Corona 2,422

1 week ago
Auch wenn er seine Motivation etwas relativiert - das ändert gar nichts: Ich bewundere die Geduld und Klarheit, mit der Plentilux hier Aufklärung betreibt, auch wenn immer wieder ein Wenn-und-aber-Bescheidwisser mit was Neuem oder immer demselben kommt. Hut ab, Plentilux, und DANKE! Habe viel gelernt bei dir.
#2261Report
1 week ago
@Marcello Rubini

Ich schließe mich an.
#2262Report
1 week ago
@Jürgen Krall Photographie
Damit ich auf Deine Kritik etwas besser eingehen kann...
Kannst Du bitte einmal konkretisieren, an welcher Stelle ich Deiner Meinung nach Spekulationen verbreitet habe und von welchen Fakten Du sprichst, die ich anzweifle?
#2263Report
1 week ago
Zitat: Plentilux ...

Andererseits wird in Gebieten, die vermutlich sogar noch wenig betroffen waren herumtelefoniert (Hallo Heiko) um wirre Gedanken aus dem Internet zu "beweisen". Dabei wird z.B. übersehen, dass die USA durch die Halbherzigkeit der getroffenen Maßnahmen (Lockdown zu spät, zu kurz) innerhalb von 4 Monaten mehr Menschenleben verloren haben als im 1. Weltkrieg (oder doppelt so viele wie in Vietnam) und das dort ein Ende der Infektionsketten nicht abzusehen ist. Bisher über 125.000 Tote in nur drei Monaten TROTZ einschneidender Maßnahmen.

Vielleicht verdrängen Menschen solche Tatsachen nicht aus böser Absicht,
sondern suchen sich obskure Theorien und Quellen als Alternativen, weil
sie die Realität überfordert - unvorstellbar, dass sowas vor der eigenen
Haustür passieren könnte.

Es war Christian Morgenstern, der es im Gedicht "Die unmögliche Tatsache"
schon vor langer Zeit (1907) zutreffend beschrieben hat - hier etwas gekürzt,
weil der Mittelteil politisch ist:

"Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.

‚Wie war‘ (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
‚möglich, wie dies Unglück, ja –:
daß es überhaupt geschah?

[...]

Und er kommt zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein k a n n, was nicht sein d a r f.
#2264Report
1 week ago
So, hab mich wieder beruhigt ;-)
@heiko leipzig
Bei 95% asymptomatischen Patienten kann ich nicht ganz mitgehen. Da kenne ich andere Zahlen mit bis zu 20% Hospitalisierungen (natürlich mehr ältere als junge Menschen). Vielleicht spiegeln deine 95% Verhältnisse mit social distancing, Maske, usw und entsprechend verringerter Infektionsdosis wider - das ist aber Spekulation. Die jungen Infizierten (30-40J) aus meinem Bekanntenkreis, die ich ausserhalb der Intensivstation mitbekommen habe, waren auch ordentlich niedergestreckt (Atemnot bei kurzen Gehstrecken).
Fakt ist auf jeden Fall, dass in jedem wenig vorbereiteten Hotspot weltweit von Tirol bis New York die Intensivkapazitäten nach sehr kurzer Zeit komplett überlastet waren (was klar gegen 95% asymptomatische Patienten spricht) und viele Menschen in kurzer Zeit durch fehlende Versorgungsmöglichkeiten gestorben sind. Egal, ob sie CoVid oder etwas anderes hatten.
Selbst bei uns in D mit extremer Vorbereitung (Maximierung der Überwachungsbetten, Runterfahren von OPs, Rekrutierung von Personal aus allen Bereichen und sogar aus anderen Krankenhäusern,...) waren wir in den Hotspots in Hamburg, Teilen von NRW und in weiten Teilen Süddeutschlands am Limit. Die Fallzahlen waren zu hoch zum Tracken von Kontakten, dementsprechend hätte sich die Infektionswelle weiter ausgebreitet und hätte andere Gebiete erfasst. Da es sich um eine neue Erkrankung handelt, von der man entsprechend wenig wusste, war nicht klar, welche Maßnahmen wie effizient sein würden. Da war der Lockdown meiner Meinung nach unausweichlich.
Mit höheren Infektionszahlen zu einem späteren Zeitpunkt hätte man einen längeren Lockdown machen müssen, um trackbare Verhältnisse zu schaffen (wie z.B. in Italien), womit wohl niemandem geholfen gewesen wäre.
Die einzige Möglichkeit den Lockdown zu verhindern, wären frühere, weniger drastische Maßnahmen gewesen wie das Verbieten von Großveranstaltungen, ggf. Schulschließungen, etc. Über damals gemachte Fehlentscheidungen kann man ja diskutieren. Das social distancing hätte man aber auch dann anwenden müssen mit allen Folgen für Restaurants und Co.
Wie genau die verschiedenen Maßnahmen das Infektgeschehen beeinflusst haben, wurde erst vor Kurzem untersuchbar und wird aktuell noch diskutiert. So kann man IM NACHHINEIN vielleicht zu dem Schluss kommen, dass einzelne Maßnahmen nicht notwendig gewesen wären. Das war aber zum Zeitpunkt der Entscheidung keinesfalls absehbar.
Es ist leider nicht möglich ohne Schaden durch eine Pandemie mit einem potentiell tödlichen Erreger zu kommen. Vom rein wirtschaftlichen Aspekt habe ich mal eine Arbeit gelesen, wo nach dem Lockdown ein R um 0,8 den geringsten wirtschaftlichen Schaden anrichten sollte. Ich finde leider den Link nicht mehr.

