Warum tappen noch so viele in die Schwarz-Weiß-Falle? 131
1 day ago
Auf besonderen Wunsch eines Einzelnen, nämlich Marcello Rubini
Zu analogen Zeiten arbeitete ich meistens mit Kassetten im Mittelformat, um einfach zwischen Farbe und s/w problemlos und zeitnah hin und her wechseln zu können.
Allerdings nun das große ABER: viele meiner Produktionen fotografierte ich ausschließlich in s/w. Warum? Weil vom Bildinhalt die Farbe nur gestört hätte. Also liegt für mich vieles, wenn nicht alles, am Thema, der jeweiligen Bild Komposition, gefolgt von deren Umsetzung.
Wenn ich demnach vor dem Auslösen nicht ganz genau weiß, was der Inhalt meiner sich anschließenden Arbeit ergeben soll, könnte ein gutes Ergebnis nur mit sehr viel Glück erfolgen. Das trifft noch viel extremer auf s/w als auf Color zu. Das wiederum dürfte an der Unzahl von Farbkombinationen liegen, die einem das menschliche Auge eben bietet. In s/w kann dies dagegen viel ausdrucksvoller in der Verwendung der Abstufungen von Grauwerten erfolgen.
Wer dabei aber auf das umstellen von Farbe auf s/w an der Kamera angewiesen ist, dem dürfte die eigentlich dringend notwendige Erfahrung bei dieser Art von Fotografie (noch) fehlen. Man kann insoweit ohne Zweifel auch von einem dringend notwenigen Lernprozess sprechen, der dem ganzen unbedingt vorausgehen sollte. Man spricht sogar heute insoweit auch noch von fehlender Erfahrung...
Natürlich kann ich bei all dem nur von mir und meiner bevorzugten Arbeitsweise berichten. Jeder sollte aber für sich entscheiden wie er ein Thema angeht, dies umzusetzen gedenkt und welche Vorarbeiten dazu überhaupt notwendig sein könnten.
Ich lege im Vorfeld grundsätzlich immer ganz genau fest, welches Thema ich angehen möchte. Das aller wichtigste dabei: die Wahl des dazu passenden Models. Damit steht und fällt schließlich alles! Ganz oben als nächstes die geeignete Location zu finden. Ich habe in meinem Fundus mindestens 500 verschiedene. Welt weit wohlgemerkt. Diese Aussage verursacht beim einen oder anderen jetzt sicher nur ein Lächeln. Die Kollegen, welche mich schon besucht haben werden diese Aussage bestätigen. Ebenso verfüge ich über etwa 10.000 auf Papier ausgedruckte Bildvorlagen. Vor jedem Shooting stelle ich eine Mappe zusammen, die zum ausschließlich VON MIR gewünschten Posen passen muss und dem Model vor Ort zur Umsetzung vorgelegt wird.
Auf die 20-30 oftmals perfekt wieder gegebene Mimik und Gestik, über die professionelle Models in aller Regel verfügen, lege ich keinen Wert. Warum sollte ich das wiederholen, was Kollegen schon in hoffentlich überzeugender Art wohl mehrmals bereits dokumentiert haben?
Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich bin auch nicht zu blöd einem Model vor Ort zu sagen, was ich erwarte und das Mädel dann einfach "machen lasse". Ich habe stets einen ganz speziellen Ablaufplan, den es allein schon aus finanziellen Gründen (Zeit kostet Geld) und Ergebnis orientiert einzuhalten gilt. Nichts ist nerviger, wenn man nach seiner Arbeit ins Hotel zurück kommt und feststellt wichtige Passagen einfach vergessen zu haben.
Aber noch lange nicht genug. Um ein mich überzeugendes Ergebnis zu erzielen, lege ich großen Wert auf passendes Make-up, Frisuren (keine "up to date" Geschichten, interessiert in spätestens 5 Jahren kein Mensch mehr und führt dann höchstens noch zur allgemeinen Belustigung), ebenso unterstützende (zeitlose!) Accessoires. Diese immer in eine ganz spezielle Richtung gehend. Auch hier gilt: nicht "der letzte Schrei", ich muss keine Regale von Klamotten leeren.
Nur so erreiche ich im Endeffekt diese ZEITLOSIGKEIT, die sich in meiner Arbeit IMMER wieder spiegeln muss. Wer dabei dann von "alt backen" spricht ist selbst schuld. Sein späteres Leben wird ihm auch hierzu ganz bestimmt eines besseren lehren.
Jetzt noch auf spezielle Techniken einzugehen würde den Rahmen wohl endgültig sprengen. Wer weitere Details erfahren möchte, jederzeit gerne.
Zu analogen Zeiten arbeitete ich meistens mit Kassetten im Mittelformat, um einfach zwischen Farbe und s/w problemlos und zeitnah hin und her wechseln zu können.
Allerdings nun das große ABER: viele meiner Produktionen fotografierte ich ausschließlich in s/w. Warum? Weil vom Bildinhalt die Farbe nur gestört hätte. Also liegt für mich vieles, wenn nicht alles, am Thema, der jeweiligen Bild Komposition, gefolgt von deren Umsetzung.
Wenn ich demnach vor dem Auslösen nicht ganz genau weiß, was der Inhalt meiner sich anschließenden Arbeit ergeben soll, könnte ein gutes Ergebnis nur mit sehr viel Glück erfolgen. Das trifft noch viel extremer auf s/w als auf Color zu. Das wiederum dürfte an der Unzahl von Farbkombinationen liegen, die einem das menschliche Auge eben bietet. In s/w kann dies dagegen viel ausdrucksvoller in der Verwendung der Abstufungen von Grauwerten erfolgen.
Wer dabei aber auf das umstellen von Farbe auf s/w an der Kamera angewiesen ist, dem dürfte die eigentlich dringend notwendige Erfahrung bei dieser Art von Fotografie (noch) fehlen. Man kann insoweit ohne Zweifel auch von einem dringend notwenigen Lernprozess sprechen, der dem ganzen unbedingt vorausgehen sollte. Man spricht sogar heute insoweit auch noch von fehlender Erfahrung...
Natürlich kann ich bei all dem nur von mir und meiner bevorzugten Arbeitsweise berichten. Jeder sollte aber für sich entscheiden wie er ein Thema angeht, dies umzusetzen gedenkt und welche Vorarbeiten dazu überhaupt notwendig sein könnten.
