven auf den 100 Jahre alten Aufnahmen : Ja, da waren jetzt nicht nur 2 Reifen, sondern auch mal 2 Beine drauf, aber die Bilder stammen nicht von mir, und einen Account als Bildbearbeiter habe ich nicht ...
#226Report
6 days ago
@ Martin Walltree
Im Fotolabor habe ich tatsächlich auch versucht, Abzüge von Farbnegativen auf s/w-Fotopapier zu erstellen, was auf Agfa Brovira eben ziemlich mißlang. Mit einem recht harten Papier war aber dann doch was herauszuholen ..
Übertragen ins heutige Digitale ist es eben auch das Experimentieren, wobei man aber nicht erst im Fotolabor, sondern gleich mit Blick aufs Display erkennen kann, ob das Experiment gelang.
Wenn ich das Fußball-WM-Buch von 1974 nehme, so finde ich darin Spielszenen, die so grobkörnig nicht mehr druckreif wären unter den heutigen Qualitätsmaßstäben. Ob Lattenschuß oder Tortreffer - wiederholbar wären diese auch heute nicht.
In vielen anderen Bereichen kann aber so oft ausgelöst werden, bis das gewünschte Resultat entstand. Mit entsprechender Kompetenz gelingt dies wahrscheinlich gleich, aber letztlich hätte man genügend Möglichkeiten durchprobiert, um dann ein brauchbares Ergebnis zu erzielen.
#227Report
Ich habe gestern übrigens ein abstraktes Hintergrundbild für mein neues iPad gemacht. Ganz bewusst in kontrastreichem S/W, damit es gut zu der silbergrauen Farbgebung des iPads und der Schutzhülle passt. Total toll! :-)))

Und genau so, wie ich von vornherein geplant hatte, dass es ein S/W-Foto werden sollte, hatte ich ebenso geplant, wie es ungefähr motivisch ausfallen müsste, damit es als iPad-Hintergrundbild taugt, um nicht mit den Icons zu einem nervösen Optik-Brei zu verschwimmen.

War das jetzt etwa schon zu viel Planung oder hätte ich einfach mehr herumprobieren müssen? ;-)
#228Report
6 days ago
Zitat Patrick Michael Weber:
"War das jetzt etwa schon zu viel Planung oder hätte ich einfach mehr herumprobieren müssen? ;-)"

Dieser scherzhaft gemeinte Satz beschreibt das Dilemma bzw. den "Kurzschluss", den hier viele im Hirn haben, perfekt.
Keiner muss müssen!
Man kann ein SW-Bild planen oder auch Farbbilder heraussuchen, die sich für eine Umwandlung in SW anbieten. Man kann Farbbilder vor der Transformation bearbeiten oder erst danach. Oder, oder, oder ...
Es zählt das Ergebnis.
Nebenbei: Man kann auch mit Farbfotos glücklich werden und bei dezenten Farben taugen Farbbilder auch als iPad-Hintergrundbild. Auch hier gibt es kein MUSS.
#229Report
eckisfotos

"Keiner muss müssen!"

Ganz genau. In meinem speziellen Fall hatte ich halt eine Idee im Kopf: "Keine Farbe und keine konkreten Strukturen, die von den Icons ablenken könnten." Und die habe ich halt umgesetzt. Aber das war's dann auch schon.

Meine Mutter dagegen findet das knallige BVB-Logo auf ihrem iPad schön.

Aber niemand von uns muss etwas "müssen". :-)

In meinen Berufen dagegen muss ich wirklich müssen. Da kann ich mir keine mehrjährigen Auszeiten wie hier bei dem Fotografiehobby erlauben. Da darf ich mir auch keine Schwächen erlauben. Da gibt's kein Larifari. Da muss ich liefern.



"Nebenbei: Man kann auch mit Farbfotos glücklich werden und bei dezenten Farben taugen Farbbilder auch als iPad-Hintergrundbild. Auch hier gibt es kein MUSS."

Stimmt auch. Auf meinem alten iPad hatte ich die ganzen Jahre über auch ein abstraktes Foto - allerdings in Farbe. :-)
#230Report
6 days ago
#228
Wenn Du genau das Ergebnis bekommst, das du dir vorher vorgestellt hast, spricht das eher dafür, dass dein Herumprobieren genau ausgereicht hat. Also nicht mehr und nicht weniger.

Herumprobieren kann natürlich spannend sein – aber es ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Gute Gestaltung besteht nicht darin, möglichst viele Zufallsergebnisse zu produzieren, sondern darin, eine Vorstellung zu haben und sie gezielt umzusetzen... zu können!

Hier geht es um Erfahrung und Routine. Und die benötigt man in der Fotografie im Allgemeinen und s/w im Besonderen. Aber Planung ist nicht alles. Ich kann noch soviel planen und Herumprobieren, das schließt sich übrigens nicht aus. Wenn man keine Ahnung hat, von dem was man tut, oder noch nicht mal die Basics versteht, wird es vielfach schwieriger an das gewünschte Ergebnis zu kommen. Aber es kann auch klappen.

So auch in der Fotografie an sich und beim Thema s/w. Natürlich kann man bei kompletter Ahnungslosigkeit auch ein gutes Ergebnis bekommen. Aber das ist dann in diesem Sinne keine Planung mehr, sondern Glück und Zufall.
#231Report
6 days ago
Wir wollen mal lieber Glück und Zufall nicht überbewerten. Es ist mehr als das, wenn man ein Ergebnis vor Augen hat und dieses auch bekommt. Schon die Tatsache, dass man in der Lage ist, sich ein gutes Ergebnis vorzustellen, hat einen Wert. Auch systematisches Probieren (z.B. in Form von Belichtungsreihen) hat einen Wert.

Welche Basics man braucht, das ist auch keine einfache Frage - es gibt ja Menschen hier, die von Optik fast gar nichts verstehen, aber wissen, wie man damit umgeht.
#232Report
Marcus Sawyer

"Also nicht mehr und nicht weniger, wenn Du Dein Ziel erreicht hast."

Ich hatte mir zwei Vorgaben gesetzt, die auf meinen allgemeinen Sehgewohnheiten beruhen:
1. S/W, weil passend ("Ton in Ton") zum iPad
2. nicht zu nervöser, trotzdem dekorativer Bildinhalt

Ich wusste quasi, was ich brauche (Stichwort: Sehgewohnheiten) und ich wusste, wie ich das technisch umzusetzen habe. Das war meine Planung. Der improvisierte Teil bestand dagegen darin, ein passendes Motiv zu finden, dass Vorgabe Nr. 2 erfüllt. Als Motiv diente dann letztendlich ein schön strukturiertes verwittertes Holzbrett.

Hat geklappt. Hat Spaß gemacht. Ziel erreicht. :-)
#233Report
6 days ago
#233

Ausnahmsweise sind wir d'accord. Was will man mehr?! :)
#234Report
Marcus Sawyer

"Ausnahmsweise sind wir d'accord."

Das kam bereits zwei bis drei weitere Male vor. ;-)
#235Report
4 days ago
So viel Eintracht (und das zwei Tage lang) ist kaum auszuhalten. Dagegen muss ich etwas tun.

Also der Hintergrund auf meinem Smartphone ist auch ein Foto mit einem Motiv, welches auch fast ausschließlich aus zwei Farben besteht - nämlich weiß und blau. Ich habe es nicht extra zu diesem Zweck angefertigt, sondern ich habe mir überlegt, dass ich es gern auf meinem Smartphone sehen möchte.
#236Report

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