Discussion: Quo vadis Model-Fotografie 191

Applaus für die wunderbare Natalia - die ich auf dem Foto tatsächlich nicht erkannt hatte.
1 week ago
@MAINPics:

Es zeigt eine Studioaufnahme in sw. Die Tonalität ist gut. Der Bildausschnitt (weil nicht wie so oft zu knapp beschnitten ist) und die Bildgestaltung stimmen.

Und schon sind wir bei Geschmacksfragen - ich z.B. finde viele Fotos (in der MK wie anderswo) eher zu wenig "beschnitten". Mir ist häufiger "zu viel leerer Raum" (ohne gestalterische Bedeutung) bei Fotos vorhanden, als daß sie "zu eng beschnitten" sind. Was vielleicht auch daran liegen mag, daß mir vor vielen Jahren ein Bildredakteur mal mit vier Stücken Pappe an einem Stapel von Fotos vorgeführt hat: "Hier: beschneiden. Alles unnütze weg. Konzentration aufs wesentliche!" Nichts gegen "Leer-Raum", vor er gestalterisch oder für die Bildaussage relevant ist. Aber auf vielen Fotos findet sich m.A.n. viel "leeres Geräusch".

Die Pose ist gelungen. Die sich leicht über kreuz berührenden Hände über dem Kopf bilden einen oberen Bogen und lassen den Blick des Betrachters nicht ins Leere laufen.

Bevor mir bei diesem Foto irgendwas anderes auffällt, fällt mir auf, daß die abgebildete Frau ein "Hungerhaken" zu sein scheint, so extrem wie man ihre Rippen sieht. Das lenkt mich von allem anderen ab.

Das Oberteil hat was

Kunstfell... ;-)

und fügt sich sehr schön mit den Haarsträhnen zu einem Ganzen.

Wenn ich sarkastisch sein soll: ich spüre schon beim Betrachten Fussel im Mund. (Wegen des Kunstfells, nicht wegen ihrer Haare...)

Das weiche SB Licht von oben erzeugt einen schönen weichen Kinnschatten und betont die Figur des Modells.

Das Licht ist sehr ordentlich, betont aber leider die markanten Rippen.
Hier wurde sehr sehr viel richtig gemacht. Es sieht vielleicht banal aus für einige, weil es kein aufwändiges Setup ist. Aber das Team hat sich bei der Aufnahme viel gedacht.

Das mag durchaus alles sein, interessiert mich als Betrachter aber eher akademisch. Was sich der Fotograf oder "das Team" gedacht hat finde ich nicht wirklich relevant. Relevant finde ich: a) wie wirkt das Bild auf mich?, und b) wie wurde es handwerklich gemacht? Bei manchen Fotos denke ich: wow, das muss richtig aufwendig und mühsam gewesen sein, Respekt! Und bei anderen: ey, verdammt... wie hat der das gemacht? Geht es um eine kommerzielle Verwertung, frage ich mich ggf. dann c) auch noch: wie wirkt das Foto wohl auf andere Betrachter, vor allem die Zielgruppe?

Etwas, was man bei 90 Prozent und mehr Bildern hier in der MK nicht sieht.

Das halte ich jetzt für übertrieben.
1 week ago
Nachtrag: 53kg bei 175cm und einem Alter von 31 nennt sich übrigens Untergewicht. (BMI: 17,3) Insofern kein Wunder, daß die Rippen so deutlich zu sehen sind.
1 week ago
es sind hier andere Leute,
die haben andere Gedanken, Vorstellungen…und so etwas fehlt dir.

Was kannst Du außer Provozieren? Dein Beitrag ist voll von Polemik.

Dir fehlt wahrscheinlich das wahre Interesse zu diskutieren oder auch einfach nur die Substanz zum Argumentieren? Deswegen bist Du im Grundton schon aggressiv und wirst persönlich. Untere Schublade. Ich würde Dich bei so einer negativen Grundstimmung, aus jedem Workshop bitten...

Jeder Mensch hat andere Gedanken. Wir sind Individuen. Und trotzdem findet man Gemeinsamkeiten aber auch Differenzen. Man kann Qualitäten finden und Mängel. Das fällt vielen schwer in der Fotografie auch so zu benennen.