Ich lege im Vorfeld grundsätzlich immer ganz genau fest, welches Thema ich angehen möchte. Das aller wichtigste dabei: die Wahl des dazu passenden Models. Damit steht und fällt schließlich alles! Ganz oben als nächstes die geeignete Location zu finden. Ich habe in meinem Fundus mindestens 500 verschiedene. Welt weit wohlgemerkt. Diese Aussage verursacht beim einen oder anderen jetzt sicher nur ein Lächeln. Die Kollegen, welche mich schon besucht haben werden diese Aussage bestätigen. Ebenso verfüge ich über etwa 10.000 auf Papier ausgedruckte Bildvorlagen. Vor jedem Shooting stelle ich eine Mappe zusammen, die zum ausschließlich VON MIR gewünschten Posen passen muss und dem Model vor Ort zur Umsetzung vorgelegt wird.
Auf die 20-30 oftmals perfekt wieder gegebene Mimik und Gestik, über die professionelle Models in aller Regel verfügen, lege ich keinen Wert. Warum sollte ich das wiederholen, was Kollegen schon in hoffentlich überzeugender Art wohl mehrmals bereits dokumentiert haben?
Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich bin auch nicht zu blöd einem Model vor Ort zu sagen, was ich erwarte und das Mädel dann einfach "machen lasse". Ich habe stets einen ganz speziellen Ablaufplan, den es allein schon aus finanziellen Gründen (Zeit kostet Geld) und Ergebnis orientiert einzuhalten gilt. Nichts ist nerviger, wenn man nach seiner Arbeit ins Hotel zurück kommt und feststellt wichtige Passagen einfach vergessen zu haben.
Aber noch lange nicht genug. Um ein mich überzeugendes Ergebnis zu erzielen, lege ich großen Wert auf passendes Make-up, Frisuren (keine "up to date" Geschichten, interessiert in spätestens 5 Jahren kein Mensch mehr und führt dann höchstens noch zur allgemeinen Belustigung), ebenso unterstützende (zeitlose!) Accessoires. Diese immer in eine ganz spezielle Richtung gehend. Auch hier gilt: nicht "der letzte Schrei", ich muss keine Regale von Klamotten leeren.
Nur so erreiche ich im Endeffekt diese ZEITLOSIGKEIT, die sich in meiner Arbeit IMMER wieder spiegeln muss. Wer dabei dann von "alt backen" spricht ist selbst schuld. Sein späteres Leben wird ihm auch hierzu ganz bestimmt eines besseren lehren.
Jetzt noch auf spezielle Techniken einzugehen würde den Rahmen wohl endgültig sprengen. Wer weitere Details erfahren möchte, jederzeit gerne.
#102Report
1 day ago
#102: Danke für die ersten Absätze, der Rest sprengt schon erheblich den Rahmen meiner Fragen. Ob du selbst umwandelst und wie oder nicht, erfährt man dagegen leider nicht. Du empfiehlst Erfahrung dafür, aber welcher Art muss die sein? Für mich hätte solche Darstellung den Rahmen nicht gesprengt.
Aber für die meisten Diskutanten hier offensichtlich schon, die wollen lieber streiten über besser/schlechter. (Und ganz im Sinne des TO.) Die Kompetenzen in Sachen SW dahinter lassen sich leider nur erahnen und scheinen(!) oft nur wenig über das hinauszugehen, was bei anderen unterstellt wird. Ich hätte stattdessen gerne sachlich dazugelernt (auch und gerade was das Sehen betrifft - zur PS-Umwandlung gab's schon vor 15 Jahren ganz gute Erklärungen).
Aber für die meisten Diskutanten hier offensichtlich schon, die wollen lieber streiten über besser/schlechter. (Und ganz im Sinne des TO.) Die Kompetenzen in Sachen SW dahinter lassen sich leider nur erahnen und scheinen(!) oft nur wenig über das hinauszugehen, was bei anderen unterstellt wird. Ich hätte stattdessen gerne sachlich dazugelernt (auch und gerade was das Sehen betrifft - zur PS-Umwandlung gab's schon vor 15 Jahren ganz gute Erklärungen).
#103Report
1 day ago
Norbert Hess schrieb
Der Gegenentwurf dazu käme von Peter Lindbergh, 2016 im Spiegel:
Ich versuche, mir inzwischen - abgesehen natürlich von der Location oder dem Set-Design -, gar nichts mehr vorzustellen und das Foto zu machen, wenn ich da bin. Ich fange einfach an und versuche, interessante Momente während der Vorbereitung zu finden, die spontan entstehen und nicht reproduzierbar sind. Ich mache häufig bis zu zehntausend Fotos am Tag.
Natürlich kann ich bei all dem nur von mir und meiner bevorzugten Arbeitsweise berichten. Jeder sollte aber für sich entscheiden wie er ein Thema angeht, dies umzusetzen gedenkt und welche Vorarbeiten dazu überhaupt notwendig sein könnten.
Der Gegenentwurf dazu käme von Peter Lindbergh, 2016 im Spiegel:
Ich versuche, mir inzwischen - abgesehen natürlich von der Location oder dem Set-Design -, gar nichts mehr vorzustellen und das Foto zu machen, wenn ich da bin. Ich fange einfach an und versuche, interessante Momente während der Vorbereitung zu finden, die spontan entstehen und nicht reproduzierbar sind. Ich mache häufig bis zu zehntausend Fotos am Tag.
#104Report
1 day ago
Bei den hier in # 55 und # 62 / 64 gezeigten Szenen bin ich genau so verfahren, wie von Norbert Hess beschrieben - diese waren von vornherein eben im Retrolook geplant und daher monochrom in s/w bzw. sepia ausgeführt. Die Einstellung erfolgte direkt in der Kamera, es entstanden also ausschließlich monochrome JPEGs. Die Kleidung der Models war auch entsprechend - bei den weiblichen Models in schwarz und schwarz/dunkelbraun, beim männlichen Model in olivgrün. Die Locations hatte ich vorab ausgewählt - teils vor Ort bzw. schon bekannt, teils vorab online und dann kurz zuvor verifiziert, wobei in Tschechien jedenfalls vor 10 Jahren noch überall klassische Häuserzeilen zu finden waren - und idealerweise achtet man darauf, daß vielleicht ein Škoda S100 oder eine Jawa 350, aber keine parkenden SUV und e-Scooter im Bildfeld erscheinen.
Ein nachträglicher Rettungsversuch von ursprünglichen Farbaufnahmen war das also nicht. Denn anders als im Startbeitrag postuliert, habe ich erst gar nicht in RAW fotografiert. Täte man dies, bliebe die nachträgliche Entscheidung hinsichtlich des Farbmanagements offen - allerdings eben mit der Frage, ob der Rettungsversuch durch monochrom dann auch erfolgreich wäre.
