Warum fotografieren wir Portraits 47
22 hours ago
@ artist de identité inconnue
Ja, ich hätte es besser mit Gesichter im Bild betiteln sollen ! Aber ob Text statt Bild, ob Chimäre statt Mensch - offenbar ist das Interesse, das wie und warum von Gesichtsportraits zu hinterfragen, sehr gering - und man wartet wohl lieber auf die nächste Möglichkeit, wieder über Nacktes herzuziehen ..
Dabei wären angeschnittene Haaransätze doch wirklich mal diskussionswürdig ? Geht es um den Charakter, der im Gesicht und seiner Mimik zum Ausdruck kommen soll ? Oder ist die Frisur so unwichtig, daß sie per Bildschnitt durchtrennt wird, obwohl das Model vielleicht gerade erst vorgestern 70 € im Frisiersalon ließ, um zum Shooting perfekt auszusehen ? Wie unterscheidet sich denn das Beautyportrait von der Charakterstudie ? Mit 7 Stimmen ist derzeit immer noch "Schönheit & Styling" führend ..
Ja, ich hätte es besser mit Gesichter im Bild betiteln sollen ! Aber ob Text statt Bild, ob Chimäre statt Mensch - offenbar ist das Interesse, das wie und warum von Gesichtsportraits zu hinterfragen, sehr gering - und man wartet wohl lieber auf die nächste Möglichkeit, wieder über Nacktes herzuziehen ..
Dabei wären angeschnittene Haaransätze doch wirklich mal diskussionswürdig ? Geht es um den Charakter, der im Gesicht und seiner Mimik zum Ausdruck kommen soll ? Oder ist die Frisur so unwichtig, daß sie per Bildschnitt durchtrennt wird, obwohl das Model vielleicht gerade erst vorgestern 70 € im Frisiersalon ließ, um zum Shooting perfekt auszusehen ? Wie unterscheidet sich denn das Beautyportrait von der Charakterstudie ? Mit 7 Stimmen ist derzeit immer noch "Schönheit & Styling" führend ..
#22Report
21 hours ago
@ FrankZa
Ja, Du hast in #11 schon vieles sehr gut beschrieben :
Payshootings statt tfp verknüpft mit den entsprechenden Aufnahmebereichen bewirken eben meist auch ein anderes Mengenverhältnis der Genres. Da wären bei mir einerseits das tfp-Shooting mit einem Mann, der quasi die Mischung aus Che Guevara und Fidel Castro im denkbar heutigen Look mit Piercings darstellt, und andererseits eben hübsche Frauen, die - egal, ob im Rock, in Dessous oder nackt - nicht nur vom Gesicht her, sondern in ihrer gesamten Erscheinung für mich attraktiv sind.
Persönlichkeit und Charakter hat selbstverständlich auch ein Paymodel - aber bleibt dieser Eindruck nicht so oder so subjektiv, ebenso bei tfp ? Deswegen hatte ich auch den Abstimmungspunkt "persönliche Bekanntschaft und Freundschaft" genannt. Wenn die fotografierte Person kein Paymodel ist, wird die Bereitschaft zu Bikini/Dessous/Akt oft anders sein, je nachdem, ob sie ihre Figur und ihren Körper gerne zeigt und wie sie eben auch im "male gaze", also aus männlicher Sicht gesehen werden will. Für ein Paymodel ist das ganz normal, denn mit ihrer Attraktivität verdient sie Geld. Aber auch da zählen Talent und Ausdrucksstärke - und ob das Lächeln "aufgesetzt" oder doch "natürlich" ist, auch darüber kann man lange streiten. Denn wie wäre dies, wenn das tfp-Model hauptberuflich Stewardess oder Empfangsdame wäre ? Ist es dann das berufsbedingt gewohnte oder doch ein herzerfrischend echtes Lächeln ? Und wie soll ein Betrachter dies werten, der die abgebildete Person gar nicht kennt ? Eine Schauspielerin oder Politikerin, vielleicht auch eine Talkshow-Journalistin kennt man wenigstens aus dem Fernsehen - was aber, wenn man ihr noch nie begegnet ist ? Daher würde ich mir z.B. über Deine Darstellung von Lara keine Wertung erlauben.
Bewerten kann ich nur bildtechnisch, eben ob Hoch- oder Querformat, ob engerer oder weiterer Bildschnitt, ob farbig oder monochrom. Da finde ich eben "Lara 2" und "Lara 3" gelungen, während ich die erste Aufnahme, hochgeladen am 10.4.2022 kritisieren würde, weil mir eben der Schnitt durch den Haaransatz nicht gefällt.
Dazu wäre eben m.E. ein Gedankenaustausch interessiert, wofür eben dieses Thema "Gesichtsportrait" gut sein soll !
Ja, Du hast in #11 schon vieles sehr gut beschrieben :
Ich selber fotografiere gerne Portrait. Bei einem Portrait steht der Mensch, das Model im Vordergrund. Es geht bei dem Werk darum, das der Mensch, das Model gut oder markant oder interessant oder oder oder aussieht. Licht, Umgebung, Outfit etc dienen dem oben genannten Zweck.
Bademodenaufnahmen oder Dessousaufnahmen sind zwar von den notwendigen Bedingungen einfacher, als Akt, aber immer noch deutlich schwieriger, als bei Portraits.
Bei Portrait oder Fashion haben Model im nicht professionellen Bereich meist erstmal die geringste Scheu. Wenn man sich noch nicht persönlich kennt - erst recht.
Ich habe bei vermutlich jedem Shooting zumindest auch Portraits angefertigt. Diesen Teil der Persönlichkeit des Models herauszuarbeiten bzw. herauszufinden mag ich.
------- in #21 :
Deine inhaltliche Kritik / Ansicht zum meinen Portraits finde ich sehr interessant.
Payshootings statt tfp verknüpft mit den entsprechenden Aufnahmebereichen bewirken eben meist auch ein anderes Mengenverhältnis der Genres. Da wären bei mir einerseits das tfp-Shooting mit einem Mann, der quasi die Mischung aus Che Guevara und Fidel Castro im denkbar heutigen Look mit Piercings darstellt, und andererseits eben hübsche Frauen, die - egal, ob im Rock, in Dessous oder nackt - nicht nur vom Gesicht her, sondern in ihrer gesamten Erscheinung für mich attraktiv sind.