Um ein Bild positiv oder negativ zu bewerten, muß ich nicht in den Pixeln wühlen. Es zählt der Gesamteindruck. Wie wirkt es auch mich? Was passiert mit mir emotional?
Ich habe nicht zum Ausdruck gebracht, dass mich das eingebettete Bild vom Hocker reißt. Genau darum ging es doch gar nicht.
Das Bild ist nach meiner Einschätzung, eine ordentliche Aufnahme, im Vergleich zu dem, was hier täglich hochgeladen wird. Und es gibt ganz sicher Bessere.

Es wird wahrscheinlich niemanden geben der das Bild negativ kritisiert
Natürlich wird es diese geben. Das ist auch gut so. So lange sachlich kritisiert und nicht mit Förmchen geschmissen wird. Ich würde sogar behaupten, dass hier im Forum Leute schreiben, die selbst die größten fotografischen Handwerker zereissen. Sie gestatten nehmen keine Meinung, keine Interpretation außer ihrer eigenen kleinen Perspektive.

Versuche alles was du gelernt hast (in Bezug auf Fotografie) zu vergessen
ganz ehrlich, das klingt nach IG-Coaching-BS-Phrasen...Eine absurde Forderung.
Ich muss mich nicht zwanghaft an Regeln halten aber, es ist von Vorteil die Kompetenzen in Bezug auf Licht, Gestaltung, Kommunikation, Editierung, etc zu beherrschen, um für sich etwas Neues oder Erfolgreiches zu schaffen.

Wenn ich neu sage, dann es ist neu für einen selbst und man kann sich sicher sein, dass es bei den Milliarden Bildern, die es auf der Welt gibt, diese Bildidee so oder s.ä schon umgesetzt wurde. Das ist auch völlig unerheblich.
1 week ago
Hi,
Wir “arbeiten” mit Bildern,
es gib keine “Kompetenzen”
es ist und soll frei sein.

Die Aufgabe der Kreativen besteht darin,
Gesetze aufzustellen, und nicht, Gesetzen zu folgen.
Wer gegebenen Gesetzen folgt, hört auf ein Kreativer zu sein.

und ich hielte dich für Kreativ,
aber dass bist du nicht - mein Fehler!
1 week ago
Zitate:
1) "Nimm ein Photo dass du schlecht findest ..."
2) "... nennt sich übrigens Untergewicht ..."

Schon bei solchen Denkansätzen weiß ich, dass es in die falsche Richtung geht: Negatives Denken, Verzettelung von Unwichtigkeiten, falsche Maßstäbe, ...

Natürlich folgt
3) "Es wird wahrscheinlich niemanden geben der das Bild negativ kritisiert.§
Antwort. "Natürlich wird es diese geben..."

Da stimme ich MAINpics zu.
1 week ago
- #78: Mainpics versucht, klassische Regel- und Wahrnehmungskriterien an Modelfotografie in die Waagschale zu werfen, als künstlerischen Mainstream-Standard würde ich das bezeichnen, den entsprechend viele hier verfolgen (inkl. Handwerkskompetenz).
- #82: Tom Rohwer argumentiert mit den redaktionellen Illustrierten- und Gazetten-Standards (''funktionaler Beschnitt'' etc.). Ein anderer Mainstream.
- Zuvor die Überlegungen zu KI-Generierung. Ein erwartbarer Mainstream.

Diese beispielhaften Orientierungen sind durchaus nicht deckungsgleich.