Ein nachträglicher Rettungsversuch von ursprünglichen Farbaufnahmen war das also nicht. Denn anders als im Startbeitrag postuliert, habe ich erst gar nicht in RAW fotografiert. Täte man dies, bliebe die nachträgliche Entscheidung hinsichtlich des Farbmanagements offen - allerdings eben mit der Frage, ob der Rettungsversuch durch monochrom dann auch erfolgreich wäre.
#105Report
1 day ago
Chris W. Braunschweiger
Vielleicht war Herr Lindberg gerade deshalb so erfolgreich, weil er genau dieses Weg ging. Vielleicht aber auch Begegnungen mit ganz bestimmten Menschen. Eventuell sollte man Lindbergs Biografie insoweit mal sich zu Gemüte führen.
Wie geschrieben: jeder sollte seinen eigenen Weg finden.
Vielleicht war Herr Lindberg gerade deshalb so erfolgreich, weil er genau dieses Weg ging. Vielleicht aber auch Begegnungen mit ganz bestimmten Menschen. Eventuell sollte man Lindbergs Biografie insoweit mal sich zu Gemüte führen.
Wie geschrieben: jeder sollte seinen eigenen Weg finden.
#106Report
Lichtsieb schrieb: Die schwarz-weiß Fotografie ist doch einfach nur eine (heutzutage) gewollte Reduzierung der Möglichkeiten. Gewollte Reduzierungen von Möglichkeiten, finden sich genauso in der Farbfotografie. Es sind einfach nur Stilmittel!
Für manche mag diese Sicht unqualifizierter Frevel sein. Ich teile sie für mich. Vielleicht weil ich ein Kunstbanause bin? ;-) Am Anfang war man auf S/W beschränkt. Heute ist es nur noch eine freiwillige Entscheidung diese Beschränkung als Stilmittel bildunterstützend einzusetzen.
Ein Motiv funktioniert in S/W ja meistens genau dann besonders gut, wenn Licht und Schatten, Kontraste, Texturen, Formen und Linienführung die Bildwirkung maßgeblich tragen und die Farbe nicht den Mehrwert bietet oder, wenn sie gar eher ablenkt. Ich kann nichts dagegen sagen, wenn man sich bewusst auf die Suche nach solchen Situationen macht und sie von Anfang an schwarz-weiss denkt. Das ist ja ein Ansatz der völlig ok ist.
Sind erst später auf S/W festgelegte Fotos im Vergleich minderwertig? Wer ein Foto handwerklich sauber belichtet und komponiert hat (gute Lichtsetzung, Schärfe, Pose, Kontrast), hat für alles mögliche ein starkes Ausgangsmaterial. Ob dieses Material in Farbe und S/W funktioniert oder nur in einer der beiden Varianten, kann m. E. am Ende auch eine ästhetische Wahl am Bildschirm sein.
Ob man diese Strukturen bereits vor dem Auslösen im Kopf visualisierst oder erst am Monitor beim Sichten der RAW-Datei die Ansicht reift: Dem Endergebnis sieht man den mentalen Prozess im Hintergrund im besten Fall nicht an. Ein gutes Foto wird nicht dadurch 'schlecht' oder 'Zufall', weil die Entscheidung im Post-Processing fiel. Das Foto wird schlecht, wenn es schlecht fotografiert oder schlecht bearbeitet wurde. M. E. hängt die Einstellung dazu womöglich auch stark damit zusammen, ob man generell gerne nur ganz wenig in der Bildbearbeitung machen möchte. Wenn ein Foto von Anfang an in S/W entstanden ist, dann ist der Weg zum Endergebnis natürlich kürzer und es fühlt sich für den Puristen vermutlich ehrlicher an. Andere, die ihr originäres Farbfoto in mehr als 5 Minuten in ein kontrastiges S/W wandeln, werden dann vielleicht auch eher als Fake wahrgenommen. Das kann man so sehen. Ich sehe es nicht so. Letztendlich ist ein S/W Ergebnis ja genauso immer auch stark technisch beeinflusst. Wenn ich einen Ilford Pan 100 einlege habe ich ein komplett anderes S/W Foto als mit einem Adox Silvermax 21. Da hat man einer Bildbearbeitung eben nur schon bei der Filmchemie vorgegriffen. Die 'reine, unverfälschte S/W-Wirklichkeit' als einzige Wahrheit gab es deshalb schon in der analogen Ära nicht und so gibt es sie heute auch nicht in der digitalen S/W-Filmsimulation.
Ich reduziere gerne ein Foto für ein gewisses Ergebnis aber nicht meine Möglichkeiten etwas mit einem Foto zu tun. Und es gibt ja durchaus Fotos, die in in Farbe UND in Schwarz-Weiss jeweils ihre eigene schöne Wirkung erzielen, wo es keine eindeutig überlegene Variante gibt. Muss ich mich zwingend darum bringen? Ist das dann nichts halbes und nichts ganzes? Für mich nicht. Teilweise entscheidet schlicht der Kontext in dem man das Foto zeigt, welche Variante besser geeignet ist. Es ist dann m. E. eine eher mentale Einstellung, wenn man die Wahl von vorneherein festlegen möchte aber ich denke nicht, dass das der einzig wahre Weg für jeden sein muss und die Ergebnisse auf dem anderen Weg per se unterlegen sein müssen. Die Ergebnisse unterscheiden sich wahrscheinlich maßgeblicher durch Talent, Geschick und Erfahrung als durch den Entstehungsprozess an sich.
Beruflich geprägt denke ich i.d.R. in Ergebnissen. Ich habe es schon in der Schule gehasst, wenn Lösungswege vorgegeben waren. Aber es kommt bei Ergebnissen definitiv darauf an, dass sie stimmen. Ob ich beruflich oder aus Hobby rechne, 1+1 sollte am Ende 2 ergeben. 2 halte ich bei S/W-Fotos für ein Ergebnis, das nicht nur keine Farben mehr enthält, sondern auch entsprechende Kontraste etc., durch die S/W überhaupt erst sinnvoll wird. Ansonsten kann man es eben eigentlich auch lassen. Bei Farbe ist es ja nicht anders. Ähnlich schrecklich waren ja z. B. extrem künstlich wirkende HDR-Bearbeitungen, für die sich viele eine Weile begeisterten. Auch bewusst zurückgenommene Farben können mal viel Sinn ergeben, während einfach nur flaue Farben oder ein fieser Farbstich ein Foto in seiner Wirkung auch kaputt machen können.
#107Report
1 day ago
# 104 Es gibt ein hervorragendes Lindbergh-Porträt von Gero von Boehm: THE EYE. Hab ich nun schon mindestens 5 mal angeschaut (DVD, klar). Am Ende des Films bei mir immer: gute Laune.
