Warum tappen noch so viele in die Schwarz-Weiß-Falle? 178

SEE Knipsbildner schrieb:
Dieses Thema begann am Freitagmittag - daher habe ich jetzt die Bilder vom Donnerstag 20.8.2026 angeschaut und wenn ich nichts übersehen habe, gab es an diesem Tag etwa 60 Schwarzweißbilder. Im Eingangsbeitrag heißt es, daß die Hälfte davon technisch/gestalterisch minderwertig sei - das wären dann immerhin 30 Bilder von diesem Tag. Tatsächlich waren es allenfalls 3, die ich jetzt nicht so überzeugend fand - statt 50% also gerade mal 5% !


Für den 20.8. würde ich Dir nach Durchsicht zustimmen. Ich komme tatsächlich auch auf 3, die ich wirklich unnötig und als so richtig nichtssagend empfinde. Aber ich bin an sich auch eher gnädig und möchte beim Liken und kommentieren auch jedem immer auf seinem Niveau begegnen, solange ich das Gefühl habe, dass sich da jemand Mühe gibt. Es wäre ja blöd, wenn ich nur ab Newton-Niveau aufwärts like oder mal lobend kommentiere. Es gibt eben viele, die - wie ich - nicht Newton sind aber trotzdem ein tolles Foto gemacht haben. Vielleicht mit Schwächen aber dafür trotzdem toll.

Aber Geschmäcker sind bekanntlich ja auch noch verschieden und so mögen andere das anders sehen. Vermutlich wächst die Genervtheit bei so einem Thema mit der Zeit und dann reicht an einem Tag das eine Foto, das das Fass zum Überlaufen bringt. Dabei ist es die große Ausnahme und für sich diese Meinungseruption nicht wert. Aber am Ende ist das Forum dadurch nicht ganz tot und es ist ja auch wahrlich nicht der schlechteste und böseste Thread der letzten Wochen geworden. ;-)
#121Report
4 days ago
@ Martin Walltree
Danke, und ja - zumindest teilweise war dieses Thema doch erhellend, wobei mir gerade in Betrachtung der uploads vom 20.8.2026 auffiel, daß der goldene Schnitt doch in etwa zur Anwendung kommt. Übrigens sehr gut auch Dein gerade gestartetes Thema zu Bildbänden, wobei meine Personenfotobücher zumeist schon etwa 10 Jahre und älter sind.
#122Report
4 days ago
Die Frage, warum so viele in eine Falle tappen, ist eigentlich recht einfach zu beantworten. Das kann man auch an diesem Thread sehen: Viele Menschen betrachten einen Sachverhalt nur aus einem - oft rein emotionalen -Blickwinkel und plappern nach, was andere vorgeben. Glücklicherweise entwickelt sich vieles weiter, denn sonst würden wir uns mit Pferdekutschen fortbewegen und Höhlenzeichnungen anfertigen (natürlich SW). Ja, man kann Spaß an Dampfzügen haben und gerne Reiten gehen und sich auch mit Begeisterung an einfachen Dingen wie Lagerfeuerromantik erfreuen. Mit der oft überzogen gepriesenen Weiterentwicklung hat es nichts zu tun.
#123Report
4 days ago
Technische Weiterentwicklung in der Kunst, verdrängt alte Techniken eigentlich nicht, sondern erweitert nur die Möglichkeiten nach oben.
Würden neue Techniken die alten Techniken verdrängen, würde ja längst niemand mehr Bilder malen oder Skulpturen aus Stein meißeln, sondern nur noch fotografieren oder 3d-drucken.
Ich persönlich hab deshalb auch nicht so große Befürchtungen was KI anbelangt (bezogen auf die Kunst).
#124Report
4 days ago
@ Lichtsieb

Würden neue Techniken die alten Techniken verdrängen, würde ja längst niemand mehr Bilder malen oder Skulpturen aus Stein meißeln, sondern nur noch fotografieren oder 3d-drucken.

Dazu sah ich gestern noch einen kurzen Fernsehbericht über eine junge Frau, die früher als Influencerin "Fast Fashion" bewarb ... und jetzt strickt sie ihre Pullover selber. Interessant, weil da eben z.B. die Großelterngeneration wieder zum Vorbild genommen wird, wenn auch junge Männer Opas Traktor wieder herrichten. Was vor 30 Jahren war, reizt nicht - umso mehr aber, was vor 60 Jahren war.
#125Report
4 days ago
Da spielt es sicherlich auch eine Rolle, dass je seltener eine Technik noch angewandt wird, um so besser und leichter hebt man sich natürlich auch von der Masse ab, wenn man sie wieder nutzt.
#126Report
3 days ago
Ich persönlich hab deshalb auch nicht so große Befürchtungen was KI anbelangt (bezogen auf die Kunst).