Des Weiteren denke ich, dass jeder, der nicht selber finanziell schwer betroffen ist, auch andere Leute unterstützen kann. Viele Restaurants bieten Essen zum Mitnehmen, Bücher kann man wieder im Buchladen um die Ecke und nicht bei Amazon kaufen, eine kleine Spende für die örtliche Konzert- und Künstlerszene, usw

Was ich halt wirklich nicht verstehe ist, dass sich v.a. die nicht betroffenen Gebiete über die Maßnahmen beschweren. Die Einschränkungen galten für alle und gelten aktuell verstärkt in den betroffeneren Landkreisen. Die Einen haben also mehr Opfer und mehr Einschränkungen während sich die anderen ohne Opfer und mit weniger Einschränkungen beschweren. Ist der Gedanke der Prävention so schwer nachvollziehbar?
#2265Report
@Lichtsieb:
"Die Sterblichkeit unterliegt Schwankungen die es zumindest fraglich machen, ob die Corona-Toten überhaupt Statistisch nachweißbar sein werden. "
Sie sind deutlich nachweisbar. (siehe Link #2258)

"Die Pandemie die man angekündigt hat, ist es zum Glück nicht und es wäre fatal etwas anderes anzunehmen! "
Weltweit gesehen sind alle Befürchtungen eingetreten. Wir haben eine exponentielle Steigerung. Nur weil sie in Europa und China etwas gebremst wurde, ist sie noch lange nicht gestoppt oder zu verharmlosen.

"Auf eine "echte" Pandemie wäre die Welt nicht vorbereitet! "
Es ist eine echte Pandemie. Es verbreitet sich schneller als fast jede Seuche in den letzten 100 Jahren.

"Schweden hat aktuell nur einen zeitlichen Vorsprung."
Vermutlich
#2266Report
@Plentilux:
Danke für deine Ausführungen und deine Geduld mit gewissen Ideologien.