Denn Herr Brodbeck (Geburtsname * 1944) war nicht nur ein großartiger Fotograf, sondern auch ein Lebenskünstler! Seine Begeisterung für seine Kunst steckt einfach an. Und natürlich hat er, wie die meisten von uns, analog begonnen. Da war noch nichts mit 10.000 Fotos am Tag. Klappte trotzdem mit seiner Karriere. ;-)
Weil er nicht nur ein gutes Auge hatte und stets eine wunderbare Chemie zu seinen Models herstellte – sondern auch sehr clever war – wechselte er ganz geschmeidig zu digital. Und nutzte alle Vorteile. Das Shooten im Burstmodus, das man in der Doku gut beobachten kann, erklärt sich für mich aus 4 Faktoren:
– oft sehr bewegte Motive
– Absicherung
– größtmögliche Auswahl in der Post
... und vor allem
– Spitzen-Tagessatz und teure Models. Da MUSS man liefern.
Leider starb er viel zu früh in 2019 im Alter von 74 Jahren.
Hat noch bis zum letzten Jahr gearbeitet. Mit größtem Vergnügen. Ein Vorbild! R.I.P.
Denn Herr Brodbeck (Geburtsname * 1944) war nicht nur ein großartiger Fotograf, sondern auch ein Lebenskünstler! Seine Begeisterung für seine Kunst steckt einfach an. Und natürlich hat er, wie die meisten von uns, analog begonnen. Da war noch nichts mit 10.000 Fotos am Tag. Klappte trotzdem mit seiner Karriere. ;-)
Weil er nicht nur ein gutes Auge hatte und stets eine wunderbare Chemie zu seinen Models herstellte – sondern auch sehr clever war – wechselte er ganz geschmeidig zu digital. Und nutzte alle Vorteile. Das Shooten im Burstmodus, das man in der Doku gut beobachten kann, erklärt sich für mich aus 4 Faktoren:
– oft sehr bewegte Motive
– Absicherung
– größtmögliche Auswahl in der Post
... und vor allem
– Spitzen-Tagessatz und teure Models. Da MUSS man liefern.
Leider starb er viel zu früh in 2019 im Alter von 74 Jahren.
Hat noch bis zum letzten Jahr gearbeitet. Mit größtem Vergnügen. Ein Vorbild! R.I.P.
#108Report
1 day ago
THE EYE (2015) wurde damals in der Hypo Kunsthalle verkauft, ursprünglich Teil der Reihe "Deutschland – Deine Künstler".
Von "Peter Lindbergh - un portrait" des unerträglichen französischen Selbstdarstellers Jean-Michel Vecchiet kann ich nur abraten. Eine der schlechtesten Dokus, die ich je gesehen habe, ein ärgerlicher Schnittsalat!
Von "Peter Lindbergh - un portrait" des unerträglichen französischen Selbstdarstellers Jean-Michel Vecchiet kann ich nur abraten. Eine der schlechtesten Dokus, die ich je gesehen habe, ein ärgerlicher Schnittsalat!
#109Report
1 day ago
Martin Walltree (@chilloutfotografie)
"Das Foto wird schlecht, wenn es schlecht fotografiert oder schlecht bearbeitet wurde".
zumindest den letzten Teil deiner Aussage sehe ich völlig anders. Ich gehe davon aus, dass die Grundvoraussetzung für ein "gutes" Foto einfach schon mal in der technischen Umsetzung liegen muss. Das ist eben die Grundvoraussetzung.
Wenn in der Formel1 die Kiste heute nur auf 5 anstatt auf 6 Zylindern läuft, kann kein Pilot der Welt das Rennen gewinnen.
Ein "gutes" Foto wird es meines Erachtens erst dann, wenn ich etwas heraus lesen, wenn es mir eine Geschichte erzählen kann. Übrigens völlig egal insoweit, ob es sich um ein simples Portrait oder einer Szene mit einem gewissen Potential, das über den abgebildeten Menschen hinaus geht, beinhaltet.
Bleiben wir mal bei dieser Rennfahrer Szene. Da muss eben zur portraitierten Person noch der Bolide dazu kommen, nach Möglichkeit eingehüllt auf einem ganz bestimmten und bekannten Streckenabschnitt.
Diese Komposition ist es, die mich animiert eine Geschichte zu erzählen. Ich würde niemals den Verstappen oder sonstigen Piloten an einem x-beliebigen PKW und das Ganze dann womöglich noch auf einem Parkplatz von ALDI ablichten.
"Das Foto wird schlecht, wenn es schlecht fotografiert oder schlecht bearbeitet wurde".
zumindest den letzten Teil deiner Aussage sehe ich völlig anders. Ich gehe davon aus, dass die Grundvoraussetzung für ein "gutes" Foto einfach schon mal in der technischen Umsetzung liegen muss. Das ist eben die Grundvoraussetzung.
Wenn in der Formel1 die Kiste heute nur auf 5 anstatt auf 6 Zylindern läuft, kann kein Pilot der Welt das Rennen gewinnen.
Ein "gutes" Foto wird es meines Erachtens erst dann, wenn ich etwas heraus lesen, wenn es mir eine Geschichte erzählen kann. Übrigens völlig egal insoweit, ob es sich um ein simples Portrait oder einer Szene mit einem gewissen Potential, das über den abgebildeten Menschen hinaus geht, beinhaltet.
Bleiben wir mal bei dieser Rennfahrer Szene. Da muss eben zur portraitierten Person noch der Bolide dazu kommen, nach Möglichkeit eingehüllt auf einem ganz bestimmten und bekannten Streckenabschnitt.
Diese Komposition ist es, die mich animiert eine Geschichte zu erzählen. Ich würde niemals den Verstappen oder sonstigen Piloten an einem x-beliebigen PKW und das Ganze dann womöglich noch auf einem Parkplatz von ALDI ablichten.
#110Report
1 day ago
Marcello Rubini
"ob du selbst umwandelst und wie oder nicht"
Ich gehe mal davon aus, du meinst hier die technische Seite, oder?
Ich hatte schon zu analogen Zeiten meinen "Dunkelkammer Experten". So konnte ich um diese Chemikalienbuden glücklicherweise stets einen großen Bogen machen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich kannte mich aber mit den technischen Feinheiten dabei sehr wohl aus. Heute habe ich (glücklicherweise) meinen festen Bildbearbeiter. Er kennt mein (fotografisches) Innenleben wie mein behandelnden Ärzte meinen Körper. Das sollte auf beiden Ebenen so sein.
"Du empfiehlst Erfahrung, aber welcher Art muss die sein?"
