Tattoos von Models wegretuschieren – Puristen vs. Praktiker? 67

1 week ago
Denke, das dürfte ein Thema sein, über das auch schon so manche Diskussionen geführt wurden:

Warum sollte man Tattoos ganz oder in Teilen nicht wegretuschieren, wenn sie die Bildaussage ein wenig oder beträchtlich stören? Ich für meinen Teil mache das ständig und bekam auch schon Beifall von Models, etwa, weil sie gar nicht mehr zu der "Körperzierde" stehen. Stichwort Jugendsünde.

Ich frage aber nicht nach Zustimmung, da ich nur noch Pay shoote. Eine Veränderung, ein Umstyling der Person beginnt ja bereits mit Lippenstift oder Nagellack.

Also, Frage in die Runde: "Darf" oder "sollte" man das – für die Fotokunst?
1 week ago
Du hast es schon angedeutet wenn es die Bildaussage stört sollte man es natürlich machen. Ich habe einem Model vor einigen Jahren eine sehr große Brandnarbe wegretuschiert weil er sie hasste (später hat er mir erzählt wer ihn verbrannt hat und ich war entsetzt über den Vater der es extra gemacht hatte). Ihm gefiel das Bild aber die Narbe gehörte doch zu ihm und so haben wir es dann auch gehalten.
#3
1 week ago
Das Wegretuschieren von Tattoos scheint mir ein zu großer Aufwand zu sein. Besser gleich Models ohne oder mit wenig Tattoos suchen bzw. Outfit / Pose / Perspektive so aussuchen, dass die Tattoos nicht (zu sehr) zu sehen sind.
1 week ago
Ich buche auch nur Models mit wenigen, aber heute hat ja fast jede irgendwas, leider! Und oft dann irgend so ein lächerliches Wörtchen oder ein kleines Icon... was früher das Rauchen als Mittel zur Cliquen-Akzeptenz war, scheint heute das/irgendein Tattoo. Deshalb würde ich aber nicht auf eine Buchung verzichten. Als Nicht-Purist stemple ich das in Sekunden weg. Oder zeige es bewusst, wie beim Bild "LP".
1 week ago
Es kommt drauf an.
Wenn es vom Thema nicht stört lass ich es einfach dort wo es ist. Und das ist in den meisten Fällen so. Es gehört zur Person.
1 week ago
Retuschiert wird nicht bzw. ist aus einem simplen Grund nicht nötig. Wenn es nicht Thema meiner Arbeit ist, shoote ich mit Models ohne bzw. mit unauffälligen Tattoos.
1 week ago
Warum soll ich mich bei der BEA damit aufhalten ?

Tattoo und Piercing kommt für mich pers. nicht vor die Linse.

Aber jeder nach seinem Geschmack ;-))
1 week ago
Schließe mich MAINpics, highlander und Filmrolle zu ## 6,7,8 an : Das oder die Tattoos gehören zu diesem Mensch, denn das war genauso eine Entscheidung wie für Blondierung, Nagellack usw.
Auch wenn die Farbe des Lidschattens vielleicht täglich und die Nagellackfarbe wöchentlich wechselt, während die Tattoos eine lebenslängliche oder zumindest jahrelange Angelegenheit sind.
Ferner kommt es auch auf den Bildstil an - was bei Bikinifotos so oder so problemlos erscheint, wird bei halbtransparenten Dessous schon zur Unmöglichkeit - wenn das Tattoo durch den Rüschenbesatz des Satinkleids schimmert oder halbwegs vom Strumpfsaum überlagert wird. Vielleicht ist nämlich genau das Strumpfdessin Hauptpunkt des ganzen Shootings ...
PetersPhotos schrieb

Ich frage aber nicht nach Zustimmung, da ich nur noch Pay shoote.