Das sind doch mal einige diskussionswürdige Kriterien zur Diskussion, wohin es geht / gehen kann / gehen könnte mit der Modelfotografie. Auch über die MK hinaus und mit verschiedenen Zielgruppen. Wenn man den ganzen Kränkungs- und Troll- Quatsch mal weg läßt, ist die Diskussion so unfruchtbar nicht, wie es zunächst aussieht. Finde ich.
1 week ago
Die drei genannten Beispiel-Aspekte haben mich zu der Überlegung gebracht, welche Rolle wird der abgebildete Mensch spielen in der Zukunft (oder Gegenwart)? Im Bereich der Kunst ist das (aktuell) stets die Frage, gerade auch für kunstmachende Fotografen.
Dass den Gazetten-Redaktionen die Aura eines Menschen, die ja in den Bildraum greift, egal ist, verwundert nicht. Wenn sie überhaupt von den Pragmatikern wahrgenommen wird. Die kann sowieso weg. In der Mainstream-Model-Fotografie zählt ja oft die Abbildungsrafinesse mehr als der Gegenstand, aber die Abbildung des Model-Charismas findet dort durchaus auch ihren Platz. Oder ein emotionaler Moment. In der KI-Generierung ist Menschlichkeit vermutlich eher kein Kriterium, das kann sie nicht richtig oder nur klischeehaft.
Für mich bezieht sich also die Frage ''Quo vadis Model-Fotografie'' also auch darauf, wo der Mensch bleibt im Ziel der Abbildung. Wäre eine Antwort möglich, kann man sich ableitend auch ein Gesellschaftsbild der Zukunft vorstellen.
1 week ago
Also ich habe den TO so verstanden, dass er der Meinung ist, dass an besonders freizügigen Fotos auch besonders strenge Ästhetikregeln anzuwenden wären. Denn über schlechte Portraits regt sich hier kaum jemand auf. Gerade deswegen - weil sich alle auf genau diese freizügigen Fotos stürzen - scheint sein Anliegen irgendwie berechtigt zu sein. Die meisten von uns wollen sich gerne hinstellen und sagen können: "So etwas machen wir nicht." Und sie haben Angst, dass diese Fotos dem Ruf der MK und dem eigenen Ruf schaden (was dazu führt, dass Modelle fernbleiben). Da könnte etwas dran sein. Andere nutzen solche Fotos vielleicht gern als W-Vorlage. Dies ist mir unverständlich, denn vermutlich weiß jeder, dass das Nagetier mit dem X mehr bietet.

Aus meiner Sicht hat sich die Fotografie von einem technisch soliden Handwerk mit individueller Handarbeit zur Herstellung von billiger Massenware entwickelt. Die Ergebnisse können durchaus gut sein (teils dank automatischer Bildnachbearbeitung). Und sorry: Das gilt oft auch für die Arbeit der Modelle. Ich konnte mich inzwischen überzeugen, dass viele der hier beobachteten Phänomene auch auf anderen Plattformen zumindest ähnlich sind. Anfängermodelle, die nicht einmal in der Lage sind, ihre Körpermaße auf eine Sedcard zu schreiben, wollen viel Geld verdienen.

Die Mainstream-Diskussion würde ich aber nicht unbedingt führen wollen. Und was ich in meinem letzten Beitrag mit "falschen Maßstäben" vorsichtig umschrieben habe, meinte genau das. Und mit "Unwichtigkeiten" hatte ich tatsächlich auch den Beschnitt gemeint. Aber wenn wir dabei sind: Schneiden würde ich nur kurz vor einer konkreten Veröffentlichung, denn alte Frisörweisheit: "Abschneiden können wir immer noch - wieder drankleben ist schwieriger." Ich schneide für die MK anders als für die FC (aus praktischen Gründen).
1 week ago
#89: okay, bleiben wir also beim Stammtisch. Sorry für meine gedankliche Einlassung, die für deinen thematischen Abriss tatsächlich abschweift.
1 week ago
@Reverend:
ir “arbeiten” mit Bildern,
es gib keine “Kompetenzen”
es ist und soll frei sein.

Die Aufgabe der Kreativen besteht darin,
Gesetze aufzustellen, und nicht, Gesetzen zu folgen.
Wer gegebenen Gesetzen folgt, hört auf ein Kreativer zu sein.

Das wäre selbst für einen Kalender-Spruch nicht akzeptables esoterisches Geschwafel...
1 week ago
@eckisfotos:
2) "... nennt sich übrigens Untergewicht ..."

Dieser mein Hinweis im Postscriptum bezieht sich auf die deutlich sichtbaren Rippen. Die erklären sich dadurch, daß das Model a) arg dünn ist und b) durch die Pose die Rippen auch noch betont.

Das Urteil "arg dünn" ist meiner Ansicht nach dadurch gerechtfertigt, daß die Daten des Models einen BMI von 17,3 bedeuten, was wiederum "Untergewicht" bedeutet.
Das ändert gar nichts daran, daß jemand auch Menschen mit einem BMI von 13 "sexy" oder "erotisch" oder "attraktiv" finden darf, so wie auch mit einem BMI von 30 oder 45... Jedem sein persönlicher Geschmack. Mir ging's darum, daß eine bestimmte Pose mit einem bestimmten Licht bei jemandem mit Untergewicht zu einem bestimmten visuellen Effekt führt, für den ich den Ausdruck "Hungerhaken" unverblümt, aber zutreffend finde.
Und diese Anmerkung finde ich angebracht, wenn jemand die Lichtführung dieses Fotos ausdrücklich lobt. Denn in dem Gesamtzusammenhang (s.o.) finde ich sie in Hinsicht auf die Rippen nämlich nicht so lobenswert.
1 week ago
@Marcello Rubini:
- #82: Tom Rohwer argumentiert mit den redaktionellen Illustrierten- und Gazetten-Standards (''funktionaler Beschnitt'' etc.). Ein anderer Mainstream.