Wobei das aber nicht heissen muss, dass da nicht doch was geht: https://www.instagram.com/davidszauder/ allerdings ist KI hier auch "nur" das Werkzeug.
#127Report
3 days ago
Ja, genau! KI ist eigentlich nur eine Farbe mehr im Tuschkasten der Kunst. :)
#128Report
3 days ago
Lichtsieb

´Fotografie hat keinen Anspruch auf Wahrheit, sie bietet aber die fantastische Möglichkeit Träume, Fantasien und Emotionen sichtbar zu machen.´

Klasse und so zutreffend dieser von dir auf deiner SC gewählte Leitsatz.

Jetzt schreibst du aber ´KI ist eigentlich nur eine Farbe mehr im Tuschkasten der Kunst.´

Mit dieser Einschätzung tue ich mich dagegen unglaublich schwer. KI als Kunst zu bezeichnen, also ich weiß nicht.

Fehlt dabei denn nicht ein ganz wichtiger Baustein eines wirklich guten Fotos? Ich meine diese Kreativität eines Fotografen. Diese Einmaligkeit die doch jeden von uns auszeichnet. Übrigens egal ob vor oder hinter der Kamera. Was eigentlich auch Aufgabe des erst Genannten sein sollte, diese nach Möglichkeit heraus zu kitzeln.

Wenn ich alles wesentliche einer Fotografie in seiner Gesamtheit dabei aber aus der Hand gebe, mich auf ´Künstliche Intelligenz´ verlasse, da fehlt für mich das ganz entscheidende: die persönliche HANDSCHRIFT eines Fotografen.
#129Report
3 days ago
Norbert Hess
Du hast völlig Recht, KI ist keine Kunst! Genauso wenig, wie eine Farbe im Tuschkasten Kunst ist oder die noch nicht belichtete Filmkassette.
Kunst wird von Menschen gemacht, so sehe ich das auch.

Und Kunst wie sie in dem Link von Werner_R zu sehen ist (David Szauder) ist für mich auch keine Fotografie mehr. Trotzdem finde ich es sehr beeindruckend und halte es für Kunst, weil KI dort eben zum großen Teil nur als Werkzeug dient und eine unglaubliche Kreativität von David Szauder zu vermuten ist.
Warum sollten wir uns als Fotografen mit KI-Künstlern messen oder vergleichen? Wir vergleichen uns ja auch nicht mit Öl oder Kreidemalern.

Ich glaube wir sind bei dem Thema gar nicht weit auseinander :)
#130Report
3 days ago
Nehmen wir mal ein 96 Jahre altes Bild aus Uromas Album .. ja, es ist schwarzweiß, aber leider nur 6x9 und in mittelmäßiger Qualität. Fotografiert hat es der Großonkel, der ledig war und leider schon im Zweiten Weltkrieg starb. Würde die KI nun dasselbe oder gar ein noch besseres Ergebnis als Photoshop erzielen in der Bearbeitung dieser 96 Jahre alten Schwarzweißaufnahme ? Die eigentliche Kunstschöpfung ist 96 Jahre alt und der Urheber vor 84 Jahren ohne direkte Nachfahren verstorben .. und um wessen Tuschekasten ginge es dann ?
#131Report
3 days ago
SEE Knipsbildner
Dein Beispiel beschreibt ja eher eine Restauration und weniger einen Schöpfungsprozess. KI wird in Deinem Beispiel als Werkzeug benutzt um möglichst nahe an den Ursprung zu kommen (so hab ich Dich zumindest verstanden).
Und ob nun mit KI oder ganz ohne KI Restauriert wird... es ist letztlich eine handwerkliche oder maschinelle Tätigkeit und keine, oder nur im sehr geringen Maße, künstlerische Tätigkeit im Bezug auf das Ursprungsbild.
#132Report
3 days ago
@ Lichtsieb
Da stimme ich Dir vollkommen zu, wobei wir indirekt auch beim Ursprungsthema sind : Mal etwas "schizophren" gedacht, ist da ein leider nicht perfektes Bild, bei dem z.B. Konturen von vornherein unscharf waren oder im Zeitenlauf (durch Knicke, Flecken) beschädigt wurden.
Es käme dann gar nicht darauf an, ob der einstige Urheber etwas falsch gemacht hat (Unterbelichtung, Fehlfokus) oder ob der Bildabzug durch schädigende Ereignisse gelitten hat.
Nun soll das Bild optimiert werden mit scharfen Kanten, feinen Konturen und sauberen Flächen; so wie sonst eine Hautglättung erfolgt wäre, würde nun ein Schmutzfleck beseitigt.
Die Bearbeitungsschritte könnten dieselben sein : Wegstempeln kann man auch den Schmutzfleck auf der eingescannten Digitalisierung wie man auch per KI-Prompt eine Kontur nachschärfen kann.
#133Report
3 days ago
Hoppla, sind wir schon wieder in einer KI-Diskussion gelandet?? Hat ja nun mit dem SW-Thema 0,00 zu tun.