Persönlichkeit und Charakter hat selbstverständlich auch ein Paymodel - aber bleibt dieser Eindruck nicht so oder so subjektiv, ebenso bei tfp ? Deswegen hatte ich auch den Abstimmungspunkt "persönliche Bekanntschaft und Freundschaft" genannt. Wenn die fotografierte Person kein Paymodel ist, wird die Bereitschaft zu Bikini/Dessous/Akt oft anders sein, je nachdem, ob sie ihre Figur und ihren Körper gerne zeigt und wie sie eben auch im "male gaze", also aus männlicher Sicht gesehen werden will. Für ein Paymodel ist das ganz normal, denn mit ihrer Attraktivität verdient sie Geld. Aber auch da zählen Talent und Ausdrucksstärke - und ob das Lächeln "aufgesetzt" oder doch "natürlich" ist, auch darüber kann man lange streiten. Denn wie wäre dies, wenn das tfp-Model hauptberuflich Stewardess oder Empfangsdame wäre ? Ist es dann das berufsbedingt gewohnte oder doch ein herzerfrischend echtes Lächeln ? Und wie soll ein Betrachter dies werten, der die abgebildete Person gar nicht kennt ? Eine Schauspielerin oder Politikerin, vielleicht auch eine Talkshow-Journalistin kennt man wenigstens aus dem Fernsehen - was aber, wenn man ihr noch nie begegnet ist ? Daher würde ich mir z.B. über Deine Darstellung von Lara keine Wertung erlauben.
Bewerten kann ich nur bildtechnisch, eben ob Hoch- oder Querformat, ob engerer oder weiterer Bildschnitt, ob farbig oder monochrom. Da finde ich eben "Lara 2" und "Lara 3" gelungen, während ich die erste Aufnahme, hochgeladen am 10.4.2022 kritisieren würde, weil mir eben der Schnitt durch den Haaransatz nicht gefällt.
Dazu wäre eben m.E. ein Gedankenaustausch interessiert, wofür eben dieses Thema "Gesichtsportrait" gut sein soll !
#23Report
21 hours ago
SEE - heute an Land, morgen auf See !
Du merkst meinen Beiträgen, das ich Portraits mag, sie gerne, fotografiere.Aber auch nicht ausschliesslich. Trotzdem finde ich mich bei den Möglichkeiten, die Du zur Abstimmung gestellt hast irgendwie nicht wieder und habe deshalb auch nicht abgestimmt.
Du merkst meinen Beiträgen, das ich Portraits mag, sie gerne, fotografiere.Aber auch nicht ausschliesslich. Trotzdem finde ich mich bei den Möglichkeiten, die Du zur Abstimmung gestellt hast irgendwie nicht wieder und habe deshalb auch nicht abgestimmt.
#24Report
20 hours ago
Wenn ich mir die Bedeutung des Begriffs ''Modell'' durch den Kopf gehen lasse, spielt dabei die Reduktion auf eine Grundidee eine wesentliche Rolle, eine Abstraktion. Ein Fotomodell (= Model) repräsentiert in meinen Augen ein ''Beispiel'' für eine allgemeinere Idee, nicht für eine konkrete individuale Identität. Dieser Gedanke spielt auch für meine eigene Fotografie eine wichtige Rolle und die Person ist in der Darstellung eigentlich austauschbar. Die Darstellung ist bei mir das Modell, die Modellierung einer Idee. Das Model dient objektifiziert dem Bildgedanken.
Nicht umsonst sind Models lange Zeit vorwiegend in der Werbebranche unterwegs gewesen, z.B. als Lifestyle-Verbildlichungen. Und in der Kunst als konkrete Anschauungen für Konzept-Funktionen im Bild.
Diesem Gedanken zufolge hat ein Porträt ein anderes Bildziel als ein Model(l)-Foto. Das Model-Porträt als Versuch, seine Persönlichkeit zu dokumentieren, wiederspricht demnach der Absicht, das Model für eine Bildidee zu nutzen.
Das ist, zugegebenermaßen, sehr grob betrachtet und Fotografen wie Lindberg haben versucht, da eine Vermengung zu bewerkstelligen, also die Objektifizierung mit Persönlichkeit zu verknüpfen und das Bild damit menschlicher und realitätsnäher zu machen oder wirken zu lassen. Dieser Gedanke hat sich im Laufe der Zeit weiter konkretisiert, umso mehr als Objektifizierungen von Frauen als fragwürdig gedacht werden. Und das irgendwie Dazwischen ist die Zone des Spannenden. (Zwischen Klischee und Wirklichkeit.)
Bei Renaissanceporträts, zum Beispiel, geht es auch schon um dieses Oszillieren des Dazwischen, das damalige It-Girl Simonetta Vespucci war gefragtes Modell bei den Malern und die Bilder repräsentieren seine Rolle als Vorbild, die Vorzüge im Abgleich mit dem Ideal werden dafür akzentuiert bis übertrieben. Bei Darstellungen heutiger It-Girls ist das nicht anders, Instagram verstärkt dieses Bestreben bis zur Absurdität.
Wenn ich bei meinen Shootings Portraits gemacht habe, folgte das dem Interesse an der individuellen Person und trennte sich deutlich vom Rest des Shootings, wo die Model-Erscheinung meinen Bildgedanken repräsentieren sollte, für meine Bildidee eingesetzt wurde.
Es können Portraits, besonders Beautypics, also auch Lifestylebilder sein, sie sind es jeweils um so mehr, als sie allgemeiner werden (Make-up) und auf Idealisierungen abzielen. Aber damit rücken sie ab von der Vorstellung, eine individuelle menschliche Persönlichkeit im ungeschönten Sinn zu repräsentieren. Dann schwankt es oft zwischen einer vorhandenen Idee und der Suche nach der ''Wahrheit''.
Nicht umsonst sind Models lange Zeit vorwiegend in der Werbebranche unterwegs gewesen, z.B. als Lifestyle-Verbildlichungen. Und in der Kunst als konkrete Anschauungen für Konzept-Funktionen im Bild.
Diesem Gedanken zufolge hat ein Porträt ein anderes Bildziel als ein Model(l)-Foto. Das Model-Porträt als Versuch, seine Persönlichkeit zu dokumentieren, wiederspricht demnach der Absicht, das Model für eine Bildidee zu nutzen.
Das ist, zugegebenermaßen, sehr grob betrachtet und Fotografen wie Lindberg haben versucht, da eine Vermengung zu bewerkstelligen, also die Objektifizierung mit Persönlichkeit zu verknüpfen und das Bild damit menschlicher und realitätsnäher zu machen oder wirken zu lassen. Dieser Gedanke hat sich im Laufe der Zeit weiter konkretisiert, umso mehr als Objektifizierungen von Frauen als fragwürdig gedacht werden. Und das irgendwie Dazwischen ist die Zone des Spannenden. (Zwischen Klischee und Wirklichkeit.)