... interessant dazu auch folgendes:
https://www.ra-himburg-berlin.de/fotorecht/faq/768-umfasst-die-einwilligung-zur-nutzung-eines-personenfotos-auch-das-recht-zur-bildbearbeitung.html
1 week ago
@ Chris W. Braunschweiger :
Danke, sehr interessante Entscheidung (Verstärkung des Lidschattens), wobei hieraus nähere Sachverhaltsangaben entnehmbar sind :

https://www.kanzlei.biz/27-05-2011-lg-hamburg-az-324-o-648-10/

Relative Person der Zeitgeschichte, indem sie zusammen mit ihrem prominenten Ehemann einvernehmlich und arrangiert fotografiert wurde - somit nicht während eines Events oder eines öffentlichen Ereignisses, sondern im privaten Rahmen. Vom Umfang der Einwilligung her somit doch auch mit Shootings vergleichbar, indem das Model auch da entweder glamurös geschminkt oder in natürlichem Look erscheinen kann, und ein "nachschminken" per EBV dann auch außerhalb der Einwilligung sein könnte.
Sonst könnte man auch einen hautfarbenen BH wegmanipulieren und dann den Eindruck von "oben ohne" erwecken, obwohl Teilakt/Akt auf "Rot" gesetzt ist.
Ich für mein Teil suche mir schon im Vorfeld Modelle OHNE bzw mit wirklich nur WENIGEN / KLEINEN Tattoos. Der Grund dafür ist, das ich kein Interesse habe oder die unnötigen Kosten aufwende, diese Tattoos, für meine Kunst erst mit enorm viel MakeUp zu überdecken oder später in der Nachbearbeitung weg zu retuschieren.

Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen, wo ich das Tattoo mit einarbeite etc. Aber Modelle, die mit 100ten Tattoos überzogen sind, kann ich nicht gebrauchen.
Leider findet man heutzutage immer weniger Modelle, welche noch frei von Tinte sind.

Piercings, können in der Regel für ein shooting heraus genommen werden. Ohren mit riesigen Tunnels sind auch nicht mein Ding. Ich frage aber im Vorfeld immer ob das Model gerade frische Piercings hat, allein schon bzgl Infektionen!! Auch für etwaige Kundenfotos ist dies wichtig. Wenn ich z.B. Schmuck am Model Fotografieren soll, sind Piercings an gewissen Stellen NICHT tragbar!

Passend zu Thema, kann ich hier gleich noch die Haarfarben ansprechen. Modelle mit "Kunterbunten" Haaren, kann ich in der Regel auch nicht gebrauchen. Hier kommt es aber auch auf das Thema an. Für manches kann ich Haare temporär färben; geht nach einer Haarwäsche wieder raus. Aber auch das sind unnötige Kosten und Haare in der Nachbearbeitung zu färben ist ein nicht unerheblicher Zeitaufwand.

Leider ist es aber auch so, das man als Fotograf etc. schon blöd angemacht wird, wenn man so etwas wie Tattoos, Piercings etc. beim Model anspricht. Thema "Diversität usw..."
6 days ago
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Heute allerdings noch ein (speziell aus Mitteleuropa) kommendes Model zu finden, das weder gepierct noch mit Tattoos voll gepflastert ist, wird immer schwieriger.

http://www.model-kartei.de/fotos/foto/19463304/ Steckt schon ein wenig Wahrheit dahinter, oder?

Nun ja, muss jede(r) selbst wissen was er/sie sich damit antut. Wohlgemerkt ein Leben lang.

Meine Fotografie ist jedenfalls auf absolute Zeitlosigkeit ausgerichtet. Viele Piercings und Tattoos führen durch ihre Dominanz aber zu einem völlig anderen Erscheinungsbild eines Menschen. Ich möchte meine Gegenüber aber so zeigen, wie unser Schöpfer das vorhatte.
Kann sich ein Model damit nicht anfreunden erfolgt eben keine Zusammenarbeit. So einfach ist das.

Der ERSTE Blick des Betrachters meiner Fotos muss auf den Menschen in seiner Natürlichkeit gehen, nicht auf irgendwelche optischen Veränderungen. Jeder von uns hat etwas GANZ BESONDERES. Tattoos oder Piercings gehören dabei sicher nicht dazu.