KI = Krücke für Idioten.

Und mit 12 Bildern KI-Krampf von David Szauder bin ich lebenslang gesättigt. Kann aber nur für mich sprechen.

Ich werfe mal das schöne alte Wort Handwerk ins Rennen. Das erwirbt man sich in einer Lehre, Ausbildung, Workshops oder auch – wie wohl die meisten hier, mich eingeschlossen, als Autodidakt. Indem man Sachen ausprobiert, Fehler macht, dazulernt, Vorbilder studiert, heute: auch YT-Videos ansieht, Fotobücher durchblättert, shootet und löscht und weiter shootet. Und sich vergleicht! Ob nun im alten, immer modernen Groß-Genre SW. Oder in der Abteilung Farbe.

Wenn man das dann als Work in Progress verinnerlicht hat (ganz fertig ist man ja nie), dann kann man mit den Möglichkeiten jonglieren. Manchmal kommt auch Kunst dabei raus. Wenn die vom Wollen käme, hieße sie Wunst.

Das Ziel ist immer: ein gelungenes Foto. Das in einem Jahr noch Bestand hat. Besser: in 5 Jahren.

Man kann aber auch – hallo MK! – in den Laden gehen, eine Kamera kaufen, sich erklären lassen, wo vorne und hinten ist. Auf Automatik stellen. Seine Uschi nett auffordern, alle Hüllen fallen zu lassen (oder sie wie eine Rindsroulade verschnüren) und dann draufloszuknipsen. Als ob es kein Morgen gäbe. Und ein Foto-Gestern schon mal gar nicht!

Das Ziel ist immer: irgendein Foto von Uschi. Ob knallbunt oder Grau-Weiß.

Da das hier eine demokratische Veranstaltung ist, darf/muss man sich solche privaten Knips-Vergnügungen (als solche ja voll okay) aber eben auch anschauen. Etwa, wenn man ein neues eigenes Bild hochlädt, das zwischen 2 Totalentgleisungen landet. Und man darf sehen, dass 2 Dutzend manische MK-Dauerliker wirklich ALLES mit erigiertem Daumen versehen und herzen. Das geht bei den Top 5 wirklich wie am Fließband! (Ich hab sie rundum blockiert.)

Der SW-Diskussionsanstoß war für alle hier, die ein bisschen mehr wollen als die nackte Uschi. Schon 132 Beiträge. Hat ja prima geklappt. :-)
#134Report
3 days ago
@ PetersPhotos

Das Ziel ist immer: ein gelungenes Foto. Das in einem Jahr noch Bestand hat. Besser: in 5 Jahren.
..
Der SW-Diskussionsanstoß war für alle hier, die ein bisschen mehr wollen als die nackte Uschi.

Gelungene Bilder will und habe ich auch - mit Bestand seit 7, 10, 13 und 15 Jahren. Dabei gibt es Bilder von der bekleideten, aber auch nackten Uschi ... und daher betrachte ich mich als einen der Adressaten dieses Denkanstoßes.
P.S.: So klappt es auch mit 2 Sätzen in 3 Zeilen ..
#135Report
3 days ago
Handwerk ist schön und gut, hat aber mit Kunst ungefähr genau soviel zu tun wie es KI hat oder auch die einzelne Farbe, oder das Blatt Papier. Mit, ist vieles möglich... auch Kunst. Kunst ist aber auch ohne Handwerk, Farbe, ohne KI und ohne Blatt Papier möglich.
Nur weil einem die eine Kunst zusagt, heißt es nicht, dass die Andere keine ist.