Zum einen Berufserfahrung, außerdem ein gewisses Talent. Anfangs musste ich zu analogen Zeiten natürlich auch mit Belichtungsmesser und Graukarte arbeiten. Mit der Zeit war das aber völlig überflüssig. Diese dabei immer wieder gemachten Erfahrungen lehrten mich zu wissen, mit welchen Werten ich zu arbeiten hatte.
Hat man allerdings kein Talent für etwas, nutzen sämtliche technischen Fertigkeiten herzlich wenig, um ein brauchbares Foto zu erstellen. Ich hoffe damit nicht dem einen oder anderen hier jetzt ans Bein gepinkelt zu haben.
Richtige Kunst Experten sagen dir schon, was sie von einer bestimmten Arbeit halten und können ihre Einschätzung insoweit in aller Regel auch überzeugend begründen.
"ob du selbst umwandelst und wie oder nicht"
Ich gehe mal davon aus, du meinst hier die technische Seite, oder?
Ich hatte schon zu analogen Zeiten meinen "Dunkelkammer Experten". So konnte ich um diese Chemikalienbuden glücklicherweise stets einen großen Bogen machen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich kannte mich aber mit den technischen Feinheiten dabei sehr wohl aus. Heute habe ich (glücklicherweise) meinen festen Bildbearbeiter. Er kennt mein (fotografisches) Innenleben wie mein behandelnden Ärzte meinen Körper. Das sollte auf beiden Ebenen so sein.
"Du empfiehlst Erfahrung, aber welcher Art muss die sein?"
Zum einen Berufserfahrung, außerdem ein gewisses Talent. Anfangs musste ich zu analogen Zeiten natürlich auch mit Belichtungsmesser und Graukarte arbeiten. Mit der Zeit war das aber völlig überflüssig. Diese dabei immer wieder gemachten Erfahrungen lehrten mich zu wissen, mit welchen Werten ich zu arbeiten hatte.
Hat man allerdings kein Talent für etwas, nutzen sämtliche technischen Fertigkeiten herzlich wenig, um ein brauchbares Foto zu erstellen. Ich hoffe damit nicht dem einen oder anderen hier jetzt ans Bein gepinkelt zu haben.
Richtige Kunst Experten sagen dir schon, was sie von einer bestimmten Arbeit halten und können ihre Einschätzung insoweit in aller Regel auch überzeugend begründen.
#111Report
1 day ago
PetersPhotos ... vielleicht meinst du das ?
https://www.youtube.com/watch?v=UADOYRGGIp4
Um den Bogen aber nochmal zu schliessen: Ich denke, seine s/w Umsetzung war ein ebenso wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Ich vermute, er hat die Bearbeitung am Computer nicht selber gemacht und es wäre wirklich mal interessant, welcher Mitarbeiter dies eigentlich getan hat. Heute würde man vielleicht den Retoucher mehr würdigen.
https://www.youtube.com/watch?v=UADOYRGGIp4
Um den Bogen aber nochmal zu schliessen: Ich denke, seine s/w Umsetzung war ein ebenso wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Ich vermute, er hat die Bearbeitung am Computer nicht selber gemacht und es wäre wirklich mal interessant, welcher Mitarbeiter dies eigentlich getan hat. Heute würde man vielleicht den Retoucher mehr würdigen.
#112Report
23 hours ago
Norbert Hess schrieb: Das Foto wird schlecht, wenn es schlecht fotografiert oder schlecht bearbeitet wurde.
zumindest den letzten Teil deiner Aussage sehe ich völlig anders. Ich gehe davon aus, dass die Grundvoraussetzung für ein gutes Foto einfach schon mal in der technischen Umsetzung liegen muss. Das ist eben die Grundvoraussetzung.
Das ist, glaube ich, nur ein Missverständnis. Mein „oder“ meinte hier gar nicht, aus einem schlechten Rohfoto durch Bearbeitung ein gutes zu machen – sondern dass man umgekehrt ein gutes Foto durch eine gruselige Bearbeitung rückwirkend immer noch verhunzen kann (man denke an die extremen HDR-Verirrungen der 2000er).
Auch wenn ich weiß wie Du es meinst, sehe ich es, bei allem Respekt vor Deiner fotografischen Expertise, dennoch teilweise anders und führe meine kurze Klarstellung somit sicher gleich wieder wortreich ad absurdum. :-D Denn es ist manchmal eben auch eine Frage des Niveaus auf dem man sich bewegen kann und welche Ausrüstung man dabei dann zur Verfügung hat. Manchmal ist es auch einfach ein kurzer Moment Pech. Manchmal muss man dann „aus Sch... Gold machen“. Das liegt nicht immer am mangelnden Talent des Fotografen, sondern auch an den technischen Grenzen des verfügbaren Materials.
Anfang der 2000er gab es – anders als bei analogen Einsteiger-Kameras wie der EOS 500N – im DSLR-Bereich noch kein wirklich preiswertes Segment. So eine EOS 10D mit geeigneten Objektiven haute finanziell schon ordentlich rein. Als ambitionierter Amateur kaufte ich mir daher zwecks leichterer digitaler Fotonutzung die Minolta DiMAGE A1, die damals eines der Flaggschiffe im Segment der sog. Bridge-Kamera für ambitionierte Amateure war. Vermeintlich war das ein Wunderwerk der Technik mit Antishock und einem sinnvollen Brennweitenbereich bei guter Lichtstärke. Damals wurde in Tests sogar die Bildqualität gelobt. In VGA-Auflösung waren die Ergebnisse damals aus den 5 Megapixeln dann ja auch ganz ok. Aus heutiger Sicht ist die Bildqualität allerdings erschreckend, ganz anders als Fotos aus einer 10D oder 300D, mit denen man auch heute noch viel anfangen kann. Erst heutige Auflösungen auf 4K Monitoren zeigen ja Fehler, von denen die meisten auf ihren üblichen 10x15 Abzügen früher noch nie etwas gesehen haben. Mir ist in den 90ern nicht aufgefallen, dass ich ein komplett dezentriertes Objektiv hatte. Das wurde mir erst klar, als ich um 2005 mit einem DiMAGE Scan Dual IV begann alle Negative einzuscannen. Aber damals waren dezentrierte Objektive gar nicht so selten, denn viele bemerkten das nicht. Die Technik stand dem guten Ergebnis offenbar schlicht im Weg aber mehr war trotz des nicht ganz billigen Preises auf diesem Niveau einfach nicht Stand der Technik. Leider konnte man bei unscharfen Bildteilen durch Dezentrierung auch durch EBV nicht viel retten. KI mag da heute einiges ändern.