Bei Renaissanceporträts, zum Beispiel, geht es auch schon um dieses Oszillieren des Dazwischen, das damalige It-Girl Simonetta Vespucci war gefragtes Modell bei den Malern und die Bilder repräsentieren seine Rolle als Vorbild, die Vorzüge im Abgleich mit dem Ideal werden dafür akzentuiert bis übertrieben. Bei Darstellungen heutiger It-Girls ist das nicht anders, Instagram verstärkt dieses Bestreben bis zur Absurdität.
Wenn ich bei meinen Shootings Portraits gemacht habe, folgte das dem Interesse an der individuellen Person und trennte sich deutlich vom Rest des Shootings, wo die Model-Erscheinung meinen Bildgedanken repräsentieren sollte, für meine Bildidee eingesetzt wurde.
Es können Portraits, besonders Beautypics, also auch Lifestylebilder sein, sie sind es jeweils um so mehr, als sie allgemeiner werden (Make-up) und auf Idealisierungen abzielen. Aber damit rücken sie ab von der Vorstellung, eine individuelle menschliche Persönlichkeit im ungeschönten Sinn zu repräsentieren. Dann schwankt es oft zwischen einer vorhandenen Idee und der Suche nach der ''Wahrheit''.
#25Report
19 hours ago
@SEE:
Tom Rohwer
Wieweit man "das Wesen des Portraitierten" in einem Portrait einfangen kann... nun ja, das ist m.E. zu 50 Prozent Voodoo und zu 35 Prozent Einbildung auf Seiten des Betrachters. Um zu wissen, ob ein Portrait-Foto oder -Gemälde etc. das "Wesen" eines Menschen einfängt, müsste man diesen Menschen schon sehr genau kennen. Und selbst dann liefe es wohl vor allem darauf hinaus: dieses Portrait zeigt das Wesen von Oma... so wie ich Omas Wesen sehe...
Damit hast Du gut beschrieben, wieso ich mit Newton mehr anfangen kann als mit Lindbergh (und ich schreibe hier nicht von Isaac und Charles)
Jetzt wird's spannend - denn weder Newton noch Lindbergh fangen meiner Ansicht nach das "Wesen" der fotografierten Menschen ein. Das ist auch gar nicht ihre Absicht.
Sowohl Newton als auch Lindbergh machen sowohl Auftragsfotografie als auch eigene... "künstlerische Fotografie". Newton zeigt Erotik im weitesten Sinn, und wenn für irgendeinen Auftraggeber Werbung (im weitesten Sinne) fotografiert hat, dann hat er dafür Models oder Prominente benutzt. Bei Lindbergh ist es genauso.
Selbst als Newton Aktfotos von Charlotte Rampling gemacht hat, ging es ganz bestimmt nicht darum, "das Wesen von Charlotte Rampling" einzufangen. Diesem Versuch würde im übrigen die Idee, sie komplett nackt zu zeigen, auch arg im Weg stehen. Denn die allermeisten Betrachter dieser Fotos denken sich dabei: "Oh! Charlotte Rampling nackt!" Das bedient zum einen den "Promi-Voyeurismus" und zum anderen (völlig legitime!) Gelüste der Betrachter, eine grandiose und vielschichtige Schauspielerin, die auch eine Reihe von heftig erotisch-sexuell konnotierten Filmen gedreht hat, mal ganz nackt zu sehen. Da zeigt dann Newton das, was die Filme noch verbergen.
(Ich gestehe: ich hätte auch wahnsinnig gern mal Newton-Akt-Fotos von Isabel Adjani gesehen. Der jungen Isabel Adjani. Hat's leider nie gegeben.)
Über "das Wesen" der Newton-Models erfahre ich in seinen Fotos überhaupt nichts. Sehr viel dagegen erfahre ich über Newtons Fähigkeiten, Models, Prominente und auch "ganz normale Frauen" dazu zu bringen, sich in teilweise sehr provokativen Szenen zu zeigen. Teils sehr dominant, teils sehr devot oder "objektifiziert".
Nehmen wir zum Beispiel mal dieses Bild.
Niemand, der das von Newton dafür angeheuerte Model nicht sehr gut persönlich kennt, kann sich ein Urteil darüber erlauben, ob diese Frau ein devotes oder ein provokativ-lasziv-devotes Wesen hat, oder in Wirklichkeit eine im Alltag dominante Persönlichkeit ist, die privat total auf Blümchensex steht. Oder...oder...oder...
Man kann noch nicht mal etwas dazu sagen, ob dieses Model sich für das Foto vielleicht total überwinden musste, oder es total lustig und spannend fand. Oder es für das Model ein Job wie jeder andere war. Vielleicht reichte der Name Newton, um das Model sagen zu lassen "Yeah! Da muss ich dabei sein, für Newton posiert zu haben ist ein Highlight in jedem Model-Portfolio!" Vielleicht reichte auch einfach das Honorar, wobei ich mehrfach gehört und gelesen habe, daß Newton in seinen späteren Jahren keine Honorare mehr bezahlen musste, und viele Models auf eigene Kosten angereist sind, damit sie mit ihm arbeiten durften.
Da man außer von Alice Schwarzer und Co. nie irgendein Gemecker von Frauen über Newton gehört hat, gehe ich davon aus, daß er seine Models und Darstellerin, egal ob Promi oder nicht, anständig behandelt hat. Alle TV-Dokus über ihn zeigen einen nach meinem Eindruck sehr humorvollen Mann, der seinen Models großen Respekt entgegengebracht hat.
#26Report
19 hours ago
Mit den Antwortmöglichkeiten habe ich so meine Schwierigkeiten. Da sehe ich irgendwie keine Linie oder Zielrichtung. Antworten, die eigentlich essentiell sind fehlen:
Festhalten des Moments/Schaffung einer Erinnerung, Dokumentation von Lebensphasen, Festhalten von Emotionen, Beschreibung einer Persönlichkeit (Stichwort Umgebungsportraits), Spaß am Prozess, Kommunikation mit dem Gegenüber....
Das alles kommt für mich noch weit vor allen Antworten, die hier aufgezählt sind. Diese sind vorwiegend technisch. Deswegen erfolgt von mir keine Abstimmung.
Die letzten beiden Antworten, wo Genres vermischt werden verstehe ich auch nicht. Was soll das bedeuten?
Eher hätte ich verstanden, wenn in Bezug auf die technische Umsetzung von Portraits als Antwort vorgegeben worden wäre:
- Portrait mit natürlichem Licht,
- unter Studiobedingung wegen Kontrolle der Umgebung und des Lichts und der Konzentration auf die Person ohne Ablenkung durch die Umgebung,
-in SW, in Farbe etc...