Ich denke keiner möchte in der Haut eines Entscheidungsträgers zu Zeiten einer Pandemie stecken, wenn schnell und bestimmt gehandelt werden muss. Im Nachhinein wissen wir immer alles besser.
Der Lockdown hätte m. E. schon Ende Februar erfolgen müssen.
Statt Deutsche aus China und sonst woher ohne Quarantäne Heim zu bringen, hätte man hier sehr streng nach Pandemie Vorschrift handeln müssen. Grenzen schließen und Infektionsketten nachvollziehen. Unsere Kommunalwahl in Bayern am 15.03. (war vermutlich der Grund der Verschiebung) hätte man mit Briefwahl durchführen können.

ABER!

Hätte man das alles Ende Februar getan, wären vermutlich nur ein Bruchteil der Menschen gestorben. Dann wäre vermutlich sehr schnell Kritik laut geworden, wie man der Wirtschaft einen solchen Schaden zufügen kann! Die Warterei und die Inkonsequenz bei unserem "Lockdown light" haben unserer Wirtschaft erheblich mehr geschadet. Es zieht sich alles in die Länge und Menschen werden wieder unvorsichtig.

Nur zur Erinnerung,
am 29.02. hatten wir 68 Infizierte und keinen Toten, 14 Tage später
am 15.03. hatten wir ca. 6000 Infizierte mit einer täglichen Steigerung von 1000 bis 2000 Personen. Wir hatten nur 13 Tote.
Aktuell haben wir 195000 Infizierte und fast 9000 Tote und wir hatten noch Glück!
#2267Report
@ Leipziger Allerlei:
#2259: Es beängstigt mich dass du etwas unterschreibst was ich schrieb!

#2244:
Im Osten Deutschlands gab es wesentlich weniger Infektionen als im Westen.
Wenn du ein paar Tote brauchst, hier ganz spontan aus meinem Umfeld:
Frau Marion Bergler, Unternehmerin aus Weiden in der Oberpfalz (leicht zu googeln) starb mit 41 innerhalb kürzester Zeit.
Ein Arzt aus Hessen (Kollege meiner Schwiegermutter) starb ebenfalls an Corona.
Erfreulich:
Die Mutter meines Schulfreundes aus Mitterteich (Hotspot) hatte nur Durchfall und hat Corona gut überstanden.

Noch ein paar Promis:
Chris Trousdale (34); Roy Horn (Siegfried und Roy) (75); Rapper Ty (47); Hal Wilner (64); Troy Sneed (52); Fred The Godson (35); Sportfotograf Anthony Causi (48); Adam Schlesinger (52); Wallace Roney (59); Jörn Kubicki (54); Donato Sabia (56); Floyd Cardoz (59); Matthew Seligman (64); oder bemühe einfach Wikipedia.

So, jetzt schlag mich, gib mir böse Namen usw...
;-)
#2268Report
1 week ago
Als Mathe-Interessierter denk ich an den an Covid-19 gestorbenen John Horton Conway vom https://de.wikipedia.org/wiki/Conways_Spiel_des_Lebens
#2269Report
1 week ago
@Jürgen Krall
Extrem treffend! Danke!
#2270Report
1 week ago
Zitat: Jürgen Krall Photographie ...

Nur zur Erinnerung,
am 29.02. hatten wir 68 Infizierte und keinen Toten, 14 Tage später
am 15.03. hatten wir ca. 6000 Infizierte mit einer täglichen Steigerung
von 1000 bis 2000 Personen. Wir hatten nur 13 Tote. Aktuell haben wir
195000 Infizierte und fast 9000 Tote und wir hatten noch Glück!

So ist es ...

Es war zwar "auf den letzten Drücker", doch früher die Notbremse zu
ziehen - in Form des Lockdown - , hätte man der Bevölkerung bei den
geringen Fallzahlen zu der Zeit noch nicht vermitteln können.

