EU AI Act gilt ab 2. 8.2026 - Kennzeichnung und Def. "Deepfake" 164

1 week ago
Lichtsieb schrieb: Was ist denn eigentlich KI und wo und wer hat es definiert?
Ist nicht als rhetorische Frage gemeint!
Wo hat sich der Gesetzesgeber eindeutig dazu geäußert?


Tatsächlich keine blöde Frage. Die offizielle Definition: 'ein maschinengestütztes System, das so konzipiert ist, dass es mit unterschiedlichem Grad an Autonomie betrieben werden kann und nach seiner Einführung Anpassungsfähigkeit zeigt, und das für explizite oder implizite Ziele aus den Eingaben, die es erhält, ableitet, wie es Ausgaben wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen generieren kann, die physische oder virtuelle Umgebungen beeinflussen können'

Es ist wirklich die Frage, wie man das als Laie eigentlich erkennen soll. Die Software 'Portrait Professional' kam z. B. bereits 2006 heraus und funktioniert diesbezgl. nicht anders als heutige KI Software zur Nachbearbeitung, wie After Shoot oder Evoto. Das war damals technisch aber nur ein regelbasierter Algorithmus mit Mustererkennung. Technisch ist es so beschrieben, dass das nicht unter KI fällt, denn Nicht-KI-Tools zeigen eher keine Anpassungsfähigkeit über ihre Programmierung hinaus. Nur wie soll ein Anwender heute eigentlich den Unterschied erkennen, was sein Tool im Hintergrund tatsächlich technisch macht? Was er in der GUI ausführt ist das gleiche. Er nutzt eine Funktion und entfernt z. B. dunkle Augenringe oder glättet Falten.

Gut, dass es die Assistenzausnahme gibt und das sowieso nicht kennzeichnungspflichtig wird. Und fotorealistische Bildgenerierungen, die es sind, sind ja tatsächlich ein eher klares Merkmal moderner KI Tools.
1 week ago
MAINpics Dankeschön!


Allerdings habe ich so eine Art von Erklärung schon beinahe befürchtet.

"KI-Systeme sind Software- und Hardwaresysteme, die Künstliche Intelligenz nutzen, um in der physischen oder digitalen Welt "rational" zu handeln. Auf Grundlage von Wahrnehmung und Analyse ihrer Umgebung agieren sie mit einem gewissen Grad an Autonomie, um bestimmte Ziele zu erreichen."

KI-Systeme sind Software- und Hardwaresysteme, die Künstliche Intelligenz nutzen...

Solche Erklärungen bekommen auch nur unsere Gesetzgeber hin!
Das betrifft per Definition so gut wie jede Software und Hardware auf die man KI schreibt.

Einen Begriff mit dem gleichen Begriff zu erklären bzw. zu definieren ist eine echte Glanzleistung.
Das batteriebetriebene Blechauto aus meiner Kindheit hatte eine kleine Metallzunge am Boden und diese Zunge ließ die Lenkung einschlagen, sobald die Zunge den Boden nicht mehr berührte. So konnte das Auto nicht vom Tisch fahren.
Eindeutig KI!
Hat man nur vergessen drauf zuschreiben. ;-)

Das wird noch lustig mit den Abmahnungen.
1 week ago
Martin Walltree (@chilloutfotografie) Du schriebst:
"Technisch ist es so beschrieben, dass das nicht unter KI fällt, denn Nicht-KI-Tools zeigen eher keine Anpassungsfähigkeit über ihre Programmierung hinaus."

Kein mir bekanntes KI-Tool hat eine Anpassungsfähigkeit über die Programmierung hinaus. Wie sollte das auch gehen?
Ich empfehle hier sehr das neueste youtube Video von Christian Solmecke, der z.B. klarmacht: Betreiber ist jeder der KI nutzt (also ein "prompt schreibt/nutzt"(. Aber auch aufzeigt, welche Grenzen es gibt (z.B. nicht jede Bearbeitung findet KI-gestützt statt - Ergänzung von mir: sagte schon Ansel Adams ;-) und wie, was gekkennzeichnet werden sollte, weil der 50 dazu ja wenig bis gar nichts sagt.
Lichtsieb schrieb: Kein mir bekanntes KI-Tool hat eine Anpassungsfähigkeit über die Programmierung hinaus. Wie sollte das auch gehen?


Bei klassischer Software hat ein Programmierer die logischen Regeln fest in den Code geschrieben (platt gesagt: WENN Falte, DANN weichzeichnen). Bei einer KI hat ein mathematisches Modell anhand von Millionen Bildern selbst gelernt, was eine Falte ist und wie sie korrigiert werden kann. Das ist nicht mehr statisch programmiert. Und manche KI-Tools lernen und passen sich an deinen individuellen Stil an (z. B., wenn man Aftershoot mit vielen bereits bearbeiteten Fotos füttert). Was dabei raus kommt, hat so nie jemand programmiert. Also es arbeitet anders als ein starres Photoshop Preset.
#47
Lichtspieler schrieb: Soviel ich weiß (bestätigt im ZDF heute Journal von gestern), sind von der Kennzeichnungspflicht Privatpersonen ausgenommen. Auch ausgenommen sind Kunst und Satire. Also würde ich mir hier nicht die Köpfe heiß reden. MK ist mein Hobby, deshalb bin ich als Privatmann unterwegs und ich mache Kunst.