Festhalten des Moments/Schaffung einer Erinnerung, Dokumentation von Lebensphasen, Festhalten von Emotionen, Beschreibung einer Persönlichkeit (Stichwort Umgebungsportraits), Spaß am Prozess, Kommunikation mit dem Gegenüber....
Das alles kommt für mich noch weit vor allen Antworten, die hier aufgezählt sind. Diese sind vorwiegend technisch. Deswegen erfolgt von mir keine Abstimmung.
Die letzten beiden Antworten, wo Genres vermischt werden verstehe ich auch nicht. Was soll das bedeuten?
Eher hätte ich verstanden, wenn in Bezug auf die technische Umsetzung von Portraits als Antwort vorgegeben worden wäre:
- Portrait mit natürlichem Licht,
- unter Studiobedingung wegen Kontrolle der Umgebung und des Lichts und der Konzentration auf die Person ohne Ablenkung durch die Umgebung,
-in SW, in Farbe etc...
#27Report
Das Thema ist vielschichtig. Warum - oder wie - wir (oder ich) Porträts fotografieren, hängt ganz von der persönlichen Interpretation des Begriffs ab. Auch mir ist bewusst, dass der Begriff „Porträt" weit über die reine Gesichtsdarstellung hinausgeht. Im Kern geht es in diesem Thread aber um eben diese und bei der Abstimmung habe ich versucht, mich an dieser Sicht zu orientieren. Der Bezug zu anderen Bereichen (nur in Kombination mit...) erschließt sich mir nicht. Ein Porträt entsteht um des Porträts willen.
Es hat mich animiert, ein neues (Gesichts-)Porträt hochzuladen. Dabei ging es mir darum, einen Moment darzustellen, der nicht den Kern des Shootingauftrags trifft, aber den Kern der Person. Ein Moment, in der ich die Person sehe, ja, die Person mich auch wahrnimmt, aber nicht primär als Fotograf.
Es darf nach meinem Verständnis aber auch zu inszenierten Bildern kommen: In meiner Galerie für Porträts versuche ich zwar ebenfalls, die Persönlichkeit darzustellen, doch naturgemäß kommt es auch zu gestellten Szenen.
Es hat mich animiert, ein neues (Gesichts-)Porträt hochzuladen. Dabei ging es mir darum, einen Moment darzustellen, der nicht den Kern des Shootingauftrags trifft, aber den Kern der Person. Ein Moment, in der ich die Person sehe, ja, die Person mich auch wahrnimmt, aber nicht primär als Fotograf.
Es darf nach meinem Verständnis aber auch zu inszenierten Bildern kommen: In meiner Galerie für Porträts versuche ich zwar ebenfalls, die Persönlichkeit darzustellen, doch naturgemäß kommt es auch zu gestellten Szenen.
#28Report
18 hours ago
(@See) : Nachdem du es inzwischen dreimal erwähnt/erfragt hast:
Ich habe tatsächlich gelernt (Bücher, andere Fotografen), dass man Gesichtsporträts gerne oben durch die Frisur anschneidet, weil die mimische Interaktion zwischen Menschen komplett unterhalb der Haare stattfindet.
Schau doch mal beim nächsten Fernsehfilm/Kinofilm auf die Nahaufnahmen - selbst beim Gespräch zweier Menschen nebeneinander. Dagegen wird ein Schnitt unterhalb des Mundes (durchs Kinn) höchst selten angewandt.
Ich habe tatsächlich gelernt (Bücher, andere Fotografen), dass man Gesichtsporträts gerne oben durch die Frisur anschneidet, weil die mimische Interaktion zwischen Menschen komplett unterhalb der Haare stattfindet.
Schau doch mal beim nächsten Fernsehfilm/Kinofilm auf die Nahaufnahmen - selbst beim Gespräch zweier Menschen nebeneinander. Dagegen wird ein Schnitt unterhalb des Mundes (durchs Kinn) höchst selten angewandt.
#29Report
16 hours ago
@ Marcello Rubini
Vielen Dank für Deine Sicht, der ich kritiklos zustimme.
@ Tom Rohwer
Zu Helmut Newton stimme ich Dir vollkommen zu, und ja - Isabelle Adjani vor genau 40 Jahren war sehr sehenswert, mit wie auch ohne Bekleidung. Klar wäre es sehr interessant gewesen, wenn sie auch für Helmut Newton posiert und wie Helmut Newton sie dargestellt hätte.
Aber Charlotte Rampling wirklich sichtbar ganz nackt im Film - also nicht nur 10 Sekunden oben ohne ? Dann habe ich diesen Film verpaßt. Aktuell fällt mir da gerade Frau Furtwängler ein - viel geredet, nichts gezeigt, während der junge männliche Filmpartner komplett blankzog ! Rampling fotografiert von Newton, das beschreibst Du richtig so. Auch Deinem Beispielsbild kann ich folgen - da sind viele Interpretationen möglich, und man kann weder auf Dominanz noch auf Devotismus schließen. Widersprechen muß ich aber zu Peter Lindbergh : Er sprach davon, die Seele des Models im Bild sichtbar gemacht zu haben, und das nicht nur bei Kate Moss, wo ich es für seine Muse (wenn man das noch so sagen darf) auch akzeptiert hätte.
@ MAINpics
Lebensphase und Erinnerung - das wäre doch bei persönlicher Bekanntschaft und Freundschaft inkludiert, was dann auch zwischen Peter Lindbergh und Kate Moss so zugetroffen haben mag.
Kommunikation, Charakter und Emotion - dafür stehen eben auch die 3 Möglichkeiten : (a) Schönheit/Styling - (b) Mimik/Ausdruck - (c) Freundschaft
(a) ist rein äußerlich, da muß man keine 3 Worte gewechselt haben
(b) gelingt auch im Rahmen einer "Rolle", eben wie bei einer Schauspielerin : moodboard = Drehbuch, dazu die Regie des Fotografen - hier käme man etwa zur Frage des "natürlichen" oder "aufgesetzten" Lächelns
(c) da sind alle Deine 3 Faktoren gegeben : Kommunikation, Emotion und Charakter, jedenfalls so, wie Du es subjektiv wahrnimmst, dem SC-Betrachter aber wohl meist verborgen bleiben dürfte.