Und nun bemängeln tatsächlich einige Menschen, dass die Maßnahmen
in Deutschland bisher erfolgreich waren und es deshalb verhältnismäßig
wenig Tote gibt. Es ist widersinnig und unverständlich ...
#2271Report
1 week ago
@Jürgen Krall Photographie

Danke für die Aufstellung!
Zu: "Die Sterblichkeit unterliegt Schwankungen die es zumindest fraglich machen, ob die Corona-Toten überhaupt Statistisch nachweißbar sein werden. "

Mir ist nicht ganz klar ob Du das mit Absicht aus dem Kontext reißt. Vielleicht setze ich aber auch zuviel voraus!?
Ich schrieb von der Weltweiten Sterblichkeit: "Wir haben in einem halben Jahr ca. 500000 "Corona-Tote" weltweit!
Es Sterben ca. 160000 Menschen pro Tag auf der Welt!"
Ich würde behaupten, den meisten Lesern dürfte klar sein welche Örtlichkeit mit "Welt" gemeint ist.
Du versuchst das mit einem Link zu Euromomo zu entkräften. Das ist erst einmal ein Vergleich zwischen den falschen Orten und Du beziehst Dich auf einen Zeitraum von ca. 10 Wochen.
Ich schrieb allerdings:"...es zumindest fraglich machen, ob die Corona-Toten überhaupt Statistisch nachweißbar sein werden. "
"sein werden" dürfte für die meisten Menschen implizieren, dass sich meine geäußerte Vermutung rückblickend auf die Pandemie richtet. Du versuchst das mit einer bestehenden Statistik, die nur einen Teil Europas wiederspiegelt und sich im wesentlichen nur in einen Zeitraum von ca. 10 Wochen von der durchschnittlichen Sterblichkeit unterscheidet, zu widerlegen. Du bist da ziemlich am Thema vorbei!
Ich habe lediglich eine Vermutung geäußert für ein Ereignis das in der Zukunft liegt und keine Fakten angezweifelt oder Spekulationen verbreitet.
Das könnte ich an dieser Stelle eher Dir unterstellen, verzichte aber gerne darauf! ;-)

Du schreibst: "Weltweit gesehen sind alle Befürchtungen eingetreten. Wir haben eine exponentielle Steigerung."

Wenn Du das bitte einmal belegen könntest. Nach meinem Wissenstand sind weder alle Befürchtungen eingetreten noch gibt es eine exponentielle Steigerung.
Was steigert sich und mit welchen Exponent?

Ich habe übrigens überhaupt nicht in Abrede gestellt, dass es sich um eine Pandemie handelt!
Allerdings nicht um eine "echte" schlimme Pandemie. (So etwas wie die spanische Grippe zum Beispiel)
Vermutlich hast Du die Anführungszeichen einfach nicht gesehen.

Du schriebst noch:"Es verbreitet sich schneller als fast jede Seuche in den letzten 100 Jahren."

Ich weiß nicht genau was Du mit der Relativierung "fast jede Seuche" absichern möchtest, aber der Satz ist ziemlicher Unsinn!
Spanische Grippe, Asiatische Grippe, Cholera, Hongkong-Grippe, Russische Grippe, Virusgrippe 95/96 und Virusgrippe 2017/2018 um nur ein paar Beispiele zu nennen!

Weiter schreibst Du: "Der in Schweden für diese Entscheidung verantwortlich ist, hat schon Fehler eingeräumt und würde vermutlich jetzt anders entscheiden."

DAS ist eine Spekulation!

Aber ansonsten...
ganz gute Fotos machst Du schon! ;-)
#2272Report
1 week ago
@Lichtsieb
Da Europa im Vergleich zu anderen Teilen der Welt, namentlich dem amerikanischen Kontinent, bisher ganz gut wegkommt und in Europa wie beschrieben eine statistische Signifikanz erreicht wurde, liegt die Vermutung nahe, dass das auch weltweit so sein wird. Da ist dann die Unterdiagnostik in ärmeren Ländern noch nicht berücksichtigt. Lediglich einzelne Länder wie Neuseeland werden wohl die statistische Signifikanz "verfehlen".