Wo das andernfalls hinführen kann haben wir nicht nur in Deutschland schon erlebt.
Trotzdem hat natürlich jeder das Recht auf seinen eigenen Geschmack, auch das ist ein Teil der (Kunst-) Freiheit.
Das finde ich eigentlich ganz gut so :-)

Was die KI grundsätzlich anbelangt:
Sie ist da und wird nicht wieder verschwinden. Wir werden also einen Umgang finden müssen.
Ich kann mich noch ganz gut an das Aufkommen der digitalen Fotografie erinnern. Die Diskussionen und der Sound dazu klangen unglaublich ähnlich.
So soll es wohl auch mit dem erscheinen der Farbfilme gewesen sein und
beim Aufkommen der Fotografie sowieso.
Heute streiten wir uns wieder darüber, ob Farbfotos oder Schwarz-Weiß besser ist.
Ich finde das hat etwas beruhigendes :)
#136Report
3 days ago
Lichtsieb. Willst du mit deinem "hinführen"-Geraune hier irgendwas unterstellen?

Wer das Aufkommen der MENSCHENBEDIENTEN digitalen Fotografie mit der heutigen MENSCHENBEFREITEN KI vergleicht, hat nun absolut nichts kapiert! Aber klar, auch das muss man laut rausblasen. Einer trollt immer.
#137Report
3 days ago
Einer trollt immer, stimmt. Aber nicht Lichtsieb. Bilder mit KI, soweit sie zu Kunst tendieren, sind eben nicht menschenbefreit. Der von Lichtsieb beschriebene Werkzeugcharakter ist genau so wie in #136 beschrieben. Und einfach ist es damit sowieso auch nicht, wenn's ambitioniert ist.
Es ist einfach zu simpel, mit dem Klischee zu argumentieren - aber laut, in dicken Tönen und mit Großbuchstaben.
#138Report
Norbert Hess schreib:

Ich meine diese Kreativität eines Fotografen. Diese Einmaligkeit die doch jeden von uns auszeichnet. Übrigens egal ob vor oder hinter der Kamera. Was eigentlich auch Aufgabe des erst Genannten sein sollte, diese nach Möglichkeit heraus zu kitzeln.


Ich weiß nicht ob das immer so eine gute Idee ist mit "einmaligen" Kreativität des Fotografen. Vielleicht ist da auch einfach nichts mehr was man heraus kitzeln und wenn, sollte man selbstkritisch mit dem Ergebnis sein.
Ich für meinen Teil habe erkannt, dass je mehr ich mich zurücknehme desto besser gefallen mir meine Fotos.
#139Report
3 days ago
@ PetersPhotos

Wer das Aufkommen der MENSCHENBEDIENTEN digitalen Fotografie mit der heutigen MENSCHENBEFREITEN KI vergleicht, hat nun absolut nichts kapiert!

Was bitte ist an der KI menschenbefreit ? Da muß schon erst mal ein Promptbefehl formuliert werden, der durchaus schöpferischen Gehalt hat, wenn eben konkret beschrieben wird, welche Kontur exakt und scharf, welche Fläche homogen geglättet werden soll.
Und die digitale Bildbearbeitung funktioniert nicht mit Mausklicks, sondern mit Lupe und Pinzette ? Ohne Computer, ohne Software - gänzlich menschenbedient umgreift die von Menschenhand geführte Pinzette das Pixel, zieht es links unten aus dem Monitor, holt es mit beherztem Ruck an die frische Luft und legt es in eine blitzsaubere kleine Schale. Derweilen klemmt man sich die Uhrmacherlupe ins Auge, schürft mit einer Mikroraspel rechts oben auf dem Anzeigeglas und drückt das Pixel passend ausgerichtet in die gerade ausgekratzte Mulde ? Ja, das wäre echte Handarbeit ! Doch was geschieht beim nächsten Bild - nochmal am Monitor herumkratzen ?? Ach, da gab es doch auch den Magnet - also das Pixel magnetisieren, dann rutscht das Pixel hinter dem Glas Ruck um Ruck dem Magnet folgend nach rechts oben .. immerhin händisch geführt ! Nach 256174 Tagen ist das Bild endlich fertig ..
Genauso wie ein schlecht formulierter Prompt verbessernd wiederholt werden muß, so muß auch ein mißlungener Lassowurf wiederholt oder die so erfolgte Fehlbearbeitung mit einem anderen Werkzeug korrigiert werden.
#140Report

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