Ich "argumentiere" eigentlich überhaupt nicht. Ich stelle fest, daß mir der Bildschnitt nicht so sehr gefällt wie MAINPics, der ihn ausdrücklich lobt. Und anmerkt, daß ihm Bilder oft "zu knapp beschnitten" sind.

Dem stelle ich entgegen, daß es mir häufig genau umgekehrt geht, ich finde Bilder häufig nicht knapp genug beschnitten. Dafür gibt es viele Gründe, und einer ist eine für mich sehr interessante Erfahrung mit einem erfahrenen Bildredakteur, der mir mal in einer Art "Nachhilfestunde" anhand eines Stapels von Fotos und vier Stück Pappe gezeigt hat, wie sich Fotos - meiner Ansicht nach meistens zum besseren - verändern, wenn man mal couragiert "die Schere ansetzt" und beherzt beschneidet.
War als Erklärung gedacht...
Ich bin, was der eine oder andere schon vermuten wird, übrigens der letzte, der bestreiten würde, daß auf einem Foto (oder Gemälde, etc.) auch durchaus mal sehr viel "Platz", sehr viel leerer Raum sein darf. Und dies das Bild erst richtig gut macht. Aber so ganz generell ist's mir häufig zu viel leerer Raum, zu wenig beschnitten, und recht selten zu eng beschnitten.

Das sind doch mal einige diskussionswürdige Kriterien zur Diskussion, wohin es geht / gehen kann / gehen könnte mit der Modelfotografie. Auch über die MK hinaus und mit verschiedenen Zielgruppen. Wenn man den ganzen Kränkungs- und Troll- Quatsch mal weg läßt, ist die Diskussion so unfruchtbar nicht, wie es zunächst aussieht. Finde ich.

Unbedingt! Und ich finde es wesentlich produktiver im Interesse des Bemühens um gute Fotografie, freundlich und zivilisiert über den optimalen Bildbeschnitt zu streiten als über TfP und Pay und all das andere Gedöns, das das MK-Forum verstopft.
Und wenn man schon wieder im moralinsauren Gedöns wäre, dann doch mal mit Blick über den MK-Tellerrand ... und eigentlich liefert die KI doch die volle Demokratisierung dessen, was früher nur mit viel Aufwand und Geschick zu erreichen war. Zudem scheint es mit reichlich pharisäerisch, die KI zu verteufeln, aber keine Skrupel haben bei der Nutzung (das Wort paßt doch irgendwie) von Doubles - die mindestens ebenso Aura und Charisma haben wie der gehypte Superstar.
Ab August muß es ggfs. heißen "Dieses Bild wurde mittels KI erstellt" .. dann doch bitte auch bei den jeweiligen Spielfilmen ergänzen : "Dieser Film enthält Szenen, die von Doubles gespielt wurden und die Neugier der Zuschauer fehlleiten könnten" ..
1 week ago
@Marcello Rubini:
Die drei genannten Beispiel-Aspekte haben mich zu der Überlegung gebracht, welche Rolle wird der abgebildete Mensch spielen in der Zukunft (oder Gegenwart)? Im Bereich der Kunst ist das (aktuell) stets die Frage, gerade auch für kunstmachende Fotografen.

Der abgebildete Mensch wird eine geringere, kleinere Rolle spielen als bisher. Solange es nicht um etwas dokumentarisches geht, also um einen konkreten Menschen, der mittels Fotos dargestellt werden soll, ist es letztlich egal, ob man ein Foto mit minimaler Technik, oder mit riesem Beleuchtungsaufwand usw. macht, oder das Foto zu 80 Prozent in Photoshop entsteht, oder zu 90 Prozent mittels "KI". Die auch nix anderes ist als ein Werkzeug.