Zu den vermischten Genres : Das sind eigentlich 4 Punkte : 1) nur Gesichtsportraits 2) Gesichtsportraits kombiniert mit Fashion 3) Gesichtsportraits kombiniert mit Dessous/Akt 4) nur Ganzkörperszenen
Hier waren eben frühere Diskussionen, ob und wie Akt auch bei tfp gelänge, mein Herleitungsgrund :
Wenn der "typische Tittenknipser" sich erst gar nicht mit Portraits aufhält = 4), und andererseits zuerst ausgiebig Portraits entstehen, bis dann irgendwann doch das Model wenigstens den BH fallen läßt .. = 3)
Allerdings wären Laufstegfotos auch überwiegend = 4) weil es dabei um Aufnahmen "von Kopf bis Fuß" ginge. Letztlich wäre das nur die Unterscheidung, ob man das eigene Hauptziel überhaupt in der Gesichtsportraitfotografie sieht, oder ob gleichermaßen auch Fashion bis Akt bedeutsam wären.
Vielen Dank für Deine Sicht, der ich kritiklos zustimme.
@ Tom Rohwer
Zu Helmut Newton stimme ich Dir vollkommen zu, und ja - Isabelle Adjani vor genau 40 Jahren war sehr sehenswert, mit wie auch ohne Bekleidung. Klar wäre es sehr interessant gewesen, wenn sie auch für Helmut Newton posiert und wie Helmut Newton sie dargestellt hätte.
Aber Charlotte Rampling wirklich sichtbar ganz nackt im Film - also nicht nur 10 Sekunden oben ohne ? Dann habe ich diesen Film verpaßt. Aktuell fällt mir da gerade Frau Furtwängler ein - viel geredet, nichts gezeigt, während der junge männliche Filmpartner komplett blankzog ! Rampling fotografiert von Newton, das beschreibst Du richtig so. Auch Deinem Beispielsbild kann ich folgen - da sind viele Interpretationen möglich, und man kann weder auf Dominanz noch auf Devotismus schließen. Widersprechen muß ich aber zu Peter Lindbergh : Er sprach davon, die Seele des Models im Bild sichtbar gemacht zu haben, und das nicht nur bei Kate Moss, wo ich es für seine Muse (wenn man das noch so sagen darf) auch akzeptiert hätte.
@ MAINpics
Lebensphase und Erinnerung - das wäre doch bei persönlicher Bekanntschaft und Freundschaft inkludiert, was dann auch zwischen Peter Lindbergh und Kate Moss so zugetroffen haben mag.
Kommunikation, Charakter und Emotion - dafür stehen eben auch die 3 Möglichkeiten : (a) Schönheit/Styling - (b) Mimik/Ausdruck - (c) Freundschaft
(a) ist rein äußerlich, da muß man keine 3 Worte gewechselt haben
(b) gelingt auch im Rahmen einer "Rolle", eben wie bei einer Schauspielerin : moodboard = Drehbuch, dazu die Regie des Fotografen - hier käme man etwa zur Frage des "natürlichen" oder "aufgesetzten" Lächelns
(c) da sind alle Deine 3 Faktoren gegeben : Kommunikation, Emotion und Charakter, jedenfalls so, wie Du es subjektiv wahrnimmst, dem SC-Betrachter aber wohl meist verborgen bleiben dürfte.
Zu den vermischten Genres : Das sind eigentlich 4 Punkte : 1) nur Gesichtsportraits 2) Gesichtsportraits kombiniert mit Fashion 3) Gesichtsportraits kombiniert mit Dessous/Akt 4) nur Ganzkörperszenen
Hier waren eben frühere Diskussionen, ob und wie Akt auch bei tfp gelänge, mein Herleitungsgrund :
Wenn der "typische Tittenknipser" sich erst gar nicht mit Portraits aufhält = 4), und andererseits zuerst ausgiebig Portraits entstehen, bis dann irgendwann doch das Model wenigstens den BH fallen läßt .. = 3)
Allerdings wären Laufstegfotos auch überwiegend = 4) weil es dabei um Aufnahmen "von Kopf bis Fuß" ginge. Letztlich wäre das nur die Unterscheidung, ob man das eigene Hauptziel überhaupt in der Gesichtsportraitfotografie sieht, oder ob gleichermaßen auch Fashion bis Akt bedeutsam wären.
#30Report
16 hours ago
Festhalten des Moments/Schaffung einer Erinnerung
Bilder sind doch grds. dafür da den Moment festzuhalten? Das hat eher was von Schnappschuss.
Und die Verschaffung einer Erinnerung ist kein Alleinstellungsmerkmal eines Portraits.
Dokumentation von Lebensphasen
Eine Dokumentation ohne Text, nur mit Portraits? Da fällt mir Merkel ein. Jedes Jahr ihrer Kanzlerschaft ein Kopfbild. Bei einem Model wäre das machbar, wenn man es über mehrere Jahre portraitiert. Ob das die essentielle Aufgabe der Portraifotografie ist? Mindestens fraglich.
Festhalten von Emotionen
Ich meine See hat daran in Mimik und Ausdrucksstärke gedacht.
So fangen meine Shoots immer an. Um locker zu werden, sage ich den Model, dass es verschiedene Emotionen simulieren soll. Da kann man sehen, wie schnell sie ihre Mimik auf Zuruf oder nach eigenem Ermessen verändern kann. Das wird dann später bei den Akt- und bei den frz. Bildern eine Rolle spielen....
Nochmal zurück zu den Emotionen. Manche Models können das nicht. EIn halbes Dutzend Fotografen, das Model schaut immer mit gleichem Gesichtsausdruck ins Objektiv. Aber irgendwas muss das Model ja haben, denn sonst würde es nicht so oft gebucht werden.
Umgebungsportraits
Ich war mal mit einem Model im Louvre und habe sie vor der Absperrung, neben der ,,Mona Lisa'' gestellt. Was soll ich sagen? Die Mona Lisa, stiehlt jedem Model die Show? Nein! Leo hat es einfach drauf! Genauso, als ich mit einem anderen Model in San Francisco war, Sie im Kopfportrait, dahinter die golden Gate, selbst für meine Ansprüche (und ich habe sehr niedrige) sah das eher nach Urlaubsfoto aus. Aber abgesehen von meiner Unfähigkeit, mit Umgebungsportraits will der Fotograf doch auch immer angeben, wo er mit dem Model überall war. Das ist das Portrait des Models nur Mittel zum Zweck. Das ist keine Kritik.
Spaß am Prozess
Ja, es ist pures Vernügen nicht nur am Display, sondern noch mehr im Sucher das Gesicht des Models zu betrachten. Aber ich glaube, dass meinte See auch mit Schönheit und Styling?
Es soll ja auch Fotografen geben, die den unerbittlichen Drang verspüren unbedingt zu produzieren.