Meine Aufgabe als Fotograf ist es dafür zu sorgen, dass genau dieses GANZ BESONDERE in meinen Arbeiten zum Ausdruck kommt. Nicht selten gelingt mir das dann auch.
6 days ago
Ich bin zu faul, um ganze Tattoos wegzuarbeiten.

Ich bin immer erstaunt, wenn ein Model mir erklärt: Weisst Du ich bin alternativ und einzigartig. Die Tattoos sind mein Markenzeichen.
Auf meine Bemerkung kommt dann staunen: Aber Tattoos sind heute eher eine Art Uniform, also mehr Schutz in der Masse wie alternativ oder individuell. Auch wenn die Muster und Figuren immer wieder etwas anders sind. Oder Unverständnis.

Wenn ein Model Tattoos hat, lasse ich sie wie sie sind - passen mir die sichtbaren Tattoos nicht mache ich keine Vereinbarung, gemeinsam Bilder zu erarbeiten.
6 days ago
Zitat Chris W. Braunschweiger:
"... interessant dazu auch folgendes:
https://www.ra-himburg-berlin.de/fotorecht/faq/768-umfasst-die-einwilligung-zur-nutzung-eines-personenfotos-auch-das-recht-zur-bildbearbeitung.html";

Das dürfte in der Tat für viele hier interessant sein - allerdings nicht für mich, da ich schriftliche Verträge habe, wo drinsteht, welche Art der Bildbearbeitung erlaubt ist - und auch welche nicht. Besonders wichtig ist dabei, dass durch Bildbearbeitung NICHT die Arbeitsbereiche des Modells "verändert" werden. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. So hatte ich einmal ein Modell vor der Kamera, dass das Höschen zwar anbehalten - aber wegretouchiert haben wollte.

Zur ursprünglichen Frage des Threads/TO: Das ist eine ganz klare Einzelfallentscheidung!
6 days ago
Danke an alle für ihre Beiträge – ich wusste, dass das ein ganz interessantes Thema wird.

An Norbert Hess – stimme dir fast voll zu. Nur: einen "Schöpfer" finde ich als religionsfreier Mensch nur in einer großen Schüssel Suppe! Bei einem Model sehe ich Mutter und Vater durchscheinen. Und evtl. das schwarze Tattoo unter einer weißen Bluse. Da wird dann eben auf schwarze oder dunkelblaue Bluse gewechselt. ;-))
6 days ago
sehe eben, dass ich in #5 "Akzeptenz" vertippt hatte: Hasse sowas! Also: Akzeptanz!
6 days ago
Ich freue mich, wenn mir zu einem wirklich schönen Tattoo ein (eigenes) attraktives Bildmotiv einfällt.

Ist aber schon befriedigend, wenn sich ein Tattoo gut in eine davon unabhängige Bildidee einfügt. Geht das nicht, wird es vermieden oder retouchiert.
6 days ago
Ein gut gemachtes Tattoo ist nach meiner Auffassung als Ausdruck von Individualität okay, sorgt sogar für den besonderen Wiedererkennungswert.
Models, die, aus welchem Grund auch immer, als lebende Comics durch die Welt gehen, werden von mir nicht gebucht. Und da bin ich nicht der Einzige.
Habe hier bei MK schon auf der sedcard eines zuvor sehr gefragten Models gelesen, dass sie fast schon flehentlich schreibt, dass man die Tattoos vor dem Shooting wegschminken könnte. Eindeutiges Indiz dafür, dass insbesondere Pay-Models sich durch Tattoos selber das Geschäft kaputt machen.
PHOTO-HUNTER
Deswegen rate ich jedem "Neuling" welche noch keine Tattoos haben, sich das 3-Mal zu überlegen, sich ein Tattoo stechen zu lassen. Manche nehmen den Rat an manche .... ....

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