Wenn "KI" Personenbilder "aus dem Nichts" erschafft, dann greift die "KI" zwangsläufig auf bereits bestehende Fotos zurück, die sie ausgewertet hat. Was dazu führen wird, daß sich "Model Charlotte", die 2005 mal sehr begabt gemodelt hat, im Jahr 2035 (inzwischen sieht sie ganz anders aus!) auf von "KI" erzeugten Bildern wiedererkennen. Und vielleicht wird ein Foto-Historien-Forscher erkennen: "Aha! Sehr interessant! Hier hat die KI dominant auf Fotos aus der Model-Kartei von 2005 zurückgegriffen, und das ganze mit Instagram-Fotos aus der Periode 2023 bis 2026 zusammengeführt. Als stilprägende Grundlage diente erkennbar das frühe Werk von Jean-Loup Sieff."

Was dabei herauskommt, könnte genauso spannend und beeindruckend sein wie manches, was wir heute noch mit "klassischen Mitteln" produzieren.

Letztlich ist das nicht wirklich ein anderer Herstellungsprozess, als wenn ein Maler an der Schwelle zum achten Lebensjahrzehnt im Rollstuhl in seinem Atelier arbeitet, und aus den Erinnerungen an wilde Sommer in Südfrankreich in den 1970er Jahren und sein Lieblingsmodell der 1990er Jahre und einer Inspiration durch das "Cover-Girl" des aktuellen BoFrost-Kataloges ein Gemälde erschafft, daß ein beschwingtes, hocherotisches Treiben von fünf jungen Frauen an einem Strand zeigt, den es nirgendwo auf der Welt so gibt oder je gegeben hat.

Denn selbst wenn er wollte, könnte er nicht mehr außerhalb seines Ateliers und ohne seine Erinnerungen noch irgendein Bild erschaffen.

Oder anders gesagt: ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß in der näheren Zukunft Fotos zunehmend so entstehen werden wie die Landschaftsgemälde von Bob Ross. Inspiration durch die Realität, aber keine konkrete reale "Vorlage", viel Phantasie, viel Bildsprache, viel Wissen, was wie wirkt.

Dass den Gazetten-Redaktionen die Aura eines Menschen, die ja in den Bildraum greift, egal ist, verwundert nicht.

Nun findet ohnehin auf den meisten Fotos keine Aura statt... ;-)

In der Mainstream-Model-Fotografie zählt ja oft die Abbildungsrafinesse mehr als der Gegenstand, aber die Abbildung des Model-Charismas findet dort durchaus auch ihren Platz.

Beides ist ohnehin sehr subjektiv. Ich sitze öfter mal vor dem Fernseher, in einem Cafe, einer Kneipe, oder wo auch immer, und beobachte eine Frau, die dort herumläuft, und sage schließlich: "Du meine Herren - hat die eine Ausstrahlung! Boah!"

Und alle um mich herum reagieren: "HÄ?" Und ich denke: "Hey - das ist jetzt so ungefähr eine der zehn bilschönsten und austrahlungsstärksten Frauen, die ich in meinem Leben gesehen habe!!! Hier bebt gerade der Boden und alle Sicherungen glühen durch! Das ist eine von den Frauen, die brauchen nur einmal quer durch den Raum zu gehen, und wenn dann einer ein Streichholz anzündet, gibt es eine große Explosion...!!!"

Aber das ist eben ausschließlich subjektiv. Es gibt genauso ja auch Menschen, da sagt meine ganze Umgebung "Hey! Was für eine Ausstrahlung hat dieser Mensch!" Und ich denke nur: "Was für ein nichtssagender Idiot."

In der KI-Generierung ist Menschlichkeit vermutlich eher kein Kriterium, das kann sie nicht richtig oder nur klischeehaft.

Das würde bedeuten, daß sie es so macht wie die allermeisten Menschen... Was ich irgendwie beunruhigend fände.

Für mich bezieht sich also die Frage ''Quo vadis Model-Fotografie'' also auch darauf, wo der Mensch bleibt im Ziel der Abbildung. Wäre eine Antwort möglich, kann man sich ableitend auch ein Gesellschaftsbild der Zukunft vorstellen.

Uneingeschränkte Zustimmung - auch wenn wir vermutlich zu ziemlich unterschiedlichen Einschätzungen und Antworten kämen. Aber bei der Frage gehe ich mit. ;-)
1 week ago
@SEE:
Ab August muß es ggfs. heißen "Dieses Bild wurde mittels KI erstellt" .. dann doch bitte auch bei den jeweiligen Spielfilmen ergänzen : "Dieser Film enthält Szenen, die von Doubles gespielt wurden und die Neugier der Zuschauer fehlleiten könnten" ..

