Ist Helmut Newton noch zeitgemäß? 120

4 days ago
t.spors
Danke für die Links - ganz Deiner Meinung.
#101Report
#102
4 days ago
Mayorka

Ähm, Nadja Auermann superdürr? Übrigens ist diese Frau Jahrgang 1971....

Entschuldigung, aber das waren noch richtige MODELS!
Mit Ausstrahlung die eine ganze Epoche geprägt haben.
Egal ob Linda Evangelista, Kate Moss, Cindy Crawford, Naomi Campbell. Selbst Claudia Schiffer.

Keine mit Tattoos und Blech durchschossenen Klamottenständer wie heute, an die sich schon Morgen niemand mehr erinnert.
#103Report
#104
4 days ago
Norbert Hess Georg P.

Ähm, dann lest mal genau, was Mayorka schreibt. Newton hat einige richtig chicke Fotos von Nadja Auermann gemacht. In den 90ern.

Gleiches, wie für die Models, gilt auch für die Fotografen: mit Tattoos und Blech durchschossene Klamottenständer-Knipser, an die sich schon Morgen niemand mehr erinnert.
#105Report
4 days ago
Fire Walker

Es geht mir ausschließlich um die Behauptung „superdürr“. Sonst um gar nichts.
Alles andere muss jede(r) für sich selbst entscheiden.
#106Report
4 days ago
t.spors

Wenn das die Reaktionen auf Deine #100 sind,
dann ist hier jeder Beitrag für die Katz. Derlei
"Diskussionen" sind nur noch Zeitverschwendung.
#107Report
4 days ago
Zu t.spors
Ich habe den Artikel durchgelesen und das Video geguckt. Ich finde, es ist ein Sturm im Wasserglas.

LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk, welches jeden Anflug von Sexualitaet vermeiden will. Da schiessen sie manchmal ueber das Ziel ein bisschen hinaus. Kunst hat traditionell einen starken Bezug zu Nacktheit, die gesellschaftlich anerkannt ist, aber die nicht immer in die Regeln von beruflichen Netzwerken passen.

Da gibt es Reibungspunkte, und die Plattformbetreiber entscheiden im Zweifel gegen die Provokation. Denn sie wissen genau: Jede Ausnahme fuehrt zu einer Grenzerweiterung, und der Charakter der Plattform sich in eine Richtung veraendert, die Stammnutzer abstoesst.

Das sagt erst mal nix ueber Newton, Schroeder, selbstbewusste nackte Frauen, weisse Maenner oder Silicon Valley aus. Das Video ist ja ungeschnitten auf Youtube zu sehen.
Der Artikel ist dann doch eher "reisserische Ueberschrift eines gelangweilten Kulturjournalisten, der mal wieder was zu maechtigen weissen Alphatieren, Nacktheit und social Media schreiben will". Die Fragen, die offen bleiben, sind trivial, die Gemeinsamkeiten zwischen LinkedIn und Schroeder spaerlich, das Verstaendnis des Journalisten zu LinkedIn nicht vorhanden.
Aber zumindest konnte er mal wieder was ueber Brueste schreiben.
#108Report
4 days ago
Rodivo Ha, ha. Kann ich mit leben. :-))

J Reber : Ist mir nur zufällig untergekommen, der Artikel.
So ganz verkehrt find ich das nicht, was er schreibt. Hat mich an so manche Diskussion hier erinnert. Ich sehe aber den Trend. Das es jetzt zufällig Schröder traf, ist da eigentlich Wurst. Aber Du hast natürlich Recht, das in dem Artikel, wie so oft in den Medien, übertrieben wird und es nicht wirklich so wichtig ist.