Der Vergleich mit der spanischen Grippe als "schlimmer" hinkt deutlich aufgrund nicht vergleichbarer sozio-ökonomischer Verhältnisse und anderer getroffener Maßnahmen. Bei der spanischen Grippe forderte meines Wissens nach die 2. Welle auch viel mehr Opfer als die erste.
Es gibt aktuell aber auch schon nach wenigen Monaten und erst einer Welle trotz massiver Maßnahmen eine halbe Million Tote. Eine Durchseuchung ist weit entfernt und bei einem Zurückfahren der Maßnahmen würde es weitere Wellen mit potentiell einem Vielfachen an Opfern geben. Siehe USA. Deshalb macht es Sinn weiter Schutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten um dieser echten und schlimmen Pandemie keinen weiteren Schub zu geben. Alles in allem läuft es in D aktuell doch ausserhalb von Schlachthöfen ganz gut.

Im Übrigen hat der schwedische Oberinfektiologe sehr wohl gesagt, dass er heute vermutlich anders entscheiden würde. Das war praktisch ein Zitat, keine Spekulation.
#2273Report
1 week ago
@Plentilux
"Der Vergleich mit der spanischen Grippe als "schlimmer" hinkt deutlich aufgrund nicht vergleichbarer sozio-ökonomischer Verhältnisse und anderer getroffener Maßnahmen."
Das ist eine Antwort auf eine Frage die überhaupt nicht gestellt wurde!
Es wurde behauptet: "Es verbreitet sich schneller als fast jede Seuche in den letzten 100 Jahren."
Aber wenn Du das für richtig hältst...

Wir sollten langsam mal beginnen die Kirche im Dorf zu lassen!
Natürlich haben wir hier eine Krankheit die ernst zunehmen ist und die in einzelnen Fällen auch sehr schwere Folgen haben kann. In den weit überwiegenden Fällen löst die Infektion aber nicht einmal eine Krankheit aus.
Die aktuelle Anzahl an Toten weltweit, hat man zu beginn in einzelnen Ländern befürchtet!
Das ist ja nun glücklicherweise nicht eingetreten!
Wenn wir auf der Welt nicht aus dieser Panik herausfinden, drohen die bisherigen wirtschaftlichen und politischen Systeme zu zerfallen. Das ist immer noch ein erhebliches Risiko, mit völlig unabsehbaren Folgen bis hin zu Kriegen!

Apropos Krieg!
Es ist an Polemik kaum zu übertreffen, wenn Du die amerikanischen Toten aus dem 1. Weltkrieg und dem Vietnamkrieg mit den Corona-Toten vergleichst!
Du verharmlost damit das damalige Kriegsgeschehen und suggerierst, dass wir uns auch in so einer Situation befinden (oder zumindest die US-Amerikaner). Wir sind weder im Krieg, noch ist das Geschehen von damals auch nur Ansatzweise zum Vergleich mit der Corona-Pandemie geeignet!
Du stellst Dich mit solchen Vergleichen argumentativ aber auf eine Stufe mit den Vollpfosten die glauben, dass die Corona-Einschränkungen ihnen das Recht geben sich mit den Opfern des Nationalsozialismus zu vergleichen und das hast Du nun wirklich nicht nötig!
#2274Report
1 week ago
@Lichtsieb
1. Es sollte nicht verwundern, dass in der heutigen globalisierten Welt sich Pandemien schneller ausbreiten als im ersten Weltkrieg. Die Ausbreitunggeschwindigkeit von SARS-CoV2 kann sehr sicher als viel höher eingestuft werden als die der "spanischen Grippe". Ein Problem dabei: Meines Wissens nach ist der Verlauf der "spanischen Grippe" aufgrund von fehlender Erfassung zu Beginn nicht bis ins Letzte nachvollziehbar.
2. Trifft ein Krankheitserreger heute auf wesentlich widerstandsfähigere Menschen und kann zwar in Altersheimen und Großstädten, nicht aber in Schützengräben mit unterernährten Soldaten wüten. Auch wurde social distancing aus naheliegenden Gründen in Schützengräben selten praktiziert und in Städten viel später und weniger konsequent umgesetzt, da die infektiologische Forschung damals auch einfach noch nicht so weit war.
3. Die Weltbevölkerung betrug einen Bruchteil der heutigen.