Für die MK ist es doch sowieso egal, da KI-Bilder hier sowieso nicht erlaubt sind. Wo nichts ist, muss man auch nichts kennzeichnen ;-)

Aber viele sind ja z. B. auch auf Instagram unterwegs und sind zwar Privatleute, haben aber z. B. aus diversen Gründen einen Creator Account. Dann wird der Gesetzgeber manchmal schon wieder pingelig. Das gab es ja früher bei der Gesetzgebung rund um die Impressumspflicht. Da verwendete der Gesetzgeber gleich einen Begriff wie geschäftsmäßig der dann bald enger ausgelegt wurde als gewerblich usw. Sowas stürzt regelmäßig viele Menschen, die in Sachen Gesetzen gerne vorsichtig sein wollen, in große Sorgen. Ich bin ja schon ganz angetan, in der KI Bildersektion der FC bisher noch kein (über)vorsichtshalber KI-gekennzeichnetes Bild gesehen zu haben...
1 week ago
Martin Walltree (@chilloutfotografie)
KI-Systeme sind im klassischen Code geschrieben. Nur weil für uns die Ergebnisse nicht mehr absehbar sind, heißt es nicht, dass sich die KI selbständig umprogrammiert hat.

Für die allermeisten Menschen ist auch der nächste Zug eines sehr alten Schach-Computers nicht absehbar.

Das erkennen einer Falte ist nur möglich weil die (von Menschen) programmierten Algorithmen den Bezug herstellen zwischen dem Datensatz, das was wir als Falte verstehen und dem dazugehörigem Muster.
KI ist, stark vereinfacht, eine Mischung aus Statistik und Mustererkennung. Mit menschlicher Intelligenz ist es eigentlich nicht mal ansatzweise vergleichbar.
Der Begriff KI ist in den meisten Fällen ohnehin nur ein Marketing Instrument. Software die sehr ähnlich funktioniert, gibt es schon recht lange.
Lichtsieb schrieb: KI-Systeme sind im klassischen Code geschrieben. Nur weil für uns die Ergebnisse nicht mehr absehbar sind, heißt es nicht, dass sich die KI selbständig umprogrammiert hat.


Klar, KI ist weder Magie noch menschlicher Verstand, sondern letztendlich hochentwickelte Statistik. Der technische Unterschied zu früher ist aber, dass wir heute nicht mehr alle Lösungsschritte einprogrammieren, sondern der KI nur die Daten geben und sie die statistischen Gewichtungen selbst suchen lassen. Das ist mit dem Kriterium in der Definition, denke ich gemeint. Ansonsten, wenn man das alles komplett anders sehen mag, hat man eben gemäß der Definitionen des AI Act auch keine Kennzeichnungspflicht ;-)
1 week ago
Martin Walltree (@chilloutfotografie)
"Der technische Unterschied zu früher ist aber, dass wir heute nicht mehr alle Lösungsschritte einprogrammieren, sondern der KI nur die Daten geben und sie die statistischen Gewichtungen selbst suchen lassen."

Das war auch schon bei den ersten Schach-Computern so. Da hat auch niemand alle möglichen Spielkonstellationen einprogrammiert.

Bitte nicht missverstehen, es geht mir nicht um Rechthaberei, sondern darum festzustellen, was denn nun eigentlich (die zu regulierende) KI sein soll.
Wo fängt KI denn nun an? Jemand der Gesetze dazu verfasst sollte das doch klar definieren können.

Wir bekommen, nach meinem Gefühl, immer mehr Regulierungen, Verordnungen und Gesetze, die nur sehr unklar erkennen lassen was sie eigentlich meinen. Die Strafrahmen sind aber so gefasst, dass (Achtung Überspitzung!) zwischen Ermahnung und lebenslanger Haft, so ziemlich alles möglich ist.

Das liefert die Bürger der Willkür der Justiz aus. Das ist nicht die Art von Rechtsstaat, die ich mir vorstelle. Ein Rechtsstaat sollte klar erkennbare Regeln haben und damit Sicherheit, nicht das Gegenteil vermitteln.
1 week ago
Meine alten Bearbeitungsprogramme benutzen keine KI....also darf ich die auch bearbeitet einstellen, ohne diese zu kennzeichnen....
1 week ago
mmmomentaufnahme (Michael W. Dietrich) #45
Lichtspieler#47

Danke, dass Ihr beiden meine letzten Beiträge noch einmal wiederholt. Es bestätigt meine Vermutung, dass eine ganze Menge Menschen hier schreiben, die sich nicht die Mühe machen, vorherige Beiträge zu lesen. Das könnte eine KI wohl besser. Es schadet auch wirklich nichts, so ab und an, Nachrichten zu schauen oder empfohlene youtube videos bekannter Anwälte zu schauen!
Udo B schrieb: Meine alten Bearbeitungsprogramme benutzen keine KI....also darf ich die auch bearbeitet einstellen, ohne diese zu kennzeichnen....