Newton war halt auch irgendwann in der glücklichen Lage, fotografieren zu dürfen, was ihm gefiel, und auch noch Geld damit zu verdienen. Da hat er ja alles richtig gemacht, glaube ich.
#109Report
4 days ago
Was ist denn der Trend? Das Nacktheit auf Plattformen immer mehr marginalisiert und zensiert wird, selbst wenn es künstlerisch ist?
Das mag sein, aber LinkedIn ist wirklich das falsche Ziel für diese Feststellung.
#110Report
4 days ago
J Reber Ich finde es egal, ob es LinkedIn oder irgendeine andere große Plattform im Internet ist, auch egal welcher Leitaufgabe sie sich verschrieben hat. Das selbst verschriebene Regelwerk repräsentiert immer einen relevanten Teil des Zeitgeistes, gerade mit solchen "moralischen" Entscheidungen. Diese fallen immer auf das Unternehmen zurück (was sie ja auch sollen). Das sind kulturelle Manifeste, die immer - identitätsstiftend - dazu gehören. Und wie t.spors sehe ich da auch einen gesellschaftlichen Trend, gegen den man sich stellen muss, wenn man gewonnene Souveränitäten in der pluralistischen Gesellschaft nicht aufgeben will. Das überspringt der Zeitungsartiken mehr oder weniger geflissentlich, indem er so tut, als korrigierten die Zeitläufte sich nur progressiv gegenüber gestrigen alten Männern wie Newton und Schröder.

Das Filmchen auf Youtube kann ich nicht sehen, da es auch hinter einer Altersregulierung verborgen ist, die von mir Anmeldung mit Daten fordert. (Für Newtonbilder, haha!)
Der Trend wird getrieben durch amerikanische Internetkonzerne aber auch gestützt von modischen Ideologie-Dogmatikern europäischer Provinienz. Ich frage mich immer, wie schnell doch viele bereit sind, sich solchen Konservativismen anzuschließen, obwohl sie in ihrer Jugend froh waren, die gewonnenen Freiheiten in offener und kulturbewußter Gesellschaft leben zu können.
#111Report
4 days ago
Marcello Rubini #111

Gestrig?

Ich mag Schröder wegen seines Agenda-Sozialabbaus nicht,
aber wenn das, was er zu Newton sagt, gestrig sein soll,
dann wirst Du das Wort - im Unterschied zu seiner üblichen Bedeutung -
doch wohl in einem sehr positiven Sinne meinen. Dann
wäre das Gestrige das Bessere. Dito zu Newton.

Oder würdest Du Picasso "gestrig" nennen? Die ganz Großen
sind nie gestrig (im abwertenden Sinne).

Inhaltlich völlig Deiner Meinung. Leider haben viele
unserer Fotofreunde noch nicht so recht bemerkt,
was da an Illiberalität um sich greift. Und das
geht leider von Kräften aus, die bisher als aufgeklärt und
fortschrittlich galten. Wenn sich deshalb jetzt die Reaktionäre auch nur mit
einem Hauch von Berechtigung als Hüter essentieller
Freiheitsrechte aufspielen können, dann gute Nacht.
#112Report
4 days ago
Marcello Rubini

"Ich frage mich immer, wie schnell doch viele bereit sind, sich solchen Konservativismen anzuschließen, obwohl sie in ihrer Jugend froh waren, die gewonnenen Freiheiten in offener und kulturbewusster Gesellschaft leben zu können".

Das tun viel von denen noch heute. Nur eben nicht in der Öffentlichkeit. Lieber nachts, in Spielunken, dunklen "Gemächern". Da tanzen dann die "nackten Weiber" auf den Tischen. Amerikanische Doppel Moral eben.
#113Report
3 days ago
Rodivo "gestrig" meine ich im Sinne ihrer wirksamen Hochzeit. Damit auch im Sinne von "überholt". Keineswegs im wertenden Sinne - einer zwangsläufig negativen Bewertung widerspreche ich ja gerade.
#114Report
3 days ago
Marcello Rubini #111 : Ich sehe, das ich richtig verstanden wurde. Richtig: Und auch es ist egal welche Platform der sozialen Medien man da anspricht.
@Norbert Hess hat ja in #113 Deinen Satz : "Ich wundere mich, ... ", nochmal zitiert. Den Satz sollte man wirklich zweimal lesen.

Schröder ist in diesem Zusammenhang völlig uninteressant. Ich nehme an das war nur der Eye Catcher für den Schreiber des SZ Artikels.