Als ich 2005 mal den direkten Vergleich zu unbearbeiteten Fotos aus einer EOS 10D in der Praxis sah fuhr ich am nächsten Tag zu Foto Koch und stieg auf eine 350D mit geeigneten Objektiven um. Für mich fühlte sich die A1 danach wie Fotografie durch ein Nudelsieb an. Eine bessere Kamera macht also sicher nie automatisch bessere Bilder aber eine schlechtere kann durchaus zu schlechteren Bildern führen und dann hat man nur EBV als Chance daraus noch etwas vorzeigbares zu machen. Der Unterschied von heutigen Fotos aus meiner R6 Mk2 zu denen aus der EOS 50D vor 20 Jahren, ist dagegen fast unerheblich. Wenn ich heute ein Bild aus der A1-Zeit zeigen möchte, muss ich massiv per Bildbearbeitung schrauben, um die technische Schwäche nachträglich auszugleichen – auch wenn damals handwerklich von mir nicht unbedingt so viel falsch gemacht wurde. EBV muss in solchen Fällen retten, was zu retten ist und dann hast Du eben das halbwegs gute Foto erst nach der Bearbeitung, weil es out of the cam so leider nicht zu gewinnen ist. Und manchmal kommt das bei vielen eben auch heute noch vor. Dann hast Du 20 Fotos gemacht und eins davon hast Du technisch etwas verhauen. Im rasch wechselnden Sonne-Wolken-Mix war es gerade mal den einen Wimpernschlag zu dunkel, Mist. Aber das ist eigentlich das beste Foto aus der Serie (Murphy's Law). Worauf kommt es dann an? Aus Prinzip eines von den 19 ehrlichen nehmen oder schauen, ob Du das 1 aus dem RAW mit Tiefen hochziehen und entrauschen etc. noch retten und in etwa auf den Stand der 19 anderen bringen kannst? Wenn das Endergebnis dann halt erst nach EBV gut ist, muss man sich dann als Schummler und Nichtskönner fühlen, nur weil man 1 Stunde an dem Foto am PC geschraubt und das Foto gerettet hat?
Schon das Filmmaterial legte durch seine chemische Emulsion fest, was wir heute digital regeln: Silberkristalle bestimmten Kontrast und Korn, Farbstoffsensibilisierungen wirkten wie der Kanalmixer für Graustufen. Wer den Film wählte, bestimmte den Look – lange vor der Dunkelkammer.
Tatsächlich beeinflusst ja bereits die chemische Emulsion des unentwickelten Films das, was wir heute z. B. im RAW-Konverter regeln können. Größe und Struktur der Silberkristalle legte ganz maßgeblich Kontrast, Schärfe und Korn des späteren Fotos fest. Farbstoff-Sensibilisierungen entschieden darüber, wie einzelne Farben in Graustufen übersetzt wurden. Heute mache ich das im Kanalmixer und manche Tools bieten gar direkt diverse klassische Filmlooks als auswählbares Preset an oder schon die Kamera bietet die Filmsimulation (da ist Fujifilm ja ganz berühmt). Schon die chemische Wahl und Zusammensetzung des Films lieferte also fundamental verschiedene „Farb- und Tonwertprofile“ und so gab es DAS EINE quasi natürlich produzierte S/W eigentlich auch nie. Wer einen Film wählte, bestimmte bereits dadurch technisch ganz stark den Look des Fotos, lange vor dem Dunkelkammer-Prozess und ganz ähnlich dem was wir heute mit dem RAW im Kanalmixer regeln können. Nur heute müssen wir uns nicht vorher auf nur einen Film(look) festlegen, der ja auch über einen ganzen analogen Film hinweg vielleicht nich die ganze Zeit der Beste war. Die heutige Flexibilität hat also durchaus auch Vorteile.
Alles in allem ist der Verlauf hier aber doch ganz interessant. Denn die Diskussion hat sich jetzt vor allem hin zur Betrachtung zweier Extreme entwickelt: Auf der einen Seite die High-End-Elite, die das perfekte S/W blind oder im Schlaf auf Top-Niveau aus dem Ärmel schüttelt und einen in Jahrzehnten gewonnenen Erfahrungsschatz weiterzugeben hat und auf der anderen Seite der eigentlich unambitionierte und unbedarfte Flauknipser, der mit Verbesserungsvorschlägen zu seinen kontrastlos-flauen Ton-in-Ton-Ergebnissen bitte aber nicht behelligt werden will oder soll. Dabei, so vermute ich, stümpern, schrauben oder brillieren (gerne auch mal von Foto zu Foto jeweils abwechselnd) die meisten - inkl. mir selbst - irgendwo dazwischen und haben ein gewisses Geschick mal besseres und mal etwas weniger gutes in S/W oder Farbe zu erzeugen. Man ist nicht als Meister vom Himmel gefallen oder keiner geworden aber erkennt durchaus was nun wirklich nicht gut gelungen ist und warum. Und man ist auch in der Lage wirklich gelungenes wertzuschätzen und weiß auch da warum. Also viele sind wohl in etwa also die Einäugigen unter den blinden Fotografen unterwegs und das passt ja auch, denn meistens hat man beim Knipsen ja ein Auge zu. ;-)
#113Report
22 hours ago
Lichtsieb #100
"Es ist meiner Meinung nach mehr Gefühlssache, als eine technische Frage, ob ein Bild Zufriedenheit erzeugt oder nicht."
Exakt. Das ist allerings völlig irritierend für selbsternannte Fachleute, welche anderen gerne ungefragt ihre "Expertise" näher bringen wollen. Bei mir nebenan ist eine grosse Galerie mit Skulpturengarten. Da habe ich noch nie erlebt, dass man ein Bild, egal ob Gemälde oder Foto, gekauft hat, weil es technisch oder handewerklich so toll ist. Entweder es gefällt einem, oder eben nicht.
"Es ist meiner Meinung nach mehr Gefühlssache, als eine technische Frage, ob ein Bild Zufriedenheit erzeugt oder nicht."
Exakt. Das ist allerings völlig irritierend für selbsternannte Fachleute, welche anderen gerne ungefragt ihre "Expertise" näher bringen wollen. Bei mir nebenan ist eine grosse Galerie mit Skulpturengarten. Da habe ich noch nie erlebt, dass man ein Bild, egal ob Gemälde oder Foto, gekauft hat, weil es technisch oder handewerklich so toll ist. Entweder es gefällt einem, oder eben nicht.
#114Report
22 hours ago
@ Martin Walltree
Genau wie Du es beschreibst, sehe auch ich mich beim "irgendwo dazwischen".
Bekommt man aber das Gefühl aufgedrückt, man gehöre zu den "unambitionierten Flauknipsern", so erzeugt dies den hier zutage geförderten Widerstand.
Denn anstatt anzuerkennen, daß sich hier 80% im "irgendwo dazwischen" befinden, wird suggeriert, als gäbe es nicht 10, sondern 50% "Flauknipser".