Das meinte ich mit "nicht vergleichbaren sozio-ökonomischen Verhältnissen". Wenn du das alles beiseite schieben möchtest: Ja, SARS-CoV-2 breitet sich heutzutage schneller aus als die "spanische Grippe" 1918 und ist auch ansteckender als ein Grippevirus. Es verbreitet sich also effektiver.

Wenn du jetzt einen genaueren Vergleich möchtest, musst du den Ablauf der "spanischen Gippe" in 2-3 Wellen bedenken und den Ablauf einer Pandemie im Allgemeinen. Häufig ist es so, dass eine erste Welle noch begrenzt mit einigen Hotspots abläuft (wie bei uns im Frühjahr auch), sich dann bei unzureichenden Gegenmaßnahmen in der Bevölkerung ausbreitet und somit eine zweite Welle wesentlich schlechter kontrollierbar ist und mehr Opfer fordert (wie im Herbst 1918 und vielleicht in den USA aktuell).
Bei allen Betrachtungen sollte man nicht ausser Acht lassen, dass die getroffenen Maßnahmen heute wesentlich konsequenter und zielgerichteter sind als 1918 und auch deshalb die Ergebnisse/Totenzahlen nicht vergleichbar sind.
Bei deinen Betrachtungen lässt du leider regelmäßig zwei Dinge aussen vor:
Die ursprünglichen Schätzungen der zu erwartenden Todesopfer bezogen sich auf einen Verlauf ohne Gegenmaßnahmen und die Geschehnisse in Norditalien, New York und Co belegen für mich die Realitätsnähe dieser Schätzungen. Das haben wir aber auch schon mehrfach durchgekaut. Die verhältnismäßig geringe Zahl an Toten zeigt lediglich die Effizienz der getroffenen Maßnahmen und nicht die überschätzte Gefährlichkeit des Virus.

Die zweite Sache ist, dass die "spanische Grippe" eine Bevölkerungsdurchseuchung erreicht hat, die bei Grippewellen Jahrzehnte später noch einen statistisch hochsignifikanten Immunschutz verursachte. Davon sind wir aktuell ausserhalb von kleinen Bereichen Norditaliens weit entfernt. Wir stehen also - auch schon mehrfach durchgekaut - erst am Anfang und du vergleichst die Situation mit einer ausgelaufenen Pandemie.
Es macht einfach keinen Sinn!!!!!

Recht hast du mit der Panik. Die ist nicht angebracht. Einfach Maske auf, Abstand halten, auf allgemeine Hygiene achten und Menschenmassen meiden. Deutschland steht aktuell gut da und wenn wir nicht übermütig werden und uns gegenseitig etwas unterstützen (nicht nur Amazon) wird es vielleicht kein "goldenes Jahr" mehr aber auch kein Grund mehr zur Panik (den es eigentlich nie gab).
Welche aktuellen Maßnahmen findest du eigentlich so schlimm, dass es dir keine Ruhe lässt?