Und da meine ich, das geht über die ,,gute Laune'' und dem Vergnügen hinaus.
Eher hätte ich verstanden, wenn in Bezug auf die technische Umsetzung von Portraits als Antwort vorgegeben worden wäre:
- Portrait mit natürlichem Licht,
- unter Studiobedingung
Wie bei den Umgebungsportraits würde der Schwerpunkt dann auf physischen Gründen liegen. Es geht hier aber nicht um die technische Umsetzung, oder? Im Kontext zu Sees Beiträgen habe ich das so verstanden, dass er sich eher den psyhischen Gründen (warum Portrait) widmen will.
#31Report
16 hours ago
Danke See für Deine Antworten. Das klingt für mich sehr arg konstruiert. Ich habe schon Tausende Menschen fotografiert und deren Lebensphasen dokumentiert und war mit nicht einem davon befreundet und doch habe ich über die Kommunikation vorab und währenddessen genau gewusst, wo sich der Mensch gerade befindet...
Ich könnte jetzt alle Antworten so zerpflücken. Mache ich aber nicht, weil ich sehe, dass Du überhaupt nicht über meine Punkte nachgedacht hast. Ist auch nicht böse gemeint. Ich belasse es dabei. Ihr verwurschtelt Euch immer an den selben Stellen.
Irgendwann kommt der Troll und heult wieder über TFP, es folgen Beschimpfungen und ein paar Beiträge später wird zugemacht bevor man überhaupt in die Tiefe gekommen ist. Probiert vorher noch Marcellos Faden aufzunehmen. Das könnte interessant werden.
Ich könnte jetzt alle Antworten so zerpflücken. Mache ich aber nicht, weil ich sehe, dass Du überhaupt nicht über meine Punkte nachgedacht hast. Ist auch nicht böse gemeint. Ich belasse es dabei. Ihr verwurschtelt Euch immer an den selben Stellen.
Irgendwann kommt der Troll und heult wieder über TFP, es folgen Beschimpfungen und ein paar Beiträge später wird zugemacht bevor man überhaupt in die Tiefe gekommen ist. Probiert vorher noch Marcellos Faden aufzunehmen. Das könnte interessant werden.
#32Report
15 hours ago
@ Pixelworx
@ Bates
Im Gegensatz zu Torso, Halbkörper, Bodypart usw. ging es mir hier ums Gesicht !
Da ich mich selbst primär als Ganzkörperfotograf sehe, wobei ich dem "chic verpackt ist mehr als nackt" doch auch zugewandt bin, wollte ich hier mal lesen, was den Portraitspezialisten wichtig ist. Wenn da der Schnitt durch den Haaransatz eben üblich ist, dann ist das genau passend hier, und wenn das Ringlicht erwähnt wird, um die Augen zu betonen, so gehört auch das dazu.
Bei Aktfotos an "Sex, Sex und nochmal Sex" zu denken, war schon Dutzende Male Diskussionsgrund. Doch es gibt auch Gesichtsaufnahmen, die genau dieselben Gedanken erzeugen. Ob freizügiges Paymodel X oder die Prominente Y - beide können perfekt portraitierbar sein !
@ Marcus Sawyer
Physische oder psychische Gründe : Physisch zählt erst mal die Perfektion auf beiden Seiten - perfektes Make-up beim Model, perfekte Lichtsetzung beim Fotograf. Das wären aber nur 2 von vielen weiteren Prämissen.
Psychische oder besser emotionale Gründe zählen wohl beim Gesichtsportrait mehr als etwa beim Akt, wobei viele Aktaufnahmen in der Kritik genau deshalb zerrissen werden, weil die Erscheinung des Gesichts nicht paßt. Würde man bei Kopfportraits eben genauso unerbittlich urteilen ... genau dieser Gedanke war es, der mich zu diesem Thema brachte.
@ Bates
Im Gegensatz zu Torso, Halbkörper, Bodypart usw. ging es mir hier ums Gesicht !
Da ich mich selbst primär als Ganzkörperfotograf sehe, wobei ich dem "chic verpackt ist mehr als nackt" doch auch zugewandt bin, wollte ich hier mal lesen, was den Portraitspezialisten wichtig ist. Wenn da der Schnitt durch den Haaransatz eben üblich ist, dann ist das genau passend hier, und wenn das Ringlicht erwähnt wird, um die Augen zu betonen, so gehört auch das dazu.
Bei Aktfotos an "Sex, Sex und nochmal Sex" zu denken, war schon Dutzende Male Diskussionsgrund. Doch es gibt auch Gesichtsaufnahmen, die genau dieselben Gedanken erzeugen. Ob freizügiges Paymodel X oder die Prominente Y - beide können perfekt portraitierbar sein !
@ Marcus Sawyer
Physische oder psychische Gründe : Physisch zählt erst mal die Perfektion auf beiden Seiten - perfektes Make-up beim Model, perfekte Lichtsetzung beim Fotograf. Das wären aber nur 2 von vielen weiteren Prämissen.
Psychische oder besser emotionale Gründe zählen wohl beim Gesichtsportrait mehr als etwa beim Akt, wobei viele Aktaufnahmen in der Kritik genau deshalb zerrissen werden, weil die Erscheinung des Gesichts nicht paßt. Würde man bei Kopfportraits eben genauso unerbittlich urteilen ... genau dieser Gedanke war es, der mich zu diesem Thema brachte.
#33Report
15 hours ago
@ MAINpics zu #32
Dem will ich jetzt nicht widersprechen, auch wenn es mir unwahrscheinlich erscheint : Von 10 oder vielleicht auch 15 Kollegen oder Freunden könnte ich mir das so vorstellen, wie Du es für Dich beschreibst - daß ich diese emotional erfassen und einschätzen, deren Gedanken nachvollziehen und womöglich noch bewerten kann, weil ich mit diesem Dutzend Menschen mitfühlen und mich in deren Lage hineinversetzen kann. Aber damit hört es für mich rein mengenmäßig auf. Einer meiner Freunde ist behindert, er hat das Down-Syndrom - aber so wie mit ihm könnte ich nicht mal mit einer Kleingruppe von 5 bis 10 Menschen umgehen, die denselben Defekt haben. Da muß man doch die Menschenkenntnis eines Superpsychiaters, eines Superjournalisten o.ä. haben, eines überaus weltoffenen und komplett extrovertierten Menschen ?
Taylor Swift ist doch nicht "gleich" Deep Purple, Rosenstolz nicht "gleich" Heino oder Peter Maffey - sie machen Musik, aber was noch verbindet sie ?