Warum also werden diese 10% überhaupt beharkt, wo doch manche zur "High-End-Elite" und viele zum "irgendwo dazwischen" gehören ? Anstatt die doch sehenwerten 90% der Bilder zu betrachten, werden diese restlichen mißlungenen 10% (oder vielleicht sogar nur 3% ?) immer wieder thematisiert ... jedoch ist auch dies wieder Ansichtssache und es gibt bestimmt jemanden, der 50 oder gar 70% der hier hochgeladenen Bilder zu Schrott erklärt.
Dabei, so vermute ich, stümpern, schrauben oder brillieren (gerne auch mal von Foto zu Foto jeweils abwechselnd) die meisten - inkl. mir selbst - irgendwo dazwischen und haben ein gewisses Geschick mal besseres und mal etwas weniger gutes in S/W oder Farbe zu erzeugen.
...
der eigentlich unambitionierte und unbedarfte Flauknipser, der mit Verbesserungsvorschlägen zu seinen kontrastlos-flauen Ton-in-Ton-Ergebnissen bitte aber nicht behelligt werden will oder soll.
Genau wie Du es beschreibst, sehe auch ich mich beim "irgendwo dazwischen".
Bekommt man aber das Gefühl aufgedrückt, man gehöre zu den "unambitionierten Flauknipsern", so erzeugt dies den hier zutage geförderten Widerstand.
Denn anstatt anzuerkennen, daß sich hier 80% im "irgendwo dazwischen" befinden, wird suggeriert, als gäbe es nicht 10, sondern 50% "Flauknipser".
Warum also werden diese 10% überhaupt beharkt, wo doch manche zur "High-End-Elite" und viele zum "irgendwo dazwischen" gehören ? Anstatt die doch sehenwerten 90% der Bilder zu betrachten, werden diese restlichen mißlungenen 10% (oder vielleicht sogar nur 3% ?) immer wieder thematisiert ... jedoch ist auch dies wieder Ansichtssache und es gibt bestimmt jemanden, der 50 oder gar 70% der hier hochgeladenen Bilder zu Schrott erklärt.
#115Report
22 hours ago
Chris W. Braunschweiger. JA, genau, Danke für den Lindbergh-Link – auch im Namen der vielen (?) Interessierten hier, die mal einem Meister auf die Finger (und in die Augen) schauen wollen, der die Modefotografie maßgeblich mitgeprägt hat. ca. 3/4 in SW und 1/4 in Farbe.
Aber Vorsicht: könnte den Horizont erweitern! ;-))
Frage nun an Chris: Hast du das Video komplett angesehen?
Aber Vorsicht: könnte den Horizont erweitern! ;-))
Frage nun an Chris: Hast du das Video komplett angesehen?
#116Report
21 hours ago
eckisfotos schrieb: Es ist für mich - genau wie für den TO - offensichtlich, dass in vielen Fällen die Umwandlung in SW genutzt wird, um ein Foto zu "retten". Ich habe das auch schon gemacht und es gelingt nicht immer. Wenn es gelingt, dann finde ich das ok. Wenn nicht, dann ist es peinlich, ein solches Bild mit Hinweis auf SW "schönzureden".
Genau so habe ich das auch lange gesehen und gemacht. Egal ob Portraits oder Architektur etc. Aber nicht alles endet als schlechte Notlösung. Manches wird in S/W wirklich gut. Kann es dann nicht sogar sein, dass man da gar nicht immer nur etwas "gerettet" hat? Der erfahrene S/W-Fotograf hätte bei unserem "verunglückten" Foto vielleicht einfach sofort gesehen: "Das muss S/W!". Manches für Farbe problematische Foto ist am Ende gar kein verunglücktes Farbfoto, das dann irgendwie in S/W zu retten wäre. Es ist vielleicht einfach nur ein Foto, das von Anfang an ein S/W-Foto hat werden sollen. Der Eine sieht das schon direkt vor Ort. Dem Andern wird es erst zu Hause klar. Und dem, dem es erst zu Hause klar wurde, dem wird es irgendwann aus Erfahrung dann vielleicht auch vor Ort klar oder er beginnt es oft zu ahnen. Und wenn man mag, zieht man irgendwann los und sucht gezielt diese Situationen. Vielleicht waren das ja nicht alles immer nur Farbunfälle, sondern noch unbewusst gemachte, prädestinierte S/W-Fotos.
Bei mir ist es so, dass ich analog nie in S/W fotografiert hatte. Ich bin in den 80ern groß geworden. Mir gefiel Fortschritt und modernes: Star Trek The Next Generation statt Kirk, Stereo, digitaler CD-Klang, Farb- und Satellitenfernsehen, Homecomputer. Warum sollte ich denn noch altmodisch wie mein Opa in S/W fotografieren, dachte ich? :-D Mir fehlte so natürlich die Erfahrung. Erst in der digitalen Bearbeitung Ende der 1990er fand ich es dann interessanter auch einfach einmal die Eigenschaften der S/W-Option zu nutzen und das nicht nur als eine altmodische technische Limitierung zu sehen. Bevor ich das tat, habe ich mich in manchen Situationen tatsächlich gar nicht erst getraut sie in Farbe zu fotografieren. Da fehlte ggf. einfach nur die Kategorie: Fotos die in Farbe funktionieren, Foto die in S/W funktionieren und Fotos die einfach gar nicht funktionieren (wie schwarzer Adler auf schwarzem Grund im dunkeln ;-) ). Ich kannte nur funktioniert / funktioniert nicht. S/W fehlte. Der Weg vom Retten eines aus bestimmten Gründen misslungenen Farbfotos zum bewussten S/W ist, wenn man darauf aufmerksam wird, vielleicht kürzer als man denkt, wenn man es sich bewusst macht.
#117Report
21 hours ago
SEE Knipsbildner schrieb: Genau wie Du es beschreibst, sehe auch ich mich beim "irgendwo dazwischen".
Bekommt man aber das Gefühl aufgedrückt, man gehöre zu den "unambitionierten Flauknipsern", so erzeugt dies den hier zutage geförderten Widerstand.
Denn anstatt anzuerkennen, daß sich hier 80% im "irgendwo dazwischen" befinden, wird suggeriert, als gäbe es nicht 10, sondern 50% "Flauknipser".
Ich fürchte, Peter hat das schon direkt einleitend erklärt "Ich provoziere jetzt mal ein bisschen" ;-) Und letztendlich ist das ja ein Stilmittel, dass wir doch alle gern mal nutzen, wenn uns einmal etwas stinkt. Fahren wir Auto und drei Leute kommen uns innerhalb 20 Minuten ein bisschen blöd in die Quere, beklagen wir uns "Man was stimmt denn heute mit den Leuten nicht?", obwohl wir in der Zeit auch 500 ganz normal fahrende Menschen passiert haben und es nur ein sehr kleiner Teil war, der quer schoss.