Ich bin strikt gegen jegliche vorgeschaltete "Disclaimer", und bei der "Schneeflöckchen-Warnung" "Dieser Film enthält Szenen, die empfindsame Zuschauer verstören könnten!" denke ich immer nur: Leute... das ist der Sinn und Zweck eines Films. Die Zuschauer zu verstören. Und zwar möglichst ohne Vorwarnung. Warum macht ihr das alles kaputt.

Wenn überhaupt, sollte man vor Filme und anderes eine Einblendung machen: "Wenn Sie intelligent sind, glauben Sie nicht einfach alles, was Sie sehen oder hören!"
Kann man aber auch drauf verzichten, umso besser trennt sich die Spreu vom Weizen...
1 week ago
Marcello Rubini #90
Sorry, ich schrieb #89, um das ursprüngliche Thema und Deine Gedanken in #87 zusammenzubringen. Verzeih mir, dass ich #88 nicht rechtzeitig lesen konnte.

Offensichtlich ist mir nicht ganz gelungen, Deine Gedanken zu "unterstützen" - was eigentlich meine Absicht war.
1 week ago
Solange die Neigung besteht lebende Menschen zu fotografieren, sehe ich in der KI ,,nur'' eine Alternative zur schnelleren und qualitativeren Bearbeitung. Für Fotografen, die (körperliche) Nähe suchen, ist KI auch keine Option.

Was bleibt sind die Faker und Blender, die uns vormachen wollen, echte reale Menschen fotografiert zu haben. Und da haben die MK-Bosse eine eindeutige Meinung: Nur reale Modelle! Sollte dieses Dogma fallen, werden lebendige Modelle zum nostalgischen Luxus.


...Im Bereich der Kunst ist das (aktuell) stets die Frage, gerade auch für kunstmachende Fotografen.
Dieses Milieu wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Als Anti-Künstler hat man Lichtsetzung, Tiefenschärfe und Bildaufbau weitgehend unter Kontrolle.
Für Künstler wird die Fotografie wegfallen. Kann man nichts machen...
@ Tom Rohwer

Letztlich ist das nicht wirklich ein anderer Herstellungsprozess, als wenn ein Maler an der Schwelle zum achten Lebensjahrzehnt im Rollstuhl in seinem Atelier arbeitet, und aus den Erinnerungen an wilde Sommer in Südfrankreich in den 1970er Jahren und sein Lieblingsmodell der 1990er Jahre und einer Inspiration durch das "Cover-Girl" des aktuellen BoFrost-Kataloges ein Gemälde erschafft, daß ein beschwingtes, hocherotisches Treiben von fünf jungen Frauen an einem Strand zeigt, den es nirgendwo auf der Welt so gibt oder je gegeben hat.

Genau, jahrhundertelang wurden quasi "deepfakes" erstellt ! Es war bei aller Präzision doch nie die exakte Abbildung jedes Quadratzentimeters blanker Haut, jeder Haarsträhne usw.
Die unverfälschte Offenbarung entsteht nur durch das Objektiv, zeigt authentisch genau die Person vor der Kamera. Ob Maler, Morphing oder KI - es entsteht bestenfalls eine virtuelle Zwillingsschwester. Hat das Double ihren echten Po, ihre echte Intimzone vor der Kamera gezeigt, so kann der Po aus der KI überhaupt keiner lebenden oder auch verstorbenen Person zugeordnet werden, denn ob der Promptbefehl "jetzt bitte den Po von Tatjana Patitz einfügen" dann wirklich genau deren Po darstellen wird ? Wenn es gar keine echte Aufnahme von Tatjana Patitzs Po gibt, wird man auch nie feststellen können, wie die vor 3 Jahren Verstorbene vor 30 Jahren an dieser Körperstelle aussah.
@ Tom Rohwer

Wenn überhaupt, sollte man vor Filme und anderes eine Einblendung machen: "Wenn Sie intelligent sind, glauben Sie nicht einfach alles, was Sie sehen oder hören!"

Das wäre ein sehr guter Disclaimer, gerade etwa bei einem Film, der auch noch das Wort Wahrheit im Titel hat ..
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