Das ist ja auch immer ein interessanter Punkt. Wie beweist man vermeintliche Verstöße? Der Gesetzgeber erlässt Gesetze und viele drehen am Rad und machen sich Sorgen. Die Influencer, Sender und Zeitungen mahnen zur Vorsicht, zitieren drakonische Maximalstrafen.

Und dann? Wer verfolgt das und wer kann dann wie beweisen, wann es sich um eine nicht gekennzeichnete KI-Darstellung handelte? Die KI kann es jedenfalls bisher nicht zuverlässig. Die üblichen KI Lösungen erkennen auch so einige gewöhnliche Fotos im Selbstversuch als potenziell KI-erzeugt und können einem auch genau erklären, an welchen Merkmalen sie das festmachen. Es stimmt halt nur nicht....
1 week ago
Zur Frage, was KI ist: Das ist in der Tat schwer zu beantworten. Früher war ein Schachcomputer das Paradebeispiel für eine künstliche Intelligenz. Die Funktionsweise lässt sich in zwei Grundprinzipien zerlegen:
1) Vorausberechnung von allen erdenklichen Zügen (je mehr je besser)
2) Bewertung aller sich aus 1) ergebenen Stellungen der Figuren, da die Berechnung ALLER Züge unmöglich ist. Dieser Teil ist der "schwierigste", denn neben einigen elementaren Dingen wie "eine Stellung ist gut, wenn der gegnerische König matt ist" oder "eine Stellung ist schlecht, wenn der eigene König matt ist" und einem Vorteil bei der Anzahl und Wertigkeit der überlebenden Spielfiguren, muss auch die Stellung der Figuren zueinander in die Bewertung einfließen.
So weit zur "alten" KI - und soweit das, was ich sicher weiß.

Nun zur "neuen" KI, worüber ich nicht alles weiß:
Der Unterschied dürfte in der Bewertung einer Situation liegen. Eine moderne KI wird mit massenweise wirklich gut gespielter Schachpartien gefüttert worden sein. Sie wird im seltenen Idealfall gleiche Stellungen finden und häufiger mehr oder weniger ähnliche Stellungen finden und aufgrund des Ergebnisses entscheiden können, ob eine bestimmte Stellung erstrebenswert ist - oder nicht.

Nun ist natürlich egal, was ein Informatiker denkt, was KI ist, wenn es im Gesetz anders formuliert ist.
1 week ago
Udo B
Um sagen zu können, dass in Deine alte Software keine KI benutzt wird, müsste man doch erst einmal sagen können was KI ist. ;)
1 week ago
Aber sicher: der Gesetzgeber wird sich mächtig dafür interessieren, ob du in einem echten Foto deinem lebenden Model den Pickel auf der Stirn wegstempelst oder für die kleine Retusche ein modernes Faulenzer-Tool verwendest.
Deshalb haben ja schwerbewaffnete Beamte schon vor 30 Jahren abends Agenturtüren eingetreten, weil jemand ausplauderte, dass das Großfächen-Beauty-Motiv vor der Drucklegung ein wenig geglättet wurde. Das kam die unverschämten Fälscher ganz schön teuer!
1 week ago
Ach ja, der Gesetzgeber interessiert sich natürlich nicht dafür, wer wie die Gesetze auch einhält. Dafür ist er auch nicht zuständig, denn wir leben (noch) in einer Demokratie mit Gewaltenteilung.
Es macht schon Angst um die Demokratie, wenn man hier so viel Unkenntnis sieht.
1 week ago
Aber es könnte sein, dass Abmahn-Anwälte sich für den Pickel interessieren, wenn die Definitionen des Gesetzes nicht klar und deutlich sind.

Das Friedrich persönlich mir die Tür eintritt, hatte ich aus unterschiedlichen Gründen überhaupt nicht auf dem Schirm und ich glaube auch nicht an Peters Unkenntnis über die Gewaltenteilung, da er ja nun sehr deutlich die Exekutive beschrieben hat. :-)
1 week ago
Aber es könnte sein, dass Abmahn-Anwälte sich für den Pickel interessieren, wenn die Definitionen des Gesetzes nicht klar und deutlich sind.
... und wird von der weiteren Rechtsprechung abhängen.

Ist es denn so schlimm / macht es denn soviel Arbeit KI-generierte oder -manipulierte Bilder zu kennzeichnen?
Wer sich öffentlich bewegt, einfach vorsorglich kennzeichnen.

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