(Den Vergleich mit den Kriegsopfern habe ich übrigens schlicht aus der amerikanischen Presse übernommen. Deine Bemerkung zu Opfern des Nationalsozialismus kann ich leider nicht nachvollziehen. Das müssen wir aber auch nicht ausdiskutieren.)
#2275Report
1 week ago
Es gibt ja nun 2 Staaten die Corona genau wie eine normale Grippe handeln, das eine ist Brasilien, dort habt man gerade Massengräber aus, der andere ist die USA, dort steigen die Infektionszahlen gerade exponential an. Ganz anders sieht es in Deutschland aus, da gehen die Infektionszahlen kontinuierlich zurück. Wer da immer noch an der Richtigkeit der getroffenen Maßnahmen bei uns zweifelt kann das wohl nur noch damit begründen das alles was in den Medien verbreitet wird schlicht gelogen ist. Spätestens dann beginnt man aber wohl in einer eigenen Welt zu leben.
Womit ich jetzt nicht gesagt haben will das es nicht sinnvoll ist die Medien kritisch zu hinterfragen. Vieles was wir jetzt erleben hat schlicht damit zu tun das sich unsere Qualitätsmedien allzu oft an interessengeleiteten Kampagnen zum schaden der Allgemeinheit beteiligt haben. Ich denke da nur an die Kampagne zur Einführung der Riester Rente oder die einseitige Berichterstattung in der Ukraine Krise bei der die Geschichte unserer Medien nicht mit "Fuck the EU" sondern bis heute mit der Annektion der Krim beginnt. Die Liste könnte man beliebig fortsetzen. Da ist viel Vertrauen in die Medien zerstört worden und dafür gibt es nun die Quittung.
#2276Report
@ Lichtmesser: Da haben wir uns beide etwas unglücklich ausgedrückt.
In der Tat ist die Spanische Grippe die einzige moderne Pandemie, die vergleichbar ist oder auch nicht.
Damals herrschte Krieg und sie wurde deshalb verheimlicht. Deshalb auch der Name. Dann die katastrophalen hygienischen Zustände während des Krieges und danach. Da wir noch keine weitere Infektionswelle haben, hatte ich das Wörtchen "fast" eingefügt. Vergleicht man die Graphen "Infektionen in einer gewissen Zeit" so wird man sehen dass Covid-19 wesentlich schneller und effektiver ist. Nur die Todeszahlen sind auf Grund unseres medizinischen Standards wesentlich geringer. USA und die Dritte Welt wurde ja schon ausführlich beschrieben. Dort vermehrt sich der Virus exponentiell.

@Plentilux: Danke für die Argumente. Ich bin kein Mediziner. Da schlage ich familiär etwas aus der Art.
Mathematik liegt mir in Teilen aber und eine Pandemie ist letztlich eine Exponentialfunktion.
;-)
#2277Report
1 week ago
#2268

Zitat Wikipedia"
"Im Mirage-Hotel in Las Vegas hatte Horn am 3. Oktober 2003 in seinen 59. Geburtstag hineingefeiert. Wenige Stunden später griff Horns weißer Tiger Montecore den Dompteur in einer Show an und verletzte ihn schwer. Nach schwerem Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation hatte er sich nie mehr vollständig erholt. Er blieb halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.[8]

Horn starb am 8. Mai 2020 an den Folgen einer durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelösten COVID-19-Erkrankung."

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Bei der Anzahl von Vorerkrankungen hat es jeder Virus leicht den stark geschwächten Körper in die Knie zu zwingen. Ob der Betroffene nur an Corona alleine gestorben ist, das ist nur schwer zu glauben.

Ich war gestern bei meiner Ärztin und die erzählte mir das eigentlich fast alle alte Menschen, welche offiziell an Corona gestorben waren, in Wirklichkeit an vielen anderen Gebrechen litten und das Corona nur der stark vorgeschwächten Körper in die Knie zwang. Offiziell steht Corona als Todesursache da aber alle wissen das Corona meist eine Mitwirkung hatte, keinesfalls die alleinige Ursache war.

Wenn das überall so gemacht wird, dann kann man viele Statistiken in die Tonne hauen.
#2278Report
1 week ago
#2278

Gilt dieses ziemlich abenteuerliche Konstrukt des vorgeschwächten Körpers eigentlich auch bei Verkehrsunfällen?

Manche Argumentation ist einfach nur noch absurd ...
#2279Report
1 week ago
#2278
Es gibt nicht nur das Risiko zu sterben, sondern auch hinterher lange behindert zu sein.

Naturgemäß ist es noch garnicht erforscht, was ein mittelstarker Covid-19-Verlauf langfristig zB mit der Lunge macht.
#2280Report

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