Ich habe schon Tausende Menschen fotografiert und deren Lebensphasen dokumentiert und war mit nicht einem davon befreundet und doch habe ich über die Kommunikation vorab und währenddessen genau gewusst, wo sich der Mensch gerade befindet...
Dem will ich jetzt nicht widersprechen, auch wenn es mir unwahrscheinlich erscheint : Von 10 oder vielleicht auch 15 Kollegen oder Freunden könnte ich mir das so vorstellen, wie Du es für Dich beschreibst - daß ich diese emotional erfassen und einschätzen, deren Gedanken nachvollziehen und womöglich noch bewerten kann, weil ich mit diesem Dutzend Menschen mitfühlen und mich in deren Lage hineinversetzen kann. Aber damit hört es für mich rein mengenmäßig auf. Einer meiner Freunde ist behindert, er hat das Down-Syndrom - aber so wie mit ihm könnte ich nicht mal mit einer Kleingruppe von 5 bis 10 Menschen umgehen, die denselben Defekt haben. Da muß man doch die Menschenkenntnis eines Superpsychiaters, eines Superjournalisten o.ä. haben, eines überaus weltoffenen und komplett extrovertierten Menschen ?
Taylor Swift ist doch nicht "gleich" Deep Purple, Rosenstolz nicht "gleich" Heino oder Peter Maffey - sie machen Musik, aber was noch verbindet sie ?
#34Report
15 hours ago
#31 ich bin jetzt mal echt beeindruckt. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ehrliches Danke zu Deinem sachlichen Beitrag. Welche Pillen hast Du genommen ;-) kleiner Scherz.
#35Report
14 hours ago
Also für mich ist die Frage, die ich jetzt mal so verkürzen will, immer noch nicht beantwortet: Warum engagiert man ein Model, einen wildfremden Menschen mit dem man nichts weiter zu schaffen hat, um ein persönliches Porträt zu fotografieren? Schönheit, Anziehungskraft von Beispielfotos? (Das ginge recht weit aus meiner Sicht.) Ungewisses Menschen-Abenteuer? Oder technische Herausforderung mit eigentlich Beliebigkeit der Person? Oder idealisiertes Beauty mit Make-Up-Art?
Über spontane Porträts oder solche von Menschen die man irgendwie halbwegs kennt und die einen reizen, persönlich oder aus Medien, braucht man doch eher nicht zu debattieren, wenn's um Motivation geht.
Der Reiz aus der Entfernung (#32) interessiert mich auch, den verstehe ich nicht ganz.
Über spontane Porträts oder solche von Menschen die man irgendwie halbwegs kennt und die einen reizen, persönlich oder aus Medien, braucht man doch eher nicht zu debattieren, wenn's um Motivation geht.
Der Reiz aus der Entfernung (#32) interessiert mich auch, den verstehe ich nicht ganz.
#36Report
13 hours ago
@ Marcello Rubini
Deine Fragen kann ich so sehr gut nachvollziehen !
Für Beauty und Make-up als Musterbilder oder Schaufensterdekoration eines Kosmetikstudios - plausibel, wobei nur Aussehen und Mimik entscheiden !
Prominente oder sonstwie fotogene Personen : Einerseits Aussehen und Mimik, andererseits aber Ausdruck und Mimik als emotionale oder gar charakterliche Verbildlichung ? Die einstige Bundeskanzlerin kennen wir in pastellfarbigen Hosenanzügen sowie ihre politische Meinung und öffentliche Wirkung - aber reicht das für eine vollumfassende Charakterstudie ? Oder die beiden Heidi .. von der Linke oder von GNTM : Das Styling ist beiden wichtig, aber sonstige Gemeinsamkeiten ? Und wären deren politische Ansichten nur aus Portraits ersichtlich ? Wohl kaum ..
Deine Fragen kann ich so sehr gut nachvollziehen !
Für Beauty und Make-up als Musterbilder oder Schaufensterdekoration eines Kosmetikstudios - plausibel, wobei nur Aussehen und Mimik entscheiden !
Prominente oder sonstwie fotogene Personen : Einerseits Aussehen und Mimik, andererseits aber Ausdruck und Mimik als emotionale oder gar charakterliche Verbildlichung ? Die einstige Bundeskanzlerin kennen wir in pastellfarbigen Hosenanzügen sowie ihre politische Meinung und öffentliche Wirkung - aber reicht das für eine vollumfassende Charakterstudie ? Oder die beiden Heidi .. von der Linke oder von GNTM : Das Styling ist beiden wichtig, aber sonstige Gemeinsamkeiten ? Und wären deren politische Ansichten nur aus Portraits ersichtlich ? Wohl kaum ..
#37Report
13 hours ago
Ok, befassen wir uns also mit Gesichtsportraits. Ich merke an den vorherigen Beiträgen, dass es viele unterschiedliche und auch sich widersprechende Gedanken dazu gibt. Ich erinnere mich an eine "alte" Frage bezüglich des Hintergrundes.
"Es" beginnt damit, dass man sich voll und ganz auf das Gesicht oder den Menschen konzentrieren will und schätzt gleichzeitig die Gestaltung mit der Ausleuchtung. Logische Konsequenz ist, dass man solche Aufnahmen im Studio anfertigt.
Die nächste Variante ist dann die, dass ein Gesicht (oder ein ganzer Mensch) als Aussage nicht reicht. In diesem Thread wird beschrieben, dass DIE "Mona Lisa" oder die "Golden Gate" mit ins Bild genommen wird. Der Gedanke "Urlaubsfoto" drängt sich natürlich auf.
Es geht aber noch weiter, denn das Portraitmodell soll ja doch mehr hervorgehoben werden. Also kommt das "Freistellen" ins Spiel - und damit meine ich nicht das Ausschneiden, sondern das Fotografieren mit großer Öffnung (also kleiner Blendenzahl) bei gleichzeitig möglichst großem Abstands des Modells zum Hintergrund. Gewünschtes und auch oft erreichtes Ergebnis: Der Hintergrund ist unscharf und die Mona Lisa damit gar nicht mehr so wirklich identifizierbar. Sie lenkt die Betrachter also nicht mehr ab.
Warum machen viele das?
"Es" beginnt damit, dass man sich voll und ganz auf das Gesicht oder den Menschen konzentrieren will und schätzt gleichzeitig die Gestaltung mit der Ausleuchtung. Logische Konsequenz ist, dass man solche Aufnahmen im Studio anfertigt.
Die nächste Variante ist dann die, dass ein Gesicht (oder ein ganzer Mensch) als Aussage nicht reicht. In diesem Thread wird beschrieben, dass DIE "Mona Lisa" oder die "Golden Gate" mit ins Bild genommen wird. Der Gedanke "Urlaubsfoto" drängt sich natürlich auf.