Ich ertappe mich selber dabei, daß ich mich selbst zensiere, ob ich dieses oder jenes Bild in IG oder FB posten kann, und ärgere mich dann regelmäßig über mich.
In Jungen Jahren, so Ende der 70er Anfang 80er, als es noch kein www gab und ich anfing mit der Fotografie, gab es das Fotomagazin Zoom. Drin waren oft Bilder der angesagten Künstler und Fotografen, das war dann auch mein erster Kontakt mit Leuten wie Newton, Giger usw. . Das hatte einen echten 'wow' Faktor. ( Anm.: Früher war nicht alles besser, aber manches eben anders )
Newton hatte definitiv den richtigen Denkansatz: Einfach das zu machen was ihm gefiel. Sollte man sich selber immer mal wieder verinnerlichen und es vielleicht auch mal darauf ankommen lassen.
Also hier auch wieder : Newton ist, meiner Einschätzung nach, wohl zeitgemäß.
#115Report
3 days ago
Ernsthaft - es ist euch egal, ob eine Plattform für Kinderfilme, Finanztips, Karrierenetzwerk oder Weiterbildung ist? Es soll unabhängig vom Zweck immer alles erlaubt sein, weil es ansonsten eine Einschränkung der Freiheit ist?

Das halte ich für realitätsfremd. In der physischen Welt unterscheidet sich auch der akzeptable Dresscode in der Oper, im Büro, im Freibad und im Club. Wenn ich bei einer Karriereveranstaltung in Shorts und Schlappen auftauche und rausgeworfen werde, ist das dann auch eine ach so schlimme Einschränkung meiner liebgewonnen Freiheit?
#116Report
Man muss ja nicht bei IG oder FB posten. Nur weil zuviele Leute IG und FB hinterherrennen brauch man seine Werke ja nicht dort zeigen. Zumal ich irgendwo gelesen habe, dass IG und FB schon wieder out wären :-)
Hier in der MK gibts genug Freiheit für Darstellungen.
"Trend" ist wenn man ihn selber macht und nicht hinterherhechelt...
#117Report
3 days ago
J Reber Natürlich nicht. Das hat hier auch keiner geschrieben. Und es ist nichts schwarz und weiß.
Ich meine, wenn mir was nicht passt, muss ich mir dann eben überlegen, wie wichtig es mir ist, oder ob ich darauf verzichte.
#118Report
3 days ago
J Reber In Sachen Dresscodes gebe ich dir 100% recht. Teil der Kultur ist es auch, ein Fingerspitzengefühl dafür zu besitzen, was passt und was nicht.

Es ist durchaus möglich, dass die Oper in ihrer Ausstellungsgalerie auch Nude-Fotos vom Bühnengeschehen zeigt (Beispiel Nibelungen hier in Berlin) und da geht es eben um was anderes als um den Dresscode mit Schlappen und Camperhose. Deswegen finde ich das überhaupt nicht vergleichbar. Eben nicht im Sinne von Freiheit zu Beliebigkeit. Newtons Bilder und spannende Akt/Nude/Erotik-Fotografie überhaupt sind Bestandteil unserer Hochkultur geworden und die Frage, die hier verhandelt wird, ist, ob man das wieder rückgängig machen will im Zuge neuer Prüderie, die aus USA hier herüberschwappt mit ihren sozialen Netzwerken. Schon ob man solche Einschränkungen in diesem Sinne hier in Europa toleriert, liegt für mich als gesellschaftliche Frage auf dem Tisch und ist der Kern dieser Diskussion.

t spors: " ... eben überlegen, wie wichtig es mir ist, oder ob ich darauf verzichte." Das ist die Toleranzversion, der ich mich leider und gezwungenermaßen auch anschließe. Richtig finde ich es dennoch nicht.
#119Report
2 days ago
Man muss ja nicht bei IG oder FB posten. Nur weil zuviele Leute IG und FB hinterherrennen brauch man seine Werke ja nicht dort zeigen.

Und vor allem: jeder, der das macht, der festigt die Macht und auch die Zensur von IG und FB. Denn er akzeptiert deren Vorgehen, und trägt dazu bei, daß es mehr und mehr allgemeingültig wird.

Nach dem Motto: "Wenn ich in der Kirche nicht mehr sagen darf, daß ich an Gott zweifle, dann äußere ich notgedrungen eben keine Zweifel mehr." Anstatt auf den Marktplatz zu gehen und dort die Zweifel zu äußern, wenn man sie in der Kirche eben nicht mehr äußern kann.

FB, Instagram und alle anderen haben immer nur soviel Macht, wie ihnen große Userzahlen zugestehen. Ihre Macht beruht nicht auf Unterdrückung, sondern auf der freiwilligen Unterwerfung.
#120Report

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