Warum also werden diese 10% überhaupt beharkt, wo doch manche zur "High-End-Elite" und viele zum "irgendwo dazwischen" gehören ? Anstatt die doch sehenwerten 90% der Bilder zu betrachten, werden diese restlichen mißlungenen 10% (oder vielleicht sogar nur 3% ?) immer wieder thematisiert ... jedoch ist auch dies wieder Ansichtssache und es gibt bestimmt jemanden, der 50 oder gar 70% der hier hochgeladenen Bilder zu Schrott erklärt.
Ja, da hast Du sicherlich Recht. Die Guten zu feiern reicht oft auch, um ein Signal zu setzen und den Anreiz besser zu werden. Man muss ohnehin niemanden fies kritisieren. Den meisten Menschen reicht ja ein negatives Erlebnis um 9 positive zu schmälern. Und so ist das hier wohl auch. Ich hatte hier gestern auch einmal meine Antipathie gegenüber den von mir sogenannten "Polochportraits an Glasdildo" thematisiert. Wenn ich davon heute eins sehe, vorletzte Woche und vor zwei Monaten eins gesehen habe, dann thematisiere ich die sicher auch stark überrepräsentiert, zumal wenn eins oder gar alle dann wegen der MK Regeln sogar noch irgendwann rausgenommen werden. Dabei gibt es hier täglich 12,13,14 Seiten ganz andere Fotos. Aber so sind wir Menschen eben oft, fokussieren mehr auf die negativen Ausnahmen, die uns gerade irgendwie beschäftigen. Grundsätzlich finde ich es eigentlich ganz angenehm, dass es unter Fotos hier alles in allem recht zahm zugeht und es tatsächlich immer noch täglich wirklich sehr gute Fotos hier gibt, so dass sich das durchklicken lohnt.
#118Report
18 hours ago
@ Martin Walltree
Dieses Thema begann am Freitagmittag - daher habe ich jetzt die Bilder vom Donnerstag 20.8.2026 angeschaut und wenn ich nichts übersehen habe, gab es an diesem Tag etwa 60 Schwarzweißbilder. Im Eingangsbeitrag heißt es, daß die Hälfte davon technisch/gestalterisch minderwertig sei - das wären dann immerhin 30 Bilder von diesem Tag. Tatsächlich waren es allenfalls 3, die ich jetzt nicht so überzeugend fand - statt 50% also gerade mal 5% !
Aber wenn man daneben 5 Bildbände von Topfotografen durchblättert, dann wirken wohl 30 statt nur 3 Bilder als defizitär.
Dieses Thema begann am Freitagmittag - daher habe ich jetzt die Bilder vom Donnerstag 20.8.2026 angeschaut und wenn ich nichts übersehen habe, gab es an diesem Tag etwa 60 Schwarzweißbilder. Im Eingangsbeitrag heißt es, daß die Hälfte davon technisch/gestalterisch minderwertig sei - das wären dann immerhin 30 Bilder von diesem Tag. Tatsächlich waren es allenfalls 3, die ich jetzt nicht so überzeugend fand - statt 50% also gerade mal 5% !
Aber wenn man daneben 5 Bildbände von Topfotografen durchblättert, dann wirken wohl 30 statt nur 3 Bilder als defizitär.
#119Report
17 hours ago
Danke für die vielen Beiträge, insbesondere die, die über das Bashing der mittelmäßigen MK-Bilder hinausgehen!
Ich denke, ein gutes Bild muss in allen Details eine Message haben. Menschliche Haut hat wenig Sättigung (Lippen und Augen sind eine Ausnahme). Des halb überdeckt Farbe in Portraits leicht den Menschen. In der Modefotografie macht man sich das zu Nutze: man nimmt eine riesige Lichtquelle, so dass neben der Hautfarbe auch die Konturen des Gesichts verschwinden, und übrig bleibt ein Model als hübscher Kleiderständer.
Ein gut ausgelichtetes SW-Portrait betont dagegen genau die Gesichtskonturen, die dann oft auch über weniger schmeichelhafte Details wie Falten etc dominieren. Es hat auch etwas zeitloses, was insbesondere bei Aktfotografie wichtig ist. Bei der Umwandlung von Farb-Raw-Bildern in SW kann man genau über das Luminanzverhältnis der Rot/Orange/Gelbtöne die Körber- oder Gesichtskonturen einstellen. Deshalb macht auch bei SW-Bildern ein Farbsensor Sinn - Leica-Monochrom-Jüngern zum Trotz.
Ich denke, ein gutes Bild muss in allen Details eine Message haben. Menschliche Haut hat wenig Sättigung (Lippen und Augen sind eine Ausnahme). Des halb überdeckt Farbe in Portraits leicht den Menschen. In der Modefotografie macht man sich das zu Nutze: man nimmt eine riesige Lichtquelle, so dass neben der Hautfarbe auch die Konturen des Gesichts verschwinden, und übrig bleibt ein Model als hübscher Kleiderständer.
Ein gut ausgelichtetes SW-Portrait betont dagegen genau die Gesichtskonturen, die dann oft auch über weniger schmeichelhafte Details wie Falten etc dominieren. Es hat auch etwas zeitloses, was insbesondere bei Aktfotografie wichtig ist. Bei der Umwandlung von Farb-Raw-Bildern in SW kann man genau über das Luminanzverhältnis der Rot/Orange/Gelbtöne die Körber- oder Gesichtskonturen einstellen. Deshalb macht auch bei SW-Bildern ein Farbsensor Sinn - Leica-Monochrom-Jüngern zum Trotz.
#120Report
Topic has been closed










2. Marcello Rubini: Die "Verteidigung" der SW-Fotografie artet hier sehr wohl dahingehend aus, dass die Farbfotografie als die "wahre Kunst" hingestellt wird. Da bin ich mit dem TO einig. Es ist eben eine "gewollte Reduzierung der Möglichkeiten". Wie ich schon schrieb: Alle diese Möglichkeiten lassen sich auch in der Farbfotografie nutzen.
3. Es ist für mich - genau wie für den TO - offensichtlich, dass in vielen Fällen die Umwandlung in SW genutzt wird, um ein Foto zu "retten". Ich habe das auch schon gemacht und es gelingt nicht immer. Wenn es gelingt, dann finde ich das ok. Wenn nicht, dann ist es peinlich, ein solches Bild mit Hinweis auf SW "schönzureden".