Es geht aber noch weiter, denn das Portraitmodell soll ja doch mehr hervorgehoben werden. Also kommt das "Freistellen" ins Spiel - und damit meine ich nicht das Ausschneiden, sondern das Fotografieren mit großer Öffnung (also kleiner Blendenzahl) bei gleichzeitig möglichst großem Abstands des Modells zum Hintergrund. Gewünschtes und auch oft erreichtes Ergebnis: Der Hintergrund ist unscharf und die Mona Lisa damit gar nicht mehr so wirklich identifizierbar. Sie lenkt die Betrachter also nicht mehr ab.
Warum machen viele das?
#38Report
12 hours ago
@SEE:
Aber Charlotte Rampling wirklich sichtbar ganz nackt im Film - also nicht nur 10 Sekunden oben ohne ? Dann habe ich diesen Film verpaßt.
Ich habe nirgendwo geschrieben, daß Charlotte Rampling jemals in einem Film ganz nackt gewesen wäre. Nicht mal im "Nachtportier" wird sie ganz nackt gezeigt, wenn ich richtig erinnere.
Helmut Newton hat Fotos von Charlotte Rampling gemacht, auf denen sie vollständig nackt ist.
Eine bessere Kopie habe ich auf die Schnelle im WWW nicht finden können: Charlotte Rampling at the Hotel Nord-Pinus, Arles
Und da bezweifle ich, daß dieses Foto für irgendwen "das Wesen von Charlotte Rampling" zeigt. Die allermeisten Betrachter werden m.A.n. denken: "Oh! Charlotte Rampling nackt!" Das bedient zum einen den "Promi-Voyeurismus" und zum anderen (völlig legitime!) Gelüste der Betrachter, eine grandiose und vielschichtige Schauspielerin, die auch eine Reihe von heftig erotisch-sexuell konnotierten Filmen gedreht hat, mal ganz nackt zu sehen. Da zeigt dann Newton das, was die Filme noch verbergen.
Auch Deinem Beispielsbild kann ich folgen - da sind viele Interpretationen möglich, und man kann weder auf Dominanz noch auf Devotismus schließen.
Darauf schließen kann man schon. Und nicht wenige Leute werden das vermutlich auch tun. Es wäre nur eben ein Fehlschluss, weil das Bild allein dazu überhaupt nichts sagen kann. Dazu müsste man die Hintergründe kennen - wie hat Newton das Model für dieses Foto ausgewählt? Hat er einfach eine für ihn optisch passende junge Frau ausgesucht? Oder hat er bewusst irgendwo in der "Szene" gesucht?
Wenn man Bilder mit "S/Miger Konnotation" machen will, steht man ja tatsächlich vor dieser Frage: was für ein Model soll man nehmen (wenn man denn eine entsprechende Auswahl hat)?
Ein Model, das einen persönlichen Bezug zu der Sache hat? Oder ein Model mit guten darstellerischen Fähigkeiten und der Bereitschaft, sich in bestimmte Posen zu begeben? Bei Models mit persönlichem Bezug zu S/M kann man darauf hoffen, daß das Model nicht heftig abwehrt, wenn man es mit einer solchen Bildidee konfrontiert. Auf der anderen Seite kann ein Model, das persönlich da gar nicht involviert ist, dafür aber neugierig-offen ist, unter Umständen eine ganz andere Stimmung in so ein Bild bringen. Wobei sich gleich die nächste Frage stellt: wie sehr ist man auf das Einbringen einer Stimmung durch das Model/den Darsteller angewiesen?
Ein guter Regisseur wird eine gute Schauspielerin dazu bringen können, einen depressiven Nervenzusammenbruch höchst überzeugend spielen zu können - auch wenn die Schauspielerin gerade glücklichst verliebt ist und nach Drehschluss mit ihrem Lover höchst undepressiven Spaß im Hotel hat. Oder am Ufer der Seine, wo ein paar Stunden zuvor noch die Szene mit dem depressiven Nervenzusammenbruch gedreht wurde...
Widersprechen muß ich aber zu Peter Lindbergh : Er sprach davon, die Seele des Models im Bild sichtbar gemacht zu haben, und das nicht nur bei Kate Moss, wo ich es für seine Muse (wenn man das noch so sagen darf) auch akzeptiert hätte.
Es mag ja sein, daß Lindbergh davon gesprochen hat. Das ist aber herzlich irrelevant. Die Frage ist doch: a) haben die Models das auch so gesehen, und vor allem b): haben die Betrachter es auch so empfunden.
Bevor ich "die Seele" einer abgebildeten Person in einem Foto erkennen kann, muss ich die Seele dieses Menschen erstmal kennen. Und ganz ehrlich gesagt: ich kenne von keinem einzigen Lindbergh- oder Newton-Model die Seele...
Ich würde, und auch da zögere ich sehr, vielleicht sagen, daß ich die Seele von einem halben Dutzend Menschen ein bißchen intensiver kennengelernt habe. In meinem ganzen Leben. Aber eigentlich bin ich mir nicht mal sicher, ob ich die Seele auch nur eines einzigen Menschen auch nur ansatzweise kenne.
"Seele" jetzt mal mit "Wesen" gleichgesetzt.
#39Report
12 hours ago
Wenn ich ehrlich bin ist dieses "Seele" abbilden kompletter Dünnpfiff.
Das wusste auch Lindbergh. Es ist eine Form der Vermarktung. Heute haben wir auf IG und FB 100te Mio Visual Storyteller, Digital Content provider, und neuerdings genauso viele Cinematic image Creator.....
Es ist einfach dummes Gelaber, das den Bildersteller überhöhen soll...
Das wusste auch Lindbergh. Es ist eine Form der Vermarktung. Heute haben wir auf IG und FB 100te Mio Visual Storyteller, Digital Content provider, und neuerdings genauso viele Cinematic image Creator.....
Es ist einfach dummes Gelaber, das den Bildersteller überhöhen soll...
#40Report
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Die Frage warum ich etwas fotografiere kann ich auch damit beantworten, warum ich etwas anderes nicht fotografiere. Das ist zumindest eine mögliche Herangehensweise. Und mein 2.Post mit der Abgrenzungsfrage ergibt inhaltlich an dieser Stelle Sinn, wenn man ihn zusammen mit meinem Post vorher liest.
Deine inhaltliche Kritik / Ansicht zum meinen Portraits finde ich sehr interessant. Mit der Frage, mit der Du diesen Thread begonnen hast, dürfte es aber ebenfalls nichts zu tun haben.